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Thema: Plötzliche PCA Diagnose - wie geht es weiter - wer / was kann helfen?

  1. #11
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    Zitat Zitat von Thomas M. Beitrag anzeigen
    Nach 5 Wochen ADT mit Pamorelin ist der PSA-Wert von 44,93 auf 26,42ng/ml und der Testosteron-Wert auf 0,12 ng/ml gesunken.
    - Mein Urologe, der streng die S3-Leitlinie verfolgt, will jetzt Abiraterone / Zytika einsetzen.
    - Was haltet ihr von dem bisherigen Thearapieansprechen und dem nun beabsichtigten Einsatz von Zytika, oder wäre eine Chemo mit Docetaxel anzuraten?
    Thomas,
    - die Therapie scheint anzusprechen. Der Testosteronwert ist im Kastrationsbereich, der PSA-Wert hat sich in diesen 5 Wochen um rund 40 Prozent gesenkt.

    - Abiraterone oder Docetaxel eine schwierige Entscheidung. Die Martini-Klinik schreibt zum Beispiel dazu:

    https://www.google.de/url?sa=t&rct=j...e11PzVu8PNoop4

    Zitate aus diesem Text:
    " Wie sollen wir uns nun in der täglichen Patientenberatung verhalten, für welche Therapieoption beim hormonnaiven, primär metastasierten Tumor entscheiden?

    Betrachtet man die in den Zulassungsstudien erzielten Überlebensvorteile, so scheinen beide Kombinationstherapien (Abiraterone plus ADT oder Docetaxel plus ADT) vergleichbar zu sein. ....... Neben der Erstattungssituation muss auch die Patientenpräferenz und das Toxizitätsprofil beider Therapien gegeneinander abgewogen werden. Dabei muss berücksichtigt werden, dass es sich bei Docetaxel um eine toxische, jedoch vorübergehende Therapie mit kürzerer Behandlungsgsdauer handelt (6 Zyklen 75 mg/m² Körperoberfläche) handelt, während Abiraterone plus Predison als Dauertherapie bis zum Progress gegeben wird. Im Median sind dabei Behandlungsintervalle von 33 Monaten zu erwarten..."


    In dieser Veröffentlichung wird Abirateron versus Docetaxel ausführlich betrachtet:
    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29490505

    Titel übersetzt:
    "Abirateronacetat/Androgen-Entzugstherapie-Kombination versus Docetaxel/Androgen-Entzugstherapie-Kombination bei fortgeschrittenem hormonempfindlichem Prostatakrebs: eine Netzwerk-Meta-Analyse zur Sicherheit und Wirksamkeit."

    Auszug aus Abstract übersetzt:
    "Patienten mit metastasierendem HSPC (mHSPC), die Abirateronacetat mit ADT erhielten, hatten eine bessere PFS und eine geringere Toxizität als diejenigen, die Docetaxel mit ADT erhielten. Ein Trend zu höherem OS und weniger behandlungsbedingten Todesfällen wurde ebenfalls beobachtet, war aber statistisch nicht signifikant."

    PFS - Überleben ohne Fortschreiten der Erkrankung
    OS - Gesamtüberleben
    HSPC - Hormonsensitiver Prostatakrebs


    Soviel zur Theorie, nun zu meinen Erfahrungen:
    Im Winter 2017/18 habe ich mich begleitend zum Hormonentzug mit Pamorelin, einer frühen Chemo mit Docetaxel unterzogen. Diese Kombination hat bei mir zu guten Ergebnissen geführt. (Näheres zu meiner Chemo und wie ich sie vertragen habe in myprostate, ganz unten links anklicken.)
    Einige andere PK-Patienten, die ich im Laufe meiner Erkrankung kennengelernt habe, brachen wegen der Nebenwirkungen nach Durchgang 3 oder 4 ab.
    Mein Vorteil war wahrscheinlich mein besserer Gesundheitszustand und meine feste Entschlossenheit den Krebs für einige Jahre zurückzudrängen.

    Zum frühen Einsatz von Abiraterone sind mir bisher hier im Forum keine Patientenberichte bekannt, die Zulassung beim HSPC erfolgte nach der für Docetaxel.

    Franz



  2. #12
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    Vielen Dank für eure Informationen und Ratschläge!

    ich werde jetzt, begleitend zum Hormonentzug mit Pamorelin, mit dem frühen Einsatz von Abiraterone beginnen und hoffe, dass die Behandlung anschlägt.

    Thomas

  3. #13
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    Man kann zusätzlich noch die Prostata bestrahlen. Lothar macht dies gerade an der Martini-Klinik in Hamburg:
    https://forum.prostatakrebs-bps.de/s...192#post116192

  4. #14
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    Leider nur Empfehlungen auf Englisch, ich hab mich nach etwas Schlaulesen zumindest besser gefühlt: Patrick Walsh Surviving Prostate Cancer. Dummerweise gibt's auf Amazon.de keine Kindle-Edition. Zu ADT und Nebenwirkungen noch dieses Buch: Androgen Deprivation Therapy: An Essential Guide. Ausserdem Lektüre aus dem Reich der Wunderheilungen. Am wenigsten wissenschaftlich, dafür aber auch auf Deutsch verfügbar und diskutiert anfangs, fast entschuldigend, das für und wider der Verbreitung solcher Geschichten. Es scheint sie aber zu geben, diese seltenen Fälle, wo aus medizinisch unerklärlichen Gründen eine Besserung eintritt und einige der 9 Ratschläge sind generell vernünftig und umsetzbar: Kelly Turner, Wege in ein krebsfreies Leben. Beispiel Zuckerkonsum. Klar verursacht Raffinadezucker keinen Krebs und Verzicht verspricht somit keine Heilung. Andererseits halten sich auch die gesundheitlichen Vorteile aus dem Konsum von Süssigkeiten in engen Grenzen und ich habs jetzt ausprobiert: ein Monat ohne Eiscreme, Schokolade, Gummibärchen etc und eigentlich fehlt mir nichts, sondern ich fühle mich im Gegenteil jetzt besser und vielleicht bringt's ja doch was. Vor allem aber: positiv bleiben, auch einer der 9 Ratschläge.

  5. #15
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    Vielen Dank für die wertvollen Informationen!
    Ich werde der Empfehlung von Georg folgen und nach 6 Monaten Abiraterone und ADT, also Anfang nächsten Jahres, die lokale Behandlung der Metastasen in Angriff nehmen.
    Nach 8 Wochen ADT und 1 Woche Abiraterone ist der PSA-Wert jetzt bei 13,24 ng/ml. Damit hat er sich innerhalb von 4 Wochen halbiert (von 26,42 ng/ml).
    Der Testosteronwert liegt unterhalb der Nachweisgrenze bei 0,00 ng/ml/.

    Die ADT und Abiraterone sowie die Monatsspritze Xgeva vertrage ich an sich ganz gut. Nur gelegentliche Hitzewallungen und depressive Phasen. Probleme habe ich mit der Gewichtszunahme. Kann das an den 10 mg Prednisolon täglich liegen
    und was kann man dagegen tun, außer fasten?

    Thomas

  6. #16
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    Das liegt vor allem an der ADT. Dr. Myers empfiehlt Metformin, um den Gewichtszuwachs einzudämmen.

    Natürlich ist Sport sehr gut, aber anstrengender als eine Tablette einzunehmen:
    https://forum.prostatakrebs-bps.de/s...therapie/page2

  7. #17
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    Zitat Zitat von Thomas M. Beitrag anzeigen
    Die ADT und Abiraterone sowie die Monatsspritze Xgeva vertrage ich an sich ganz gut. Nur gelegentliche Hitzewallungen und depressive Phasen. Probleme habe ich mit der Gewichtszunahme. Kann das an den 10 mg Prednisolon täglich liegen
    und was kann man dagegen tun, außer fasten?
    Thomas,
    du schreibst, dass du Abiraterone und damit auch Prednisolon seit 1 Woche nimmst, Pamorelin seit 8 Wochen.
    Die Gewichtszunahme scheint damit eher eine Nebenwirkung des Pamorelin zu sein.

    Auch ich erhalte seit längerer Zeit Pamorelinspritzen. Mein Gewicht halte ich mit Gymnastik, leichten Hanteltraining und täglich flotten Spaziergängen bei jedem Wetter.
    Spaziergänge, überhaupt Bewegung an der frischen Luft, das hilft auch gegen leichte depressive Phasen. Andere Betroffene sind im Fitnessstudio aktiv.

    Ernährung beim Hormonentzug, dazu wurde viel geschrieben. Ratschläge findest du z. B. im Kapitel 22 des Basiswissens (Unter "wichtige links zum PK").
    Heißhungerattacken mildere ich durch trinken von Tee oder Wasser vor und während des Essens ab.

    Metformin ist bei der gleichzeitigen Gabe von Prednisolon nicht zu empfehlen, da kann es Wechselwirkungen geben.

    Franz

  8. #18
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    Zitat Zitat von Optimist Beitrag anzeigen
    Metformin ist bei der gleichzeitigen Gabe von Prednisolon nicht zu empfehlen, da kann es Wechselwirkungen geben.
    Bekanntlich kann Prednisone die Blutzuckerkontrolle beeinträchtigen und die Wirksamkeit von METFORMIN und anderen Diabetes Medikamenten verringern. Es entzieht sich jetzt aber meinem Verständnis, warum man dann Metformin wegen der moderaten Wechselwirkung mit Prednisone ganz weglassen sollte?
    if nothing's fails, it's not real life

  9. #19
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    Zitat Zitat von Thomas M. Beitrag anzeigen
    Nach 8 Wochen ADT und 1 Woche Abiraterone ist der PSA-Wert jetzt bei 13,24 ng/ml. Damit hat er sich innerhalb von 4 Wochen halbiert (von 26,42 ng/ml).
    Das ist für 8 Wochen ADT noch kein sehr guter Wert. Ich hoffe, es geht weiter sehr deutlich runter, das wäre prognostisch wichtig.
    if nothing's fails, it's not real life

  10. #20
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    Zitat Zitat von LowRoad Beitrag anzeigen
    Bekanntlich kann Prednisone die Blutzuckerkontrolle beeinträchtigen und die Wirksamkeit von METFORMIN und anderen Diabetes Medikamenten verringern. Es entzieht sich jetzt aber meinem Verständnis, warum man dann Metformin wegen der moderaten Wechselwirkung mit Prednisone ganz weglassen sollte?
    Das es Wechselwirkungen zwischen den beiden Medikamenten gibt, ist mir seit langem bekannt. Leider habe ich dabei die Reihenfolge der Medikamente verwechselt, ein unverzeihlicher Fehler.

    Dafür möchte ich mich entschuldigen. Ich sehe mich den Anforderungen als Beitragsschreiber im Forum nicht mehr gewachsen und ziehe mich deshalb aus dem Forum zurück.

    Mit meinem Krebs komme ich auch ohne Forum zurecht. So ganz haben wir zwei hier eh nie hereingepasst.

    Franz

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