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Thema: Fragen gibt es immer.

  1. #1
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    Fragen gibt es immer.

    Hallo zusammen. Nach einer "Achterbahnfahrt" melde ich mich mal wieder, um zu berichten und euren Rat zu hören. Das letzte Mal hattet ihr mich darauf aufmerksam gemacht, dass mein Testosteronwert nicht so niedrig war, wie er sollte. Dann habe ich noch urlaubsbedingt den 3-Monatstermin für die nächst Spritze verpasst, um ganze 3 Wochen. Folge : der PSA-Wert ist von 0,69 ng/ml auf 20,1 ng/ml hoch geschossen und Testo war wieder im Normbereich. Beim vorgezogenen Termin habe ich mich mit dem Urologen auf den Wechsel zu Buserelin (Profact) geeinigt. Als Alternativen hatte er mir die chirurgische Entfernung des Hodengewebes (Operation nach Riba) und anschließender Chemo mit Docetaxel vorgeschlagen oder stattdessen Abiraterone. Die Kastration will ich mir noch ersparen. Das mit dem Abiraterone zusätzlich wäre eine Option. Gestern war ich dann zur Blutentnahme beim Hausarzt. Die Ergebnisse sind sehr erfreulich: PSA ist 0,97 ng/ml und Testosteron 0,14 µg/l. Die nächste Depotspritze ist dann am 18. Juli fällig. Ich weiß nur nicht so recht, ob ich jetzt schon Abiraterone dazu nehmen soll, ihr wisst schon, von wegen der Pfeile, die man noch im Köcher hat, oder ob ich weiter nach einer Möglichkeit suchen soll den Primarius gezielt zu behandeln (Protonentherapie, IRE, usw.) Hat eigentlich jemand schon Erfahrung mit TULSA-PRO der ALTA-Klinik. Außer den Berichten direkt auf der Homepage der Klinik, habe ich noch in keinem Forum etwas dazu gefunden.

    Euch alles Gute
    Arnold

  2. #2
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    Tumormassenreduktion ist gut. Du kannst dir die Therapie alleine nach den akzeptablen Nebenwirkungen ausuchen, auf eine möglichst vollständige PCa-Entfernung bzw. onkologische Langzeitdaten für rezidivfreies Überleben usw. kommt es nicht an.

  3. #3
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    Zu TULSA-PRO hatte Ralf schon mal geschrieben:
    https://forum.prostatakrebs-bps.de/s...lsa#post103941
    Ich selbst kann näheres dazu nicht sagen. Bei Dir steht allerdings keine fokale Therapie an sondern eine komplette Entfernung der Prostata, da halte ich TULSA-PRO nicht für das Richtige.

    Ich halte ebenfalls eine Entfernung des Primärtumors grundsätzlich für eine gute Sache.

    Georg

  4. #4
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    Ich weiß nur nicht so recht, ob ich jetzt schon Abiraterone dazu nehmen soll
    Die Kombination von Abiraterone und ADT bei Knochenmetastasen hat sich in der Latitude Studie als sehr vorteilhaft erwiesen. Die Kombination sollte also besser wirken als nur ADT. Das würde mich aber nicht davon abhalten, den Tumor in der Prostata zu entfernen.

  5. #5
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    Hallo Georg,
    Bei Dir steht allerdings keine fokale Therapie an sondern eine komplette Entfernung der Prostata, da halte ich TULSA-PRO nicht für das Richtige.
    Die komplette Entfernung der Prostata? Wozu? Die Metastasen sind doch durch die beiden PSMA-PRLT und die momentane Hormontherapie stillgelegt. Produktiv, in geringem Umfang, ist doch nur noch der Primarius in der Prostata. Das kannst Du in meinem Bericht in my.prostate.eu auf den Bildern sehen Warum sollte ich den nicht gezielt, also fokal, erledigen können mit den genannten Möglichkeiten. Das Risiko einer operativen Komplettentfernung ist mir einfach zu groß. Da erinnere ich mich an das Gespräch mit dem Strahlentherapeuten. Der hat auch gesagt: "Warum das Risiko der z.T. erheblichen Nebenwirkungen einer Bestrahlung eingehen, solange es Ihnen gut geht?" Selbst mein Uro redet nur von "Kastration" und Abiraterone. Prostatektomie war noch nie ein Thema.

    Arnold

  6. #6
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    ... ob ich weiter nach einer Möglichkeit suchen soll den Primarius gezielt zu behandeln (Protonentherapie, IRE, usw.)
    Martin und ich hatten geschrieben, dass wir dies für richtig halten. Allerdings hast Du einen Gleason 9 und da musst Du davon ausgehen, dass praktisch die ganze Prostata befallen ist. Von daher ist eine Teilbehandlung nicht sehr sinnvoll.

    Deine Ärzte orientieren sich an der Leitlinie, und die sieht bei Knochenmetastasen keine Behandlung der Prostata vor, da dies nicht mehr zu einer Heilung führen kann. Statt dessen wird empfohlen, eine Hormontherapie zu machen. Diese wirkt aber nur eine begrenzte Zeit.

    Dass eine Behandlung der Prostata auch bei Knochenmetastasen von Vorteil sein kann zeigen die Ergebnisse der Studien von Prof. Heidenreich
    und z.B. die STAMPEDE Studie, die allerdings Bestrahlung eingesetzt hat.

    Als mögliche Gründe für eine Therapie der Prostata werden genannt:
    - der unbehandelte Tumor in der Prostata kann weitere Metastasen streuen
    - man geht davon aus, dass die Prostata einige gegen ADT resistente Zellen enthält und sehr viele Tumorzellen, die gegen die ADT eine Resistenz ausbilden können
    - bei Eintritt der Resistenz kann der Tumor weiter wachsen und zu Harnröhrenstrikturen u.a. Problemen führen, solange er nicht mit weiteren Medikamenten gehemmt werden kann.

    Georg

  7. #7
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    Zitat Zitat von Barnold Beitrag anzeigen
    Warum sollte ich den nicht gezielt, also fokal, erledigen können
    PSA 425, GS 9. Mit den daten "nur" fokal dranzugehen... Ich würd's nicht tun. Ist aber nur meine persönliche Meinung.

  8. #8
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  9. #9
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    Arnold, das ursprüngliche PET/CT Bild der Prostata zeigt eine vollständige Durchdringung mit PCa. Nach Lu-177-Therapie sollten die meisten PCa-Zellen vernichtet sein, wie auch das neuere Vergleichsbild zeigt. PSMA-negative Zellen haben überlebt, die sehen wir dort nicht. Außerdem gibt es noch einen Fokus links. Egal ob fokal oder total (soweit das bei der vorbehandelten Prostata überhaupt geht) - das sind die Optionen:
    1. RPE - würde ich nicht empfehlen, da das eine ähnliche Situation wie die Salvage nach EBRT ist: die Op könnte schwierig sein, die Kontinenz danach schlecht. Aber es gibt ja vielleicht einen genialen Operateur.
    2. EBRT - am besten Protonen oder Schwerionen, die Frage ist, was der Strahlenarzt zur akkumulierten Dosis sagt (Lu-177 und EBRT zusammen).
    3. HiFU - kann Harnröhre und Nerven schädigen, wenn die thermische Ableitung im durch Lu-177 geschädigten/ersetzen Gewebe nicht stimmt
    4. TULSA - naja...
    5. Brachy - als rein fokale Therapie denkbar
    6. IRE - im durch Lu-177 geschädigten/ersetzen Gewebe eventuell andere elektrische Parameter, die höhere Ströme/andere Elektrodenabstände erfordern. Wurde als Salvage nach RT einigermaßne häufig gemacht
    Bei HiFU und IRE besteht die Möglichkeit, die Behandlung zu wiederholen und so eine fast vollständige Ablation in mehreren Schritten durchzuführen, mit Regenerationsphasen, so daß Nerven und Harnröhre nicht plötzlich im leeren Raum hängen bzw. allseitig von nekrotischem Gewebe umgeben sind. Da die Behandlungen dabei jeweils 1-2 Tage in Anspruch nehmen plus Katheterdauer, ist das im Vergleich zur RPE oder EBRT akzeptabel.
    Nach Lu-177 wurde IRE gemäß dieser Veröffentlichung nur einmal als Salvage angewendet, was aufgrund der jeweils seltenen Therapie mittels LU-177 oder IRE nicht verwundert:
    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30986263
    Nach RT allgemein sind es mehr Fälle, siehe auch https://onlinelibrary.wiley.com/doi/...1111/bju.13991
    Dazu läuft die prospektive FIRE-Studie, noch ohne Resultate.

  10. #10
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    Hallo Arnold & Interessierte,

    jetzt habe ich ja vieles gehört, was den Leitlinien entspricht, entspricht es aber den Vorstellungen eines Betroffenen mit Metastasen und Arnold möchte versuchen, die Quelle des Tumores - hier als Primarius definiert - stillzulegen.

    Ein durchaus legitimes und kluges Vorgehen. Hierin möchte ich dich unterstützen und dir ganz kurz meine Geschichte näherbringen.
    Metastasen waren bei mir detektiert wie auch bei dir, sodass mein Urolologe mir vor 11 Jahren die gleiche ADT Schiene empfahl. Mich nicht unterstütze im Bemühen den Primarius zum schweigen zu bringen. Ich konnte ihn auch nicht dadurch überzeugen, das laufend aus der Prostata Tumorzellen - hier als TZ - definiert, abschilferten.

    Ich zog nach München Harlaching und unterzog mich einer Kombi von Ganzprostata Hifu, Ablatherm + TUR-P. Focal one kannst du vergessen in diesem Stadium.
    Bis heute Ruhe von der Prostata.

    Der Uro Prof. kündigte mir die Freundschaft. Als ich einen seiner Vorträge lauschte, kam er im Anschluß zu mir und entschuldigte sich für sein verhalten. Trotzdem bin ich nie wieder zu ihm gegangen.

    Ich höre in den Beiträgen folgende alte Zöpfe.
    Die Metastasierten werden direkt auf die rein palliative Schiene gesetzt, obwohl doch schon längst die Gewissheit vorherrscht, dass Tumorlastsenkung immer richtig ist.
    Schon alleine deshalb, um die Gefahr der Mutation - auch im Besonderen durch die Behandlungen - entgegenzuwirken.
    Die ADT erreicht nur die ganz niedrig malignen TZ, die entdifferenzierten werden nur noch weiter resistent gegenüber der ADT und mutieren auch noch schneller.

    Die Wissenschaft beschäftigt sich mit der Sequenzierung von Einzelmetastasen für die Behandlung und arbeitet an verschiedenen Möglichkeiten.
    Hier wird noch so getan als vor 60 Jahren lieber @Georg, das kann doch wohl nicht sein. Systemisch erkrankt immer krank. Dass das OS länger ist bei den Erkrankten, die z.B. durch Hitze den TZ den garaus machen, die absolut nicht auf die derzeitigen ADT's ansprechen ist doch in der Wissenschaft - hier besonders bei den Onkologen - schon längst angekommen.

    @Martin, könntest langsam auch einmal an einer Legende bei deinen Kürzel denken oder gilt das nur für mich?

    @Arnold, mein Rat, mache die Hifu Ganzprostata und die TUR-P hinterher, dann weißt du auch direkt ob noch etwas da ist.
    Bei mir war nichts mehr da gewesen, seit 11 Jahren.
    Aber ich muss auch sagen, dass die Kombi Hifu/TUR-P kein Spaziergang ist.

    Herzlichen Gruss
    Hans-J.

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