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Thema: OP

  1. #11
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    Hallo Sternennacht,

    die OP ist gut verlaufen und die vollständige Kontinenz wird sich schon noch (bald) einstellen.
    Erfreulich sind vor allem zwei Ergebnisse:

    1. Keine Höherstufung des GS-Wertes von 7b

    2. Kein Randbefall (R0)

    Positiv ist auch das Alter Deines Mannes (70), z.B. wurde ich mit 57 operiert und hatte einen unklaren Randbefund (RX), der doch schließlich zum biochemischen Rezidiv führte und letztes Jahr bestrahlt werden musste.

    Jetzt ist die Entwicklung des PSA-Wertes wichtig.
    Er müsste sich innerhalb von 3 Monaten nach 0 hin senken.

    Aufgrund der Ausgangssituation eines PSA-Wertes von 100 vor der OP und einem GS 7b sowie dem Lymphknotenbefund nach der OP, könnten die Ärzte eine Prostatalogenbestrahlung in Betracht ziehen.
    Das würde zur Absicherung der erfolgreichen OP dienen.

    Wichtig ist jetzt aktuell, dass sich Dein Mann in der AHB (Klinik?) gut erholt und dort eine gute Zeit hat.

    Ich wünsche Euch alles Gute, Kopf hoch und nach Vorne schauen.

    Liebe Grüße

    Lothar

  2. #12
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    Und auch alle 3 Monate den PSA Wert prüfen lassen. Nicht vergessen.

  3. #13
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    Allgemein betrachtet ist die Leitlinie bei pT3-Befund einigermaßen optimistisch: "In vielen Fällen entwickeln Patienten mit pT3-Tumoren, positivem oder negativem Schnittrand bzw. weiteren Risikofaktoren im weiteren Verlauf kein Rezidiv, trotz des erhöhten Risikos dafür. In der deutschen Studie zeigte sich in der Kontrollgruppe nach im Mittel 4,7 Jahren bei 54 % der Patienten kein biochemisches Rezidiv [629] und auch in der EORTC-Studie entwickelte nur etwa die Hälfte der Patienten (47,4 % unter Ein-schluss der pT2-Tumoren) nach fünf Jahren ein biochemisches Rezidiv. Die SWOG-Studie ergab ein metastasenfreies Überleben in der Kontrollgruppe von 54 % nach 12,6 Jahren."
    Das deckt sich mit den Resultaten der Han-Tabellen ("Han tables").
    Allerdings: wegen dem Lymphknotenbefall kann über eine Logenbestrahlung diskutiert werden. Aber: "Zur adjuvanten Bestrahlung bei lymphknotenpositivem Prostatakarzinom nach Prostatektomie identifizierte die Update-Recherche fünf retrospektive Studien mit mittelgroßen Kohorten, die jeweils einen positiven Effekt der Bestrahlung vermuten lassen. Wegen relevanter methodischer Probleme sind diese Ergebnisse jedoch fraglich:..."
    Damit wird man sich beschäftigen müssen, wenn das PSA nicht unter die Nachweisgrenze absinkt.

  4. #14
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    @ Martin, Danke für die gute Ergänzung!

    @ Sternennacht, wenn nötig, habt ihr noch viele Pfeile im Köcher!

    Hier ein ganz hervorragender Beitrag von Georg zu „PSA-Anstieg nach Operation - was sind die Therapiemöglichkeiten?“

    https://forum.prostatakrebs-bps.de/s...%F6glichkeiten

  5. #15
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    Liebe Experten in eigener Sache,
    ich bin echt froh, dass es Euch gibt. Vielen Dank für Eure Antworten. Es ist für mich sehr schwer mich innerhalb kürzester Zeit in ein so hochkomplexes Thema einzulesen und Ihr seid mir eine echt große Hilfe. Die von Euch zusammengestellten Informationen sind super.

    In den letzten Wochen habe ich mir oft Vorwürfe gemacht, dass ich meinen Mann nie zu Vorsorgeuntersuchungen geschickt habe. Vielleicht hat uns das einige sorgenfrei Jahre gebracht, vielleicht war es aber auch ein großer Fehler. Aber solche Überlegungen bringen jetzt eh nichts mehr.

    Es muss sehr schwer sein, schon in relativ jungen Jahren eine PC Diagnose zu bekommen. Meine Gedanken sind bei Euch allen und ich drücke jedem hier die Daumen.

    Bisher dachte ich, dass man den PSA Wert nach 6 Wochen kontrolliert und bin froh zu hören, dass es ein Zeitfenster von 3 Montaten gibt, bis er auf 0 sinken sollte. Was mir etwas Sorgen macht, ist die Tatsache, dass der PSA Wert vor der OP innerhalb von 8 Wochen von 100 auf 126 hochgegangen ist. Ich werde darauf achten, dass mein Mann regelmäßig zur Blutkontrolle geht.

    Im Krankenhaus hat man uns gesagt, dass man auf eine Bestrahlung verzichten will, aber wer kann schon in die Zukunft schauen.

    Jetzt mache ich erst mal dass, was Ihr mir empfohlen habt und konzentriere mich auf die nächsten Schritte. Und dabei werde ich einfach weiterhin hoffen, dass alles irgendwie gut gehen wird.

    Liebe Grüße
    Sternennacht

  6. #16
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    Hallo Sternennacht,

    hier drei Vorschläge für die nächsten Schritte:

    1. Schwerbehinderung beantragen. Krankheit kostet Geld. Die Schwerbehinderteneigenschaft gibt geldliche Vorteile (steuerliche Schwerbehindertenpauschale, Kilometerpauschale, PKW-Rabatte etc.)
    Vgl. folgenden Thread: https://forum.prostatakrebs-bps.de/s...ndertenausweis

    2. Verständliche und übersichtliche Informationen. Die PK-Thematik ist sehr komplex. Die Leitlinien und der „Erste Rat“ sind „heavy staff“.
    Zur ersten und überall verfügbaren Information würde ich die kostenlose iOS/Android-App „Prostatakrebsfibel“
    benutzen:
    Prostatafibel von Takeda Pharma Vertrieb GmbH & Co. KG
    https://itunes.apple.com/de/app/pros...035542842?mt=8

    3. Sich über den nächsten möglichen Therapieschritt informieren.
    Bei einem Lokalrezidiv könnten meine Erfahrungen bei der Prostatalogenbestrahlung hilfreich sein, siehe mein Thread:
    https://forum.prostatakrebs-bps.de/s...nterst%FCtzung

    Liebe Grüße

    Lothar

  7. #17
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    Hallo Lothar,
    der Schwerbehindertenausweis ist beantragt, aber wir haben noch keine Rückmeldung.
    Ein Handy haben wir nicht, also entfällt leider die App. Im "Ersten Rat" lese ich öfter mal. Mir gefällt die "brutale" Ehrlichkeit.

    Wann entscheidet man eigentlich genau darüber, ob noch eine Strahlen- und/oder Hormontherapie gemacht werden muss? Wenn der PSA Wert nicht auf 0 fällt? Und wie lange hat man eigentlich Zeit, um sich zu entscheiden?

    Liebe Grüße
    Sternennacht

  8. #18
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    Ich kann nur sagen wies bei mir war. Ein Jahr nach Op stieg mein PSA wieder an auf 0,32. Mien Uro hat mir dann eine Überweisung zum Bestrahlen geschickt. Nach der Bestrahlung 2 Jahre lang <0,07 und dann wieder Anstieg auf 0,27. Ab diesen Tag bekam ich dann eine Hormonspritze die 3 Monante wirkt. Am 1.7. bekomme ich die nächste. PSA ist wieder auf <0,07.

  9. #19
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    Hallo Sternennacht,
    der Schwerbehindertenausweis müsste relativ schnell bearbeitet werden, da aufgrund der klaren Indikation, keine Prüfung durch den medizinischen Dienst erforderlich ist. Die Vorteile gelten nach der Bescheidung rückwirkend vom Zeitpunkt der Beantragung. Der Grad der Behinderung beträgt, ohne sonstige chronische Krankheiten, 50%. Der Ausweis wird auf 5 Jahre befristet. Wenn keine Heilungsbewährung eintritt, wird er verlängert.

    Die „Blauen Ratgeber“ der Deutschen Krebshilfe“ sind auch sehr gut.

    https://www.krebshilfe.de/infomateri...Krebshilfe.pdf

    Auch zu empfehlen sind die Wegweiser des Krebsinformationsdienstes.

    https://www.krebsinformationsdienst....?m=1534412776&

    Eine Entscheidung über die Bestrahlung ist angezeigt, wenn der PSA, nach zwei Messungen, die Grenze der chemischen Rezidivs von 0,2 PSA überschreitet. Die Prostatalogenbestrahlung soll zwischen 0,2 und 0,5 PSA stattfinden.
    Eine möglichst frühe Bestrahlung hat höhere kurative Erfolgsaussichten.
    Ab 0,5 PSA hat man eine größere Chance, dass man durch ein PSMA-PET/CT, ein Lokalrezidiv und einen möglichen Lymphknotenbefall sieht und dann die Radiotherapie darauf ausrichtet.

    Das Zeitfenster der Entscheidungsfindung hängt von der weiteren Entwicklung des PSA-Wertes Deines Mannes ab.

    Eine vorherige Hormontherapie wird ab einem mittleren Risiko empfohlen, siehe untenstehendes Ärzteblatt-Artikel.

    Liebe Grüße

    Lothar

    PS: Das mit dem Smartphone könntet Ihr Euch ja noch überlegen 🤔.




    https://www.aerzteblatt.de/archiv/175643/Strahlen-und-Hormontherapie-des-Prostatakarzinoms

  10. #20
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    Sternennacht,

    Du schreibst nichts von einem CT oder MRT und einem Knochenszinitgramm vor der Operation. Bei einem PSA Wert von 126 und einer PSA Verdopplungszeit von 4,3 Monaten hätte der Urologe diese Untersuchungen machen lassen müssen. Bei diesen PSA Werten befürchte ich Knochenmetastasen und dass sich nach der Operation kein PSA Wert von Null ergibt. Sondern eher im zweistelligen Bereich.

    Bei Knochenmetastasen hätten die meisten Ärzte keine Operation gemacht. Ich halte allerdings eine Operation trotz Knochenmetastasen für sehr sinnvoll. Bei anderen Tumorarten macht man ja auch eine zytoreduktive Operation.

    Ihr solltet möglichst bald ein MRT und ein Knochenszinitgramm nachholen. Diese Untersuchungen zahlt die Krankenkasse. Noch genauer ist dann ein PSMA PET/CT, dies zahlt aber oft die Krankenkasse nicht.

    Georg

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