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Thema: Einige Studien in Kurzform

  1. #11
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    @Lothar,

    der Vorschlag ist gut, vielleicht sollte erst einmal abgewartet werden, wenn weitere Neuigkeiten eingestellt sind und durch Selektion sich eine besondere Verdichtung der Informationen ergibt.

    Fortsetzung:
    Videostatement: TITAN-Studie

    Im gestrigen uro-congress X-press präsentierte Dr. Nicolai Hübner die Ergebnisse der
    TITAN-Studie
    , eine Phase-III-Studie, in der die Kombination von Apalutamid plus ADT mit ADT plus Placebo verglichen wurde. Setting: das hormon-sensitive, metastasierte Prostatakarzinom. Heute spricht Prof. Dr. Gero Kramer über weitere Detailergebnisse.

    Univ.-Prof. Dr. Gero Kramer

    Videostatement: ARAMIS-, ALLIANCE- und PEACE-III-Trial

    Es folgt eine kurze Einleitung zum Video:

    Video - Teil 1: Der neue Androgenrezeptor-Antagonist Darolutamid verlängerte in der Phase-III-Studie das metastasenfreie Überleben beim nicht-metastasierten, kastrationsresistenten Prostatakarzinom (ARAMIS-Trial; uro congress X-press Bericht vom EAU 2019) Am ASCO 2019 stellte Karim Fizazi nun die erfreulichen Daten zur Lebensqualität vor.

    Video - Teil 2:
    Der ALLICANCE-Trial, eine Phase-III-Studie, untersuchte Enzalutamid plus Abirateron (+Prednison) versus Enzalutamid beim metastasierten, kastrationsresistenten Prostatakarzinom. Die Zugabe von Abirateron bewirkte keinen Überlebensvorteil.

    Video – Teil 3: Studienleiter Bertrand Tombal stellte am ASCO eine Sicherheits-Interimsanalyse dar – wenn die knochenschützenden Substanzen Zoledronsäure oder Denosumab zu einer Therapie mit Radium-223 und Enzalutamid versus Enzalutamid alleine verbreicht werden. Ergebnis: Knochenschützende Substanzen reduzieren das Knochenfrakturrisiko.


    TOPARP-B-Trial: Olaparib bei DDR-Mutationen

    In der Phase-II-Studie TOPARP-B wurde der PARP-Inhibitor Olaparib in zwei Dosierungen bei molekular vorselektierten metastasierten, kastrationsresistenten Prostatakarzinom untersucht. Das Ansprechen hängt demnach von der DDR-Mutation (BRCA1/2, PALB2, ATM, CDK12) ab.

    https://www.medmedia.at/intra/urocon...arzinom-tag-2/
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    Dr. Nicolai Hübner

    Horst-Dieter Hummel et al., – Würzburg, D, Abstract #5034

    Phase-I-Studie mit Pasotuxizumab, ein PSMA-spezifischer BiTE-Antikörper

    Der bispezifische Antikörper (BiTE) Pasotuxizumab bindet an PSMA sowie an CD3 auf T-Zellen, und kann so eine Immunantwort spezifisch für PSMA-positive Zellen, unabhängig von MHC oder T-Zellrezeptor, auslösen.
    Es wurden 16 Patienten mit einer Dosis zwischen 5 und 80 mcg pro Tag behandelt. Nebenwirkungen traten in allen Gruppen auf (alle Patienten ≥1 AE) und auch AEs ≥ Grad 3 waren in 81% der Patienten vorhanden. Zwei der Patienten zeigten Langzeitansprechen (14 Monate – 40mcg/Tag; 19,4 Monate – 80mcg/Tag). Dies ist die erste Studie, die ein Ansprechen auf eine BiTE-Immuntherapie in einem soliden Tumor zeigt.

    Innovation: ★★★ Datenqualität: ★★ Praxisrelevanz: ★


    Hans-J.



  2. #12
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    Hallo Hans-J.,
    genau richtig.

    Auch sollte man die Studien nach Therapiearten und Krankheitsverlauf strukturieren und mit einer deutschen Zusammenfassung einleiten. Man könnte sie auch gegenseitig mit dem Basiswissen verlinken.

    Lothar

  3. #13
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    Ich denke man sollte eine Rubrik "Neue Studienergebnisse" einrichten. Bisher wurden Studienergebnisse in der Rubrik "Veranstaltungshinweise und Verbandsarbeit" gepostet, was ja nicht ganz passt.

    Georg

  4. #14
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    Zitat Zitat von Lothar M Beitrag anzeigen
    Hallo Hans-J., genau richtig. Auch sollte man die Studien nach Therapiearten und Krankheitsverlauf strukturieren und mit einer deutschen Zusammenfassung einleiten. Man könnte sie auch gegenseitig mit dem Basiswissen verlinken.
    Zitat Zitat von Georg_ Beitrag anzeigen
    Ich denke man sollte eine Rubrik "Neue Studienergebnisse" einrichten. Bisher wurden Studienergebnisse in der Rubrik "Veranstaltungshinweise und Verbandsarbeit" gepostet, was ja nicht ganz passt.
    Zitat Zitat von Hans-J. Beitrag anzeigen
    @Lothar,
    der Vorschlag ist gut, vielleicht sollte erst einmal abgewartet werden, wenn weitere Neuigkeiten eingestellt sind und durch Selektion sich eine besondere Verdichtung der Informationen ergibt.
    Die Idee neue Studienergebnisse zu sammeln, etwas aufzubereiten, nach Themen zu ordnen und an geeigneter Stelle für Interessierte zu präsentieren, halte ich auch für sinnvoll.

    Die Frage ist nur welche Filter sollen bei uns Anwendung finden. Habe mal versucht bei "Pubmed" unter "prostate cancer" alle Studien die im Mai 2019 erschienen sind zu zählen, bei 100 habe ich aufgegeben. Kurz die Zahl der Studien zum Thema Prostatakrebs ist unüberschaubar.

    - Soll man sich auf Phase II und Phase III- Studien beschränken?
    - Und bei der Thematik: nur Studien zu Medikamenten und Behandlungsmethoden ?
    - Oder weitere Themen und welche?
    - Metastudien ?
    - Nur neue Studien oder auch Hinweise auf für uns altbekanntes wie z. B. die CHAARTED- und die STAMPEDE-Studie. Die meisten der Neuerkrankten haben davon noch nichts gehört.

    Fragen über Fragen

    Franz

  5. #15
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    Franz,

    der Filter könnte sein, dass man nicht nur einen Link postet, sondern die Studie auf Deutsch vorstellt und bespricht. Dann wird sich die Anzahl der Beiträge in Grenzen halten.

    Georg

  6. #16
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    Leute, verhebt Euch nicht. Dr. Stephen Strum klagte schon vor Jahren, dass jährlich ~20.000 Studien zum Prostatakrebs publiziert würden, die kein Mensch mehr alle lesen könne. Inzwischen können es doppelt so viele sein. Nach welchen Kriterien wollt Ihr da eine Auswahl treffen, und wer soll das alles lesen? Studien sind ein dröger Stoff, mit dem sich nur wenige Betroffene beschäftigen mögen. Die meisten sind mit der Aussage zufrieden "Studien haben gezeigt, dass...".

    Ralf

  7. #17
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    Sehe ich auch so, denn 99% aller Studien werden generiert um wissenschaftliche Papers von Nachwuchsforschern zu generieren, ohne das davon irgendwas für die Praxis verwendbar ist. Das Problem ist halt, dass die Kompetenz eines Forschers heutzutage an der Länge der Veröffentlichungsliste gemessen wird.

    Ich hatte mir damals alle ASCO Abstracts nach 'Prostate Cancer' gefiltert angeschaut, ich glaube es waren so etwa 600. Etwa 10 interesante Sachen sind mir dabei aufgefallen, der Rest war für mich medizinischer Füllfunk.
    prepare for the unexpected and expect to be unprepared

  8. #18
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    Moin Ralf, moin Andi,

    auch ich kapituliere hin und wieder in Anbetracht der Fülle der im Internet auftauchdenden Informationen zu Studien, und zwar egal in welche Richtung, wobei PCa, Hautkrebs und das Herz nach wie vor für mich noch in Frage kommen.

    Harald
    nicht nachlassen

  9. #19
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    Ihr habt ja schon recht, alle Daten kann das Hirn nicht verarbeiten.
    Aber durchaus wird es möglich sein, anhand der wenigen Therapien für Schwerbetroffene, Leichtbetroffene eine gewisse Selektion durchzuführen.
    So könnte es möglich werden, dass zum Schluss nur das wesentliche an Medikamente und Therapien für uns PCa Erkrankte übrig bleibt, was wir handhaben können.

    Und weiter geht es:

    Hintergrund: ENZAMET in der Plenary Session als Late Breaking Abstract (LBA2)

    In der Plenary Session wurden insgesamt 4 Late Breaking Abstracts präsentiert. Christopher Sweeney, Lank Center for Genitourinary Oncology, Dana-Faber Cancer Institute, Boston, MA, stellte mit dem Late Breaking Abstract Nummer 2 die bereits erwartete Interimsanalyse der ENZAMET-Studie vor. Sweeney: „Ärzte und Prostatakarzinom-Patienten haben nun im mHSCP-Setting mit Enzalutamid eine neue Therapieoption“.
    Bei ENZAMET handelt es sich um eine akademische Studie unter der Leitung der Australian and New Zealand Urogenital and Prostate (ANZUP) Cancer Trials Group. Weltweit arbeiteten 83 Institutionen zusammen.
    Zu wissen: Im Setting des metastasierten, hormonsensitiven Prostatakarzinoms (mHSPC) war bis 2014 die Testosteronsuppression +/- Antiandrogen die einzige Therapieoption. Zwei Substanzen, die bereits im Setting des kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (CRPC) einen Überlebensvorteil bewirkten, führten auch zu Verbesserungen im Gesamtüberleben beim mHSPC, zum einen Docetaxel und zum anderen Abirateron. Ebenso führte Enzalutamid, ein potenter Androgenrezeptor-Inhibitor, zu einem Überlebensvorteil beim CRPC.
    Wie sieht die Situation im mHSPC-Setting aus?

    • In der ARCHES-Studie verlängerte Enzalutamid das radiographische progressionsfreie Überleben (rPFS) +/- vorangegangener Docetaxel-Therapie
    • In der TITAN-Studie verlängerte Apalutamid das rPFS und auch das Gesamtüberleben.
    • ENZAMET: Bei ENZAMET handelt es sich um die erste mHSPC-Studie, in der der Daten zum Gesamtüberleben von Enzalutamid + Testosteronsubstitution generiert werden, ebenso wie um Outcome-Daten, wenn Patienten gleichzeitig Docetaxel erhalten.


    ENZAMET/Studiendesign
    Patienten wurden stratifiziert nach Metastasenlast (high- oder low-Volume). Als „high-volume“ galt eine viszerale Metastasierung und/oder das Vorhandensein von ≥ 4 ossären Metastasen inklusive einer Metastase außerhalb des knöchernen Beckens/der Wirbelsäule, geplante, frühzeitige Docetaxel-Gabe (ja/nein), ECOG-PS 0-1 vs. 2, antiresorptive Therapie (ja/nein), Komorbiditäten und Studienort.
    1.125 Patienten wurden 1:1 randomisiert in ARM A (n=562), in dem die Patienten eine Testosteronsupression + Standard-Antiandrogene erhielten oder Arm B (n=563), in der die Patienten zusätzliche zur Testosteronsuppression Enzalutamid erhielten (160mg/d). Alle 12 Wochen erfolgte eine Evaluierung.
    Patientencharakteristika: Die Patientencharakteristika waren in beiden Gruppen ähnlich. In der Enzalutamid-Gruppe hatten 45% eine zeitgleiche Docetaxel-Therapie, 52% hatten eine high-Volume-Erkrankung; nahezu gleich waren die Prozentsätze im Vergleichsarm (44%; 53%).
    Ergebnisse: Die Daten wurde in der tagesaktuellen News von Dr. Hübner bereits vorgestellt: Die Studie erreichte den primären Endpunkt des Gesamtüberlebens:
    80% der Patienten im Enzalutamid+Arm waren nach drei Jahren noch am Leben, verglichen mit 72% im Antiandrogen-Arm (HR 0,67; p=0,002). Auch die sekundären Endpunkte des PFS (PCWG2) wurden erreicht. Im Vergleich zum Antiandrogen-Arm reduzierte Enzalutamid die Zeit bis zur Progression um 60% (p<0,001).
    Details:

    • Die Verlängerung des Gesamtüberlebens unter Enzalutamid war am augenfälligsten bei Patienten ohne Docetaxel-Therapie.
    • Von jenen Patienten, die Enzalutamid ohne Docetaxel erhielten, waren nach drei Jahren noch 83% am Leben, verglichen mit 70% unter Antiandrogen-Therapie.
    • Besonders profitierten Patienten mit geringer Metastasenlast von Enzalutamid; 90% waren nach drei Jahren noch am Leben; verglichen mit 71% bei hoher Metastasenlast. Im Antiandrogen-Arm waren die Prozentsätze in Abhängigkeit der Metastasenlast niedriger: 82%, 64%).
    • Ein Blick gilt es auf die Nebenwirkungen zu werfen. Erwartungsgemäß waren diese unter Enzalutamid starker ausgeprägt als im Vergleichsarm. Ebenso erhöhte Enzalutamid die auf Docetaxel zurückzuführende Toxizität.

    Next steps: Die Ergebnisse der ENZAMET-Studie werden nun in Zusammenschau mit den Ergebnissen ähnlicher Studien analysiert, damit soll ein Datenset mit über 10.000 Patienten erstellt werden. Es soll damit ein umfassender Vergleich zwischen verschiedenen Substanzen gezogen werden. Noch ist offen, welche spezifische Patientengruppe von welcher Substanz besonders profitiert. An dieser Stelle sei auf das Video-Statement von Prof. Gero Kramer zur TITAN-Studie verwiesen.
    Die Studie wurde zeitgleich im Fachjournal New England Journal of Medicine publiziert.
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    Dr. Nicolai Hübner

    Christopher Sweeney et al., Boston, USA, Abstract LBA2

    ENZAMET: Phase-III-Studie zum Vergleich von Standardtherapie mit oder ohne Enzalutamid beim hormonsensitiven metastasierten Prostatakarzinom (mHSPC)

    Die akademische Studie untersucht den Effekt von Enzalutamid zusätzlich zur Standardtherapie bei Patienten mit mHSPC. Patienten konnten auch eingeschlossen werden, wenn zeitgleich die Gabe von Docetaxel geplant war. Nach einem medianen Follow-up von 33 Monaten zeigte sich ein Überlebensvorteil im Enzalutamid Arm (HR 0,66; 95%CI 0.51-0.86; p=0,0016). In der Subgruppenanalyse zeigte sich allerdings kein signifikanter Vorteil für die Patienten, die zusätzlich Docetaxel erhielten.

    Innovation: ★★ Datenqualität: ★★★ Praxisrelevanz: ★★★

    Hans-J.

  10. #20
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    Zitat Zitat von LowRoad Beitrag anzeigen
    Sehe ich auch so, denn 99% aller Studien werden generiert um wissenschaftliche Papers von Nachwuchsforschern zu generieren, ohne das davon irgendwas für die Praxis verwendbar ist. Das Problem ist halt, dass die Kompetenz eines Forschers heutzutage an der Länge der Veröffentlichungsliste gemessen wird.
    Ich zitiere dazu aus Post #11: "Ergebnis: Knochenschützende Substanzen reduzieren das Knochenfrakturrisiko."
    Dann bald die Komplementärstudie mit dem Resultat: "Knochenschädigende Substanzen erhöhen das Knochenfrakturrisiko" und um es perfekt zu machen "
    Alle anderen Substanzen lassen das Knochenfrakturrisiko unverändert".

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