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Thema: Relugolix vs Leuprorelin

  1. #1
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    Relugolix vs Leuprorelin

    Ergebnisse der HERO-Studie

    In dieser Studie wurde der neue GnRH-Antagonist Relugolix mit dem GnRH-Agonisten Leuprorelin verglichen.
    Relugolix zeigt sich Leuprorelin bei fortgeschrittenem Prostatakrebs überlegen.

    https://arznei-news.de/relugolix-prostatakrebs/

    Der entscheidende Vorteil von Relugolix ist die orale Einnahme des Medikaments, die Spritzen bei der Gabe von Agonisten oder Antagonisten und die damit verbundenen, möglichen Nebenwirkungen an der Einstichstelle entfallen.

    Die Zulassung von Relugolix soll zunächst für die USA im 2. Qu. 2020 beantragt werden.
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    Antagonist vs Agonist, interessanter wäre ein direkter Vergleich (Wirksamkeit u. Nebenwirkungen) der Antagonisten Relugolix u. Degarelix.


    Franz

  2. #2
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    Der entscheidende Vorteil von Relugolix ist die orale Einnahme des Medikaments
    Die Ärzte befürchten dagegen, dass viele Patienten nach der Lektüre des Beipackzettels die Tabletten nicht nehmen.
    interessanter wäre ein direkter Vergleich (Wirksamkeit u. Nebenwirkungen) der Antagonisten Relugolix u. Degarelix
    Da hätte sich wahrscheinlich kein Vorteil gezeigt und der Hersteller hätte keine Zulassung bekommen.

  3. #3
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    Hallo Franz,

    vielen Dank für den Start dieses threads. Wahrlich sehr interessant, was man da lesen kann.
    Möglicherweise kommt das irgendwann auch noch für mich zum Einsatz.

    Herzliche Grüße

    Harald

    @Georg,

    wo konntest Du denn den Beipackzettel lesen? Bitte um Hinweis. Vielen Dank im voraus.
    Geändert von Unverwüstlicher (19.06.2020 um 16:26 Uhr) Grund: Ergänzung
    nicht nachlassen

  4. #4
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    Harald,

    natürlich konnte ich den Beipackzettel nicht lesen, aber da kann nur angegeben werden, was auch bei Degarelix angegeben ist. Wer würde ein Mittel mit diesen Nebenwirkungen gerne täglich nehmen:

    Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?


    • Hitzewallung
    • Reaktion an der Einstichstelle
    • Blutarmut (Anämie)
    • Gewichtszunahme
    • Schlaflosigkeit
    • Schwindelgefühl
    • Kopfschmerzen
    • Durchfall
    • Übelkeit
    • Erhöhte Leberwerte (Transaminasen)
    • Schwitzen (Hyperhidrose)
    • Nachtschweiß
    • Hautausschlag
    • Schmerzen im Haltungs- und Bewegungsapparat
    • Beschwerden des Haltungs- und Bewegungsapparates
    • Brustdrüsenvergrößerung beim Mann
    • Schrumpfhoden
    • Gestörtes Anschwellen des männlichen Gliedes
    • Schüttelfrost
    • Fieber
    • Müdigkeit
    • Grippeartige Erkrankung
    • Überempfindlichkeit
    • Krankhaft erhöhter Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie)
    • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
    • Erhöhtes Cholesterin
    • Gewichtsabnahme
    • Appetitlosigkeit
    • Anomaler Calciumspiegel im Blut
    • Depression
    • Vermindertes sexuelles Verlangen
    • Psychische Erkrankung
    • Taubheitsgefühl
    • Verschwommenes Sehen
    • Herzrhythmusstörung mit unregelmäßiger Schlagfolge
    • Herzrhythmusstörung mit stark beschleunigtem Herzschlag im Vorhof (Vorhofflimmern)
    • Herzklopfen
    • Herzrhythmusstörung (Langes QT-Syndrom)
    • Bluthochdruck
    • Beinahe-Ohnmacht
    • Niedriger Blutdruck (Hypotonie)
    • Kurzatmigkeit (Dyspnoe)
    • Verstopfung
    • Erbrechen
    • Bauchschmerzen
    • Magen-Darm-Beschwerden
    • Mundtrockenheit
    • Vermehrter Gallenfarbstoff (Bilirubin) im Blut
    • Erhöhte alkalische Phosphatase
    • Nesselausschlag (Urtikaria)
    • Hautknoten
    • Haarausfall mit Glatzenbildung (Alopezie)
    • Juckreiz (Pruritus)
    • Hautrötung durch gesteigerte Durchblutung (Erythem)
    • Osteoporose (Knochenschwund)
    • Herabgesetzte Knochendichte
    • Gelenkschmerzen
    • Muskelschwäche
    • Muskelkrampf
    • Gelenkschwellung
    • Gelenksteifigkeit
    • Verstärkter Harndrang
    • Harndrang
    • Schmerzhafte oder erschwerte Harnblasenentleerung
    • Nächtliches Wasserlassen (Nykturie)
    • Beeinträchtigte Nierenfunktion
    • Ungewollter Harn- oder Stuhlabgang (Inkontinenz)
    • Schmerzen im Hoden
    • Brustschmerz
    • Beckenschmerzen
    • Beschwerden im Geschlechtsbereich
    • Ausbleibender Samenerguss
    • Unwohlsein
    • Wassereinlagerung in Beinen und/oder Armen

  5. #5
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    Georg,

    aber zumindest das: Reaktion an der Einstichstelle

    entfällt dann doch wohl. Ansonsten findet man viele der aufgeführten Nebenwirkungen auch bei anderen
    Medikamenten, die zum Teil für bzw. gegen das PCa eingesetzt werden.
    nicht nachlassen

  6. #6
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    Es ist wissenschaftlich nicht zu akzeptieren, nicht mit Degarelix zu vergleichen.
    Ich vermute sogar eine geringere Wirkung der oralen Komponente.
    Die lokale Reaktion bei Degarelix lässt sich sehr gut mit Prednisolon vermeiden.
    Vor der Aktion: Beachte den "Dunning-Kruger-Effekt"
    (Man glaubt immer, alles kapiert zu haben, wenn man wirklich keine Ahnung hat!)

  7. #7
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    Die Nebenwirkungen entstehen durch die Testosteronabsenkung und die dadurch resultierende Östrogen-Absenkung. Wenn Relugolix als Vorteil herausstellt, dass es stärker das Testosteron senkt als Leuprorelin, dann können die Nebenwirkungen nicht schwächer sein. Außerdem ist Relugolix wie Degarelix ein GnRH Antagonist, daher sind die Mittel schon vergleichbar. Es gibt auch bei Relugolix keinen Testosteron-Flare.

  8. #8
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    Zitat Zitat von Georg_ Beitrag anzeigen
    Die Ärzte befürchten dagegen, dass viele Patienten nach der Lektüre des Beipackzettels die Tabletten nicht nehmen
    Georg,

    du verweist auf die mögliche abschreckende Wirkung des uns bisher nicht vorliegenden Beipackzettels zu Relugolix und listest dann später, mit dem nicht nachvollziehbaren Hinweis " ... aber da kann nur angegeben werden, was auch bei Degarelix angegeben ist", die Nebenwirkungen von Degarelix auf.

    Eine etwas unlogisch erscheinende Argumentation, denn es lesen sicher etliche Patienten, die mit Degarelix behandelt werden, den Beipackzettel und lassen sich trotzdem mit Degarelix behandeln.

    Unterschiedliche Nebenwirkungen sind zu erwarten, schon deswegen, da Relugolix über den Verdauungstrakt aufgenommen wird, Degarelix wird subkutan verabreicht.

    Franz

  9. #9
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    Zu Relugolix ein aktueller Beitrag von Frau Prof. Gunhild von Amsberg
    Orales Relugolix zur Hormonentzugsbehandlung bei Patienten mit fortgeschrittenem PCa“

    https://www.martini-klinik.de/filead...on_Amsberg.pdf

    In der HERO‐Studie wurde das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse durch den Einsatz des oralen
    GnRH‐Antagonisten Relugolix um 54 % gesenkt. Bei kardiovaskulär vorerkrankten Männern war
    dieser Unterschied noch dramatischer (Faktor 4,8)….
    …. Die hohe Effektivität von Relugolix bei gleichzeitig geringerer kardiovaskulärer Toxizität dürfte
    aber insbesondere für Patienten bedeutsam sein, die durch die gleichzeitige Einnahme neuer
    AR‐gerichteter Medikamente wie Abirateron, Apalutamid oder Enzalutamid einem erhöhten
    Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse ausgesetzt sind.“

    Franz

  10. #10
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    Es wird ja wohl gerade die nächste Studie (Relugolix versus Degarelix) vorbereitet. Die Vor-Studie (Phase 2) hatte ja nur 2 Patienten mit Gleason 9 an Bord.
    Bezüglich kardiovaskulärer Probleme gab es noch keine Angaben. Und ich denke weiterhin, ein Vergleich zwischen Leuprorelin und Relugolix ist eher ein taktisches Zulassungs-Manöver; wissenschaftlich und für uns höhere Gleason-Fans macht das hier veröffentlichte eher keinen Sinn.
    Vor der Aktion: Beachte den "Dunning-Kruger-Effekt"
    (Man glaubt immer, alles kapiert zu haben, wenn man wirklich keine Ahnung hat!)

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