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Thema: Hemmen Sonnencremes die Vitamin D Synthese?

  1. #1
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    Hemmen Sonnencremes die Vitamin D Synthese?

    Die Teneriffa-Studie beweist, dass Sonnenschutz mit hohem LSF die Vitamin D Synthese nicht hemmt.

    Medscape vom 22.06.2019:
    "Immer wieder wird die Befürchtung geäußert, die Anwendung von Sonnenschutzmitteln mit hohen Lichtschutzfaktoren könne die Bildung von Vitamin D beeinträchtigen. Doch dies ist nicht der Fall: Bei korrekter Anwendung von Sonnenschutzmitteln wird die Produktion von Vitamin D nicht gehemmt. Dies belegt eine Studie, in der die Teilnehmer den Sonnenschutzfaktor 15 während eines einwöchigen Urlaubs auf Teneriffa verwendeten."

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    Sie müssen sich umarmen um fliegen zu können.



    (Luciano de Crescenzo)

  2. #2
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    Heribert,

    die Kernaussage dieser kleinen Studie ist:

    "Hoher UV-A-Schutz bedeutet geringeren UV-B-Schutz, aber stimuliert die Vitamin-D-Produktion"
    Und
    "Ein Sonnenschutzfaktor 15 mit hohem UV-A-Schutz ermöglichte eine bessere Vitamin-D-Synthese als ein Produkt mit niedrigem UV-A-Schutz, da das erstere Mittel eine höhere UV-B-Transmission ermöglichte. „Dies dürfte sich positiv auf die Vitamin-D-Synthese auswirken“, schreiben die Autoren."

    Die Vitaminsynthese in der Haut wird durch geeignete Anwendung bestimmter Sonnenschutzmittel nicht gestört, eher gefördert, das ist eine wichtige Erkenntnis, da bei vielen Mitteleuropäern die Vitamin D-Werte zu niedrig liegen.

    Aber:
    Wenn bei hohen UV-A- Schutz der UV-B-Schutz niedriger ist, erhöht sich die Gefahr der Entstehung eines Hautkrebses. Zum Beispiel
    https://www.ndr.de/ratgeber/gesundhe...schutz136.html

    "UVB-Strahlen dringen zwar nicht ganz so tief in die Haut ein, sind aber energiereicher als die UVA-Strahlen und können das Erbgut direkt schädigen. Diese Schäden können durch das körpereigene Reparatursystem wieder beseitigt werden, wenn dieses aber durch zu viel UV-Strahlung überbelastet ist, passieren Fehler. Und diese Fehler bedeuten dann, dass in den Zellen die Schäden bestehen bleiben und diese dann entarten können zu Krebszellen. Das ist die Ursache für Hautkrebs."

    Vieles hat eben mehrere Seiten.

    Franz

  3. #3
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    Zitat Zitat von Heribert Beitrag anzeigen
    Die Teneriffa-Studie beweist, dass Sonnenschutz mit hohem LSF die Vitamin D Synthese nicht hemmt.
    Naja, dazu gibt es, wie zu erwarten, auch anders lautende Informationen:

    Mean serum 25-hydroxyvitamin D level was significantly lower in long-term sunscreen users (p < 0.001). Two long-term sunscreen users had absolute vitamin D deficiency, 25-hydroxyvitamin D level below 20 nmol/L



    Warum ist es denn so schwer den Vitamin D3 Serumlevel (25-Hydroxy-Vitamin-D) bestimmen zu lassen, und dann ggf. geeignete Maßnahmen zu ergreifen? Warum muss dieses Thema immer und überall mit so viel Ideologie überhäuft werden?

    ---------------------------------
    [1]: Holick; Sunlight and Vitamin D; Dermatoendocrinol. 2013
    if nothing's fails, it's not real life

  4. #4
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    Lieber Andi,

    eine wahrlich beeindruckende Zusammenfassung, aber bitte auch noch mal das:

    https://www.pharmazeutische-zeitung....-streithaehne/

    https://www.gesundheitsstadt-berlin....-werden-11912/

    anklicken!

    Harald
    nicht nachlassen

  5. #5
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    Zitat Zitat von LowRoad Beitrag anzeigen
    Warum ist es denn so schwer den Vitamin D3 Serumlevel (25-Hydroxy-Vitamin-D) bestimmen zu lassen, und dann ggf. geeignete Maßnahmen zu ergreifen? Warum muss dieses Thema immer und überall mit so viel Ideologie überhäuft werden?
    Weil es ein sehr, sehr undurchsichtiges Thema ist, einiges ist unklar (1) und vor allem der Nutzen der Vit D- Ergänzung ist nicht bewiesen (2,3)

    1- Bestimmung des Vitamin D3 - Wertes.
    In der Literatur gibt es große Unterschiede. Habe bisher als untere Werte für einen Vit - D3-Mangel 10, 11, 20, 30, 40 ng/ml gefunden. Welcher solls denn sein?

    2 - Die VITAL-Studie sieht keinen Vorteil von Vit D-Einnahme
    VITAL-Studie
    "Fazit der Studie: Die tägliche Einnahme von Vitamin-D-Supplementen sowie der Omega-3-Fettsäuren (Fischöl) hat in dieser großen randomisierten Studie zur Primärprävention das Krebsrisiko und das Risiko für schwerwiegende Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht verringert"
    Quelle: www.krebsinformationsdienst.de/fachkreise/nachrichten/2018/fk28-vitamin-d-vital-studie-krebsrisiko-krebspraevention.php

    3 - Genetisch bedingter Vitamin D-Mangel, weitgehend unbekannt
    "Genetisch bedingte niedrige Vitamin-D-Spiegel haben eine höhere Gesamt- und auch Krebsmortalität zur Folge. Das Risiko, an einer kardiovaskulären Erkrankung zu sterben, erhöht der Mangel aber offenbar nicht, wie eine aktuelle Studie zeigt.
    Allerdings betonen die dänischen Wissenschaftler, dass erst randomisierte Interventionsstudien den Nutzen einer Vitamin-D-Supplementation belegen müssen, bevor diese allgemein zur Reduktion der Sterberate bei Vitamin-D-Mangel empfohlen werden kann.
    Quelle:https://www.aerztezeitung.de/medizin...en-mangel.html

    Franz

  6. #6
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    Ergänzend zu #5 eine aktuelle Information zu Vitamin D und Forschung:

    Professor Dr. Dieter Steinhilber von der Goethe-Universität in Frankfurt am Main über die Schwierigkeiten zur Forschung beim Vitamin D
    https://www.pharmazeutische-zeitung....t-individuell/

    Zitat:
    "…. Vitamin D ist eine rätselhafte Substanz: Obwohl ein Mangel nachweislich mit einer Vielzahl von Krankheiten assoziiert ist, konnten Wissenschaftler bisher nicht belegen, dass die Substitution die Entstehung von Krebs, Herzleiden und Co. verhindert. Selbst die S3-Leitlinie zur Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose stufe einen niedrigen Vitamin-D-Spiegel nicht als Risikofaktor für Frakturen ein berichtete Steinhilber. …."
    und
    ..." die Patienten reagieren völlig unterschiedlich auf die Substitution."

    Ausnahmen mit notwendiger Substitution:
    Eine Substitution sieht Prof. Steinhilber bei Babys, Bewohnern von Altenheimen, dunkelhäutigen Personen sowie bei Veganern und Patienten mit chronischen Leber- und Nierenerkrankungen als sinnvoll.

    Franz




  7. #7
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    Moin Franz,

    vielen Dank für Deine Recherchen. Wie auch immer, ich werde heute wegen der Hitze und besonders der Schwüle unser Haus nicht verlassen und habe auch meinen Rucksack fürs Training schon gepackt mit Wasserflasche und was zum Knabbern wieder ausgepackt. Mir ist das Risiko zu hoch, heute erneut einen Schwächeanfall zu erleiden. Diverse Tageszeitungen präsentieren wegen der Hitze 7 Tipps, nämlich: viel trinken mindestens 3 Liter, eher leichte Kost essen, an kühlen Orten aufhalten, leichte Kleidung tragen, nur morgens und abends lüften, Klimaanlage nicht zu kalt einstellen und auf andere achten.

    Harald
    nicht nachlassen

  8. #8
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    Harald, ich hoffe, dass ich mit 85 noch lebe und auch zum Training gehen kann. Beides bewundernswert. Lass' dich durch einen kleinen Schwächeanfall nicht aus der Bahn bringen!

  9. #9
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    Und noch zur Ergänzung vom ASCO 2019, Abstract 1534:
    'Role of vitamin D supplementation for primary prevention of cancer: Meta-analysis of randomized controlled trials'


    Conclusions: Our study highlights that the use of Vitamin D supplementation for primary prevention of cancer is important as it does decrease cancer-related mortality [by 13%] once cancer is diagnosed, however it has no role or effect on cancer incidence.
    Schöne Grüße aus dem klimatisierten Büro. Ich denke mal, es wird heute auf Überstunden hinauslaufen
    if nothing's fails, it's not real life

  10. #10
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    "...Vitamin D ist eine rätselhafte Substanz: Obwohl ein Mangel nachweislich mit einer Vielzahl von Krankheiten assoziiert ist, konnten Wissenschaftler bisher nicht belegen, dass die Substitution die Entstehung von Krebs, Herzleiden und Co. verhindert."
    Es deutet vieles darauf hin, dass das selbst produzierte Vitamin-D wichtiger ist als das zugeführte. Insoweit könnten eher die die Synthese im Körper begünstigenden Faktoren wichtig sein als die Menge an Vitamin-D selbst.
    Eine andere Erklärung für das "Rätsel" ist eine mögliche sehr große Schwankungsbreite des optimalen Wertes zwischen den Individuen. Dann wäre die Bedeutung des Vitamin-D-Meßwertes auf die jeweilige Person beschränkt.

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