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Thema: Hemmen Sonnencremes die Vitamin D Synthese?

  1. #11
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    Noch eine aktuelle Ergänzung zur Frage, ob Vitamin-D dem Knochenabbau entgegen wirkt. Die Antwort muss wohl verneint werden. In einer randomisierten Studie erhielten etwa jeweils 100 Teilnehmer ohne knochenrelevante Auffälligkeiten, entweder:


    • 400 IU per day (n = 109)
    • 4,000 IU per day (n = 100)
    • 10,000 IU per day (n = 102)


    Nach 3 Jahren hatte sich die Knochendichte in den 3 Gruppen wie folgt entwickelt:


    • For patients randomized to 400 IU, the loss in BMD was -1.2 percent.
    • For patients randomized to 4,000 IU, the loss was -2.4 percent.
    • For patients randomized to 10,000 IU, the loss was -3.5 percent.


    Das bestätigt die auch von mir für wahrscheinlich gehaltene Hypothese, dass Vitamin-D zwar für allerlei gute Eigenschaften steht, aber zumindest alleine keinen Knochenschwund verhindern kann.

    --------------------------------------
    [1]: High-dose vitamin D: negative results from a randomized clinical trial
    if nothing's fails, it's not real life

  2. #12
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    Der Vitamin D-Stoffwechsel ist eine sehr komplizierte Angelegenheit, die ich bis heute noch nicht vollständig verstanden habe.
    Jedenfalls hat die Studie gezeigt dass hohe Vitamin D-Gaben nicht zwangsläufig „gesund“ sind, sondern auch das Gegenteil bewirken können, wie sich beim Knochenstoffwechsel zeigt.

    Etwas ausführlicher wird das Ergebnis der Studie hier dargestellt.
    https://www.medpagetoday.com/endocri...oporosis/81832

    Zitat:
    One possible explanation for these findings could be related to an increase in plasma marker of bone resorption (CTx) paired with suppression of parathyroid hormone. This was particularly true among the highest 10,000 IU/day group who saw sharp decline in parathyroid hormone levels, as well as a sharp increase in plasma CTx levels during the first 18 months of being on high-dose vitamin D, according to the authors.
    „Eine mögliche Erklärung für diese Ergebnisse könnte mit einer Zunahme des Plasmamarkers der Knochenresorption (CTx) gepaart mit der Unterdrückung des Nebenschilddrüsenhormons zusammenhängen. Dies galt insbesondere für die höchste 10.000 IE/Tag-Gruppe, die einen starken Rückgang der Nebenschilddrüsenhormone sowie einen starken Anstieg der Plasma-CTx-Werte in den ersten 18 Monaten der Einnahme von hochdosiertem Vitamin D verzeichnete, so die Autoren.“


    Study limitations included the exclusion of people with osteoporosis or with 25(OH)D levels of <30 nmol/L, who may respond differently to high-dose vitamin D supplementation. Also, the study did not include a placebo control group.
    „Zu den Einschränkungen der Studie gehörte der Ausschluss von Menschen mit Osteoporose oder mit 25(OH)D-Spiegeln von <30 nmol/L, die auf eine hochdosierte Vitamin-D-Supplementierung unterschiedlich reagieren können. Auch beinhaltete die Studie keine Placebo-Kontrollgruppe.“


    Anmerkung: Der Marker CTx zeigt den Knochenabbau (Knochenresorption) an.

    Franz

  3. #13
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    Zitat Zitat von LowRoad Beitrag anzeigen
    ..dass Vitamin-D zwar für allerlei gute Eigenschaften steht, aber zumindest alleine keinen Knochenschwund verhindern kann.
    Alleine wohl nicht, aber Supplementation von Vitamin D, Calcium und Phosphor, vor allem im höheren Alter sollte auch für die Knochengesundheit von Vorteil sein.

    ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    [1] Phosporous is essential to Life and Bone Health


  4. #14
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    Vorsicht, von Phosphat-Ergänzung ist abzuraten!

    Wir nehmen viel zu viel davon über die Nahrung auf (hoher Fleischkonsum und Unmengen an zugesetzten Phosphaten bei der Lebensmittelverarbeitung).

    z.B. in
    https://www.osd-ev.org/osteoporose-t...lcium-raeuber/
    Zitate:
    Der Phosphorbedarf des Menschen liegt etwa gleichauf wie beim Calcium. Da aber Phosphor nicht nur in Milch und Milchprodukten, sondern auch in vielen anderen Lebensmitteln vorkommt, tritt ein Mangel dieses Mineralstoffs praktisch nicht auf. Im Gegenteil, durch den hohen Fleischkonsum und die hohe Verbreitung von Phosphor / Phosphat in Lebensmitteln ist der Bedarf mehr als gedeckt…..
    … Zum einen erschwert Phosphat die Möglichkeit zur Aufnahme von Calcium über den Darm, zum anderen führen (zu) hohe Phosphat-Spiegel im Blut letztlich zur Ausschwemmung aus den Knochen. Der Schwerpunkt der Ernährung sollte so ausgerichtet sein, dass die Zusammenstellung reich an Calcium und gleichzeitig arm an Phosphat ist – so ist man auf der "knochensicheren" Seite. Phosphor und Phosphat behindern die Aufnahme im Darm. Aber mehr noch: Im Überschuss aufgenommener Phosphor löst das Calcium aus den Knochen, anschließend wird es über die Niere ausgeschieden und geht damit dem Körper verloren…..
    … Aktuelle Studien zeigen, dass bereits eine kleine Erhöhung des Phosphatgehalts sogar bei gesunden Körpern für erhebliche Schäden sorgen kann: Die Innenwände der Blutgefäße verändern sich und verkalken, was zu Herzversagen und Schlaganfall führen kann. Außerdem wird das Kalzium aus den Knochen gelöst, dadurch werden sie brüchig und das Osteoporose-Risiko steigt. Ein zu hoher Phosphat-Spiegel sorgt außerdem für Muskelabbau und lässt die Haut deutlich schneller altern.“



    Und schon vor einigen Jahren schrieb das Aerzteblatt dazu:
    https://www.aerzteblatt.de/archiv/11...ahrungsmitteln


    Franz

  5. #15
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    Zitat Zitat von Optimist Beitrag anzeigen
    ...Auch beinhaltete die Studie keine Placebo-Kontrollgruppe.
    Na doch, die "400 IU per day" Gruppe.

    Und ob die Ergänzung von Vitamin-D mit Calcium, Phosphor oder Vitamin-K die Knochendichte verbessern könnte ist unbekannt. Was sicher wirkt ist aber niedrig dosiertes Östrogen, und natürlich die Holzhammermethode 'Teriparatid' wenn's sein muss.
    if nothing's fails, it's not real life

  6. #16
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    Zitat Zitat von LowRoad Beitrag anzeigen
    Na doch, die "400 IU per day" Gruppe.
    Aber nein!
    Wenn diese Gruppe 400 IU per day erhielt, ist das doch keine Placebogruppe. Eine Placebogruppe wären Leute, die ihr tägliches Vitamin D ohne Zusatz, nur über die Sonne und die Nahrung aufnehmen.

    Franz

  7. #17
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    Streng genommen richtig, aber 400 IU per day gehen bei mir als Homöopathie durch
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  8. #18
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    Zitat Zitat von LowRoad Beitrag anzeigen
    Und ob die Ergänzung von Vitamin-D mit Calcium, Phosphor oder Vitamin-K die Knochendichte verbessern könnte ist unbekannt. Was sicher wirkt ist aber niedrig dosiertes Östrogen, und natürlich die Holzhammermethode 'Teriparatid' wenn's sein muss.
    Oje, jetzt wird's mir gar zu kompliziert. Gebe zu, habe den Durchblick über dieses Thema verloren. Nehme zwar seit mehreren Jahren 4000 IU Vitamin D3 täglich, weil ich einen Mangel hatte (ca 10 ng/mL). Bezüglich Knochen habe ich noch nie etwas gemessen. Es wäre eigentlich schon viel geholfen, den altersbedingten Knochenabbau etwas zu verlangsamen. Ein Knochenaufbau der dem Alter entgegenwirkt, davon kann man doch nur träumen.
    Also, LowRoad, was weisst Du noch mehr über diese Holzhammermethode "Teriparatid", ist man dann tot nach dieser Behandlung ?

    Beim letzten (PSMA)-Pet(CT wurde eine Osteochondrose der Halswirbel festgestellt, aber kein Arzt hat bisher irgendeine Therapie der unterdessen schmerzhaften Krankheit gewusst. Ob hier im Forum ev. auch ein Tip gegeben werden kann ?

  9. #19
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    Zitat Zitat von tritus59 Beitrag anzeigen
    Oje, jetzt wird's mir gar zu kompliziert. Gebe zu, habe den Durchblick über dieses Thema verloren. Nehme zwar seit mehreren Jahren 4000 IU Vitamin D3 täglich, weil ich einen Mangel hatte (ca 10 ng/mL). Bezüglich Knochen habe ich noch nie etwas gemessen. Es wäre eigentlich schon viel geholfen, den altersbedingten Knochenabbau etwas zu verlangsamen.
    Tritus,
    stell deine Überlegungen auf festen Boden und lass deine Knochendichte beim Osteologen messen.
    Bei uns wird das als IGeL-Leistung angeboten, da ich aus einer Osteoporose-vorbelasteten Familie komme und auf Hormonentzug bin, war es bei mir eine Kassenleistung.

    Die DXA-Untersuchung geht schnell, verursacht keine Schmerzen, das Ergebnis kann gleich mitgenommen werden.
    Trotz sehr niedrigem Vitamin-D-Spiegel sind meine Knochen in gutem Zustand gewesen.

    Zur Knochendichtemessung ein link
    https://www.osteoporose.de/diagnose/...ndichtemessung

    Und falls sich herausstellt, dass deine Knochen schon etwas an Substanz verloren haben, dann versuche auf Lebensmittel mit zugesetztem Phosphat zu verzichten. Siehe #14.

    Franz





  10. #20
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    Der angegebene Link wird von "Amgen" betrieben: https://www.amgen.de/erkrankungen/knochengesundheit/
    Es wäre besser, Links zu (mehr oder weniger...) unabhängigen Seiten zu haben.
    Es gibt verschiedene Meßverfahren und dazu jeweils Studien zur prognostischen Bedeutung:
    https://www.tk.de/techniker/gesundhe...nnvoll-2017868
    Wer kürzlich ein CT hat machen lassen kann diese Daten verwenden. Auch wenn die TK die Genauigkeit der CT-Methode bezweifelt: das dürfte die zuverlässigste Methiode sein (wenn der Arzt sie beherrscht). Und man bekommt noch eine Prognose, ob man eher an PCa oder etwas Anderem stirbt: https://pubs.rsna.org/doi/full/10.11...iol.2016160626

    Die Vorstellung, man nehme etwas weniger Phosphor zu sich und etwas mehr Calcium (oder was auch immer), und damit ist es gut, kann ich nicht unterstützen. Das ist zwar bequem und in meiner Generation noch so anerzogen (geh' zum Doktor, bekomm' ein Pillchen, und gut isses). Erreichen wird man aber vor einer klinischen Osteoporose nur etwas mit ausreichender Bewegung, besser Krafttraining. Einerseits stützt das die schwindenden Knochen, andererseits baut es sie auf. Die Knochendichte steht in Relation zur Stärke der umgebenden Muskeln.

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