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Thema: Übergewicht und Hormontherapie

  1. #1
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    Übergewicht und Hormontherapie

    Hierzu ein Link auf einen etwas älteren „Spiegel“-Artikel:

    https://www.spiegel.de/gesundheit/di...-a-864832.html


    Die führt mich zu der Frage, ob nicht noch andere negative oder positive individuelle medizinische Rahmenbedingungen (Rauchen, Diabetes, Stress; Sport, Bewegung, Fasten etc.) konkret die Erfolgsaussichten der Hormon-/Chemotherapie beeinflussen.

    Generell müssten Gewichtsreduzierung, Sport und Nikotinentgiftung den Behandlungserfolg begünstigen.

    Gibt es dazu (aktuelle) Studien?

    Viele Grüße

    Lothar

  2. #2
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    Hallo Lothar,
    zur Chemo mit Docetaxel und Überleben diese Studie:
    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/...xel+adipositas

    Ergebnisse u. a.:
    BMI ≥25 kg/m2 ein signifikanter Prädiktor für ein längeres Gesamtüberleben, viszerales Fett verkürzte das Überleben.

    Ein etwas widersprüchliches Ergebnis, aber ein höherer BMI heißt nicht automatisch auch höherer Fettanteil.


    Franz

  3. #3
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    Hallo Franz,
    danke für diese wichtige Studie!

    Hier ein Ärztezeitung-Artikel zur Diagnose von viszeralen Bauchfett:

    https://www.aerztezeitung.de/medizin...bauchfett.html

    Zur eigenen Messung des Körperfettanteils folgender Link:

    https://www.koerperfettwaage-test.de/koerperfettanteil/


    Lothar

  4. #4
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    Nachstehend zwei Links zu einer im Januar 2018 veröffentlichten Studie, die zu dem Ergebnis kommt, dass ein molekularer Schalter eine fettreiche Ernährung mit erhöhter Prostatakrebs-Metastasierung verbindet:

    „A new study in mice has revealed a molecular link between a high-fat diet and the growth and spread of prostate cancer. The findings raise the possibility that changes in diet could potentially improve treatment outcomes in some men, the study leaders believe.
    In the study, the researchers also showed that an anti-obesity drug that targets a protein that controls fat synthesis could potentially be used to treat metastatic prostate cancer.“

    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29335545

    https://www.cancer.gov/news-events/c...ate-metastasis

    Grüsse

    Lothar

  5. #5
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    Hallo Lothar,

    mich beschäftigt schon seit einiger Zeit, dass die Dosierung vieler Medikamente ohne Rücksicht auf das Körpergewicht erfolgt. Ein 60 kg- Mann erhält z. B. beim Hormonentzug die gleiche Dosis wie einer mit 90 kg oder 120 kg.

    Bei einer Chemotherapie ist das anders, hier wird aus Gewicht, Bauchumfang und Körpergröße die Körperoberfläche berechnet. Die Dosis sind dann 75mg Docetaxel pro qm Körperoberfläche.


    Zur Idee der Dosiserhöhung beim Hormonentzug habe ich diesen Artikel gefunden:
    https://www.wissenschaft-aktuell.de/artikel/Prostatakrebs__Fettleibigkeit_mindert_Therapieerfo lg1771015587630.html

    "Nach einer Prostatakrebs-Operation ist der Erfolg der weiteren Therapie bei fettleibigen Männern deutlich schlechter als bei Normalgewichtigen. Die Wirksamkeit von Hormonblockern, die ein erneutes Krebswachstum verhindern sollen, wird durch starkes Übergewicht beeinträchtigt, berichten US-amerikanische Mediziner. Dadurch entwickeln sich eher Metastasen und das Sterberisiko steigt......
    ...... Vielleicht benötigen fettleibige Männer eine höher dosierte Antihormontherapie", sagte Christopher Keto, ein Mitglied der Forschergruppe. Im Gegensatz zu den meisten anderen Medikamenten würde die Dosis der Hormonblocker routinemäßig nicht an das Körpergewicht angepasst...."

    Daneben soll in einer neuen Studie dieser Forschergruppe geklärt werden, ob Ernährungsumstellung und körperliches Training während der ADT für den Patienten hilfreich wären.

    Franz

  6. #6
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    Danke Franz,
    eine sehr wichtige Ergänzung.

    Da sich die Notwendigkeit einer Hormontherapie, z.B. nach einer Logenbestrahlung, durch den PSA-Anstieg „ankündigt“, sollten übergewichtige Patienten die Zeit zur Gewichts- und Fettreduzierung nutzen.

    Eine Anpassung der Dosis an das jeweilige Gewicht erscheint sinnvoll.

    Eine Ernährungsumstellung und körperliches Training vor und während der AT hilft bei den Nebenwirkungen und zögert vielleicht auch die Hormonresistenz heraus. Vielleicht ergeben sich aus der angekündigten neuen Studie dazu Hinweise.

    Lothar

  7. #7
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    Auch bei anderen Krebsarten (hier: Brustkrebs) erhöht das Übergewicht Metastasen und Rezidivrisiko.
    Vgl. Link auf einen Artikel der „Deutschen Apotheker Zeitung“:

    https://www.deutsche-apotheker-zeitu...-rezidivrisiko

    Lothar

  8. #8
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    Hier ein allgemeiner Artikel zum Bauchfett und dessen Reduzierung:

    https://www.zentrum-der-gesundheit.de/bauchfett-ia.html

    Lothar

  9. #9
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    Zitat Zitat von Lothar M Beitrag anzeigen
    Da sich die Notwendigkeit einer Hormontherapie, z.B. nach einer Logenbestrahlung, durch den PSA-Anstieg „ankündigt“, sollten übergewichtige Patienten die Zeit zur Gewichts- und Fettreduzierung nutzen.
    Eine Ernährungsumstellung und körperliches Training vor und während der AT hilft bei den Nebenwirkungen
    Lothar,
    das sehe ich genauso, allerdings gibt es eine (kleine) Gruppe von Patienten die mit der Erstdiagnose "Fernmetastasen" starten und sofort mit dem Hormonentzug beginnen.
    Diese Patienten müssen die Diagnose verarbeiten, und erleben bald die ersten Nebenwirkungen des Hormonentzuges.
    Gedanken zur Ernährung und dem Gewicht stehen bei Fernmetastasen erst mal nicht so sehr im Vordergrund und kommen später. Und eh man sich versieht, hat man, nicht nur als Übergewichtiger ein paar Kilo mehr auf der Waage.
    So erging es mir und es war nicht leicht mein Gewicht durch mehr Bewegung und Ernährungsumstellung wieder auf den Stand vor der ADT zu reduzieren. Nach zwei Jahren ADT bin ich zufrieden mein Ausgangsgewicht leicht verringert zu haben. Zeitweise habe ich auch den Eindruck, dass durch den Hormonentzug das "Sättigungsgefühl" beim Essen verloren gegangen ist. Dagegen hilft bei mir viel trinken (Wasser, Tee).

    Es ist nicht einfach, das Gewicht bei der ADT zu halten und es bedarf großer Anstrengungen es unter ADT zu senken!

    Franz

  10. #10
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    Nach einem Jahr Trenantone kann ich feststellen, daß ich mein Gewicht gehalten habe (1,76/68), habe vielleicht einmal am Tag den "Hitzeschwall". Bewege mich viel, muß dabei aber feststellen,daß ich ständig von Muskel- und Sehnenschmerzen begleitet werde. Bin mir allerdings nicht sicher, ob das ursächlich mit der Therapie zusammenhängt.

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