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Thema: low risk PCA mit 58 Jahre, AS oder OP

  1. #1
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    low risk PCA mit 58 Jahre, AS oder OP

    Guten Morgen,

    ich bin neu hier, deswegen eine kurze Vorstellung:
    Meine Name ist Swetoslaw, Sie könne mich Sweti nenne. Geboren bin ich im Bulgarien und lebe seit 35 Jahre im Dresden. Ich bin 58 Jahre alt, 110 kg schwer und 182 groß.
    Hier kurz meine "Geschichte":

    Seit ca. 6 Jahre - BPH (gutartige Vermehrung von Prostatazellen), Prostatitis - Prostatagröße Mai 2019 ca. 70ml.

    PSA Verlauf:
    Feb 2018 1,91
    12 März 3,94
    8 Juli 2,51

    mpMRT: am 23. April 2019 Lision PI-RADIS 3 (wurde wegen der PSA-Sprung im März von meinen Urologen verordnet)
    Fusionsbiopsie: 3. Juli 2019 - T1c, Gleason Score 3+3, 1/20 Stanzen, 10%

    Folgnede Therapievorschläge bekam ich bis jetzt:
    1. meine Urologe - AS ("mal sehen was passiert")
    2. Krankenhaus 1 im Dresden - HIFU und TRU-P (wegen BPH), Reiehnfolge muss noch geklärt werden.
    3. Krankenhaus 2 im Dresden - VTP (vascular-targeted photodynamic therapy) mit TOOKAD alternativ AS

    Nun bin ich ziemlich verwirt und verzweifelt. Folgende Fragen beschäftigen mich:
    - Ist in meine Alter nicht eine OP (RPE) der besten Lösung? Wurde von keinen Arzt empfohlen.
    - Ist die Wahrscheilichkeit bei einer fokalen Terapie, dass unendeckte Tumoren bleiben bzw. sich neue bilden, nicht zu groß.
    - Was ist mit meiner Primärerkrankung (BPH)? Dies macht mir z.Z. die meinste Probleme. Die Beschwerden werden nach eine fokale Therapie nicht verschwinden, oder?

    Ich danke für Eure Meinungen in Voraus.

  2. #2
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    Du kannst unbesorgt AS machen, der Tumor ist "so gut wie gar nichts". Alle anderen Therapien haben dauerhafte Nebenwirkungen auf die Du gut verzichten kannst. Die fokalen Therapien haben schon eine ziemlich hohe Wahrscheinlichkeit, dass dabei Tumorgewebe übersehen wird. Die BHP könnte durch eine TURP behandelt werden.

    Lies dazu diesen Vergleich von AS mit Operation und Bestrahlung:
    https://forum.prostatakrebs-bps.de/s...ProtecT-Studie

  3. #3
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    Danke Georg,

    "Du kannst unbesorgt AS machen" - das ist eine positive Empfehlung.
    Für mich entstehn die Fragen: wie lange und wann erkannt man das es zu eine aktive Therapie übergangen werden soll.

  4. #4
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    Man mißt weiterhin regelmäßig PSA und berechnet die Verdoppelungszeit (VZ). Wenn diese unter 3 Jahre sinkt, würde ich wieder ein MRT machen lassen.
    Wenn du Handeln dem Abwarten vorziehst, käme eine nicht thermische nebenwirkungsarme Therapie in Betracht - von den Genannten ist das nur TOOKAD.

  5. #5
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    Hallo Sweti,

    bei AS ist eine Kontroll-Biopsie nach einem Jahr "Pflicht". Dann sieht man ob Du wirklich Gleason 6 bist oder mehr Stanzen befallen sind. Ansonsten wird, wie Martin schrieb, der PSA Wert verfolgt.

    Oft verlieren die Patienten nach einigen Jahren "die Nerven" und wollen operiert oder bestrahlt werden. Das war auch in der von mir beschriebenen ProtecT Studie so. Daher erreichte nur ein Teil der AS Patienten die 10 Jahre unter AS. Die anderen hatten sich inzwischen anders entschieden.

    Für den Arzt ist AS etwas undankbar. Er muss den Patienten immer beruhigen, dass diese Therapie ausreichend ist, während er selbst viel mehr Geld verdienen würde, wenn er operiert.

    Georg

  6. #6
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    Danke Euch für die ausführliche kommentare.

    Georg, ich denke, 10 Jahre AS ist wahrscheilich ein Traum. Ich nehme an, dass die meinsten Patienten aus der von Dir erwänte Studie afgegeben haben, nicht weil sie kene Lust mehr hatten, sondern weil sich die beobachteten Parameter sich verändert haben.
    Was mein Urolge vorgeschlagen hat ist folgender Plan: alle 3 Monate - PSA-Messung und DRU/TRUS ; nach halbes Jahr Fusionsbiopsie; nach 2 Jahre - PSA-Messung halbjährlich, Biopsie jährlich.

    Also mir zeichnet sich folgendes Bild: wenn ich Glück habe, werde ich mit 65 eine OP machen müssen. in den Zwischenzeit hatte ich unzählige Biopsien und ein TRU-P hinter mich. Ich frage mich, ob eine OP jetzt nicht mehr Sinn macht (ohne die Nebewirkungen zu betrachten, ich weiß es ist ein Milchmädchenrechnung).

  7. #7
    Tomilein Gast
    Hallo Sweti,

    Eigentlich sieht das AS Protokoll eine engmaschige PSA Kontrolle vor und eine Rebiopsie nach einem Jahr. Je nach Ausgang dieser Biopsie wird dann individuell weiter entschieden. Es kann durchaus sein, dass durch die jetzige Fusionsbiopsie das Karzinom entfernt wurde und dann lediglich das Thema der BPH angegangen werden müsste. Hier wäre dann der Versuch dies über Medikamente zu regulieren zu prüfen.

    Was dir aber fehlt ist zu AS die innere Einstellung. Diesen Schritt kannst du nur mit einer positiven Einstellung gehen. Eigentlich hast du dich schon mit der RPx abgefunden und scheinst auch deren Risiken in Kauf zu nehmen. Insofern sind anderweitige Optionen sinnfrei.

    Alles Gute!

    Thomas

  8. #8
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    Sweti,

    die Empfehlung des Urologen entspricht den Empfehlungen der Prostatakrebs Leitlinie in Deutschland. Ich habe den Eindruck, die Leitlinie nimmt die aktive Überwachung nur notgedrungen auf, da sie weltweit in den Leitlinien steht. Dafür macht Sie aber die Bedingungen dafür so stringent, dass nur wenige Patienten daran interessiert sein dürften. Im ersten Jahr sollen gem. Leitlinie also zwei Biopsien erfolgen, danach zwei Biopsien im Abstand von 18 Monaten und danach eine Biopsie alle drei Jahre. Vielleicht lässt sich Dein Urologe auf eine Biopsie nach einem Jahr und danach alle drei Jahre ein, das machen, glaube ich, einige Ärzte so.

    In der von mir zitierten, englischen ProtecT Studie machten 545 Patienten aktives Monitoring, nicht AS. D.h. wenn die Patienten einen Anstieg des PSA Wertes von mindestens 50% in den letzten 12 Monaten hatten, so wurde innerhalb von 6 bis 9 Wochen ein neuer PSA Test gemacht. Wenn der PSA-Wert dauerhaft erhöht war oder der Patient andere Bedenken hatte, wurde mit ihm eine erneute Biopsie und alle anderen relevanten Behandlungsoptionen besprochen.
    In die Studie wurden auch Patienten mit mehr befallenen Biopsie-Stanzen aufgenommen, es waren überwiegend Patienten mit einem Gleason Score von 6 und einer nur einseitig befallenen Prostata (T1c). Nicht wie die deutsche Leitlinie vorgibt, max. eine befallene Stanze.

    Georg

  9. #9
    Tomilein Gast
    Georg,

    wo bitte sind 2 Rebiopsien im ersten Jahr in den Leitlinien manifestiert?

    Die Initialbiopsie ist bereits fusioniert erfolgt. Demnach also nach 12 Monaten.

    2 Rebiopsien in einem Jahr würde kein Mann mit sich machen lassen.

    Thomas

  10. #10
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    Alternativ könntest Du auch eine Bestrahlung in Betracht ziehen.

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