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Thema: low risk PCA mit 58 Jahre, AS oder OP

  1. #11
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    Thomas,

    ja, das war eine Biopsie zu viel. Nach der ersten Biopsie (ohne MRT) nach sechs Monaten soll anschließend für drei Jahre alle 12 bis 18 Monate eine Biopsie gemacht werden.

    Georg



    In der Leitlinie steht unter 5.9:

    Eine Rebiopsie soll erfolgen:
    Patienten
    • mit initialem MRT und systematischer plus ggf. gezielter Biopsie vor Einschluss in die Aktive Überwachung sollten eine Re-Biopsie mit erneutem MRT plus systematischer Biopsie nach 12 Monaten erhalten.
    • ohne initiales MRT vor Einschluss in die Aktive Überwachung sollten eine MRT mit systematischer plus ggf. gezielter Biopsie innerhalb von 6 Monaten erhalten.

    c. Biopsien sollten danach in den ersten drei Jahren alle zwölf bis 18 Monate vorgenommen werden, später bei stabilem Befund alle drei Jahre.

  2. #12
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    Hallo Sweti,
    hatte ähnliche Ausgangssituation:
    2017 Gleason 6 nach mpMRT. Hab mich für aktive Überwachung entschieden. Im selben Jahr noch Verkleinerung der Prostata von ca, 80 auf 30 ccm per Laser ( Holep ). PSA fiel von annähernd 10 auf 1!! Jetzt aktuell 1,5.
    Vor 3 Wochen erste Re-Biopsie wiederum nach mpMRT. Es wurden keine Krebszellen gefunden!!! Möglicherweise sind diese mit der Holep entfernt worden. Jetzt hoffe ich natürlich, dass bei der nächsten Biopsie, die ich sicher nicht innerhalb der kommenden 2 Jahre machen lasse, ebenfalls nichts gefunden wird. Das wären spätestens dann 6 Richtige.

    Gruss Werner

  3. #13
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    Danke Tomas.

    Ja, Du hast recht. Mir fehlt eine innere positive Einstellung zu AS. Aber auch zu RPx. Ich habe mich noch nicht entschieden. Wie auch, die Diagnose ist nicht eine ganze Woche alt. Ich bin nur verwirrt und verzweifelt. Meine Meinung ändert sich fast stündlich. Se sind so viele Frage offen. Ich hoffe, diese Zustand es wird sich bald ändern. Es ist alle anderes als angenehm.

  4. #14
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    Hallo Werner,

    danke für Deinen Bericht. Es ist wirklich eine interessante Alternative. Wegen meinen Beschwerden habe ich eine Protatatverkleinerung seit einige Zeit im Betracht. Diese Lasertherapie (Holep) kannte ich noch nicht. Werde ich mit meinen Urologe die Alternative besprechen.

    LG sweti

  5. #15
    Tomilein Gast
    Respekt Werner, damit gehörst du zu den wenigen Männern die den Mut und den Willen besitzen der aktiven Überwachung positiv gegenüber zu stehen.

    Obwohl Deutschland sehr fortschrittliche Medizin bietet ist das Thema AS sehr stiefmütterlich unterwegs. Warum wird AS in anderen Ländern z.b. den USA viel eher akzeptiert und praktiziert?

    Schuld ist sicherlich nicht nur unser medizinisches Vergütungssystem sondern vielmehr auch unser "urdeutsches" Verhalten die Dinge lieber "schwarz" oder "weiß" zu betrachten. Im Bezug auf das Prostatakarzinom sind es Aussagen wie "Heilung" , "lokal begrenzt" usw. die von Anfang einer Diagnose die Entscheidung zu AS erschweren. Dazu kommt noch das unglücklich kommunizierte Thema der "Früherkennung" die eine AS Strategie eigentlich ad absurdum führt.

    Würde man im Falle des Prostatakarzinoms richtig argumentieren und davon ausgehen, dass jedes Karzinom immer eine systemische Erkrankung darstellt und man ein Karzinomgeschehen eher in die Schublade der chronischen Erkrankungen stecken sollte, wäre das Thema AS schon in einem ganz anderen Licht bzw. Grauton.

    Unter der Annahme, dass eigentlich lange vor einem tatsächlichen bioptischen Nachweis sogenannte CTCs (circulating tumor cells
    ) nachgewiesen werden können, ist also unser Körper der entscheidet was aus der Quelle oder diesen CTCs tatsächlich einmal wird. Dies erklärt auch die Rezidivraten noch Jahren nach einer Ektomie auch bei "lokal begrenztem" Tumor. Wir sind also im schwarz/weiß Denken der Meinung mit einer frühzeitigen Organentfernung auch dem Tod entronnen zu sein. Dabei ist es im hohen Maß unser Körper und nicht zwangsläufig chirurgisches Können der darüber entscheidet wie die Zukunft bei dies Erkrankung aussieht.

    Dies erklärt auch warum seit Jahren ausgewogene, gesunde Lebensweise, Tabak- und Alkoholverzicht, Gewichtsreduktion usw. gepredigt wird, da gerade diese Einflussfaktoren maßgeblichen Anteil an unserem Immunsystem und der körpereigenen Abwehr besitzen und im Gegenteil zum Altern beeinflusst werden können. Leider passen aber diese Faktoren nicht zu unserem einseitigen Handeln und bequemen Denken.

    Es ist also die Kommunikation einer Krankheit, Mut Grautöne und Farben zu akzeptieren und Wille sein Schicksal selbst in die Hand zunehmen um die Akzeptanz anderer Strategien oder Therapien zu fördern, wenn die Erkrankung es zulässt.

    Dies ist meine kleine philosophische Sichtweise um Mut zu machen den Blick über den Tellerrand zu riskieren.

    Thomas

    PS: Mehr zu den CTCs bei Interesse hier https://www.pharmazeutische-zeitung....ehrlich-macht/

    Sweti, ich kann das verstehen, du hast keine Eile, sammle und informiere dich und entscheide mit zeitlichem Abstand und mit kühlem Kopf. Ob der Weg tatsächlich der Richtige war wird dir vorher keiner Voraussagen können. Dies weißt du dann in einigen Jahren.


  6. #16
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    Sweti,

    die normale Reaktion des Betroffenen ist, möglichst schnell und mit allen Mitteln gegen den Tumor vorzugehen. Das bringt aber nichts außer bleibende Nebenwirkungen der Therapien. Es gibt Studien, dass es keinen Unterschied macht, wenn man bei Hochrisiko-Patienten (also das genaue Gegenteil von Dir) erst sechs Monate nach der Diagnose mit der Therapie beginnt. Du hast also noch viel mehr Zeit.

    Georg

  7. #17
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    Danke an allen,

    Ihr seid so gut zu mir Eure Ratschläge werde ich mehrmals lesen und versuchen zu verstehen. Es sind noch viele Zweifel und Ängste in mir, die ich versuchen werde zu überwinden. Sowohl auf die sachliche, als auch auf die emotionale Ebene liegt noch viel Arbeit vor mir.

    Thomas, Dir besonderen Dank für deinen emotionalen Beitrag. Ich wünsche mit, ich könnte so überzeugt sein wie Du. Was mich ein wenig verwundert ist, dass sich bis jetzt noch keinen Verfechter der schnelle OP-Therapie sich gemeldet hat. Mir wären Erfahrungen auch in diese Richtung wichtig. Wahrscheinlich lesen solche Meschen nach der OP nicht mehr hier...

    Noch eine sachliche Frage bez. Erfahrungen mit AS hätte ich. Mir ist bewusst, dass jeder Körper anders reagiert, für mich wäre interessant zu wissen, wie lange (statistisch) es dauert bis zu eine kurative Therapie übergegangen wird. Was sagen die Studien dazu? Wie sind Eure Erfahrungen?

    Beste Grüße und einen erfolgreichen Tag
    sweti

  8. #18
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    Prostata und Übergewicht

    Hallo Sweti,

    Ich bin 58 Jahre alt, 110 kg schwer und 182 groß
    Bei deinem Problem mit der Prostata würde ich noch einen Blick auf das von dir beschriebene Übergewicht werfen.

    Deine Angaben ergeben einen Body Mass Index von 33.2 - dieser Wert liegt für die Altersgruppe deutlich über dem Normalbereich von 23-28.

    Damit solltest du eine Gewichtsreduktion anstreben.

    Winfried

  9. #19
    Tomilein Gast
    Ach Sweti, meine Geschichte ist eine ganz andere....

    Ich war vor Jahren auch eher auf der Konsumseite und habe bedenkenlos geglaubt was man mir erzählt hatte. Es war bequem einfach zu folgen, die Argumentation eigentlich logisch. Eine Verkettung mehrerer unglücklicher Begebenheiten und betriebsblindheit denen ich vertraute haben mich aus dem Sessel der Bequemlichkeit geholt.

    Seither informiere ich mich, suche den Diskurs, habe ein Netzwerk von Informanten aufgebaut denen ich vertrauen kann und investiere auch Geld für den Weg der gesundheitlichen Selbstaktualisierung. Viel Unterstützung bekomme ich hierfür von meiner Familie und vor allem von meiner Tochter die Gesundgeitsökonomie studiert hat und jetzt an einer großen Uniklinik arbeitet die sich auch um das Thema des Prostatakarzinoms beschäftigt.

    Von Ärzten die nicht bereit sind dies zu akzeptieren und die Diskussion scheuen habe ich mich radikal getrennt. Halbgötter in Weiß sind im 2019 nicht mehr zeitgemäß und haben das Thema Dr. Google schlichtweg verschlafen.

    Es ist mir einfach ein Anliegen tabufrei alles in Frage zu stellen und auch "heilige Kühe" zu opfern. Die rasanten Entwicklungen unserer Zeit erfordern einfach Umdenken und Handeln.

    Thomas

    PS So eine "Liquid Biopsie" ist eine sehr spannende Angelegenheit. Falls einem nicht ein Asteroid auf den Kopf fällt, das nächste Auto überrollt usw. kann man erahnen was einem irgendwann das irdische Dasein beendet. In der Regel ist es nicht unbedingt das, was man vermutet. Noch spannender ist eine Entschlüsselung der Genome. Schauen wir was uns die Zukunft beschert

  10. #20
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    Hallo Winfried,

    wie Recht Du hast! Aber es ist wohl leichter drei Chemotherapien hinter sich zu bringen als 15 Kilo abzunehmen. Dabei zeigen die derzeit vorliegenden Informationen, dass Übergewicht den Prostatakrebs fördert.

    Georg

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