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Thema: Apalutamid - Therapie für Fortgeschrittene ohne Metastasen

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  1. #1
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    Apalutamid - Therapie für Fortgeschrittene ohne Metastasen


  2. #2
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    Der Krebsinformationsdienst schreibt:
    "Das sind vor allem Patienten, deren PSA-Rezidiv nach lokaler Therapie mit einer Hormonentzugstherapie behandelt wurde, deren PSA-Wert dann erneut angestiegen ist und bei denen die herkömmliche Bildgebung wie Computertomographie oder Skelettszintigraphie keinen Hinweis auf Metastasen ergibt."

    Ein PSA Anstieg ohne erkennbare Metastasen sollte nach Leitlinie nicht mit Hormontherapie behandelt werden. Die Praxis sieht anders aus und so entsteht diese Situation nicht-metastasiertes, kastrationsresistentes Prostatakarzinom (nmCRPC). Wenn man aber statt CT und Knochenszinitgramm ein PSMA PET/CT mache würde, hätten die meisten dieser Patienten erkennbare Metastasen.

    Also nach dem PSMA PET/CT ein Knochenszintigramm machen, bei dem man keine Metastasen mehr sieht - dann ist Apalutamid indiziert?

  3. #3
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    Apalutamide wurde auch schon mit Erfolg bei Metastasen erprobt.

    Apalutamide for Metastatic, Castration-Sensitive Prostate Cancer

    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31150574

    "In dieser doppelblinden Phase-3-Studie haben wir nach dem Zufallsprinzip Patienten mit metastasierendem, kastrationssensitivem Prostatakrebs zugewiesen, die Apalutamid (240 mg pro Tag) oder Placebo erhalten, das zu ADT hinzugefügt wurde. Eine frühere Behandlung der lokalisierten Erkrankung und eine frühere Docetaxel-Therapie waren erlaubt. Die primären Endpunkte waren das radiographische progressionsfreie Überleben und das Gesamtüberleben. .....
    ..... In dieser Studie war bei Patienten mit metastasierendem, kastrationssensitivem Prostatakrebs das Gesamtüberleben und das radiographische progressionsfreie Überleben mit der Zugabe von Apalutamid zu ADT signifikant länger als mit Placebo plus ADT, und das Nebenwirkungsprofil unterschied sich nicht wesentlich zwischen den beiden Gruppen. "


    Franz




  4. #4
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    Eine laufende Phase II - Studie zu Apalutamide mit interessanter Fragestellung;
    Auch in dieser Studie sind Patienten mit Metastasen einbezogen, Ergebnisse ab 2020:

    The LACOG-0415 phase II trial: abiraterone acetate and ADT versus apalutamide versus abiraterone acetate and apalutamide in patients with advanced prostate cancer with non-castration testosterone levels.

    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31122212
    Wir erwarten, dass diese Studie die Frage beantworten kann, ob Apalutamid als Monotherapie oder in Kombination mit AAP eine effektive hormonelle Behandlung für Patienten mit kastrationssensitivem fortgeschrittenem oder metastasierendem Prostatakrebs mit akzeptablem Sicherheitsprofil ist und möglicherweise Patienten die Nebenwirkungen der Androgenentzugstherapie wie sexuelle Dysfunktion, Osteoporose, Hitzewallungen, Gewichtszunahme und erhöhtes kardiovaskuläres Risiko erspart.

    Franz



  5. #5
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    Hallo Franz,

    Danke für Deine beiden wichtigen Ergänzungen zu diesem Medikament.
    Es scheint, dass diese Therapie ganz wichtig für unsere „Fortgeschrittenen“ sein könnte!

    Grüße

    Lothar

  6. #6
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    Ich vermute hinter der etwas praxisfremd anmutenden Indikation "kastrationsresistenter, nicht-metastasierter Prostatakrebs" folgenden Grund: Die Indikation wurde vom Entwickler Johnson & Johnson Pharmaceuticals aus ethischen Gesichtspunkten für die Zulassungsstudie gewählt. Die Alternative wäre gewesen, eine Kontrollgruppe von Männern mit kastrationsresistentem, metastasierten Prostatakrebs zu haben, denen ein Placebo verabreicht worden wäre. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendeine Ethikkommission dem zugestimmt hätte, es hätten sich wohl auch kaum Männer dafür zur Verfügung gestellt.
    Der Hersteller vertraut vermutlich darauf, dass, sobald das Medikament zugelassen und auf dem Markt ist (Erleada®), unverzüglich der Einsatz an Männern mit kastrationsresistentem, metastasierten Prostatakrebs erprobt wird, was Franz' Beitrag ja bestätigt.

    Ralf

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