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Thema: Mein alternativer Weg

  1. #71
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    Zitat Zitat von gwiazdka Beitrag anzeigen
    Bist du denn wirklich der Ansicht, das IRE besser sei als HIFU?
    Worauf stützt du diese Aussage, abgesehen davon, dass es bei dir offensichtlich gut verlaufen ist?
    Thermische Verfahren haben Nachteile gegenüber nichtthermischen Verfahren (was ich unter #63 genauer ausführte). Je nach Lokalisation kann das eine Rolle spielen. Das MRT ist sicherlich von Vorteil, wenn es live bei HIFU eingesetzt wird, weil es eine gute Echtzeitreaktion auf die dynamische Ausbreitung der Temperatur erlaubt. Bei IRE braucht man das nicht.
    Ich habe Bedenken, ob überall im geplanten Gebiet alle Zellen "verkocht" werden. Das Behandlungsgebiet wird ausschließlich aufgrund MRT und TRUS festgelegt: die Technik ist ja toll, aber die Zuordnung zu den tatsächlichen Strukturen ist kognitiv und nicht immer mm-genau und schon garnicht Zehntel-mm genau. Bei IRE hat sich herausgestellt aufgrund der Studien von van den Bos in Holland, dass ausreichende Margen vorzusehen sind. Aufgrund der scharfen und physikalisch gut zu berechnenden Abgrenzung (die zudem während der Behandlung anhand von Probeimpulsen optimiert wird) sehe ich die Chance auf ein maximales Behandlungsfeld ohne ggravierenden Einfluß auf die Umgebung.

    IRE tötet durch Apoptose, HIFU durch Nekrose (nur an den Nadeln der IRE findet eine leichte Nekrose statt). Apoptose führt zur ordnungsgemäßen Zerlegung der Zelle, deren Eiweiße noch erhalten sind: es gibt Indizien, dass das Immunsystem sich Merkmale dieser "schlechten" Zellen merken kann - es kann also eine systemische Wirkung geben. Bei Nekrose geht das nicht; es gibt eine lokal-entzündliche Immunreaktion. Jede Hoffnung auf eine systemische Wirkung ist aus meiner Sicht positiiv, denn nicht das PCa tötet, sondern die Metastasen.

    HIFU erhitzt auch die Strukturen (Kollagene; Myelin:Nervenhülle; usw.) und zerstört diese. IRE läßt sie intakt, nur die Zellen werden programmgemäß abgebaut. Neue Nervenzellen wachsen dann anhand der bestehenden Struktur wieder zusammen. Ähnliches gilt für die Harnröhre, die schnell wieder vom Urothel überdeckt wird.

    HIFU kann immer dann eingesetzt werden, wenn diese Unterschiede keinen Nachteil bedeuten oder wenn nichtthermische Verfahren nicht möglich sind (Herzschrittmacher, Narkoseprobleme, usw.). Dass es mehr eingesetzt wird als IRE (obwohl die Leitlinie es ebenso ablehnt) liegt an der breiten Verfügbarkeit der Geräte (wenn auch nicht ursprünglich für Prostata gedacht), den vielen damit vertrauten Ärzten und der Einstellung der Schulmedizin: was man kennt und leicht versteht gilt als besser. Dass Hitze hilft, weiß man schließlich seit dem Ausbrennen von Wunden und Schlangenbissen, und man setzt es täglich (auch bei RPE) zur Kauterisierung ein. Dass elektromagnetische Wellen die Zellmembran unwiderruflich beschädigen ist dagegen jenseits des Erfahrungshorizonts, ähnlich wie Doppelstrangbrüche nach Strahlentherapie. Und diese hatte einen langen Weg hinter sich, bis sie als Therapie breit anerkannt wurde.

  2. #72
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    Die Uniklinik Köln wendet das Verfahren an. https://urologie.uk-koeln.de/erkrank...tatakarzinoms/
    Ich werde mit der zuständigen Fachärztin Frau Dr. Friederike Haidl mal ein Gesprächstermin vereinbaren um die Details sowie Vor - und Nachteile sowie Risiken zu besprechen . Eine Behandlung wäre nicht ausgeschlossen hatte man mir bei der Mitteilung meines Befundes von der Fusionsbiopsie erklärt. Altersbeschränkung wurde auch im Persönlichen Gespräch mit Prof.Dr. Heidenreich nicht erwähnt. Ich glaube alle ALTA Kliniken führen das TULSA Verfahren durch.
    Hier findest du die Standorte der Kliniken https://tulsatreatment.com/de/
    Nicht überstürzen und sachlich abwägen !
    https://myprostate.eu/?req=user&id=980&page=report

  3. #73
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    Insgesamt eine gute Website der Uniklinik Köln. War mir noch gar nicht aufgefallen...

  4. #74
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    Hallo Bernd,
    danke für die Infos. Das mit der Uni Köln klingt ganz gut, sollte es bei mir in der Uni Heidelberg aus irgendeinem Grund nicht gehen, würde ich es ev. auch dort versuchen.
    Die Alta-Kliniken haben zwar verschiedene Standorte, aber die TULSA-Behandlung ist nur in Bielefeld möglich. Habe schon nachgefragt.

  5. #75
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    Hallo,
    Bei mir wurde eine IRE 2016 in Berlin durchgeführt. Heidelberg maht es nicht. Das Prolem bi IRE ist, das die vorausgehende MRT und Biopsie nicht unbedingt alle Herde zeigen. Bei mir ist irgendwo ein Herd außerhalb des von der IRE erfassten Feldes übergeblieben Also wurde eine OP notwendig, da im MRT noch nichts zu sehen war. Die Operation war schwieriger als üblich, da durch die IRE Verwachsungen mit dem Beckenboden vorlagen. Es musste teilweise mit dem Skalpell getrennt werden. Dies führte nach der OP zu einer stärkeren Inkontinenz als bei einer OP als Erstmaßnahme.
    Ich würde bei mir keine IRE mehr durchführen lassen.

  6. #76
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    Hallo,
    eine kleine Aktualisierung: nachdem bei den Unikliniken und Krankenhäusern wegen Corona keine kurzfristigen Termine zu bekommen waren, blieb mir die private Klinik für Prostatatherapie in Heidelberg. Diese bietet sowohl HIFU als auch IRE an.
    Da sich bei mir nach der MRT gezeigt hat, dass der Tumor sich in Hufeisenform auf beiden Seiten der Prostata ausgebreitet hat, jedoch es keine Kapselüberschreitung gab, war IRE von vorne herein ausgeschlossen. Eine Behandlung der gesamten Prostata war nötig, so entschied ich mich für HIFU, bekam einen sehr kurzfristigen Termin (letzte Woche) und bin jetzt wieder 1 Woche nach der Behandlung, noch mit Katheter, aber ansosten in einem recht guten Zustand. Nach Aussage des Arztes ist alles gut verlaufen, die gesame Prostata sei behandelt, heißt im Grunde weg.
    Wie effizient es wirklich war, wird sich im ersten Schritt nach 1 Monat zeigen, dann wird ein weiteres MRT durchgeführt und PSA gemessen.

  7. #77
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    Hallo Gwiazdka,

    das von Dir erwählte kleine Klinikum ist mir seit vielen Jahren bekannt. Auch den ursrprünglichen umstrittenen
    Gründer Dr. med. Joachim-Ernst Deuster habe ich kennen gelernt. Er gründete die Klink im Jahre 1994.

    https://www.prostata-therapie.de/

    Bei der HIFU-Behandlung gehen Ärzte mittels hochenergetischem Ultraschall gegen den Prostatakrebs vor.
    Sie „verkochen“ das Krebsgewebe und töten die bösartigen Tumorzellen ab. Derzeit gilt die HIFU noch als
    experimentelles Verfahren, das Ärzte nur im Rahmen von Studien einsetzen.

    Dazu das DKFZ:

    https://www.krebsinformationsdienst....-verfahren.php

    Ich wünsche Dir, das alles weiterhin gut für Dich verläuft.

    Gruß Harald
    nicht nachlassen

  8. #78
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    Zitat Zitat von werner m Beitrag anzeigen
    Bei mir wurde eine IRE 2016 in Berlin durchgeführt. Heidelberg maht es nicht. Das Prolem bi IRE ist, das die vorausgehende MRT und Biopsie nicht unbedingt alle Herde zeigen. Bei mir ist irgendwo ein Herd außerhalb des von der IRE erfassten Feldes übergeblieben Also wurde eine OP notwendig, da im MRT noch nichts zu sehen war. Die Operation war schwieriger als üblich, da durch die IRE Verwachsungen mit dem Beckenboden vorlagen. Es musste teilweise mit dem Skalpell getrennt werden. Dies führte nach der OP zu einer stärkeren Inkontinenz als bei einer OP als Erstmaßnahme.
    Ich würde bei mir keine IRE mehr durchführen lassen.
    Du hast IRE 2016 in der Charité machen lassen, nach einem Biopsiebefund von "Anteile Gleason 3: 54,7%, Gleason 4: 41,3%, Gleason 5: 4%". Eine "Heilung" durch RPE und erst recht durch fokale Behandlung war danach keinesfalls sicher. MRT und Biopsie sind eine gute aber nicht perfekte Grundlage - darüber sollte jeder vor einer fokalen Behandlung aufgeklärt werden. Nach einer fokalen Behandlung ist als Salvage allerdings nicht die RPE "notwendig"; man verläßt ja auch nicht nach Versagen der RPE den Pfad der Leitlinie aus Enttäuschung und behandelt das Lokalrezidiv mit Cannabis und grünem Tee statt Strahlung oder ADT.
    Der Vorteil der IRE (und teilwesie auch von HIFU und Kryo) ist gerade, dass man sie wiederholen kann; wenn es sein muss, bis die Prostata weg ist.

  9. #79
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    Hallo miteinander!
    Hier für Interessierte eine kurze Beschreibung der Nach- oder Nebenwirkungen nach meiner vollständigen HIFU-Behandlung der Prostata.
    Wie schon irgendwo erwähnt, war die erste Woche ziemlich ok. Keine Schmerzen, und selbst mit dem Katheter drin bekam ich bereits am Morgen eine Errektion.
    Da es hieß, 2-3 Tage schonen, habe ich nach 1 Woche etwas mit körperlicher Betätigung im Garten begonnen. Wodurch es wohl zu kleiner Reizung durch den Katheter kam. Nach 2 Wochen dann der Katheter weg, das war eine Erleichterung. Seit dem dort keine Schmerzen. Lediglich ist der Strahl schlechter als davor. Nachdem ich dann, ca. 2 Tage nach Katheterentfernung es wohl im Garten in der prallen Sonne übertrieben hatte, bekam ich am Abend Fieber und schwitzte Nachts stark. Da es in den nächsten Tagen immer abends zurückkehrte, rief ich meine Ärztin an und sie empfahl mir, nochmal Antibiotika zu nehmen, möglicherweise noch etwas Infekt. Gesagt getan. Fieber ging bald wieder weg.
    Was blieb, ist das Nachtschwitzen. Ich muss mich 4-5 Mal pro Nacht umziehen, klatsch naß. Das schlaucht natürlich. Sonderbarerweise kommt es tagsüber nicht und ich kann mich auch gut mal hinlegen und ein Nickerchen machen, ohne zu schwitzen. Doch nachts wieder dasselbe. Ich vermute dahinter die hormonelle Umstellung, Hitzewallungen. Auch wenn ich bisher dieses Thema nur in Verbindung mit einer Hormontherapie gefunden habe.
    Im Moment möchte ich aber keine Medikamente oder so nehmen und etwas abwarten, ob es sich bessert.
    Ansonsten ist der Strahl ein wenig besser geworden, aber weiterhin schlechter als davon (es bleiben aber noch 4 Tage mit Antibiotika und Voltaren), dann kommt bald die Nachuntersuchung, dann sieht man weiter.
    Die Sexualfunktion scheint weiterhin sehr gut, kann nach der langen Pause jederzeit mit leichter Stimulation eine Errektion erzeugen. Mit einem Orgasmus will ich jedoch noch warten, da ich gelesen habe, man solle damit bis zur vollständige Ausheilung warten, und diese kann bis zu 6 Wochen dauern, wenn vorher keine Abhobelung vorgenommen wurde. Es kommt ja auch immer wieder etwas Blut mit dem Urin, ist also noch nicht ganz ausgeheilt.

  10. #80
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    Hallo!
    Für Interessierte nun der aktuelle Stand nach meiner HIFU-Behandlung.
    Wie oben beschrieben, war der Urinstrahl nach der Katheter-Abnahme zunächst schlechter.
    Die MRT-Untersuchung 1 Monat nach der Behandlung brachte das Ergebnis: "keine Anzeichen für Tumorreste" für die gesamte Prostata.
    Nach der anschließenden Abtastung durch die Ärztin ging das Urinieren nur noch Tröpfchenweise, habe Urotec verschrieben bekommen, aber es wurde immer schwieriger, so dass ich es bereits mit der Angst zu tun bekam, dass ich zum Notarzt müsste, doch dann auf einmal bei stärkerem Drücken (mit Stuhl) kamen zwei große Propfen mit altem braunen Blut heraus und der Strahl war wieder wie neu geboren.
    Die Ärztin meldete sich 3 Tage später und meinte, bei mir sei im Urin ein Harninfekt festgestellt worden, so dass ich Antibiotika nehmen musste. Habe es aber nach 3 Tagen abgebrochen, denn dieses Cipro...dingsda hat sehr starke Nebenwirkungen. Mit viel Trinken spüle ich alles raus und nunmehr geht es bereits sehr gut. Es kommt nur noch selten etwas Blut und kleine Teilchen im Urin, das kann sich aber noch lange so hinziehen, laut Radiologen, bis der Körper das gesamte nekroide Gewebe abgetragen hat.
    4 Wochen nach Eingriff gemessene Werte:
    250HD3 (Vitamin D): 40 ug/l
    FPSA: 0,01 ug/l
    PSA-Ro: 0,09 ug/l
    Wie genau das zu interpretieren ist, werde ich im nächsten Termin erfahren, aber hier wird sicher es jemand einordnen können.

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