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Thema: Auf ins Gefecht....

  1. #1
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    Auf ins Gefecht....

    Moin
    Auch mich hat es erwischt.
    Hier noch die Eckdaten aus dem Profil

    PK-Historie
    Im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung PSA Test gemacht
    Ende Mai 2019 7,9
    Überweisung zum Urologen
    10 Tage Antibiose
    Ende Juni 2019 13.6
    Anfang Juli Vorgespräch Biopsie
    Nochmaliger PSA Test (auf jeden Fall anderes Labor) 8,1

    Ergebnis Biopsie
    12 Stanzen Standardverteilung
    1x positiv apical lateral links 15% Stanzvolumen
    Restl. Stanzen mit adenomatöser Hyperplasie
    cT1
    Gleason 3+3=6
    Adenokarzinom
    Who Gruppe 1
    Kein Ergebnis bei TRUS oder DRU
    Prostata vol Anfang Juni 32 ml
    Bei Biopsie 30 ml

    CT und Szintigramm 07/08.08

    Den anfänglichen Schock erstmal mit dem Lesen der diversen Broschüren und auch des hier vorliegenden Basiswissen überbrückt.

    OP habe ich als Ersttherapie für mich schon entschieden.

    Allerdings zehrt jetzt das Warten auf die weiteren Befunde doch sehr stark an mir. Auch in dem Wissen, dass dort recht unwahrscheinlich was gefunden wird. Die restlichen paar Prozent versetzen mich schubweise immer wieder in Panik.
    Besonders heute bin ich am Tiefpunkt.
    Das nächste Gespräch am 15.08

    Viele Grüsse

    Ulli

  2. #2
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    CT und Szintigrafie werden bei Gleason 6 in einer Stanze kaum was anzeigen, weil eine Metastasierung unwahrscheinlich ist. Wenn man weitere Diagnostik macht, dann heutzutage PSMA PET/CT.
    Sinn macht das alles nur, wenn man den Gleason 6 Befund erhärten will (dass sich kein 7a oder 7b dahinter versteckt), um AS (Aktive Überwachung anwendbar gemäß Leitlinie) oder fokale Therapien (nicht in Leitlinie) zu wählen. Alternativ hätte ein mpMRT vor Biopsie ermöglicht, zusätzlich gezielt zu biopsieren.
    Eine RPE nach gut gesichertem Gleason 6 in einer Stanze ist Übertherapie.

  3. #3
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    "Auf ins Gefecht" ist meiner Meinung nach nicht richtig. Jede Therapie hat Nebenwirkungen und wegen einem praktisch harmlosen Tumor u.U. inkontinent und impotent zu werden sollte man sich überlegen. Mein Vorschlag wäre aktive Überwachung oder Abwarten. Du kannst Dich auch ohne Gefahr in fünf Jahren oder später operieren lassen.

  4. #4
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    Hallo Georg
    Da komme ich, bei meinem Alter, vom Kopf her einfach nicht mit klar.
    Zu wissen da ist was und vielleicht mehr wenn auf der anderen Seite ne Stanze nur knapp daneben lag.

  5. #5
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    Zu wissen wäre da noch
    Mein Vater 1970 gestorben an Hodenkrebs und mein Stiefvater 1990 gestorben an Bauspeicheldrüsenkrebs.
    Auch wenn das jetzt nicht ursächlich zusammen hängt, leuchtet da was im Hinterkopf...

  6. #6
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    Zitat Zitat von MartinWK Beitrag anzeigen
    CT und Szintigrafie werden bei Gleason 6 in einer Stanze kaum was anzeigen, weil eine Metastasierung unwahrscheinlich ist. Wenn man weitere Diagnostik macht, dann heutzutage PSMA PET/CT.
    Sinn macht das alles nur, wenn man den Gleason 6 Befund erhärten will (dass sich kein 7a oder 7b dahinter versteckt), um AS (Aktive Überwachung anwendbar gemäß Leitlinie) oder fokale Therapien (nicht in Leitlinie) zu wählen. Alternativ hätte ein mpMRT vor Biopsie ermöglicht, zusätzlich gezielt zu biopsieren.
    Eine RPE nach gut gesichertem Gleason 6 in einer Stanze ist Übertherapie.
    Aufgrund des PSA Werts über 10 mittleres Risiko. Also doch außerhalb der Leitlinie. Oder hab ich da was nicht richtig auf dem Schirm.

  7. #7
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    Der letzte Wert war doch 8,1? Es gab nur den einen Ausreißer, daraus würde ich nichts ableiten.
    Mit 51 Jahren ist ein Gleason 3-Areal von max. 3mm Durchmesser nicht so ungewöhnlich. Allerdings ist der PSA-Wert von 8 bei Prostatagröße 32ml etwas hoch. Ohne PET/CT oder gezielte Biopsie würde ich nicht AS machen. Aber ich würde auch nicht aufgrund der vorliegenden Daten eine RPE machen lassen.

  8. #8
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    Also mich würde zuerst mal die Meinung Deines Urologen interessieren....Ist er der Auffassung , so schnell wie möglich eine RPE zu machen, oder warum hast Du das schon für Dich entschieden??
    Willst Du Dich mit 51 und dem Befund schon mit Inkontinenz und Impotenz abfinden???
    Klar hat noch keine Erektion es vermocht einen Sargdeckel wieder zu öffnen, aber bei einem gesicherten 3+3 so schnell ne RPE machen lassen zu wollen, halte ich auch für verfrüht.

  9. #9
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    Hallo Ulli,

    ich kann Deine Gedanken und Deine Entscheidung nachvollziehen. Der PSA erscheint tatsächlich etwas hoch, aber wie Martin schon schreibt...ein gut gesicherter Gleason 6 in einer Stanze wäre heute auch für mich ein Grund, mit einer Therapie zu warten, obwohl ich 6 Jahre nach RPE und 4 Jahre nach SRT ein tolles Leben führe. Es hätte aber auch alles ganz anders kommen können. Auf jeden Fall bedarf es mE aber auf jeden Fall weitere Untersuchungen, wenn man in Richtung AS denkt.

  10. #10
    Tomilein Gast
    Hallo Ulli,

    manchmal frage ich mich warum Männer hier in diesem Forum aktiv werden, die eigentlich schon ihre Entscheidungen getroffen haben. Du hast Deine Therapie gewählt und begründest dies auch mit der "Kopfsache". Geht es um eine Legitimation die man also für sein eigenes Handeln einfordert?

    Vielleicht ist aber genau auch diese "Kopfsache" die einem bewegt hier aufzuschlagen? Es geht also auch um eigenes Leid zu teilen. Glückwunsch, du bist hier richtig!

    Wenn ich das richtig interpretiere bist du also auch der Meinung mit einer radikalen OP die Sache aus dem Kopf zu bekommen. Leider gelingt dies wirklich nur sehr wenigen Betroffenen. Die Angst vor einem Rezidiv, jede PSA Kontrolle lässt das Adrenalin nach oben katapultieren, ein Umstand der auch nach Jahren präsent ist. Die Diagnose beeinflusst jeden unwillkürlich. Gerade deshalb ist es wichtig wohl überlegt und ohne äußere Legitimation seine Entschlüsse zu fassen. Du hast nach diesem ersten Befund genügend Zeit dafür, sogar soviel Zeit um tatsächlich das Ganze erst mal zu vertagen. Damit gehe ich konform mit meinen Vorschreibern. Die "Kopfsache" ist also keine Argumentation gegen eine Aktive Überwachung. Nehme dir also die Zeit, eventuell hilft auch weitere Diagnostik (mpMRT) zur Entscheidungsfindung und entscheide selbstbewusst. Nur so gelingt Dir nicht nur diese Erkrankung sondern auch diese "Kopfsache" zu kontrollieren. Es sind nicht immer die Wege des geringsten Widerstandes die zum Erfolg führen.

    Alles Gute!

    Thomas

    PS: Das mit dem Sargdeckel ist so ein ewiges Todschlag- oder Legitimationsargument. Fakt ist nach Maslowscher Bedürfnispyramide, die Darstellung unserer Grundbedürfnisse, kommt Sex gleich zweimal vor, erstens unter sozialen und zweitens unter physiologischen Bedürfnissen. Diese sind auch nach einer OP noch vorhanden....

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