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Thema: Radioligandentherapie

  1. #1
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    Radioligandentherapie

    Hallo lieber Klaus,
    gerade habe ich in Deinem Beitrag aus dem April gelesen (ichwar lange Zeit nicht mehr im Forum unterwegs), was Dir widerfahren ist. MeinMitgefühl hast Du, ich kann gut nachempfinden wie Dir zumute ist, sind wir dochbeide schon fast 25 Jahre dabei und gehören damit wohl zu den ältestenPK-Betroffenen im Forum. Hoffentlich geht’s Dir inzwischen wieder besser. Ausunseren früheren Kontakten weißt Du, dass ich zum Teil andere Therapiewege alsDu eingeschlagen habe. Nun nähern wir beide uns wohl der Kategorie„austherapiert“, bitter nach so langer Zeit. Deine Erfahrungen mit derRadioligandentherapie haben mich besonders interessiert. Urologe FS hat mir inden letzten Jahren immer wieder vorgeschlagen, es damit zu versuchen. Ich hatteimmer Angst vor den Nebenwirkungen. Ich hatte mich dann nach einer langenPeriode des Abwartens (mein Zögern hatte viel zu tun mit dem günstigenDNA-Ergebnis „peridiploid“ von Prof. Böcking 2007, s. seinen Beitrag S.11 desBPS-Magazins 1/2018) erstmals - viel später als Du - vor 5 Jahren entschlossen,es mit der gängigen Hormonentzugstherapie zu versuchen; der PSA-Wert warinzwischen deutlich zweistellig (einmal sogar über 70). Firmagon brachte michzeitweise unter 0,1, nach Wiederanstieg versuchte ich es mit Pamorelin, mitweniger Erfolg (s. meine PK-Historie in meinem Profil). So stellte mich derUrologe schließlich vor die Wahl, auf (zusätzliche) Hormonunterdrückung mittelsXtandi oder Radioligandentherapie zu setzen. Ich entschied mich für Xtandi (1xtgl. 4 Tabl. zu je 40 mg ab Oktober 2018). Der Erfolg war mäßig. Immerhin sankder PSA-Wert Ende März 2019 auf 1,200, steigt aber nun schon wieder an. Weshalbich das schreibe: Die Xtandis haben bei mir sehr unerfreuliche Nebenwirkungenausgelöst. Ständiger Stuhldrang, verstärkte Blutungen aus Blase und Darm (wohlauch eine Spätfolge meiner vielen Bestrahlungen) und Herzprobleme mit der Folge,dass ich drei Stents
    gesetzt bekam. Alle diese Nebenwirkungen liest man auch imBeipackzettel von Xtandi unter „häufig“, darunter ist der Hinweis „Verstopfungder Herzgefäße“ m.E. der Gravierendste. Selbstverständlich will ich Dir vonXtandi nicht ausdrücklich abraten, so wie Du mir wahrscheinlich nicht definitivvon der Radioligandentherapie abraten würdest. Weitere Optionen gibt es für unsaber wohl nicht. Außerdem wird hier (50 km südlich von Hamburg) in weitemUmkreis meines Wissens keine Ligandentherapie angeboten wird. (Wegen meinersehr schwer erkrankten Frau sind weite Reisen und längereKrankenkausaufenthalte für mich nicht machbar). Falls jemand anderes weiß, wäreich für einen Hinweis dankbar. Auch wenn jemand ähnliche Erfahrungen wie ich mitXtandi gemacht hat, dürfte das Dich und viele andere Mitstreiter interessieren.
    Trotz allem herzliche Grüße aus der Lüneburger Heide, auchan alle Mitstreiter,
    Rainer

    p.s. Gerade lese ich im neuen BPS-Magazin von Apalutamid undDarulotamid. Zwar soll die Anwendung auf nicht-metastasierte Fälle beschränktsein, was angeblich für Enzalutamid (Xtandi) nicht gilt, obgleich doch alledrei Präparate derselben Gruppe („Lutamide“) angehören. Hat jemand Erfahrungenmit den neuen Präparaten? Ich würde sie gern vor einer Chemo ausprobieren.Außerdem erwäge ich, bei weiterem PSA-Anstieg unter Pamorelin + Xtandi ersteinmal das Pamorelin durch Firmagon zu ersetzen, mit dem ich ja längere Zeitgut gefahren bin. Oder macht das Auswechseln prinzipiell keinen Sinn?


  2. #2
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    Hallo Rainer
    Zitat Zitat von RainerD Beitrag anzeigen
    Außerdem wird hier (50 km südlich von Hamburg) in weitemUmkreis meines Wissens keine Ligandentherapie angeboten.
    die nächste Möglichkeit dürfte das UKE sein, siehe hier: http://www.prostatakrebse.de/informa...A-Kliniken.pdf.

    Weitere Diskussion Deines Falls bitte in einem eigenen thread.

    Ralf

  3. #3
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    Lieber Rainer,
    vielen Dank für Deinen Beitrag! Habe mich sehr gefreut, nach langer Zeit wieder einmal von Dir zu hören, auch wenn die Situation für uns beide nicht mehr die erfreulichste ist.
    Sehr schade, dass Du Xtandi so schlecht vertragen hast!

    Ich habe mich nach dem wirklich grossen so unerwarteten Schock wieder gefangen und bin nach der so erfolgreich scheinenden Lu Therapie wieder guten Mutes. Mein
    PSA ist immer noch am Fallen - ist jetzt 0.5 . Körperlich geht es mir gut.
    Solange ich noch jeden Tag am Rhein meine Radtour machen kann, ist das Leben O.K.

    Bei der Gelegenheit noch ein paar Anmerkungen:
    -- Ich habe meinen Metabloc/Metformin Versuch doch nicht bereut, denn ich war vor fast 5 Jahren kurz davor, mit Xtandi zu beginnen. Wo ich da heute stehen würde, wenn ich das gemacht hätte?
    -- Vor 15 Jahren wurde schon einmal durch ein F18 PET bei einem PSA von 1,4 eine Knochenmetastase im Becken gefunden, die damals erfolgreich bestrahlt wurde. Offensichtlich bewirken bei mir Knochenmetastasen keinen grossen PSA Anstieg. Daran hätte ich denken sollen und die letzten Jahre nicht alle 2 Jahre sondern jedes Jahr ein PSMA PET machen sollen.
    -- Jetzt hoffe ich, dass ich eine Weile entspannen kann. Aus meinen Erfahrungen kann ich nur schliessen: Wenn man eine hohe Tumorlast hat und die Mets im PSMA PET gut zu erkennen sind, ist m.E. Lu177 die optima!e Therapie mit den geringsten Nebenwirkungen. Die z.Zt. noch offizielle Meinung, diese Therapie erst nach Ausschöpfung aller anderer Optionen ins Auge zu fassen wird sich bestimmt bald ändern.
    -- Wenn sich bei mir die Lage wieder verschlechtern sollte, werde ich sehr wahrscheinlich Xtandi versuchen. Wenn ich dagegen resistent werde ist wahrscheinlich ein Versuch der Bipolaren Therapie fällig (soll Xtandi Resistenz wieder aufheben). Wenn das nicht funktioniert dann wieder Lu oder Ac. Ausserdem sind noch andere Optionen in der Pipeline.

    Ich sehe mich also bei weitem noch nicht als "austherapiert" an. In 8 Monaten werde ich 80, in gut 2 Monaten feiere ich 25 Jahre PK......Ich schätze mal, dass ich noch 5 Jahre am Rheinufer radeln werde.
    Auch für den Fall dass es doch anders kommen sollte habe ich schon vorgesorgt.

    Lieber Rainer, ich wünsche Dir von Herzen alles Gute!!

    Klaus
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    Bericht in Myprostate.eu: http://www.myprostate.eu/?req=user&id=69&page=report

  4. #4
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    Ich wünsche Euch beiden auch alles Gute.

    Klaus, ich vermute es wird noch ca. zwei Jahre dauern, bis der PSA Wert wieder ansteigt. Dann kannst Du erst mal Bicalutamid versuchen, es kann gut sein, dass durch die Lu177 Therapie ausreichend viele resistente Tumorzellen entfernt wurden, so dass die ADT wieder anspricht.

    Georg

  5. #5
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    Das UKE bietet die Therapie bis heute nicht an, und daran wird sich lt.tel.Auskunft in absehbarer Zeit nichts ändern.

  6. #6
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    Zitat Zitat von Georg_ Beitrag anzeigen
    Ich wünsche Euch beiden auch alles Gute.

    Klaus, ich vermute es wird noch ca. zwei Jahre dauern, bis der PSA Wert wieder ansteigt. Dann kannst Du erst mal Bicalutamid versuchen, es kann gut sein, dass durch die Lu177 Therapie ausreichend viele resistente Tumorzellen entfernt wurden, so dass die ADT wieder anspricht.

    Georg
    Georg,

    danke für die guten Wünsche!
    Zu Deiner Anmerkung:
    Ich mache doch weiter ADT mit Eligard.
    Insofern verstehe ich Deinen o.a Hinweis nicht ganz.
    Wenn viele resistente Zellen vernichtet worden wären, wenn die weiterlaufende ADT die noch hormonabhängigen Zellen unter Kontrolle hält, wenn dann das PSA wieder ansteigt, dann bedeutet das doch das dieser Anstieg durch wieder resistent werdende Zellen verursacht wird. Da würde doch Bicalutamid nichts bewirken?
    Klaus
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  7. #7
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    Lieber Klaus,
    was ist bzw. wo finde ich etwas über eine bipolare Therapie? Des gleichen Ac?
    Schönes Wochenende
    Rainer

  8. #8
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    Lieber Rainer,

    Google doch mal "bipolare therapie prostatakrebs" bzw. "Actinium PSMA Prostatakrebs"!

    Die "Bipolar Androgen Therapy" -abgekürzt "BAT"- wird seit einigen Jahren in den USA erforscht. Kleinere Studien haben überraschende Ergebnisse gezeigt.
    Klaus
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  9. #9
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    Klaus,

    ich dachte, Du würdest nach der Radioligandentherapie im Moment keine ADT machen. Bicalutamid wäre dann ein Mittel um bei geringen Nebenwirkungen mit der ADT wieder anzufangen. Bei einer Resistenzbildung wird manchmal versucht mit zusätzlich Bicalutamid Zeit zu gewinnen. Ich halte dann aber Zytiga oder Xtandi bzw. Erleada für besser.

    Georg

  10. #10
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    Georg,

    ist es denn bei Kastrationsresistenz nicht üblich die ADT kontinuierlich weiter zu machen unabhängig von der weiteren Behandlung?
    Klaus
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