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Thema: Überraschungsdiagnose - Wie einzuordnen, was tun ?

  1. #21
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    Prostatakrebs wächst langsam, Du brauchst keine Eile zu haben.

  2. #22
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    Eine schlechte Nachricht jagt die nächste. Ich denke, dass ich mit dieser Geschichte fertig bin.
    Der Vollständigkeit halber: Klinisches Stadium cT1c, Lymphknotenstatus cN0/Nx, Metastasierung cM0/Mx, maximaler Gleason Score 7b(4+3) Biopsien positiv/gesamt 9/16, max. Tumoranteil 90%. PSA war 16+.
    Nach Einschätzung des Prof. ist eine nervenerhaltende OP nicht mehr vertretbar, weil vermutlich infiltriert. Ich solle mich mit der Möglichkeit von Schwellkörperinjektionen vertraut machen.
    Ich kann nicht mal beim Spritzen zusehen, geschweige denn selber spritzen. Es ist auch jenseits meiner Akzeptanz.
    Nur noch eine Frage: Kann es sein, dass die Nerven, die die Erektion steuern, schon bei der Biopsie abgeschossen wurden? Seit dem regt sich nämlich rein garnichts mehr, es lässt sich auch nichts mehr stimulieren, weder durch optische noch durch jegliche andere Reize. Das ist alles nicht mehr mein Ding.

  3. #23
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    Zitat Zitat von maulwurf Beitrag anzeigen
    ...
    Nur noch eine Frage: Kann es sein, dass die Nerven, die die Erektion steuern, schon bei der Biopsie abgeschossen wurden? Seit dem regt sich nämlich rein garnichts mehr, es lässt sich auch nichts mehr stimulieren, weder durch optische noch durch jegliche andere Reize. Das ist alles nicht mehr mein Ding.
    Es könnte möglich sein, dass die Nerven einen mitgekriegt haben. Nach meiner Biopsie während meines Krankenhausaufenthaltes im letzten Jahr war es bei mir auch nicht mehr normal, sogar umgekehrt. Ich hatte mit 3-Wege-Spülkatheter dauernd total schmerzhafte Erektionen. Die Urologin im Krankenhaus meinte dazu nur trocken:"Seien Sie doch froh. Das funktioniert wenigstens noch!"
    Naja, 2 Monate später nach der RPE war das dann auch vorbei.
    Lutz

  4. #24
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    Hallo Maulwurf,

    Was soll den das wieder heissen, dass Du mit dieser Geschichte fertig bist ?

    Und zu Deiner Frage: Nein, an den Nerven zur Erektionssteuerung liegt es sicher nicht, die wurden auch nicht während der Biopsie abgeschossen. Ich vermute, da ist erstmal viel psychisches dahinter.
    Ich vermute mal, dass jeder von uns mit dieser Diagnose erst einmal Zeit braucht, alles mal zu verarbeiten und ein Wechselbad der Gefühle erlebt. Das war bei mir genauso.
    Auch bei mir wurde schon vor der OP angekündigt, dass nicht nervenerhaltend operiert werden könne. Ja, da muss mal erst mal leer schlucken.

    Wie Du ja unterdessen auch schon viel in diesem Forum von Betroffenen lesen konntest, kann und wird das Leben weiter gehen. Manchmal ein bisschen anders, aber dennoch genauso lebenswert und einigen Berichten zufolge mit grösserer Intensität.

    Wünsche Dir alles Gute und lass Dich auf keinen Fall unterkriegen. In ein paar Tagen oder Wochen sieht das Ganze wieder völlig anders aus.

    Tritus

  5. #25
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    Zitat Zitat von maulwurf Beitrag anzeigen
    Eine schlechte Nachricht jagt die nächste. Ich denke, dass ich mit dieser Geschichte fertig bin. ...
    Hey Maulwurf, dieser Satz war mir eben beim Lesen gar nicht aufgefallen. Ich finde, dass Du noch gute Chancen hast, diese "Geschichte" gut zu überstehen, dass der Krebs besiegt werden kann. Vergiss den Erektionsfrust. Wichtiger ist für Dich, dass Du im Falle einer OP in einem auf PCA-OP's spezialisierten Krankenhaus operiert wirst. Alles andere kommt danach.
    Lutz

  6. #26
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    Hallo Maulwurf,
    Ich bin's noch mal
    Außerdem bewundere ich es, wie hier im Forum die Neudiagnostizierten, so wie du auch, sich über die Möglichkeiten ihrer PCA-Behandlung informieren.
    Ich konnte das am Anfang gar nicht, zu schwache Nerven. Aber ich hatte das große Glück, dass ich in die Hände eines sehr guten Urologen fiel. Der regelte alles für mich, damit ich die für mich optimalen Behandlungen erhielt. Ich selber war damals einfach nicht in der Lage, mich intensiv mit der Materie zu beschäftigen und dann die richtigen Entscheidungen zu treffen.
    Lutz

  7. #27
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    Zitat Zitat von Georg_ Beitrag anzeigen
    Wenn Du Dich entschieden hast, eine Operation machen zu lassen, so würde ich das PSMA PET/CT nach der Operation machen lassen. Und den Arzt bitten angesichts des Gleason 4+3 eine erweiterte Lymphknotenentnahme zu machen. Dies wäre die Entscheidung eines Arztes, der bei mit einem PSMA PET/CT erkennbaren Lymphknotenmetastasen operieren würde.
    Wenn man sich zur OP entschieden hat, was letztlich erst auf dem OP-Tisch feststeht (wenn ich an so manchen Thread hier denke), dann kann man kein PET/CT vorher mehr machen lassen - es ist zu spät dafür. Ansonsten ist eine therapeutische Relevanz der vorherigen PET/CT nicht auszuschließen. Denn ein bereits gestreutes PCa wird einen über kurz oder lang zur Salvagebestrahlung und/oder ADT zwingen und der Strahlendoc sagt dann: "hätten Sie auch gleich kommen können". Denn eine "radikale" Entfernung mit kurativem Erfolg war dann nur eine fokale Entfernung in kurativer Absicht.
    Die Nebenwirkungen der OP und auch der erweiterten Lymphknotenentnahme bekommt man gratis dazu. Letztere ist übrigens umstritten, wie wir schon mehrmals diskutiert hatten. Georg, hast du da neuere Infos?

  8. #28
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    Martin, von "die Nebenwirkungen der OP" kann man so allgemein wohl nicht sprechen. Abhängig von der Qualifikation des Chirurgen und der Tumorausbreitung sind diese sehr unterschiedlich.

    Es gibt mehrere Stufen der erweiterten Lymphadenektomie. Ich halte knapp 20 entnommene Lymphknoten in diesem Fall für sinnvoll. Ich habe auch schon von 44 entnommenen Lymphknoten gehört, das halte ich für weitaus zuviel im Hinblick auf mögliche Nebenwirkungen. Der Arzt erklärte übrigens anschließend, die Entnahme von 44 Lymphknoten wäre sinnvoll gewesen, da ein befallener Lymphknoten dabei festgestellt wurde.

    Wenn man nach der Operation Lymphknotenmetastasen im Becken findet, kann man diese bestrahlen oder eine Lymphadenektomie machen. Da hier wahrscheinlich ist, dass befallene Lymphknoten vorhanden sind, halte ich es statt einer zweiten Operation für besser, bei der ersten Operation etwas mehr Lymphknoten als üblich zu entnehmen.

    Georg

  9. #29
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    Die Lymphknotenentnahme gemäß Leitlinie ist primär diagnostisch begründet. Ein befallener Lymphknoten reicht schon aus, um das Staging zu verändern und eine weitere Therapie einzuleiten. Kurativ ist das nur in den wenigen Fällen, wo tatsächlich der oder die einzigen befallenen Knoten getroffen wurden. Auch eine erweiterte Entnahme ändert daran statistisch nichts.
    In dem Augenblick, wo ich eine Methode habe, ohne Entnahme bereits befallene Lymphknoten zu sehen, kann ich vorher das Staging korrigieren und gemäß Leitlinie oder auch alternativ die Therapie, ja sogar die Operation selbst (so ich sie dann machen lasse), anpassen. Das PET/CT wird Mikrometastasen nicht sehen, die der Pathologe (vielleicht, je nach Schnitt) gesehen hätte; andererseits wird die mehr oder weniger zufällige Entnahme von Knoten eventuell eine größere Metastase in einem anderen Knoten, die baldiger Behandlung bedarf, nicht erfassen.

  10. #30
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    Nach dieser Studie bringt es doch etwas, eine erweiterte Lymphadenektomie bei der Operation zu machen. Allerdings wurde dies erst nach der Salvage-Bestrahlung festgestellt:
    https://www.researchgate.net/publica...m_Multi-instit
    (Unter dem blauen Button rechts oben kann man die ganze Studie herunterladen.)

    Darin wird gezeigt, dass ein Rezidiv nach Salvage-Bestrahlung seltener auftritt, wenn mehr Lymphknoten bei der Operation entfernt wurden.
    Aber es heißt allgemein: "These findings support the use of the extended lymph node dissection at initial surgery......" (Diese Ergebnisse unterstützen die Verwendung der erweiterten Lymphknotenektomie bei der Erstoperation....)

    Georg

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