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Thema: Darf ich mich dank meines niedrigen Psa schon freuen ?

  1. #1
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    Darf ich mich dank meines niedrigen Psa schon freuen ?

    Hallo, mein Prostatakarzinom wurde vor fast 3 Jahren entdeckt und mit Gleason 8, Psa 10,4 und T3a als High risk eingestuft. Man hat mir damals von einer Op abgeraten(ich möchte das auch nicht noch einmal diskutieren) und zur Bestrahlung mit 3 jahriger Hormonbehandlung geraten. Ich habe nun hier in den Foren sehr viel gelesen und mir wurde damals auch hier im Forum zu verstehen gegeben dass meine Entscheidung gegen eine Op falsch gewesen wäre. Es hat bei mir sehr lange gedauert bis mein Psa-Wert gesunken ist, mittlerweile bin ich aber bei 0,1 angekommen und ich weiß nicht so recht, ob ich mich schon freuen darf. Da hier sehr viele mitlesen, die sich sehr gut mit der Materie auskennen wäre es echt toll ein paar Antworten zu bekommen. Als ich das letzte mal meinen Strahlendoc gefragt hab wann man denn sagen könne ob die Bestrahlung gewirkt habe bekam ich eine Antwort die mir gar nicht behagt hat und mich wieder in ein tiefes Loch fallen lies. Da ich ja immer noch meine 3 Monatige Pamorelinspritze bekomme würde mich interessieren, ob der niedrige Psa-Wert von der Spritze stammen kann oder von der Bestrahlung ? Muss ich nach Beendigung meiner Hormonbehandlung wieder mit steigenden Psa-Werten rechnen? Ist es möglich durch Bestrahlung alle Krebszellen zu zerstören, oder bleiben immer welche übrig, die dann weiter wachsen ?

    Ich würde mich über ehrlich gemeinte Antworten freuen.

  2. #2
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    Hartmut,

    ob der niedrige PSA-Wert den Pamorelinspritzen zu verdanken ist, wird nie exakt geklärt werden können.
    Natürlich hat auch Die Radiatio einen nicht unerheblichen Beitrag dazu beigetragen. Um ausschließlich
    die Wirkung der Bestrahlung zu überlassen, hatte man mir damals von einer zusätzlichen Hormonblockade abgeraten.

    Zitat Zitat von Kanarenfan
    Ist es möglich durch Bestrahlung alle Krebszellen zu zerstören, oder bleiben immer welche übrig, die dann weiter wachsen ?
    Nach eigener Erfahrung wird auch nach einer noch so guten und präzisen Bestrahlung,
    ich hatte IGRT, also bildgeführte Bestrahlung unter Einbeziehung der Lymphareale,
    irgendwann zu einem Rezidiv kommen. Welche Art von Rezidiv das sein wird, ist wohl individuell verschieden.

    Ich gehe bei mir eher von möglichen Knochenmetastasen aus, die mir aber bislang
    noch keine Schmerzen verursachen. Also warte ich ab, bis sich was zeigt.

    Meine PKH zum Nachlesen:

    http://de.myprostate.eu/?req=user&id=112&page=report

    Alles Gute weiterhin für Dich.

    Harald
    nicht nachlassen

  3. #3
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    Ich bin der Meinung das alles mit viel Glück zu tun hat. Mein direkter Gartennachbar hatte 6 Monate vor mir seine OP, beim selben Arzt und mit Da vinci. Seit dem hat er alles ausgestanden. Ich war 2 Jahre Inkontinent, hatte Bestrahlung und jetzt Hormonentzug. Ich glaube fast nicht mehr das man da jemand Tips geben kann wie es sein soll.

  4. #4
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    Wenn der Testosteronwert wieder normal ist, dann sollte der PSA-Wert weiterhin unter 0.5 sein. Dann wäre von einer Heilung auszugehen ...
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    Gruss
    fs
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  5. #5
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    Hallo Kanarenfan,
    Du solltest trotz High risk weiterhin an eine Heilung glauben und alles vermeiden, was Dich runterziehen könnte. So kannst Du Dein Immunsystem am besten fit halten, damit es evtl. durch IMRT und ADT angeknackste und ausgehungerte Tumorzellen vernichten kann. Schon zu langes Herumgrübeln erzeugt Angst und negativen Stress und das wirkt sich auch schon wieder ungünstig auf die Immunabwehr aus.
    Lg Lutz

  6. #6
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    Hallo,
    eine Hormonblockade verstärkt die Wirkung von Bestrahlung.
    T3a bedeutet, dass der Tumor bei der Diagnose die Kapsel ein- oder beidseitig durchbrochen hatte.

    Ich vermute, dass dein Krebs schon von Anfang an (Gleason 8) Mikrometastasen gebildet hat. Durch die Hormonblockade ist das Wachstum der Metastasen blockiert.
    Ich befürchte, dass wenn Du die Hormonblockade unterbrichst, wenn Testosteronspiegel wieder steigt, da wird auch PSA-Wert steigen und die Mikrometastasen wachsen werden.

    Ich hofe, meine Vermutung ist falsch, das wünsche ich Dir.

  7. #7
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    Hallo,
    vielen Dank für Eure Antworten. Ich habe schon ein wenig Angst davor, was nach dem Absetzen der Hormonbehandlung kommen wird. Meine Ärzte haben mir vor 3 Jahren mit ihren Aussagen bezüglich meiner Diagnose keine großen Hoffnungen gemacht, so daß ich fast nicht glauben kann daß ich jetzt das Schlimmste überstanden habe. Ich weiß ich jammere hier auf sehr hohem Niveau, vor allem wenn ich lese mit welchen Problemen andere zu kämpfen haben. Ich danke Urologe Fs für seine Aussage bezüglich des Psa-Wertes von 0,5, somit habe ich wenigstens mal einen Anhaltspunkt, allerdings war auch Urologe Fs derjenige, welcher vor 2,5 Jahren gemeint hat in meinem Fall wäre die Bestrahlung wegen der Worte Kribriform und perineuraler Invasion in meiner Biopsie die falsche Wahl. Das sitzt zusammen mit den Äußerungen meiner Ärzte ganz tief in mir und verursacht immer wieder Ängste.
    Vielen Dank auch an Jacekw auch ich hoffe daß du mit deinen Vermutungen falsch liegst, leider ist bei vielen anderen hier im Forum genau das eingetreten und so werde ich mit der Angst davor weiterleben müssen. Da mein alter Urologe jetzt in Rente geht, hoffe ich daß sein Nachfolger sich mal etwas mehr Zeit für mich nimmt und ich mit ihm mal über meine Ängste reden kann, damit ich hier im Forum nicht unnötig nerve.
    Noch einmal Danke an alle die geantwortet haben.

  8. #8
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    Moin Hartmut,

    Du bist 60 Jahre alt und hast durchaus Anlass, besorgt zu sein. Und Du nervst nicht. Wir alle können Deine Angst nachvollziehen. Vielleicht vermittelt Dir ja der jüngere Nachfolger Deines bisherigen Urologen weitere
    Erfolg versprechende Therapien.

    Weiterhin alles Gute für Dich.

    Harald
    nicht nachlassen

  9. #9
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    Hallo, ich habe heute meine neuen Werte erhalten, ich bin damit evtl. in der falschen Rubrik aber ich frage jetzt trotzdem einmal. Ich habe bisher immer einen Testosteronwert von 0,8 bzw. 0,7 nmol/l gehabt und mein Psa ist bis auf 0,1ng/ml gesunken, meine neuen Werten zufolge ist mein Testosteron jetzt schlagartig auf > 0,2 nmol/l gefallen mein Psa ist aber mit 0,11 fast gleich geblieben bzw. minimal gestiegen. Kann mir jemand sagen ob das nun gut oder schlecht ist ? Bis mein neuer Urologe anfängt wird es Anfang Dezember und solange möchte ich nicht mehr warten, meinen alten möchte ich nicht mehr fragen, da er sowiso immer kurz angebunden ist.
    Danke schonmal für evtl. Antworten.

    Hartmut

  10. #10
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    Wenn Testosteron im Kastrationsniveau ist und noch weiter abfällt, sind die Änderungen der Wirksamkeit nicht mehr so dramatisch. Und PSA/Testosteron-Werte im Null,Komma-Bereich sind immer mit z.T. erheblichen Schwankungen belastet = alles unverändert
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    Gruss
    fs
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