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Thema: Hitzewallung unter Hormon Ablativer Therapie

  1. #1
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    Hitzewallung unter Hormon Ablativer Therapie

    Gibt es eine Zusammenfassung der Möglichkeiten, den auftretenden Hitzewallungen bei HAT zu begegnen? Dazu würden auch wissenschaftliche Bewertungen der einzelnen Maßnahmen gehören.

  2. #2
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    Ich halte Östrogen-Pflaster für Frauen für die beste Alternative. Diese wirken auch gegen Knochenschwund und Gewichtszunahme.
    https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1206168
    https://forum.prostatakrebs-bps.de/s...gen#post109177
    https://forum.prostatakrebs-bps.de/s...gen#post109183

    Dies ist natürlich "off-label". Die anderen Möglichkeiten finden sich in dieser Studie:
    https://erc.bioscientifica.com/view/.../21/4/T119.xml

    Daraus sei hier der Absatz über Hitzewallungen zitiert:

    Hot flushes

    Hot flushes affect over 50% of men receiving ADT (Charig & Rundle 1989, Schow et al. 1998, Sarosdy et al. 1999). They are a result of the abrupt withdrawal of sex hormones from the circulation, which lowers the temperature set-point in the pre-optic area of the anterior hypothalamus thus causing the peripheral thermoregulatory mechanisms to be activated inappropriately. Noted triggers include increased ambient temperature, stress, anxiety, certain foods and alcohol.

    Described as an uncomfortable sensation of heat or sweating that can even be associated with extreme distress, light-headiness, palpitations and marked sleep disturbances; hot flushes are a major contributor to the discontinuation of ADT. Whilst flushes may wane over time this is not always the case with some men continuing to experience symptoms over a number of years (Karling et al. 1994).

    It is important that the treating practitioner recognises the frequency of this adverse effect and specifically asks all patients regarding this symptom. Usually a simple explanation will do much to alleviate anxiety and is all that is required along with simple lifestyle modifications such as the avoidance of trigger factors, maintenance of a healthy body weight, regular exercise and the use of appropriate clothing, particularly at night.

    However, sometimes other strategies need to be employed, such as the use of non-hormonal therapies including selective serotonin reuptake inhibitors (Quella et al. 1999), clonidine (Loprinzi et al. 1994), or gabapentin (Loprinzi et al. 2009) or hormonal therapies such as cyproterone acetate, medroxyprogesterone acetate or diethylstilbesterol (Irani et al. 2010). Acupuncture and relaxation techniques (Beer et al. 2010, Ashamalla et al. 2011) may also be considered.

    All these methods are variably effective with their own set of side effects making a short-term trial approach, usually of up to 4 weeks duration for each agent alone or in combination, necessary (Quella et al. 1999, Loprinzi et al. 2009).

    Auf der APCCC 2019 in Basel wurde zu Hitzwallungen dieser Vortrag gehalten:
    https://www.urotoday.com/video-lectu...-18-59-11.html

    Man kann also etwas gegen Hitzewallungen tun und muss diese nicht als Patient unter Hormontherapie hinnehmen.

    Georg

  3. #3
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    Danke Georg,
    eine schöne Zusammenstellung, deren Tipps ich bereits (fast alle) ausprobiert habe (bei täglich über 20 Hitzewallungsschüben). Die Pflaster-Estradiol-Variante oder als Einleitung die Tabletten-Estradiol-Variante sollte doch bereits nach wenigen Tagen wirken? Hierüber und auch über den Beginn von Beschwerdeminderung bei den weiteren potenten Medikamenten kann ich den Artikeln kaum etwas entnehmen - außer vagen Bemerkungen.
    Gerade lese ich übrigens den neuen Osteoporose-Leitlinienvorschlag für HAT (Gelbe Liste). Schöne Zusammenfassung und da kommt Östrogen wieder ins Spiel.

  4. #4
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    Ich kann nicht sagen, wie lange es dauert, bis der Östrogenwert wieder im Normbereich liegt. Man nimmt Pflaster um die kardiovaskulären Risiken von Tabletten zu vermeiden.

    Das Review und der Vortrag geben ja die Quellen an, die müsste man für die Dosierung der anderen Mittel heranziehen.

  5. #5
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    Hallo,

    Entschuldigung, wenn ich mich hier einmische. Hier nur eine kurze Zwischenfrage eines Mitbetroffenen:

    Können die durch die ADT augelösten äußerst unangenehmen Hitzewallungen auch organische und bleibende Schädigungen verursachen?

    Lutz

  6. #6
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    Nein, die Hitzewallungen können keine Schädigungen (außer psychischen) verursachen.

  7. #7
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    Zitat Zitat von dr@wulff-berlin.de Beitrag anzeigen
    Nein, die Hitzewallungen können keine Schädigungen (außer psychischen) verursachen.
    Danke! Das hört sich ja schon mal gut an. Meine Psyche wird "zum Glück" von anderen Nebenwirkungen der ADT u.a. belastet.

    Lutz

  8. #8
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    Ich zitiere mal aus meinem obigen Beitrag:
    "In der Regel kann eine einfache Erklärung viel zur Linderung von Ängsten beitragen und ist alles, was erforderlich ist, zusammen mit einfachen Änderungen des Lebensstils wie der Vermeidung von Triggerfaktoren, der Aufrechterhaltung eines gesunden Körpergewichts, regelmäßiger Bewegung und der Verwendung geeigneter Kleidung, insbesondere nachts."

  9. #9
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    Zitat Zitat von Georg_ Beitrag anzeigen
    Ich zitiere mal aus meinem obigen Beitrag:
    "...Vermeidung von Triggerfaktoren, ..."
    Welche Triggerfaktoren sind da gemeint?

    Lutz

  10. #10
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    Lutz,

    Ich habe mal Google übersetzen lassen:

    Hitzewallungen

    Hitzewallungen betreffen über 50% der Männer, die ADT erhalten (Charig & Rundle 1989, Schow et al. 1998, Sarosdy et al. 1999). Sie resultieren aus dem plötzlichen Entzug von Sexualhormonen aus dem Blutkreislauf, der den Temperatursollwert im präoptischen Bereich des vorderen Hypothalamus senkt und damit eine unzureichende Aktivierung der peripheren thermoregulatorischen Mechanismen bewirkt. Als Auslöser gelten erhöhte Umgebungstemperaturen, Stress, Angstzustände, bestimmte Lebensmittel und Alkohol.

    Beschrieben als unangenehmes Gefühl von Hitze oder Schwitzen, das sogar mit extremer Belastung, Benommenheit, Herzklopfen und deutlichen Schlafstörungen einhergehen kann; Hitzewallungen tragen maßgeblich zum Absetzen von ADT bei. Während die Hitzewallungen mit der Zeit nachlassen können, ist dies bei einigen Männern nicht immer der Fall, die über mehrere Jahre hinweg weiterhin Symptome aufweisen (Karling et al. 1994).

    Es ist wichtig, dass der behandelnde Arzt die Häufigkeit dieser Nebenwirkungen erkennt und alle Patienten speziell nach diesem Symptom fragt. In der Regel kann eine einfache Erklärung viel zur Linderung von Ängsten beitragen und ist alles, was erforderlich ist, zusammen mit einfachen Änderungen des Lebensstils wie der Vermeidung von Triggerfaktoren, der Aufrechterhaltung eines gesunden Körpergewichts, regelmäßiger Bewegung und der Verwendung geeigneter Kleidung, insbesondere nachts.

    Manchmal müssen jedoch andere Strategien angewendet werden, wie die Verwendung nicht-hormoneller Therapien, einschließlich selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (Quella et al. 1999), Clonidin (Loprinzi et al. 1994) oder Gabapentin (Loprinzi et al. 2009). oder hormonelle Therapien wie Cyproteronacetat, Medroxyprogesteronacetat oder Diethylstilbesterol (Irani et al. 2010). Akupunktur- und Entspannungstechniken (Beer et al. 2010, Ashamalla et al. 2011) können ebenfalls in Betracht gezogen werden.

    Alle diese Methoden sind variabel wirksam und haben ihre eigenen Nebenwirkungen. Daher ist eine Kurzzeitstudie mit einer Dauer von normalerweise bis zu 4 Wochen für jeden Wirkstoff allein oder in Kombination erforderlich (Quella et al. 1999, Loprinzi et al. 2009).


    Google wird scheinbar immer besser. Also: Als Auslöser(Trigger) gelten erhöhte Umgebungstemperaturen, Stress, Angstzustände, bestimmte Lebensmittel und Alkohol. Mit geeigneter Kleidung ist luftdurchlässige Kleidung gemeint, wie z.B. Baumwolle.

    Letztlich müsste man jetzt die angegebenen Studien lesen, wenn man sich für eines der genannten Mittel interessiert. Die sind leider allerdings auch wieder auf Englisch.

    Georg

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