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Thema: Schließung RPTC München

  1. #1
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    Schließung RPTC München

    Heute hat mich die Nachricht erreicht, das das RPTC Ende des Jahres schließt. Angeblich hat sich nach der Insolvenz vor 2 Jahren kein Investor gefunden bzw. hat auch die Bayrische Landesregierung zusammen mit den Universitätskrankenhäusern kein Interesse daran gehabt, das RPTC weiter zu betreiben. Gerüchteweise soll das Grundstück verwertet werden, da das direkt am Isarkanal gelegen wohl das Filetstück ist.

    Bei allen kontroversen Diskussionen über Sinn oder Unsinn der Protonenbestrahlung finde ich dies mal wieder einen technischen Rückschritt in D. Das RPTC hat wohl die meiste Erfahrung in D mit Protonenbestrahlung, die in vielen Fällen sicherlich ohne Wenn und Aber deutliche Vorteile gegenüber konventionellen Bestrahlung hat. (bei PCa gibt es ja doch sehr kontroverse Meinungen dazu, aber egal).

    Ich selbst habe mich dort vor 2 Jahren behandeln lassen und bin nach wie vor mehr als zufrieden mit der Behandlung.

    VG
    Tom

  2. #2
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    Ja, Tom, habe ich auch erhalten, wobei ein etwas schaler Geschmack entsteht, wenn man liest, das ein GERÜCHT umgeht, daraus Luxuswohnungen zu bauen / machen (was der Insolvenzverwalter zwar nicht direkt bestätigt haben soll, jedoch mit Hinweis auf die sehr geute Lage am Isarufer fast bestätigte).

    Auszug aus dem Schreiben:
    Der Insolvenzverwalter wollte es nicht bestätigen, hat jedoch betont, dass die Lage dieses Zentrums direkt am Isar einfach zu wertvoll ist
    Zudem:
    bestehe weder von Seite der Bayerischen Landesregierung noch von den beiden Universitätskliniken München Interesse, das Zentrum zu übernehmen.

    Denke mal, das wars!

    Seltsam nur, das im eurpäischen Ausland neue Protonen Zentren gebaut werden:

    Abgesehen von den Großmächten wie den USA und Japan, wurden in den Nachbarländern wie Großbritannien und Holland in den letzten beiden Jahren 2 bzw. 3 neue Protonentherapiezentren fertig gebaut.

    R.I.P RPTC!

    Mich würde mal interessieren, wie es Dr. Rinecker geht, ich weiß, das er alles verloren hat, seine villa wurde für 23 Mio. versteigert, wo wird er jetzt sein?


    Traurige Gedanken habe ich auch, wenn ich an die Angestellten denke, wenngleich ich sicher bin, das diese -zumal in der heutigen Lage am Arbeitsmarkt- schnell wieder unterkommen werden (was ich Ihnen wünsche).

    lg
    Harald alias Flüstermann
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  3. #3
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    Hi,
    ich bin echt geschockt. Ich war im August auch dort zur Therapie und bin bis jetzt sehr zufrieden, obwohl man das wirkliche Ergebnis ja erst viel später weiss. Meine Nebenwirkungen klingen jetzt nach 6 Wochen wellenförmig gut ab. dAufgrund er Erfahrung mit dem Personal vor Ort wäre das wirklich extrem schade! Alle haben sich wirklich alle erdenkliche Mühe gegeben. Leider ist das RPTC als Privatinstitution wohl allgemein sehr unfair behandelt worden.Deutschland ist - leid - eine OP-Bude. Das finde ich, selbst als Arzt, ethisch eine große Schweinerei. Als ich da war, liefen auch nur 2 Gantries. Ich kann es wirklich nicht verstehen - übel, dass hier die Moneten mal wieder im Vordergrund stehen, und ein tolles Therapiezentrum sterben muss.
    Die Therapie hat Zukunft! Ich hoffe, es gibt noch eine Chance!
    Holger 1957

  4. #4
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    Hallo zusammen,

    Ich habe mich letztes Jahr auch über Protonentherapie informiert, am RPTC aber auch warum die Schweiz keine solche anbietet für Prostatakrebs.
    Es wurde bei uns vor 7 Jahren politisch verhindert (siehe Link zu einem Pressebericht), man befürchtete ein Wettrüsten unter den Kliniken mit entsprechend negativen Folgen für das Gesundheitswesen.

    Es bleibt seither dabei: In der Schweiz gibt es das Paul-Scherrer-Institut (PSI), das mit Protonen die speziellen Indikationen Hirntumor, Augentumor usw. behandeln kann. Ein Mehrbedarf wurde noch nicht ausgemacht.

    Ich glaube zwar auch, dass die Protonentherapie Vorteile gegenüber der älteren IMRT bei Prostatakrebs hatte, aber heutzutage bei den verbesserten VMAT Maschinen ?
    Ich wage mir da als Laie keine weitere Einschätzung abzugeben. Aber der Preisunterschied von ca. Faktor 2 ist halt schon erheblich (hatte alle meine Daten ans RPTC geschickt und auch schon ein Angebot bekommen, was ca. um € 40'000.- lag).

    Bei mir hat schliesslich der plötzlich beschleunigte PSA Verlauf den Ausschlag gegeben, möglichst sofort einen OP Termin wahrzunehmen.

    Tritus

  5. #5
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    Guten Morgen,

    eine traurige Nachricht und ein Rückschritt in Deutschland, wie Tom bereits schrieb.

    Bezeichnend finde ich, dass keine Klinik Intresse hat diese Anlage zu übernehmen und sie ersatzlos verschwinden wird. Es ist ein Politikum und die "OP-Mafia" hat es mit den Hürden der Leitlinien und somit der Kostenerstattung geschafft, einen unliebsamen Wettbewerber vom "Markt" zu drängen. Zu wenige Selbstzahler aus dem Aus- Inland, brachten den Businesscase in Schieflage. Mir tut es für die Angestellten leid, denn die haben jederzeit ihr bestes gegeben und waren auch nach zig Überstunden und kurz nach Mitternacht noch freundlich.

    Bei mir ist es ebenfalls 2 Jahre her, ich bin nach wie vor mehr als zufrieden mit dem Ergebnis und würde heute die gleiche Entscheidung treffen.

    Viele Grüße Andreas

  6. #6
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    Guten Morgen,
    ich habe gestern mit einem Arzt im RPTC telefoniert. Die Mitarbeiter haben eine Initiative zum Erhalt des RPTC gestartet. Dazu sollte gestern eine Pressemitteilung erscheinen. Konnte ich bisher aber nicht finden. Ich wünsche den Mitarbeitern dabei viel Glück und dass alles ein gutes Ende nimmt.
    Grüße an alle
    Holger 1957

  7. #7
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    Das RPTC startet eine Petition zum Weiterbetrieb des RPTC. Ob was hilft, wer weiß?

    Anbei Link zur Petition, wer will kann ja unterschreiben. Ab 24.000 Unterschriften muss sich wohl der Petitionsausschuss mit der Problematik beschäftigen.

    https://www.openpetition.de/petition...herzen-bayerns

    VG Tom

  8. #8
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    Rinecker Therapiezentrum

    Lebenswichtiger Bedarf - und ein trauriger Niedergang

    Insolventes Rinecker Protonen-Therapiezentrum
    Überheblichkeit des Gründers, Ablehnung durch andere Kliniken und der Abschied von einer Institution, die eigentlich gebraucht wird“


    Der ärztliche Leiter schreibt zur Schließung des Zentrums einen Leserbrief in der SZ vom 12.11.2019:

    https://sz.de/1.4679553

    Von ärztlichen Kollegen (in meiner Familie Hämatologen, Onkologen, Chefärzte von Tumorzentren etc. ) wurde mir versichert, dass, zumindest beim Prostatacarcinom der Einsatz nicht zu Lasten von Krankenkassen gehen könne. Echten Selbstzahlern bleibt die Anwendung unbenommen.

    Spezielle Indikationen - wie Kinder - werden ja auch im Leserbrief genannt.

    Winfried

  9. #9
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    diese Petition wird wohl nicht die erforderlichen 24 000 Unterschriften errreichen (selbstverstädlich hat meine Familie dies unterschrieben, als auch ich noch weiteren Bekannten dies ans Herz legen werde).

    Bin gespannt, ob es auch hier im Forum zu einer großen Beteiligung kommt.



    lg
    Flüstermann alias Harald (nomen est omen)
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  10. #10
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    Alles, was nach Strahlen und Nukleartechnik klingt, hat in Deutschland keine grosse Lobby. In den 80ern protestierten einige - will hier keine Parteien nennen - mit religiösem Eifer gegen Kernenergie, Wiederaufarbeitung, schnelle Brüter wie auch Endlagerung und propagierten als Ersatz Kohlekraftwerke. Wie religiöse Sekten können die damaligen Gegner fortschrittlicher Technologien nicht an ihren Grundsätzen rütteln, ohne den Fortbestand ihres Glaubens zu gefährden. Deswegen kann der Nutzen von Nukleartechnologie nicht neu evaluiert werden, obwohl sich der Umstieg auf Kohle als Irrweg erwiesen hat. Schon Bemerkungen, welche politische Gruppierung sich noch in den 80ern für Kohlekraftwerke stark machte, gilt in manchen Kreisen als Ketzerei.

    Vorbei die Zeiten, als führende Nuklearforschungszentren in Deutschland beheimatet waren. Kann das RPTC nicht nach Russland oder China umziehen? Oder vielleicht hälfe es ja, auf dem Klinikdach ein Windrad zu installieren und mit dem Prozentsatz Protonen zu werben, der sich mit diesem befeuern läßt.

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