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Thema: Verzweiflung pur.

  1. #1
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    Verzweiflung pur.

    Hallo zusammen.
    Ich hoffe auf euren Rat.
    Bei meinem Mann ist ein PSA Wert von 600 festgestellt worden und ein Gleasonwert von 9 .
    Knochenszintigram ohne Befund.

    Er soll jetzt noch ein CT gemacht bekommen vom Becken ob man die Prostata heilen kann bzw. entfernt . Der Arzt sagte die Prostats muss auf jeden Fall raus. Er ist 65 Jahre alt und wir verzweifeln bald.

    Nun meine Fragen: Wie hoch könnten die Heilungschancen sein? Welche Möglichkeiten haben wir das er mir noch lange erhalten bleibt ?

    Sorry falls ich jetzt blöd frage , aber ich bin total durcheinander und weiss nicht wie es weiter gehen soll.

    Verzweifelte Grüsse an alle 😥

  2. #2
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    Hallo Britta,

    bei einem PSA-Wert von 600 ng/ml kann man davon ausgehen, dass irgendwo im Körper Metastasen sitzen. Wenn beim Knochenszintigram keine Metastasen gefunden wurden, wäre es aus meiner Sicht dringend erforderlich beim geplanten CT den Oberkörper mit einzubeziehen.

    Bei mir wurde bei der Erstdiagnose bei einem PSA von über 1000 ng/ml beim Szintigram eine Knochen-Metastase gefunden, das CT zeigte dann im Lungenbereich eine sehr üppige Metastasierung.
    Das war vor über 2 Jahren und nach Hormonentzug und früher Chemo geht es mir bei einem aktuell nicht nachweisbaren PSA-Wert gesundheitlich gut.

    Nicht verzweifeln
    Franz

  3. #3
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    Hallo Britta, ich denke Du und Dein Mann sind hier in diesem Forum richtig. Vermutlich wirst Du bald einige Antworten von sehr erfahrenen Betroffenen erhalten. Dass man verzweifelt ist kann ich gut verstehen, daher spare ich mir jetzt so Sätze wie "Kopf hoch wird schon". Mir hat sehr geholfen viel zu Lesen und Licht in das Dunkle zu bringen. Was ich aus eigener Erfahrung sagen kann und evtl hilft es ein wenig, meine Fassungslosigkeit und die emotionalen Tiefen wurden im Laufe der Zeit besser, habe damit gelernt zu leben. Anstrengend ist es alle mal. Alles Gute

  4. #4
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    Hallo,
    Danke für die Antwort. Schon wo nur der Verdacht war hatte ich hier mal gelesen und es hat mich etwas beruhigt, nur jetzt mit dem Gleasonwert gehen bei mir alle Alarmglocken an.

  5. #5
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    Hallo,
    Danke für die Antwort.
    Was ich noch vergessen habe zu erwähnen war das der PSA Wert nach der DRU gemessen wurde und er eine Prostataentzündung hatte und eine Vergrösserung .

    Er hat hier ein Rezept und soll nehmen: Bicalutamid Aristo 50 mg und dort steht noch Profact Depot 3.

    Auf der Überweisung steht: Befund - Amdrogenblockade begonnen , Krea 4.11.19 0,6 TSH angenommen.
    Auftrag: bitte CT Becken/ Abdomen zur Abschätzung ob kurative Prostatektomie möglich ist .

  6. #6
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    Hallo Britta,

    das Abtasten, die Prostataentzündung und die gutartige Vergrößerung sind alles Dinge, die den PSA-Wert erhöhen, aber nicht in die Größenordnung, die bei Deinem Mann vorliegt.
    Bicalutamid und Profact sind Medikamente zur Androgenblockade = Hormontherapie, sie blockieren die Produktion von Testosteron und dessen Aufnahme in die Krebszellen. Testosteron ist nicht der Auslöser für den Krebs, aber die Nahrung für die Krebszellen.
    Krea(tinin) ist ein Marker für die Funktion der Nieren; TSH = Thyreotropin stimulierendes Hormon, stimuliert das Wachstum, die Iodaufnahme und die Hormonbildung der Schild*drüse. Die beiden Untersuchungen dienen also dem Abklären, ob die Nieren und die Schilddrüse ordnungsgemäß funktionieren.
    Ich empfehle Dir, Dir unser "Basiswissen" herunterzuladen, zum Nachschlagen und allmählichen Einarbeiten in die Umfangreiche Materie. Zuerst sollest Du vielleicht mit Abschnitt 8.5 "Antihormonelle Therapien" beginnen.

    Ralf

  7. #7
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    Hallo Ralf,

    ich habe mich schonmal etwas eingelesen.Das ist ja einiges zum nachlesen und danke schonmal für den Link,das hilft uns bestimmt weiter. Ich bete jetzt nur das bei dem CT nichts gefunden wird und die Prostata so entfernt werden kann. Ist ja auch die Frage wie es danach weiter geht .

    Mein Mann macht sich grad Sorgen um alles. Zum einen die Krankheit und zum anderen arbeitet er ja noch zusätzlich zur Rente und nach 6 Wochen ist ja Ende mit Zahlung und er weiss nicht wie das weiter gehen soll.
    Es kommt im Moment Knüppeldick runter.
    Aber das wichtigste ist die Gesundheit und ich denke auch wenn Metastasen da sein sollten das ich ihn hoffentlich noch lange bei mir habe...

  8. #8
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    TSH- und Kreatinin-Werte werden benötigt wegen eventueller Kontrastmittel beim CT. Wenn außerhalb des Normbereichs, müssen andere Mittel verwendet werden (oder keine) oder "Gegenmittel" zusätzlich gegeben werden: https://www.radiologie-nuklearmedizi...tertomographie

    "Abschätzung ob kurative Prostatektomie möglich ist": Eine kurative Behandlung bei Gleason 9 und PSA 500 wird kaum möglich sein (aber trotzdem noch etliche Jahre gutes Leben), so daß die Überweisung hier ein falsches Ziel benennt. Zugleich wird eine palliative Therapie begonnen (Androgendeprivation) - das mag ja "ärztliche Praxis" sein, ist aber inkonsequent. Was denn nun: kurativ oder palliativ? Britta, dein Mann passt nicht in die Leitlinie, also beginnt das "Herumdoktern". Ziel ist die in Deutschland fast unvermeidliche Prostatektomie, der bei Gleason 9 und PSA 500 unweigerlich die Strahlentherapie und die Fortsetzung der Androgendeprivation folgen werden.

    Zur Abschätzung des Risikos beim bisherigen Diagnosestand benutzt man die Partin-Tabellen:
    https://www.hopkinsmedicine.org/brad...tin-table.html
    Britta, dein Mann hat 95% Risiko, dass der Tumor die Prostata verlassen hat. Davon gehen 48% an das Risiko für befallene Lymphknoten. Eine kurative Option wird zumidnest möglich, wenn weitere Untersuchungen diese Werte deutlich verringern.

    Zunächst ist daher die Ausbreitung genauer zu bestimmen (nicht erst nach Operation!). Das beabsichtigte CT sieht vielleicht etwas mehr als das Szintigramm. Die Leitlinie sieht es nicht vor, doch es wird offenbar immer gemacht (weil es preiswert und überall verfügbar ist?). Der Stand der Wissenschaft ist allerdings ein PSMA PET/CT: https://forum.prostatakrebs-bps.de/s...491#post119491
    Die PKV bezahlt das, die Gesetzliche mal so, mal nicht (Selbstzahler ca. 1500€).
    Vorher können die Biopsieproben auf PSMA-Empfindlichkeit getestet werden (machen einige Labore). Sind sie negativ, so kommt statt des CT ein multiparametrisches MRT in Frage.

    Wenn die Prostata einen mindestens 100ml großen Tumor enthält (man rechnet mit 3 ng/ml PSA pro ml Tumorvolumen) und sonst nichts zu sehen gewesen ist, kann die kurative Option "Operation" gezogen werden. Wenn zusätzlich einzelne Lymphknoten befallen sind, ist sie ebenfalls denkbar. Eine (deutlich spätere) Progression ist immer noch wahrscheinlich, und damit die Folgetherapien.
    Bei Kapselüberschreitung und/oder zu erwartender R1-Situation oder Fernmetastasen kann man sie machen, wenn man den Aussagen von Prof. Graefen zur G-RAMPP-Studie folgt.
    Möglich ist aber auch (Leitlinie) eine Strahlentherapie mit adjuvanter ADT. Dazu muss man sich eine Zweitmeinung bei den Strahlendocs holen: um zu erfahren, ob das nebenwirkungsärmer möglich ist als die Operation (hängt von Abstand zu Rektum, Blase, u.a. ab). Dafür braucht man dann wieder die präzise 3D-Bildgebung.

    Ruhe bewahren - hinterfragen - vernünftige Untersuchungen anleiern - Lebensqualität bei Therapieentscheidung berücksichtigen.

  9. #9
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    Hallo Britta,

    ich würde abklären, ob die Hormontherapie vor einer PET-CT begonnen werden sollte bzw, wenn dein Mann bereits Medikamente einnimmt, ihr einen.schnellen Termin für die PET-CT bekommen könnt, da Metastasen durch die Therapie schwerer zu finden sein werden.

    Außerdem wird möglicherweise zu klären sein, ob der Primärtumor in der Prostataregion auch dann bestrahlt und/oder operativ entfernt werden sollte, wenn bereits eine umfangreiche Fernmetastasierung vorliegt. Was bei einem PSA von 600 leider nicht unwahrscheinlich ist.

    Euch alles Gute!

  10. #10
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    20
    Danke für eure Antworten ...

    Wir werden morgen direkt erstmal bei der Krankenkasse anrufen ob sie die Kosten evtl. übernehmen für das PSMA PET/CT . Ich bin ja schon froh das er in körperlich guter Verfassung ist , obwohl er Heute erst aus dem KH kam , weil nach der Biopsie eine Urosepsis vorlag und er voller Medikamente gepumpt wurde.

    Wenn ich das von euch so lese stellt sich mir die Frage ob bei einer evtl. Metastasierung in den Lymphknoten überhaupt noch eine OP sinnvoll wäre, aber das bleibt wohl abzuwarten wenn alle Ergebnisse vorliegen .

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