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Thema: Verzweiflung pur.

  1. #61
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    Zitat Zitat von KarlEmagne Beitrag anzeigen
    Britta, zur Frage OP/Bestrahlung: bei höheren PSA-Werten mit vermutlich signifikant kapselüberschreitendem Wachstum wird bei MD Anderson/Houston TX vor einer eventuellen OP eine Hormontherapie angesetzt, da dies offenbar dem Chirurgen die Arbeit erleichtert.
    Das wäre mir also komplett neu Habe bisher immer was anderes gelesen, ohne jetzt grad die Beweise zur Hand zu haben. Eine Hormontherapie vor OP erschwert die Op und die anschliessende pathologische Untersuchung, so mein letzter Stand des Wissens. Vielleicht hast Du aber wirklich schon neuere Ergebnisse ?

    Tritus

  2. #62
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    @admins darf man hier links zu Threads in anderen Foren posten?

    Ja, war uns allen neu, ist aber bei MDA so entschieden worden und das ist eine Top-Klinik. Für mich macht es aber durchaus Sinn, denn welcher Chirurg will schon Schnittränder mitten durch den Tumor? Der Threadsteller hatte PSA 29, steinharte Prostata, Gleason 9 mit allen Proben positiv und dann im MRT entsprechend Anzeichen für extrakapsuläres Wachstum.

  3. #63
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    Zitat Zitat von KarlEmagne Beitrag anzeigen
    @admins darf man hier links zu Threads in anderen Foren posten?
    Ich sehe nichts, was dagegen spräche.

    Ralf

  4. #64
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    https://www.cancerforums.net/threads...t-psa-29/page8

    Ich muss da die Zahlen und Zentren verdreht haben, werde nochmal nach dem MDA Thread suchen. Hier eine Entscheidung von Dana-Farber, erst nach Hormontherapie zu klären ob RP.

  5. #65
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    https://www.cancerforums.net/threads/56820-n-1

    Dies der Thread zu MDA. Dem Threadsteller kam ADT vor OP komisch vor, deswegen "n==1" für die Sample-Size der Statistik zu den Vorteilen dieser Vorgehensweise.

  6. #66
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    Karl,

    Tritus schrieb: „Eine Hormontherapie vor OP erschwert die Op und die anschliessende pathologische Untersuchung“. Das habe ich auch schon gehört, aber wahrscheinlich ist dies nach wenigen Monaten ADT noch nicht so ausgeprägt, das dies sehr ins Gewicht fällt.

    Jedenfalls wird die Hormontherapie vor der OP jetzt wieder diskutiert, wie ich nach kurzer Recherche im Internet festgestellt habe.

    In dieser Studie hat man beobachtet, dass die Patienten offenbar seltener ein Rezidiv nach einer Operation hatten, wenn vorher ADT gemacht wurde:
    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5333641/

    Diese Studie berichtet von weniger positiven Schnitträndern bei Operation, wenn vorher ADT gemacht wurde: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30430324
    ähnlich auch diese Studie: https://ascopubs.org/doi/full/10.1200/JCO.18.01777

    Grundsätzlich schrumpft meist der Tumor unter einer Hormontherapie. Damit kann man versuchen, Tumor, der etwas über die Kapsel hinausgewachsen ist, wieder auf die Kapsel zu begrenzen. Dies kann dann zu weniger positiven Schnitträndern führen. Und damit auch zu besserem Nervenerhalt.

    In dieser Studie hat man neben ADT+Bicalutamid sogar noch Chemo eingesetzt:
    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3974001/

    Georg

    P.S.
    Wir haben ja ein wirklich gutes Abkürzungsverzeichnis hier im Forum, aber MDA steht da nicht drin. MDA steht für die renommierte Krebsklinik MD Anderson in Texas.

  7. #67
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    Die hormonsensitiven Krebszellen sterben bei ADT den gewöhnlichen Zelltod (Apoptose). Wie Georg schrieb verkleinert sich dadurch der Tumor. Allerdings werden mit Sicherheit nicht alle Zellen sterben, einige "arrangieren" sich oder "schlafen" (Arrest des Zellzyklus): es gibt keine Heilung durch ADT. Diese Zellen können sich auch am Rand des Tumors befinden. Da rein statistisch einzelne Randüberschreitungen nur eine geringe Zellanzahl haben gegenüber dem Tumor in der Prostata gibt es vermutlich eine gewisse Anzahl von Patienten, die am Rand überhaupt keine überlebenden Zelen haben werden. Diese profitieren von der neoadjuvanten ADT.
    Allerdings sind biochemisches Rezidiv oder R0 als problematische Endpunkte zu sehen, besonders bei ADT. Georg hatte dazu Dr. Spratt verlinkt (allerdings ADT in einer etwas anderen Situation):
    https://twitter.com/DrSpratticus/sta...91997688291328

  8. #68
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    Vielleicht passt mein folgender Hinweis ja überhaupt nicht, weil es sich dabei um eine andere Krebsart handelt, aber gewisse Parallelen gibt vielleicht ja schon:

    Ich musste mich nämlich in der Vergangenheit sehr intensiv (wegen Erkrankung meiner Mutter) mit Bauchspeicheldrüsenkrebs beschäftigen, und da ist es durchaus üblich, wenn der Tumor aufgrund von Größe oder Lage nicht operierbar ist, eine neoadjuvante Therapie (i.d.R. Chemo mit Folforinox, Bestrahlung seltener) vorzuschalten, um ihn zu verkleinern.....und erst dann wird operiert.
    In Studien hatten BSDK- Patienten, die eine neoadjuvante Therapie erhielten, ein signifikant besseres medianes krankheitsspezifisches Überleben. Besonders profitierten Patienten mit schlecht differenzierten Tumoren und höheren Krankheitsstadien.
    Ich kenne einen Fall, da wurde diese Vorgehensweise sogar bei Fernmetastasen (Leber- und Bauchfell) durchgeführt, die Patientin, der man bei Diagnose vor 5 Jahren noch wenige Wochen gegeben hatte, lebt immer noch.

    Ich wollte es zumindest mal erwähnt haben, ob man es jetzt mit PCa vergleichen kann, weiß ich allerdings nicht.

  9. #69
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    Espera, ich vermute ebenfalls bessere Operationsbedingungen als Motivation einer neoadjuvanten Therapie. Bei einer äußerlich gesunden Prostata kann ein erfahrener Chirurg mit erprobten Techniken arbeiten, während individuell unterschiedliches kapselüberschreitendes Wachstum dies erschweren wird - so stelle ich mir das jedenfalls vor. Besonders in fortgeschrittenen Stadien mit nachgewiesenen Fernmetastasen, wo man den Primärtumor früher nicht mehr behandelt hätte. Ich habe jetzt keine anderen Threads oder Links parat, meine mich aber zu erinnern, hierzu Diskussionen gelesen zu haben.

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