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Thema: Infektionsprophylaxe bei transrektaler Prostatabiopsie (TPB)

  1. #11
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    Wechselwirkung bestimmt durch Cytochrom P450

    Ciprofloxacin darf nicht mehr eingesetzt werden, siehe dazu und zu Ersatzstoffen
    Das Problem Grapefruit betrifft auch viele andere Medikamente. Eine Rolle spielt dabei das Protein Cytochrom P450
    .

    Wer sich näher mit dem Problem der Wechselwirkung von Grapefruit und Medikamenten beschäftigen will, dem sei dieser Artikel empfohlen

    https://www.pharmazeutische-zeitung....harm1-31-2005/

    Wenn ich mir das so anschaue: Medizin ist keine Naturwisschenschaft, aber ganz schön interessant - und bei Nichtwissen auch ganz schön gefährlich.

    Aber die meisten Mitleser hier plagen ganz andere Probleme...


    Winfried

  2. #12
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    Zitat Zitat von lutzi007 Beitrag anzeigen
    Wird denn das Antibiotikum Ciprofloxacin immer noch eingesetzt? Ich dachte, dass es aufgrund der schwerwiegenden Nebenwirkungen einer Zulassungsbeschrännkung unterliegt?
    Lutz

    Dr. Huggett geht im Artikel darauf ein (Seite 10 im Heft):
    Nebenwirkungen der Fluorchinolone sind seit Jahren bekannt. Im April 2019 wurde ein Rote-Hand-Brief veröffentlicht, der die Nebenwirkungen hervorhebt und vor einem ungezielten Einsatz warnt. Sofern eine Empfindlichkeit der Erreger gegenüber Fluorchinolonen gegeben ist, sind diese Antibiotika hochwirksam bei Infektionen der Prostata und der ableitenden Harnwege und gelten weiter als Mittel der Wahl (Hervorhebung von mir). Allerdings muss die Anwendung von Fluorchinolonen außerhalb dieser Indikation nicht nur in der Urologie sehr streng gestellt werden. Als alternatives Antibiotikum zur Infektionsprävention vor TPB [transrektale Prostata-Biopsie] kommt Fosfomycin infrage.
    Manche Ärzte übersetzen das "TPB" mit "transfäkale Prostatabiopsie"...

    Ralf

  3. #13
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    Lieber Winfried,
    Zitat Zitat von W.Rellok Beitrag anzeigen
    herzlichen Dank für deine hervorragende Darstellung der Biopsie-Problematik im Basiswissen.
    herzlichen Dank für das Lob. Ich fühle mich geadelt!

    Ralf

  4. #14
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    Zitat Zitat von RalfDm Beitrag anzeigen
    Lieber Winfried,

    herzlichen Dank für das Lob. Ich fühle mich geadelt!

    Ralf

    Lieber Ralf,

    und das aus vielerlei Gründen. Lob ist hier manchmal verpönt. Aber es sei auch mir erlaubt, das an dieser Stelle zu tun. Wir/ich sind froh, dass wir Dich haben.

    "So Ehre denn, wem Ehre gebührt"
    (Johann Wolfgang von Goethe"

    Harald
    nicht nachlassen

  5. #15
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    Adel - ein kleiner Exkurs

    Lieber Ralf,

    Ich fühle mich geadelt!
    Dieses Gefühl trügt nicht. Du hast dies wirklich verdient.

    Zum Adel ein kleiner Verweis mit Wikipedia:

    Der Adel (althochdeutsch adal oder edili ‚Edles Geschlecht, die Edelsten‘, lateinisch nobilitas) ist eine „sozial exklusive Gruppe mit gesellschaftlichem Vorrang“, die Herrschaft ausübt und diese in der Regel innerfamiliär tradiert.[1] Eine Klarheit des Begriffs gibt es allerdings nicht[2] und in den einzelnen europäischen Herrschaftsbereichen gelten bzw. galten unterschiedliche Kriterien, wer zum Adel gehört und wer nicht.[3] Noch viel mehr gilt dies für außereuropäische Kulturkreise. Ein Angehöriger des Adels wird als Adeliger, Edelfrau, Edelfräulein oder Edelmann bezeichnet.
    Und jetzt kommt‘s für uns Süddeutsche. Wir kennen bei offiziellen oder halboffiziellen Anlässen immer noch die Begrüßung: Sehr geehrte zahlende Mitglieder, sehr geehrte Geistlichkeit, sehr geehrte (in Bayern) königliche Hoheit.

    Das rührt daher, dass doch gewisse königliche Bauwerke (Schloss Neuschwanstein, Linderhof, Herrenchiemsee, die Ludwigstraße und Maximilianstraße in München) viele Devisen bringen. Es blieb also was übrig von dem adeligen Geschlecht - König Ludwig II. war ein Waffengegner - was nicht nur mit Krieg in Verbindung gebracht wird.

    Nun zu meinem 2. Wikipedia-Zitat, das genau Ralfs Verdienste würdigt:

    Der Herrschaftsanspruch des Adels gründete sich unter anderem auf Leistung,..
    So, jetzt wieder zu ernsten Dingen.

    Winfried

  6. #16
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    Zitat Zitat von RalfDm Beitrag anzeigen
    Dr. Huggett geht im Artikel darauf ein (Seite 10 im Heft):
    ...
    sind diese Antibiotika hochwirksam bei Infektionen der Prostata und der ableitenden Harnwege und gelten weiter als Mittel der Wahl (Hervorhebung von mir). ...

    Ralf
    Danke Ralf, das beruhigt mich.
    Im letzten Jahr war ich mit dem Cipro mehrfach intensiv behandelt worden. Nachdem ich dann vor kurzem über eine Fernsehsendung erfahren habe, dass Cipro viele irreversible Schäden verursachen kann und auch schon verursacht hat und das seit längerer Zeit auch schon bekannt ist, wurde mir ganz anders...
    Lutz
    Ich bei myprostate: ___ Kenndaten ___ Grafiken ___ PSA-VZ ___ Beurteilungen ___ Mein Bericht

  7. #17
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    Eine bestehende Infektion zu behandeln ist etwas anderes als Prophylaxe. Hier besteht ein akutes Risiko und es gibt einen konkreten Keim, der notfalls auch bestimmt werden kann durch Untersuchungen; dort ist eine Infektion möglich, aber nicht zwingend, und der verursachende Keim ist noch nicht bekannt, nur vermutet.
    Daher darf man Fluorchinolone bei Infektion als "Mittel der Wahl" bezeichnen, als Prophylaxe sind sie zunächst erstmal verboten (es gibt nicht nur den Rote-Hand-Brief, sondern auch einen expliziten Widerruf der Zulassung bei Prophylaxe).
    Die zum Glück reversiblen Nebenwirkungen, die ich erlebt habe, würden mich allerdings inzwischen auch bei einer Infektion von einer Einnahme abhalten.

  8. #18
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    Hallo Martin,

    Die zum Glück reversiblen Nebenwirkungen, die ich erlebt habe,
    Bereits in den späten 90iger Jahren hatte ich bei einem Patienten mit mehr wöchiger Therapie mit Fluorchinolon eine Ruptur der Achillessehne erlebt. War leider nicht reversibel, musste operiert werden. Hat mir als den „Verursacher“ sehr viel Ärger, Stress und graue Haare gebracht.

    Winfried

  9. #19
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    Zum Bericht von Frau Dr. Huggett fand ich das:

    https://www.springermedizin.de/prost...opsie/16900292

    Aber auch in der folgenden Stellungnahme wird das Problem angesprochen:

    https://www.aerzteblatt.de/nachricht...stenzsituation

    Gruß Harald
    nicht nachlassen

  10. #20
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    Fosfomycin ist durchaus ein sehr wirksames Antibiotikum für die Infektionsprophylaxe, schon alleine wegen seiner guten compliance. Ich selbst vertrage es leider nicht sehr gut. Als Alternative bleibt dann noch der etwas umständlichere Weg über Nitrofurantoin und/oder Nitroxolin. Cipro ist praktisch tot.

    Ja, die multiresistente Keime, vor allem die MRGN Keime, werden uns noch viel Ärger bereiten. Wir haben uns alle einen zu leichtfertigen Umgang mit potentiell infektionsgefährdenden Situationen angewöhnt. Ein krasses Beispiel dafür, was aber nix mit Darmkeimen zu tun hat (!), ging kürzlich durch die Medien. "Im Bremer Fall hatte der Hund sein Herrchen nicht gebissen – sondern ihm nur über das Gesicht geleckt." Das hat gereicht…
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