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Thema: PSA-Wert im Grenzbereich, aber nahezu Verdopplung zum Vorjahr

  1. #41
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    Zitat Zitat von Michi1 Beitrag anzeigen
    Weil gerade vom Sterben geredet wird, ich habe gestern am TV gehört das Lagerfeld der gestern vor einem Jahr gestorben ist an Prostatakrebs verstorben ist. Ich würde gerne wissen, ob Prominente etwas und wenn möglich was dagegen gemacht haben. Das würde bestimmt interessant sein für andere Betroffene.
    Hallo Michi, kennst Du die Geschichte von Wolfgang Bosbachnicht?


    Dann kam der Krebs. Für Bosbach war der Gang in dieÖffentlichkeit die Flucht nach vorn. Die Prostataoperation 2010 ließ er noch inHamburgvornehmen, wo ihn keiner kennt. Doch als er danach in seiner Heimat mit derStrahlentherapie begann, war ihm klar, dass er nicht ständig im Wartezimmerherumsitzen kann, ohne dass sich das herumspricht. „Bevor er für halb toterklärt wird, sagt er lieber selbst, wie es um ihn steht“, heißt es in seinerBiografie.
    Die Operation verlief gut, seine Lebenserwartung bezifferteder Arzt damals auf 23 Jahre. Doch dann kamen die Metastasen und im September2011 korrigierte der Mediziner seine Prognose "deutlich nach unten". "Unheilbar"lautet sie jetzt. Er solle einfach Dinge machen, die ihm Spaßmachen, riet ihm der Arzt. Für Bosbach bedeutet das: 16-Stunden-Tage alsBundestagsabgeordneter, Wochenendveranstaltungen im Wahlkreis, rund 400Redeveranstaltungen im Land und die Arbeit in der Anwaltskanzlei.

    Seit 2012 Hat er Metastasen in den Knochen.

  2. #42
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    Zitat Zitat von peruzzi Beitrag anzeigen
    Erstaunlich, wenn man ständig lesen muss, dass Prostatakrebs in seltenen Fällen zum Tod führt, sondern man meist an anderen Erkrankungen im Alter sterben soll. Wie vereinbart sich solche Zahlen mit den Aussagen diverser Fachforen/Ärzte?
    Also ich denke mal und hab auch irgendwo gelesen; An dem PCa sterben wenige, die meisten sterben an damit verbundenen Begleitkrankheiten (Kardiologische Probleme Sepsis usw) . Und an den Nebenwirkungen der Therapien (Chemo usw).

  3. #43
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    Zitat Zitat von peruzzi Beitrag anzeigen
    Erstaunlich, wenn man ständig lesen muss, dass Prostatakrebs in seltenen Fällen zum Tod führt, sondern man meist an anderen Erkrankungen im Alter sterben soll. Wie vereinbart sich solche Zahlen mit den Aussagen diverser Fachforen/Ärzte?
    Die gängige Meinung ist nur, dass im "hohen" Alter man eher an etwas Anderem stirbt als am PCa. Also wird dann auch zu "Watchful Waiting" oder gleich ADT geraten. Dem "jungen" Patienten wird die Operation eingeredet. Aktuelle Evidenz dafür gibt es jeweils nicht. Andere Bereiche der Medizin machen mehr Fortschritt als beim PCa (z. B. Herz/Kreislauf), weniger Menschen rauchen oder verrichten anstrengende/gefährliche Tätigkeiten: das "hohe" Alter verschiebt sich. Entscheidend ist letztlich die individuelle Disposition: Komorbidität, familiäre Vorbelastung, Existenz bestimmter Krebsgene.

  4. #44
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    Zitat Zitat von peruzzi Beitrag anzeigen
    Im Moment scheint sich bei mir ja noch nichts ausgebreitet zu haben. Wenn überhaupt könnte nur eine Biopsie ein Ergebnis bringen, welches bedeuten würde, dass der Krebs z.Zt. nur verkapselt in der Prostata besteht, aber keine Metastasen gebildet hat. Deshalb auch von mir der Gedanke, wenn etwas weg ist, kann es auch nichts mehr anrichten.
    Leider wird meine laienhafte Erkenntnis von Mitte 2017, dass Metastasen schon angelegt sind, bevor der Primärtumor erkannt und behandelt wird, nun in vielen Vorträgen und Studien bestätigt. Die Stichworte sind CTCs und DTCs; und die großen Studien zu PCa (SPCG-4, PROTECT, ...) in den letzten 20 Jahren haben gezeigt, dass die Häufigkeit für Metastasen zwar sinkt, wenn der Primärtumor möglichst früh entfernt wird, aber ein nennenswerter Teil der Patienten Jahr für Jahr auch noch 10 Jahre und später Rezidive und Metastasen erleiden - ohne dass die Kurve abfällt.

  5. #45
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    Zitat Zitat von Mikael Beitrag anzeigen
    Oskar Lafontaine und Andy Scott ("The Sweet") haben beide eine RPE hinter sich. Letztgenannter übrigens in der Martini-Klinik Hamburg.


    Auch ELTON JOHN , ROD STEWART und unser guter FRANK ZANDER haben (lt Medien) eine RPE hinter sich....Elton John hat das sogar in seiner Biografie beschrieben, wie er nach der OP vor zig-Tausenden Besuchern auf der Bühne in die Windel gemacht hat, weil die OP noch nicht lange her war, er aber seinen Verpflichtungen (sprich: das Konzert spielen) nachkommen musste und auch wollte.

    Die Dunkelziffer der Beroffenen liegt bei den Promi`s mit Sicherheit ziemlich hoch...redet ja nicht jeder drüber

  6. #46
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    Hmm, ich habe gerade einmal hier im Forum uter der Rubrik "Die Radikale Prostatektomie (RP)" ein wenig gelesen. Die OP scheint ja wirklich nicht ohne zu sein. Interessant aber auch wenig Mutmachend empfand ich den Schlußsatz des "Horrorberichtes"

    "Erfolgsaussichten
    Einer der besten Prostata-Operateure der Welt und Vater der nervschonenden Prostatektomie, Dr. Patrick Walsh in Baltimore/USA gibt eine Heilungsrate von etwa 65 % an. Dabei sucht sich Dr. Walsh seine Patienten sorgfältig aus: Der PSA-Wert darf nicht über 10 ng/ml, die Gleason-Summe nicht über 3 + 3 und das klinische Stadium nicht schlechter als T2a sein, nur dann ist er zu dem Eingriff bereit. Bei ungünstigeren Voraussetzungen ist die Wahrscheinlichkeit entsprechend höher, dass der Eingriff nicht kurativ sein kann und dass sich irgendwann ein Rezidiv (ein Wiederaufflammen der Erkrankung) bemerkbar macht. Die Folgebehandlung der Wahl ist dann meistens die externe Bestrahlung.
    Wie hoch das statistische Risiko für eine Ausbreitung der Erkrankung über die Prostata hinaus ist, kann den Partin-Tabellen entnommen werden."

    Na, dann gehen die Erfolgsaussichten bei schlechteren Werten wohl gegen Null!

    Das Video bzgl. der Da-Vinci-Technik wollte ich mir nach dem Lesen wirklich nicht mehr antun. Alles sehr ernüchternd. Kliniken, die diese Operationstechnik anwenden gibt es einige, sogar hier bei uns im kleinen Saarland.

    Gibt es eigentlich auch Biopsien, bei dem es überhaupt kein Befund/Befall gibt oder hat jeder Mann im Alter über 50 bereits PCas in unterschiedlicher Klassifizierung in sich?

    Ich bin nach den ersten Informationen, die ich in den letzten Tagen mir hier durchlesen konnte am Überlegen, eine Biopsie machen zu lassen. Dabei liest man auch immer etwas von der MRT-gesteuerten Biopsie. Aber auch dort, genau wie im gesamten Themengebiet Prostata, ist man sich nicht sicher, ob diese genauer ist, wie dir normale Stanzbiopsie? Interessant finde ich, dass man alles mit seinem Arzt besprechen sollte. Hier scheine ich wohl den falschen erwischt zu haben, da dieser gebetsmühlenartig mir sagt, dass ich die Entscheidung treffen müsse, er alles mittrage. Leider kein Wort von Empfehlungen etc..




  7. #47
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    Zitat Zitat von peruzzi Beitrag anzeigen
    Erstaunlich, wenn man ständig lesen muss, dass Prostatakrebs in seltenen Fällen zum Tod führt, sondern man meist an anderen Erkrankungen im Alter sterben soll. Wie vereinbart sich solche Zahlen mit den Aussagen diverser Fachforen/Ärzte?
    Das sollte man in Relation sehen. Im Jahre 2017 starben in Deutschland fast eine halbe Million Männer, ca. 14000 an PCa bei etwa 70000 neu aufgetrenenen Fällen.

    Jedes Jahr treten ca. 50000 Bronchialkarzinome auf, bei beiden Geschlechtern. Im Jahre 2017 starben 45000 Menschen an Broncialkarzinom (29000 Männer und 16000 Frauen).

    Die häufigste Todesursahe sind die Krankheiten des Kreislaufsystems (Hypertonie, Myokardinfarkt, Zerebrovaskuläre Erkrankungen).
    2017 starben daran 156000 Männer und 188000 Frauen
    https://www.destatis.de/DE/Home/_inhalt.html

  8. #48
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    Zitat Zitat von MartinWK Beitrag anzeigen
    ...aber ein nennenswerter Teil der Patienten Jahr für Jahr auch noch 10 Jahre und später Rezidive und Metastasen erleiden - ohne dass die Kurve abfällt.
    Martin,
    das Thema ist kompliziert, aber ich halte eine rechtzeitige radikale Therapie mit kurativer Intention schon in vielen Fällen für ausreichend um im weiteren Leben Therapiefreiheit zu geniessen. Das gelingt natürlich besser, wenn man keine Hochrisikoerkrankung hat. Und natürlich sinkt die Rezidivwahrscheinlichkeit von Jahr zu Jahr nach entsprechender Therapie:



    Risk of biochemical recurrence by the following year after radical prostatectomy (%)
    if nothing's fails, it's not real life

  9. #49
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    Zitat Zitat von peruzzi Beitrag anzeigen
    ...Interessant finde ich, dass man alles mit seinem Arzt besprechen sollte. Hier scheine ich wohl den falschen erwischt zu haben, da dieser gebetsmühlenartig mir sagt, dass ich die Entscheidung treffen müsse, er alles mittrage. Leider kein Wort von Empfehlungen etc..
    Ein guter Arzt, Glückwunsch!
    if nothing's fails, it's not real life

  10. #50
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    LowRoad, diese Studie bezog nur Hochrisikopatienten ein. Die entwickeln demnach schnell ein BCR (was man erwarten kann) und nachdem binnen 3 Jahren 40% ein BCR haben, werden die Fallzahlen sehr gering. Warum? Der Median der Nachbeobachtung beträgt 64 Monate: die Prozentzahlen beziehen sich aber immer auf die ursprüngliche Teilnehmerzahl. Man hätte stattdessen auf "Teilnehmerjahre" umrechnen müssen.

    Fig. 3B in PROTECT zeigt "Freedom from disease progression", und das sind für RPE und RT absteigende Geraden. PROTECT beinhaltet einen zufälligen Querschnitt der Risikoklassen und damit hautpsächlich Gleason 6 und cT1.


    Das unterstützt auch Fig. 3 in "Outcomes in Localized Prostate Cancer: National Prostate Cancer Register of Sweden Follow-up Study": die Kurve für PCa-spezifische Mortailität steigt linear an.

    Fig. 1 in SPCG-4 zeigt für alle 3 Endpunkte (Gesamtüberleben, PCA-spezifisches Überleben, metastasenfreies Überleben) Kurven mit linearem Anstieg. SPCG-4 ist, nebenbei gesagt, die einzige Evidenz für die "1+" Empfehlung zur möglichst frühen RPE für alle neu diagnostizierten PCa. Die deutsche Leitlinie erwähnt noch PROTECT mit dem Hinweis, dass diese keinen signfikanten Vorteil für RPE ergeben habe.

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