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Thema: PSA-Wert im Grenzbereich, aber nahezu Verdopplung zum Vorjahr

  1. #21
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    Zitat Zitat von obelix Beitrag anzeigen
    Ich weiß nicht, ob meine Frage hier passt oder eher stört? [löschen wäre für mich kein Problem]

    Bei mir wurde nur in ganz wenigen Fällen das freie PSA (siehe u. a. Link von Georg) und damit auch der Quotient bestimmt. Weshalb?

    Wie sieht dies bei anderen aus?
    Genau dass wundert mich bei mir auch. Ich Dödel hatte diese Woche bei der erneuten PSA-Bestimmung komplett vergessen, meinen Urologen danach zu fragen. Ich muss gestehen, dass ich trotz vielem Lesen vom freien PSA erst beim Anruf bei der Hotline hier von der BPS erfahren hatte. Vorher wusste ich gar nichts davon. Ich finde es schlimm, dass ich meine Ärzte auf solche Dinge überhaupt hinweisen muss. Habe aber auch schon bei Nachfragen die Erfahrung gemacht, dass man mir schnippisch entgegnete "Na, Dr. Google wieder gefragt".
    Beim nächsten Test, werde ich auf die Bestimmung des freien PSA bestehen.

  2. #22
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    PSA und fPSA sind schwache Prädiktoren. Unter anderem deswegen, weil gefährliche PCa eher wenig PSA zeigen. Hier wird zwar eine andere Schlußfolgerung gezogen KUWAT.pdf , aber die ROC-Kurven liegen für PSA auf der Diagonalen: falsch-positive und falsch-negative Ergebnisse halten sich die Waage. fPSA liegt nur etwas darüber.
    PSA-Screening führt dazu, dass diejenigen, die es machen und irgendwann einen Grenzwert überschreiten, dann eine relevante Diagnostik erhalten (heutzutage Biopsie/MRT), und einige sind positiv. Die nicht screenen könnten irgendwann ebenfalls im Rahmen einer Früherkennung biopsiert werden und es würden in etwa die gleiche Menge positiv sein. Nur machen sie das erst bei Beschwerden.
    Zeitgemäß vor mpMRT zu machen wäre heute wohl die Messung von CTCs: http://journal.waocp.org/article_16363.html

  3. #23
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    Es ist für mich sehr schwierig, aus den unterschiedlichen Internetseiten/Fachforen etc. eine einheitliche Vorgehensweise herauszulesen. Ich war bisher der Meinung, dass eine eventuelle Früherkennung, wie ja u.U. bei mir genau so sein könnte, PSA-Wert noch im Bereich des "Normalen", kein Tastbefund, kein sonographischer Befund, ein großer Vorteil sein könnte. Aber wenn ich hier alles so lese, scheint dies ein Trugschluß zu sein. Früherkennung scheint bei einem Prostatakarzinom nicht die Vorteile zu haben wir bei anderen Krebsarten, wo es Leben retten kann.
    Ich habe auch mit Interesse den Thread von dem Patienten gelesen, der scheinbar als einziger bisher die Prostata präventiv entfernen lies. Das wurde so heiß diskutiert, dass sogar ein langjähriges Mitglied dieser Community, sogar ein Arzt, sich aus dem Forum verabschiedete, weil er diese Vorgehensweise überhaupt nicht verstehen konnte. Aber warum stehen viele einer Prostatartektomie so kritisch gegenüber.
    Auch da lag ich mit meiner Meinung falsch. Ich war der Meinung, dass wenn noch kein Befund vorliegt und die Prostata entfernt wird, kein Krebs mehr ausbrechen kann. Scheinbar gehe ich zu blauäugig an die Sache heran. Es ist aber auch für mich als Laie unheimlich schwer, diese ganzen Zusammenhänge zu begreifen. Da schreiben Patienten, dass bei Ihnen nach OP oder Hormonbehandlung der PSA von zB. 0,2 auf 0,8 gestiegen ist und man nun weitere Schritte einleiten muss. Ich und auch viele andere haben einen PSA von 3 oder 4 und sollen per AS die Sache beobachten.
    Leider lässt mich mein Urologe bei meinen Fragen auch relativ im Stich.

  4. #24
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    es werden sicherlich noch qualifizierte und erschöpfendere Antworten kommen! Den meines Wissens entscheidenden Unterschied der abweichenden PSA-Grenzen habe ich rot gekennzeichnet.

    Zitat Zitat von peruzzi Beitrag anzeigen
    , dass bei Ihnen nach OP oder Hormonbehandlung der PSA von zB. 0,2 auf 0,8 gestiegen ist und man nun weitere Schritte einleiten muss. Ich und auch viele andere haben einen PSA von 3 oder 4 und sollen per AS die Sache beobachten.

  5. #25
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    Wenn die Prostata entfernt wurde und sich noch keine Metastasen gebildet haben, muss der PSA Wert auf praktisch Null herunter gehen, da das PSA produzierende Organ und der Tumor entfernt wurden. Solange man seine Prostata noch hat, ist der PSA Wert deutlich höher. Auch nach einer Bestrahlung ist er höher, da noch gesundes Prostatagewebe verblieben ist.

    Bei einer Operation besteht die Gefahr, dass der Patient inkontinent und impotent wird. Wenn der Tumor wenig aggressiv ist, kann man dem Patienten diese Nebenwirkungen ersparen. Wird allerdings durch eine Vorsorgeuntersuchung ein Tumor festgestellt, so möchte der Patient ihn loswerden, da er Angst vor Krebs hat. Dass er einen wenig aggressiven Tumor hat, kann er nicht nachvollziehen. Der Arzt hat auch keinen finanziellen Schaden von der Operation und wird diese durchführen. Diese Situation möchte man durch einen Verzicht auf die Vorsorgeuntersuchung vermeiden. Manchmal heißt es, wir finden dann Tumore, die man besser nicht gefunden hätte.
    Die Vorsorge bei Brustkrebs wird inzwischen teilweise auch kritisch gesehen. Es wird sehr viel untersucht ohne dass etwas dabei herauskommt.

  6. #26
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    Hi, eigentlich ist es nicht so schwierig sich zu orientieren, schau Dir doch mal die Leitlinien dazu an. Dort findest Du viele Infos zur Früherkennung. Das ganze Thema Früherkennung, PSA Screening wird natürlich immer wieder kontrovers diskutiert aus meiner Sicht bedeutet dies aber nicht, dass man darauf verzichten sollte. Weiterhin ist m.E. ein ziemlicher Vorteil wenn man den Krebs noch zu einem Zeitpunkt finden kann, bei dem er noch kurativ behandelt werden kann. Als ich letztes Jahr im KKH war, gab es einen Patienten mit 48 Jahren, der einen GL 9 diagnostiziert bekommen hatte, klar lt. Statistik eher die Ausnahme aber hinter jeder Statistik stecken eben auch Menschen mit ihren Schicksalen.

  7. #27
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    "Vorsorge" gibt es streng genommen nur bei Darmkrebs, denn dort werden Polypen entdeckt und auch gleich entfernt, die als Vorstufen gelten.
    "Früherkennung" macht da Sinn, wo eine frühe Erkennung zu einer Therapie führt, die mehr Nutzen als Schaden bringt. Anders als bei später Erkennung gibt es noch keine störenden Symptome. Der Betroffene wird von einem auf den anderen Tag zum Kranken, und durch eine Behandlung eventuell sofort zum Leidenden. Der einzige Nutzen ist das Vermeiden einer möglichen Lebensverkürzung und einer späteren Phase schwerer Symptome.

  8. #28
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    Werner, wer seine Prostata noch hat kann nicht unterscheiden, ob das PSA von einem PCa oder vom gesunden Teil kommt. Es gilt immerhin: unter 1 ist ein PCa extrem unwahrscheinlich, über 50 so gut wie sicher, über 10 einigermaßen wahrscheinlich.
    Nach einer RPE ist meistens auch nichts Gesundes mehr da: PSA sollte 0 oder sehr niedrig sein und vor allem bleiben. Therapien wie HIFU oder IRE entfernen ebenfalls einen Teil oder auch alles, entsprechend deutlich sollte der PSA sinken. Strahlentherapie zeigt ein langsames Sinken und eventuell einen "Bump" - etwas komplexer in der Nachsorge.

    Was meintest du denn mit "Ich war der Meinung, dass wenn noch kein Befund vorliegt und die Prostata entfernt wird, kein Krebs mehr ausbrechen kann"?

  9. #29
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    Zitat Zitat von MartinWK Beitrag anzeigen

    Was meintest du denn mit "Ich war der Meinung, dass wenn noch kein Befund vorliegt und die Prostata entfernt wird, kein Krebs mehr ausbrechen kann"?
    Im Moment scheint sich bei mir ja noch nichts ausgebreitet zu haben. Wenn überhaupt könnte nur eine Biopsie ein Ergebnis bringen, welches bedeuten würde, dass der Krebs z.Zt. nur verkapselt in der Prostata besteht, aber keine Metastasen gebildet hat. Deshalb auch von mir der Gedanke, wenn etwas weg ist, kann es auch nichts mehr anrichten. Der Vergleich mit einem Blinddarm hinkt zwar, aber so in der Art hatte ich es mir vorgestellt. Vielleicht eine naive Denkweise von mir.
    Als damals bei meiner Schwester ein sehr aggressiver Brustkrebs diagnostiziert wurde, entschied man sich auf eine OP, bei der so ziemlich alles entfernt wurde, was nicht unbedingt lebensnotwendig ist (Gebärmutter etc.) Damals war meine Schwester gerade Mitte 30 und es war keine leichte Entscheidung, zumal sie noch gerne weitere Kinder gehabt hätte. Heute, 25 Jahre später, erfreut sie sich, vielleicht auch wegen der damailgen Entscheidung, bester Gesundheit.

  10. #30
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    Zitat Zitat von martcu Beitrag anzeigen
    Hi, eigentlich ist es nicht so schwierig sich zu orientieren, schau Dir doch mal die Leitlinien dazu an. Dort findest Du viele Infos zur Früherkennung. Das ganze Thema Früherkennung, PSA Screening wird natürlich immer wieder kontrovers diskutiert aus meiner Sicht bedeutet dies aber nicht, dass man darauf verzichten sollte.
    Aber genau das meine ich doch. Natürlich habe ich mir die Leitlinien durchgelesen. Allerdings auch erkannt, dass es selbst unter den Ärzten extrem unterschiedliche Meinungen bezüglich der Untersuchungen gibt. Alleine der PSA-Wert und dessen Aussagekraft steht doch auch heute noch unter "Beschuss". 5 Ärzte 6 Meinungen. Wonach soll ich mich denn da als Laie denn richten. Die einen empfehlen eine Biopsie, die anderen warnen vor zu viel "Untersuchungswahn". Dann hört man immer wieder, dass die wenigstens an einem Prostatakarzinom sterben, gleichzeitig liest man, dass der Prostatakrebs einer der häufigsten Todesursachen bei Männern ist.
    Ich habe noch bei keiner anderen Krankheit so viel Kontroverses gelesen als bei einem Prostatakarzinom.

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