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Thema: Suche Rat

  1. #11
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    Hallo Reinhold,

    trotzdem ist es so, dass ein Mann jenseits der 75 auch heute kaum noch operiert wird. Ausnahmen gibt es sicher, aber als ich vor bald zehn Jahren in Gronau war, war der älteste dort operierte Mann 76 gewesen. Für solche Männer wird es zunehmend schwierig, nach der OP wieder kontinent zu werden, und eine Vollnarkose stecken sie auch nicht mehr so gut weg. Die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland liegt bei etwa 80 Jahren. Der 75-Jährige hat also statistisch noch fünf Jahre vor sich. Soll er sie inkontinent verbringen oder es darauf ankommen lassen und gar nichts mehr machen? Auch ein Hormonentzug belastet einen Mann in diesem Alter erheblich stärker als einen 65-Jährigen oder noch Jüngeren. Wenn wir einen 80-Jährigen oder (fast ebenso häufig) seine Frau am Telefon haben, können wir nicht abschätzen, wie fit er noch ist. Ich habe schon lange Gespräche mit solchen AnruferInnen gehabt.

    Ralf
    Geändert von RalfDm (08.12.2019 um 10:21 Uhr) Grund: Eränzung

  2. #12
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    Hallo Ralf,
    So betrachtet hast Du recht. Vom medizinischen Standpunkt allemal. Aber der fitte 77-Jährige sieht die Sache ganz anders. Für den ist das Ende noch soooo weit weg, dass er daran keinen Gedanken verschwendet. Er plant ja noch auf den Kilimanjaro zu steigen und eine Alaska Durchquerung zu machen. Mich beschleichen in letzter Zeit auch solche Gedanken: lohnt es sich noch unser Bad zu renovieren, den Kauf der Ferienwohnung stornieren wir mal, ein neues PS-starkes Auto muss auch nicht mehr sein, das Rennrad wird verkauft und ein E-Bike angeschafft usw. Gibt es nach der midlife-crisis eine endlife-crisis?
    R.

  3. #13
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    Zitat Zitat von icke202 Beitrag anzeigen
    Mein Vater ist 85 Jahre alt und bei dem alter entsprechender Gesundheit. (nimmt Tabletten gegen Bluthochdruck, Schmerzen im Rücken, Cholesterin)
    Eine dem Alter entsprechende Gesundheit hieße mit 85 im Grab zu liegen (statistisch). Ich würde aufgrund der dürftigen Angaben nichts folgern; Tabletten gegen Hochdruck nehmen viele 50- und 60-Jährige, Rückenschmerzen haben viele mit 30 schon, "Cholesterin" bedeutet nichts.
    Tatsache ist, dass praktisch jeder über 80-Jährige ein PCa hat. Wie bösartig das ist entscheidet ob er daran stirbt.

    Die Leitlinie sortiert die Patienten in Schubladen, um rational begründete Behandlungspfade zu erreichen. Die oberflächlichen und mangelhaften diagnostischen Möglichkeiten zwingen dazu, Gruppen von gleichartigen Merkmalen zu definieren und dann statistisch den Erfolg zu messen. Komorbidität, Nebenwirkungen und persönliche Präferenzen sind dann störende Parameter, die man auch versucht, in Merkmalgruppen zu packen, aber mit wesentlich geringerer Genauigkeit und Häufigkeit. Was kann der Patient tun, um richtig sortiert zu werden? Zunächst ausreichende Diagnostik - das wäre bei angenommenem Hochrisiko Bildgebung über CT und Szinti hinaus (also PET/CT). Ferner eine Bestimmung der Wachstumsgeschwindigkeit - also PSA-Entwicklung beobachten, und eventuell DNA-Zytometrie.
    Vorher sollte man sich über seine Motive klar werden: Typ "ich will nichts wissen, dann ist es halt so", Typ "Kämpfer", Interesse an Sexualität, Typ "Leben war gut so, alles erledigt, der Tod kann kommen". Und ist man bereit und in der Lage, auch Leistungen in Anspruch zu nehmen, die die Kasse nicht bezahlt?

    Mit geeigneter Behandlung sollte die krankheitsspezifische 10-Jahres-Überlebenszeit auch für einen 85-Jährigen weit über 90% liegen, selbst wenn ein Upgrade auf Gleason 4+4 wahrscheinlich ist. Wenn die Potenz keine Rolle spielt kommt es nur darauf an, die Kontinenz optimal zu erhalten und Enddarmbelastung zu vermeiden. Ob LDR Brachy dazu geeignet ist, hängt von der Lokalisation des Tumors ab; das ist eine fokale Therapie. Auch die einzige fokale Therapie, die von den Kassen problemlos bezahlt wird.

  4. #14
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    Moin Martin,

    hab Dank für die sachliche Auseinandersetzung mit den Fakten und Imponderabilien.

    Als 86-Jähriger und durchaus noch an ein längeres Weiterleben interessiert, habe ich mich aus bekannten Gründen aktuell noch für WW entschieden. Dem Vater von Jens würde ich das unbedingt vorschlagen. Meine Situation ist zwar grundsätzlich anders als bei Jens seinem Vater, denn bei mir geht um die durchaus mögliche Beseitigung eines Rezidivs. Ich bin auch deshalb so gelassen und mache WW, weil meine Frau das befürwortet und vor allem, weil ein erfahrener Professor nach Kenntnisnahme meiner Daten dieses Verharren bei WW empfohlen hat.

    Meine PKH:

    http://de.myprostate.eu/?req=user&id=112&page=report

    Das PSA dürfte inzwsichen erheblich höher liegen.

    Gruß Harald
    nicht nachlassen

  5. #15
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    Moin,

    habe ich da etwas falsch verstanden?

    Die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland liegt bei etwa 80 – 83 Jahren.
    Das gilt für die Babys, die in 2019 geboren wurden.

    Die Lebenserwartung bei uns Männern, also die, die bereits die 60 Jahre überschritten haben, liegt bei ca. 68 Jahren.

    Täusche ich mich nun, oder wäre Ralf's Posting richtig?
    Dann würde ich auch mein Leben anders planen, trotz des Krebses

    Gruss
    hartmut

  6. #16
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    Zitat Zitat von Hartmut S Beitrag anzeigen
    Das gilt für die Babys, die in 2019 geboren wurden. Die Lebenserwartung bei uns Männern, also die, die bereits die 60 Jahre überschritten haben, liegt bei ca. 68 Jahren.
    In welchem Jahrhundert lebst Du? Ein heute (2019) geborener Junge hat eine Lebenserwartung von ~78,5 Jahren, ein heute 60-Jähriger eine von noch 21,69 Jahren, ein 80-jähriger eine von noch acht Jahren. Für heute Über-80-Jährige gibt es keine Aussage. Quelle: Statistisches Bundesamt.

    Ralf

  7. #17
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    Hartmut,

    nach diesem Rechner stimmt das schon mit über 80 Jahren:
    https://www.allianz.de/vorsorge/tool...rtungsrechner/
    eine individuelle Prognose kannst Du Dir hier erstellen lassen:
    https://www.focus.de/gesundheit/ratg...id_363828.html

    Georg

  8. #18
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    "focus" sagt mir 97,19 Jahre, also Todeszeitpunkt 15.02.2056 um 8 Uhr 24. Ich bestelle gerade den Trauerredner.
    Oder habe ich da was falsch verstanden?

  9. #19
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    Mir sagt focus, dass ich "nur" 95,85 Jahre alt werde. Eigentlich wollte ich ja 99 schaffen, aber 95,85 wäre auch OK
    Ich bei myprostate: ___ Kenndaten ___ Grafiken ___ PSA-VZ ___ Beurteilungen ___ Mein Bericht

  10. #20
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    Ich habe interessehalber die Fragen von Fokus ausgefüllt (Ganz schön doofe Fragen dabei) und ich bekam als Ergebnis 73 Jahre. Ist nicht mehr viel. Darum werde ich zwar alles machen was mir der Doktor empfiehlt aber nichts mehr. Eigentlich lebe ich momentan ganz gut.

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