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Thema: Erstbeitrag: Lokal fortgeschrittenes Prostatakarzinom

  1. #11
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    Lieber Amadeus,

    Mann, Deine Leidensgeschichte klingt auch furchtbar! Ich hoffe sehr für Dich, dass es nach dem Ende der ADT gut weitergeht bei Dir.

    Danke für die aufbauenden Worte. Weißt Du, mir ist klar, dass es depressives Denken ist, aber manchmal drängt sich der Gedanke auf, ich wäre froh, wenn es nicht mehr lange ginge. Ich hatte ein Leben, habe als Musiker und privat die höchsten Höhen und tiefsten Tiefen erlebt - was will man mehr? Jedes Leben endet irgendwann und irgendwie, wenn mein Ende nun so aussehen sollte, ok.

    An alle möchte ich noch schreiben, wie wohltuend unaufgeregt und unterstützend es hier zugeht. Ich kenne andere Foren zu anderen Themen, da brachen regelmäßig brutale Verbalschlachten aus. Schön, dass es auch anders geht.

    Herzlich,

    Martin

  2. #12
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    Hallo Martin - Meine Erfahrung mit ADT (TRENANTONE), immerhin jetzt ein halbes Jahr, ist eine mit der Zeit eintretende Gewöhnung an die Hitzewallungen, vielleicht werden sie ja auch seltener oder weniger heftig.
    Nach dem was ich gelesen habe, tritt die Kastrationsresistenz des Tumors wohl durchschnittlich nach 32 Monaten auf, manchmal aber auch viel später. Sollte das nicht genug Motivation sein die unvermeidlichen Nebenwirkungen gelassener zu ertragen?

  3. #13
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    Lieber Martin, noch eins - wenn du schreibst, manchmal denkst du, nicht mehr weiterleben sei eine Option - es sollte keine sein. Wir werden irgendwann lange genug tot sein, warum die Eile?
    In diesem Jahr sind 2 langjährige Freunde von mir gestorben. Hirn - und Bauchspeicheltumor.Ein knappes Jahr nach Diagnosestellung waren sie schon nicht mehr da, und im Vergleich zu den Nebenwirkungen der Therapien, die sie erleiden mussten, geht es uns mit Sicherheit Gold. Ich glaube, daß wir als mit PCa Geschlagenen häufiger unsere Perspektive wechseln sollten, weg von uns, häufiger zu denen, die schlimmer dran sind, und das sind viele. Außerdem - wir sind zwar noch nicht uralt, aber alt. da ist halt immer ein bisschen Schwund.Wir haben einen Komfort Krebs, mit vielen und in naher Zukunft mit Sicherheit noch zunehmenden Möglichkeiten ihn wenn nicht zu heilen so doch als chronische Krankheit in Schach zu halten, vergleichbar mit Aids.
    Was sollte uns daran hindern, mit Freunden zu feiern, zu, trinken und den Helden zu geben "..mit einem Messer im Rücken geh ich noch lange nicht nach hause ..." ?

  4. #14
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    Martin, ich habe die ADT jetzt ein Jahr und die Hitzewallungen sind bis jetzt nicht weniger und auch nicht schwächer geworden. Vielleicht kommt das ja noch. Es würde mich dann sehr freuen. Aber ich habe gelernt, mich damit besser zu arrangieren. So muss ich nicht daran leiden.

    Amadeus, ansonsten finde ich es nicht so gut, Krankheitsarten hinsichtlich Leidendruck gegeneinander zu vergleichen. Man muss jeweils den Einzelfall betrachten.
    Ich kenne auch jemanden, dessen Vater mit 49 Jahren ganz schnell an Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben ist, schon 4 Monate nach der Diagnose. Er hatte sämtliche harten Therapien abgelehnt, weil sie ihm nur ein wenig mehr Lebenszeit bei sehr schlechter Lebensqualität gebracht hätten und er "In Würde" sterben wollte. Sein Sohn meinte, alles war gut und er musste nicht leiden. Er starb "harmonisch" im Kreise seiner Lieben. Ist das jetzt besser oder schlechter als langsam in Raten und unter "Genuss" vieler Therapien an Prostatakrebs zu sterben? Ich plädiere für: Besser nicht vergleichen!

    Alles Gute Allen und Carpe Diem (wie hier ein berühmter Forist, Gott hab ihn selig, immer zu schliessen pflegte)
    Lutz
    Ich bei myprostate: ___ Kenndaten ___ Grafiken ___ PSA-VZ ___ Beurteilungen ___ Mein Bericht

  5. #15
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    Hallo Lutz, auch wenn sich der individuelle Leidensdruck nicht objektivieren läßt, so lassen sich doch unterschiedliche Krebserkrankungen in Bezug auf Prognose und mit Therapien verbundene Einschränkungen, Beschwerden doch miteinander vergleichen. Am Pca versterben 3% der Betroffenen,am Bauchspeicheldrüsenkrebs fast alle. Und - vergleichen kann man nur Gleiches mit Gleichem.Wenn jemand jegliche Therapie ablehnt,macht ein Bezug auf ihn als therapierter Patient keinen Sinn.
    ".......in Raten und unter Genuss vieler Therapien an Prostatakrebs zu sterben" ...Kann ich wirklich nicht nachvollziehen.Bei Pca sind viele Therapien, vielleicht nicht immer, mäßig belastend und oft liegen grosse Zeiträume, manchmal viele Jahre, zwischen ihnen, in denen ein ziemlich normales Leben möglich ist, wovon du dich leicht überzeugen kannst, wenn du im Forum die Krankengeschichten der
    Mitglieder liest.

  6. #16
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    Amadeus, wir tun mit Vergleichen all denen Unrecht, die stark leiden. Besser wir lassen es und schauen nach vorne und freuen uns über das, was noch geht und was man noch machen kann, damit noch was geht.
    Lutz
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  7. #17
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    Hallo Lutz, eine letzte Anmerkung.Ich möchten niemandes Leid bagatellisieren, aber nach vorne schauen und und die eigene Situation zu relativieren sind keine Gegensätze. Vor meiner Op wurde ein MRT gemacht, und da sah man ihn schon, den blöden Krebs.Der Radiologe sagte mir bei der Besprechung : "Klar, häßlicher Befund. Aber wenn Sie ein Pankreas Ca hätten, wäre das eine ganz andere Liga. Mit diesem Krebs haben Sie noch viele Behandlungsoptionen." Hat mich überzeugt, und mir auch geholfen "nach vorne zu schauen".
    Vielleicht ist meine Herangehenweise nicht das Mittel der Wahl für jeden,mein Vorschlag die eigene Situation einmal einem Vergleich auszusetzen, soll auch nur als eine von vielen möglichen Hilfen verstanden werden.

  8. #18
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    Amadeus, vielleicht sehe ich das auch etwas zu streng 🤔

    Diesen Tröstungssatz vom Pankreas Ca hatte ich auch schon von einem Arzt zu hören bekommen. Dadurch fühlte ich mich aber nicht getröstet, weil ich mir Gedanken darüber machte, wie er einen vom Pankreas Ca Betroffenen wohl trösten würde?

    Bei Martin hatte ich rausgelesen, dass er sehr stark leidet. Ich habe es jetzt auch schon selbst bereut, dass ich ihm geschrieben habe, dass es mir zur Zeit gut geht, obwohl ich von PCa ja auch schon ziemlich heftig betroffen bin. Da kommt für Martin ja die Botschaft rüber: "Hey, ich habe es ganz dolle, doller als Du. Aber es macht mir nichts aus. Also Take it easy."
    Martin, so hatte ich es jetzt nicht gemeint!

    Alles Gute
    Lutz
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  9. #19
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    Zitat Zitat von Namenlos Beitrag anzeigen
    Lieber Georg,
    danke für den Hinweis. Ich habe mir die Nebenwirkungen angesehen und denke, dass das keine Verbesserung wäre. Wallungen, Depression und Sextod gibt es hier auch, dazu noch das relativ hohe Risiko, Männertitten zu entwickeln (das blieb mir zum Glück bis jetzt erspart)...
    Martin
    Hallo Martin, dazu kann ich Dir vielleicht doch noch was Hilfreiches zu sagen: Georg's Vorschlag mit dem Bica 150 könnte für Dich ganz gut sein. Das könntest Du ruhig mal versuchen. Vor der ADT hatte ich parallel zur Bestrahlung diese Behandlung ca. 6 Monate lang genossen. Meine Erfahrungen waren da:
    - Hitzewallungen sind mir nicht aufgefallen
    - Depressive Stimmungen sind bei mir nicht aufgetreten
    - die Lust auf Sex war immer noch vorhanden
    - gegen drohende Männertitten wurde meine Brust bestrahlt, also keine entstanden
    Von den von mir festgestellten, meine Lebensqualität mindernden Nebenwirkungen, empfand ich diese Behandlung wesentlich besser als die jetzige ADT.
    Nur waren meine Leberwerte nicht mehr so gut und mein PSA wollte auch nicht so recht sinken. Das ist jetzt wiederum besser mit der ADT. Dafür ist dann wieder ein Haufen ziemlich unangenehmer Nebenwirkungen vorhanden.

    Liebe Grüße
    Lutz
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  10. #20
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    Nach drei Spritzen Trenantone habe ich keine Nebenwirkungen und mein PSA ist so weit gefallen, dass ich 3 Monate aussetzen soll. So verschieden ist die Wirkung das alles passieren kann an Nebenwirkungen oder halt nicht.

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