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Thema: Kritischer Vortrag von Prof. Urs Studer zu Diagnostik und Therapie

  1. #31
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    Michi, gerne und alles gut!
    Lutz
    Ich bei myprostate: ___ Kenndaten ___ Grafiken ___ PSA-VZ ___ Beurteilungen ___ Mein Bericht

  2. #32
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    Zitat Zitat von martcu Beitrag anzeigen
    ...
    Die Realität ist doch, dass man in der Sprechstunde irgendwann mitgeteilt bekommt, dass es einen erwischt hat und man aber mit der Verarbeitung alleine gelassen wird. Da muss angesetzt werden.
    Da gebe ich Dir Recht!
    Der Arzt bräuchte ja nur darauf hinweisen, dass es zur Unterstützung auch psychoonkologische Beratung und auch Therapie gibt, ohne dass ich dann allerdings das Gefühl habe, ich lande als nächstes eventuell in der "Geschlossenen".
    Lutz
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  3. #33
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    @martcu
    Mit etwas Abstand sehe ich das ähnlich.
    Der Vortrag ernüchtert und verunsichert etwas.
    Ich weiß nicht recht, was man für Schlußfolgerungen daraus ziehen sollte.
    Zweifel an den Phatologie-Gleason-Einstufungen?
    Georg hat auf die dünne Datenlage bei frühzeitiger ADT hingewiesen.
    Prof. Studer setzt sich für den verstärkten Einsatz von mpMRT ein.
    Er erwähnt jedoch nicht die PSMA-PET-CT Bildgebung und die Ligandentherapie, die in der Schweiz bisher nicht erstattet wird.

  4. #34
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    Suizid nach der Diagnose (Hinweis im Vortrag von Prof. Urs Studer)

    Über die Ergebnisse einer Auswertung von 6 Millionen Patientendaten aus Schweden berichtet die Ärztezeitung.
    Krebsdiagnosen treiben einige Betroffene in den Selbstmord, andere verkraften die Aufregung nicht und sterben nach der Diagnose an kardiovaskulären Ursachen (Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems).
    https://www.aerztezeitung.de/Medizin...en-278142.html

    Für alle Krebsdiagnosen ergab sich:
    Auf die erste Woche nach der Diagnose bezogen war das Suizidrisiko 12-fach, aufs erste Jahr bezogen dreifach höher als bei Menschen ohne Tumoren…..
    Der Tod aus kardiovaskulärer Ursache wiederum war während der ersten Woche nach der Krebsdiagnose knapp sechsfach häufiger, auf die ersten vier Wochen berechnet mehr als dreifach.“

    Wenn man die Studie genauer betrachtet (link in der Ärztezeitung), lässt sich entnehmen, dass die Zahl der Todesfälle bedingt durch die zuvor erwähnten Ursachen bei Prostatakrebs-Betroffenen erhöht ist, im Vergleich zu Betroffenen mit anderen Krebsdiagnosen aber als niedrig angesehen werden kann (Tab. 1 der Studie).

    Es gibt schlimmere Krebserkrankungen als den Prostatakrebs und das scheinen viele der jeweils Betroffenen zu wissen.

    Franz

  5. #35
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    Prof. Studer hat -neben den aufklärenden Berichten des Prostata-Karzinom- darauf hingewiesen, dass die heutigen Screening-Maßnahmen (PSA, Biopsie usw.) zu spät erfolgen, da bereits Micrometastasen im Körper zirkulieren bevor wir den Krebs festgestellt haben.
    Die Erkenntnis ist für mich schon niederschmetternd, da es zu einem sehr hohen Prozentsatz demzufolge zu Rezidiven in Form von Metastasen kommen wird, obwohl man alle empfohlenen möglichen Therapien vollzogen hat.
    Für ihn ist es wichtig, dass frühzeitig schon mit dem Screening begonnen wird, schon ab 30 Jahren. Und zwar nicht mit den heutigen üblichen Methoden, sondern mit mpMRT und T2 gewichteten MR-Sequenzen mit einer Aussagekraft von ca. 90%.
    Diese Erkenntnis ist doch sehr wichtig für unsere Kinder/Enkelkinder, je früher sie therapiert werden, desto größer ist die Chance, dass noch keine Micrometastasen im Umlauf sind und sie dauerhaft geheilt sind.

    JürgenK

  6. #36
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    Jürgen,
    Du hast einer der zentralen Aussagen aus dem Vortrag herausgestellt.
    Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten noch nicht mal das PSA-Screening.
    Den 30- und 40-jährigen könnten bei genetischer Veranlagung ein entsprechendes Screening auf eigene Kosten durchführen.

  7. #37
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    Danke für die Ergänzungen.
    Zum Thema Mikro Metastasen fehlt mir das notwendige Wissen, um dies beurteilen zu können. Mein Hausarzt hat aber immer folgendes gesagt, jeder trägt immer und jeder Zeit in sich die Vorstufen(zellen) zum Krebs. Ein gesundes Immunsystem ist aber in der Lage diese Zellen zu identifizieren und zu vernichten, daher musste ich dann immer Globuli nehmen... .Nach seiner Aussage wird ein intaktes Immunsystem damit fertig.
    Krebs ist eine Entartung von Zellen, die bei der Zellteilung entsteht und sich mit jeder weiteren Teilung von der ursprünglichen Zellform entfernen, Ursachen können die Genetik oder Umwelteinflüsse sein (z.B. Gifte). Krebs ist Organ spezifisch, daher sind Absiedelungen in die Leber z.B. auch immer als Prostatakrebszellen zu identifizieren und nicht als Leberkrebs. Nach meinen Verständnis kann es erst dann Mikro Metastasen geben, die zirkulieren könnten, wenn es im Ursprungsorgan bereits einen Tumor gibt und genau diesen Tumor gilt es bei der Früherkennung zu finden. Untersuchungen aus Heidelberg haben ergeben, dass das PSA ab einer Konzentration von 10 ng/ml in der Lage ist die Ausleitung von Krebszellen ins Blut zu begünstigen. Im Umkehrschluss muss bei einem niedrigen PSA und Gleason nach Leitlinie zu einer Staging Untersuchung kein Szinitgramm angefertigt werden, weil die Wahrscheinlichkeit für Metastasen nahe Null Prozent ist. Das ist mein Wissensstand und im Vortrag von diesem Prof. hätte er meiner Meinung nach genau auf diese Punkte eingehen müssen, statt im Allgemeinen zu bleiben.
    MPMRT habe ich vor der Biopsie machen lassen und bei mir war nichts zu sehen.

    schönen Abend Martin

  8. #38
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    Ich sehe das Screening kritisch. Hier eine Graphik die zeigt, wenn man bei 1000 Personen einen PSA Test als Screening macht, wird nur einer davon weniger an Prostatakrebs sterben. Aber wieviele haben Nebenwirkungen von der Biopsie, Operation und Bestrahlung! Abgesehen von der Besorgnis, die der PSA Test auslöst. Da nehmen sich mehr Menschen das Leben auf Grund der Diagnose als der eine, der weniger an Prostatakrebs stirbt.

    Und statt dessen eine Zählung der Tumorzellen ist noch Zukunftsmusik. Es gibt derzeit keine Daten, wieviele Tumorzellen ein gesunder Mensch haben darf, bzw. ab wann man eine Biopsie machen sollte. Abgesehen davon, dass die Zählung derzeit erst, bei einem bekannten Prostatakarzinom, ab einem PSA Wert von 10 Sinn macht. Sonst sind einfach zu wenig Zellen im Blut, als dass man sie gesichert nachweisen kann.


  9. #39
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    Georg,

    Obige Grafik war mir auch schon begegnet, hat mich aber mehr verwirrt wie offene Fragen beabtwortet, z.B.:
    Gemäss allen bisherigen Statistiken, sterben durchschnittlich 3-4 pro 100 Männer an Prostatakrebs. Wo sind denn die restlichen ca. 20-30 Männer pro 1000 geblieben, welche auch an PCa gestorben sind ? Bei den Nicht-gescreenten ?

    Heinrich

  10. #40
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    Heinrich,

    "Gemäss allen bisherigen Statistiken, sterben durchschnittlich 3-4 pro 100 Männer an Prostatakrebs" Man muss berücksichtigen, dass hier ein Patient durch PSA Screening weniger gestorben ist, aber viel mehr trotz OP, Bestrahlung und ADT gestorben sind. In dieser Graphik geht es nur um die Zahl der Patienten, die durch PSA Screening weniger gestorben wären.

    Die Graphik wurde von der US preventive services task force erstellt, offenbar um zu begründen, warum flächendeckendes Screening abgelehnt wird. Sie basiert auf den Ergebnissen der European Randomized Study of Screening for Prostate Cancer (ERSPC). Diese Studie hatte auch Prof. Studer angesprochen. Die Graphik habe ich in diesem Artikel gefunden, vielleicht ergeben sich daraus Hinweise auf Unterschiede zu den Dir vorliegenden Studien: https://www.medscape.com/viewarticle/878438#vp_1 Offenbar hat die USPSTF ihre strikte Position gegen PSA screening etwas aufgeweicht.

    Georg

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