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Thema: Zweite Meinung einholen

  1. #11
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    Am Anfang meiner Erkrankung hatte ich drei (!) niedergelassene Urologen und drei (!) hochangesehene Professoren in meinem "Beraterteam". Das führte zu teilweise sehr unterschiedlichen Meinungen zur Vorgehensweise und machte mich mit der Zeit nur unsicher. Letztendlich bleibt jedem Patienten nur die Möglichkeit selber zu entscheiden wie er vorgeht. Der kann dabei nach Bauchgefühl handeln und/oder, wenn er Spaß dran hat, eine Münze werfen.
    R.

  2. #12
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    Zitat Zitat von austermax Beitrag anzeigen
    Rat des Urologen: Keine Informationen aus dem Internet einholen! Das verunsichert nur.
    Diesen "Rat" der Urologen las und hörte man um die Jahrtausenwende oft. Mein Eindruck damals war zweierlei:


    1. Diese Urologen hielten das Internet (das damals noch jung war; Google, Wikipedia, dieses Forum et al. gab es noch nicht – man kann es sich heute kaum mehr vorstellen) für eine vorübergehende Modeerscheinung, um die es bald wieder still werden würde,
    2. Diese Einstellung war die der katholischen Kirche vor Luthers Bibelübersetzung. An der bestand von seiten der Kirche kein Interesse, man wollte die Deutungshoheit behalten. Die unwissenden Schäfchen sollten ja nicht auf den Gedanken kommen selbst nachlesen zu wollen, ob das, was ihnen in der Kirche erzählt wurde, überhaupt zu dem passte, was in der Bibel stand.


    In den Köpfen mancher Urologen scheint diese Einstellung bis heute fortzuleben.

    Ralf

  3. #13
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    Mein Operateur hat mir verboten im Internet das Wort "Prostata" zu googeln! Und das ist jetzt 6 Jahre her.
    R

  4. #14
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    Zitat Zitat von Reinhold2 Beitrag anzeigen
    Mein Operateur hat mir verboten im Internet das Wort "Prostata" zu googeln!
    Du Böser hast es offensichtlich doch getan!

    Ralf

  5. #15
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    Hallo Max,

    es wäre gut, wenn Du Deinen Beitrag "Schilderung des Status Quo --- Was nun?" in Dein Profil eintragen würdest, dann braucht man bei weiteren Fragen nicht lange zu suchen. Wenn ich das richtig verstehe, wurde keine Biopsie gemacht, sondern das bei der TURP gewonnene Gewebe wurde untersucht und dies galt als ausreichend. Die TURP wurde, so vermute ich, in einem Krankenhaus gemacht, das danach im Rahmen eines interdisziplinären Tumorboards über die weitere Therapie beraten hat. Sehe ich das richtig?

    Wir haben hier im Forum vor kurzem viel über das Für und Wider vorbeugender Untersuchungen auf Prostatakrebs diskutiert. Selbst der Teil der Ärzteschaft, die für flächendeckende Voruntersuchungen sind, wollen diese ab 70 Jahren nicht mehr durchführen. Begründung: da entdecken wir Tumore, die wir nicht finden wollen. Der Patient wird auf Grund seines Alters nicht daran sterben. Dies führt nur zu unnötigen Therapien.

    Dazu möchte ich auch auf die große und teure ProtecT Studie hinweisen, die Operation, Bestrahlung und Abwarten über 10 Jahre beobachtet hat. In allen drei Fällen lebten nach 10 Jahren genau so viele Patienten.
    https://forum.prostatakrebs-bps.de/s...tect#post92032
    „Das Hauptergebnis der Studie war, dass die Patienten unabhängig von der gewählten Therapie im Beobachtungszeitraum von 10 Jahren praktisch gleich lange gelebt hatten und in dieser Hinsicht die Therapien gleichwertig waren. Etwa 99% der Teilnehmer sind nicht an Prostatakrebs gestorben (nur 17 von 1643) und insgesamt haben 91% der Teilnehmer nach 10 Jahren noch gelebt.“

    Ein Teil der Patienten in der Beobachten-Gruppe hatte sich allerdings im Laufe der 10 Jahre für eine Operation oder Bestrahlung entschieden. Damit kannst Du Dich also auch für die ursprünglich von Deinem Urologen genannte Alternative entscheiden:
    2.3 Überwachen/Abwarten, ob sich überhaupt ein Prostatakrebs ausbildet.
    Jedenfalls kannst Du noch Jahre mit der Bestrahlung warten ohne dass sich Deine Prognose verschlechtern würde.

    Der Urologe denkt natürlich auch an Haftungsfragen und möchte sich daher nicht gegen die Empfehlung des Tumorboards aussprechen. Daher sagt er nun:
    Folgen Sie der Empfehlung des interdisziplinären Tumorbords“ mit der Begründung meines niedrigen PSA-Wertes und damit des fehlenden Markers für die Beobachtung von Langzeitveränderungen.

    Auch bei PSA Werten unter 4.0 findet man Prostatakrebs, wie bei Dir, nur seltener. Dies als Begründung dafür, jetzt zu bestrahlen halte ich für abwegig. In der oben erwähnten Studie sind ja 99% der Teilnehmer nicht an Prostatakrebs gestorben. Wieso ist der Marker dann so wichtig? Wenn Du zum empfohlenen Radiologen gehst, wird der eine Bestrahlung nicht ablehnen. Sonst ruft ihn der Urologe an und sagt, ich sende Dir keine Patienten mehr wenn Du die dann nicht bestrahlst. Aber sechs bis sieben Wochen täglich zur Bestrahlung fahren, das sollte man sich überlegen.

    Georg

  6. #16
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    Hallo Max,

    Ralf hat schon ganz Recht. Ein guter Urologe hat Verständnis für die Einholung einer Zweitmeinung. Ein guter Urologe hat m. E. auch Verständnis dafür, dass man sich im Netz informiert. Nur möchte er daraus resultierend nicht mit Fragen bombadiert werden. Mein Urologe hat mir vor ca. 5 Jahren, als ich mich bereits mehr als 2 Jahre bei ihm in Behandlung befand, gesagt, dass ich ja "eh machen würde, was ich will..." Das hing mit der Hormontherapie zusammen, die ich seinerzeit abgeleht hatte. Vor ca. 1 Jahr habe ich ihn gefragt, wie er sich an meiner Stelle verhalten hätte. Diese Frage beantwortet ein Urologe nur, wenn ein gewisses gegenseitiges Vertrauen vorliegt. Er sagte zu mir, dass er alles so gemacht hätte, wie ich. Er fuhr dann aber damit fort, dass er so eine Vorgehensweise seinen Patienten nicht anraten könne, da zuviel Aufklärungsarbeit von Nöten sei, viele das nicht verstehen würden und ihm bei Verschlimmerung der Krankheit üble Vorwürfe machen würden. Fazit: Zweitmeinungen und geeignete Informationen aus dem Netz sind ganz wichtig.

    Viele Grüße

    WernerE

  7. #17
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    Zitat Zitat von Reinhold2 Beitrag anzeigen
    Am Anfang meiner Erkrankung hatte ich drei (!) niedergelassene Urologen und drei (!) hochangesehene Professoren in meinem "Beraterteam". Das führte zu teilweise sehr unterschiedlichen Meinungen zur Vorgehensweise und machte mich mit der Zeit nur unsicher. Letztendlich bleibt jedem Patienten nur die Möglichkeit selber zu entscheiden wie er vorgeht. Der kann dabei nach Bauchgefühl handeln und/oder, wenn er Spaß dran hat, eine Münze werfen.
    R.
    Ach ja und wem bin ich am Ende gefolgt? Dem Uro der gleich am Anfang gesagt hatte: "Da könnenn Sie sich auf den Kopf stellen, das Ding (die Prostata) muss raus"!
    R.

  8. #18
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    Zitat Zitat von Reinhold2 Beitrag anzeigen
    Ach ja und wem bin ich am Ende gefolgt? Dem Uro der gleich am Anfang gesagt hatte: "Da könnenn Sie sich auf den Kopf stellen, das Ding (die Prostata) muss raus"! R.
    und was war der Grund diesem Uro zu folgen? Z. B. Vertrauen und/oder Ortsnähe?

  9. #19
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    Hallo Jens,
    der einprägsame und griffige Spruch: "Das Ding muss raus" hat den Ausschlag gegeben, das so zu machen. Aussagen wie "Wir können versuchen das so und so zu machen", oder "Es ist ein langer Weg" waren keine Alternativen. Die Ortsnähe spielte bei allen Entscheidungen wie verschiedene OP´s, AHB´s und Rehas immer die erste Geige.
    R.

  10. #20
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    Hallo Reinhold, Glückwunsch zum 1000. Beitrag!
    Wir sollten alles feiern was geht
    Viele Grüße
    Lutz
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