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Thema: Seit 4 Jahren Untersuchungen aber man findet nichts

  1. #1
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    Seit 4 Jahren Untersuchungen aber man findet nichts

    Hallo,
    ich lese seit 2 Jahren heimlich eure Beiträge mit und finde es jetzt an der Zeit mich einmal kurz vorzustellen.
    Mein Name ist Eduard bin 69 Jahre alt und komme aus Koblenz habe sei Jahren einen steigenden PSA Wert.
    Ich fing 2008 mit der PSA Messung an 2008 =1,28 2010 =1,46 2012 =2,07 2015 =3,35 2018 =7,43 2019 =10,70 2020 =heute 14,68
    2016 wurde ich von meinem Hausarzt mit einem PSA Wert von 4,02 zum Urologen überwiesen.
    22.08.16 Biopsie mit 10 Stanzen ohne Befund.
    01.09.17 MRT ohne Befund.
    22.10.18 Biopsie ohne Befund.
    27.12.19 MRT an der Prostata oben könnte etwas zu sehen sein.
    13.01.20 an verdächtigen Stelle Biopsie ohne Befund.

    Mein Orologe würde jetzt gerne eine Harnröhrenausschabung machen um dieses Gewebe dann zu untersuchen, obwohl ich keinerlei Probleme beim Wasserlassen oder ähnliches habe. Der Nächtliche Wassergang bleibt auch meistens aus.
    Was haltet ihr davon?

    Für Antworten wäre ich sehr Dankbar Eduard

  2. #2
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    Hallo Eduard,

    zu der Harnröhrenausschabung kann ich nicht viel sagen, außer dass ich mir nicht vorstellen kann, was das bei einem PSA-Wert von 14,68 ng/ml bringen soll.
    Ich hätte zwei Alternativvorschläge:
    - eine PSMA-PET/CT, die sollte bei diesem PSA-Wert auf alle Fälle etwas zeigen, wenn da Krebs ist. Kostenpunkt: 1500 bis 1800 €, die von den Kassen selten erstattet werden..
    - die weniger bekannte ANNA-CTRUS-Untersuchung, siehe hierzu https://www.anna-ctrus.de/. Ärzte, die an diesem Verfahren teilnehmen, findest Du hier. Kostenpunkt: Etwa 450 €, die von den Kassen ebenso wenig erstattet werden. Ich hatte schon mit einigen Männern zu tun, die zwei oder drei Biopsien hinter sich hatten, ohne dass etwas gefunden worden wäre. Erst mit ANNA-CTRUS wurde dann in der hintersten Ecke der Prostata der Herd lokalisiert.

    Ralf

  3. #3
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    Eine TURP oder Harnröhrenausschabung würde ich ohne dringenden Grund nicht machen lassen. Das kann zu Komplikationen führen. Die Harnröhre vernarbt nach dem Eingriff und es kommt zum Harnverhalt oder der Schließmuskel wird verletzt und es entsteht Inkontinenz. Wie häufig dies auftritt kann ich nicht sagen, aber allein das Risiko muss man nicht eingehen. Mir sagte mein Urologe, ich muss eine TURP machen, danach sind sie inkontinent. Ich bin dann zu einem anderen Urologen, der schaffte es die Kontinenz zu erhalten.

  4. #4
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    Hallo, den Vorschlag finde ich ungewöhnlich, denn in dieser Logik könntest Du ja auch eine Ektomie machen lassen und dann anschließend vom Pathologen untersuchen lassen. Nachdem bei mir im MRT nichts zu sehen war, wurde ich im Krankenhaus mit einem Ultraschallgerät der neuesten Generation untersucht und man konnte eine Stelle identifizieren. Denke dein Arzt sollte dich eher in weitere bildgebende Verfahren beraten, um dann im Anschluss nochmals gezielt biopsieren zu können.

  5. #5
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    Der Vorschlag ist ungewöhnlich. Die Studienlage spricht gegen die TURP als diagnostisches Mittel, außer wenn bereits störende Symptome bestehen ("lower urinary tract symptoms"), die ohnehin beseitigt werden müssen:

    https://www.sciencedirect.com/scienc...90429503006630
    In patients with previously negative biopsies, the diagnostic yield of TURP is low. Therefore, TURP for diagnostic purposes only cannot be recommended. However, in patients with an abnormal DRE and obstructive symptoms, surgery should be preferred over alternative treatment options.
    Diese retrospektive Studie mit 1189 Teilnehmern verlangt noch zusätzlich eine positive Tastuntersuchung.

    https://europepmc.org/article/med/24341094
    Diagnostic TURP can increase the early diagnosis rate of PCa, improve lower urinary tract symptoms (LUTS) and help to normalize the serum PSA level. Therefore, it can be chosen for those with persistent serum PSA abnormality, LUTS and negative prostate biopsy.

    https://www.sciencedirect.com/scienc...90429508008406
    Only 54% of the PCa cases were detected by TURP. Therefore, the worth of the obtained tissue sample during TURP seems questionable.

    Eine HoLEP ist unter Umständen günstiger als eine TURP:
    https://www.sciencedirect.com/scienc...43919120304088
    The present study showed that HoLEP can provide a higher total detection rate of PCa when compared with TURP. Besides, this superiority was especially embodied in patients with PSA less than 10 ng/ml.

  6. #6
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    Nach der letzten Biopsie übersande der Urologe meinem Hausarzt die Diagnose. Sollte sich hier eine weitere Progredienz zeigen ist eine TUR anzustreben. Das kann ich doch ohne irgendwelche Beschwerden nicht mit mir machen lassen.
    Gruß Eduard

  7. #7
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    Eduard, du mußt garnichts mit dir machen lassen. Therapieverweigerung ist ein Recht auch des Patienten.
    Vielleicht fragst du den Urologen bei Gelegenheit, wie er denn auf eine TURP kommt. Vielleicht hat er diese Dissertation gelesen: https://epub.uni-regensburg.de/12288/
    Aber auch sie fordert zusätzlich einen klinischen Befund, also einen Tastbefund oder eine Bildgebung wie positives MRT.
    Natürlich ist eine TURP nicht besonders gefährlich: https://www.tandfonline.com/doi/abs/...5.2019.1623312
    TUR-P in routine clinical practice was associated with a low incidence of severe complications. TUR syndrome was very rare.
    Aber es hatten 9,7% späte Folgen, die eine erneute invasive Therapie erforderlich machten (d.h. Eingriff in bzw. durch die Harnröhre). Mein Urologe scheute sich schon, eine Harnröhrenspiegelung zu machen, da ich keine Symptome hatte, sondern nur eine negative Wirkung meiner IRE-Behandlung auf die Harnröhre ausschließen wollte. Er meinte, dass sei ein unnötiger invasiver Eingriff, und hat mich letztlich überzeugt.

  8. #8
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    Hallo Ralf,

    habe mich einmal etwas mehr mit ANNA-CTRUS im Internet informiert und muss sagen hört sich ganz gut an.
    Hab erst einmal nächste Woche einen Termin bei meinem Orologen und da werde ich der TURB nicht zustimmen und meine Unterlagen anfordern.
    Ich werde auch fragen was er für alternativen zu der Ausschälung hat.
    Ich komme mir mit der ganzen situation etwas allein gelassen vor.

    Gruß Eduard

  9. #9
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    Was haltet ihr in meinem Situation von einem PCA3 Test

    Gruß Eduard

  10. #10
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    Moin Eduard,

    persönlich bin ich eher skeptisch, um diesem Test die notwendige Sicherheit zuzusprechen. Es gibt halt doch zu viele Imponderabilien.

    Bitte lies selbst:

    https://www.ukmp.de/medizin/tumorerk...pca3-test.html

    https://www.univadis.de/viewarticle/...iopsien-336089

    Gruß Harald
    nicht nachlassen

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