Seite 1 von 4 123 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 35

Thema: Welche Therapieen nach RPE und PSAanstieg

  1. #1
    Registriert seit
    16.01.2020
    Ort
    Schaffhausen
    Beiträge
    13

    Welche Therapieen nach RPE und PSAanstieg

    Hallo zusammen
    Ich hatte Juni 2017 meine RPE da Vinci mit hist. Ergebnis Gleason 4 + 4 pT 3b NO,MO,R1.
    PSA 07.17 war 0,05 und stieg dann vierteljährilich um 0,03....
    Heute ist es 0,42 und mein Urologe will in 3 Monaten bei weiterem Anstieg ein
    PSMA PET machen.
    Was kommt wohl auf mich zu?Therapien? Vielen Dank für Euere Bemühungen. Gruss Walter

  2. #2
    Registriert seit
    06.09.2015
    Ort
    NRW
    Beiträge
    3.292
    Mit dem PSMA PET/CT kann man oft erkennen wo der Tumor sitzt, der den PSA Anstieg verursacht. Bei diesem langsamen Anstieg habe ich etwas Zweifel, ob man etwas sieht, aber warten wir es ab. Dann kann man entscheiden, ob nur die Prostataloge bestrahlt wird oder, wenn befallene Lymphknoten gesehen werden, man auch die Umgebung bestrahlt, dies mit einer höherer Dosis auf die sichtbaren Lymphknoten. Bei einem schnelleren Anstieg könnten auch Knochenmetastasen erkannt werden und dann würde man wohl auf eine Bestrahlung verzichten. Bei dem langsamen Anstieg würde ich das nicht erwarten.

    Ohne PSMA PET/CT würde man auf Grund des R1 Befundes nur die Prostataloge bestrahlen, dies dürfte reichen.

  3. #3
    Registriert seit
    24.03.2018
    Beiträge
    90
    Die Leitlinie sieht bei einem biochemischen Rezidiv nach RPE (PSA>0,2) eine Bestrahlung vor, je schneller um so besser, am besten bei PSA<0,5.
    Bei T3b und R1 ist ein Lokalrezidiv zweieinhalbjahre nach der OP wahrscheinlich.

    Die Idee mit dem PSMA-PET-CT ist gut, ich würde mich aber aus o.g. Gründen jetzt schon darum bemühen.

    LG, Nico

  4. #4
    Registriert seit
    16.01.2020
    Ort
    Schaffhausen
    Beiträge
    13
    Vielen Dank erstmal an Georg und Nico..
    Ich dachte, dass es sich bei mir nicht um einen langsamen Anstieg handelt... ich dachte auch, warum noch drei Monate warten...aber man sagte mir, dass man unter 0,5 PSA im PSMA PET evtl. nicht viel sieht....andererseits wäre es richtig evtl. schnell zu bestrahlen..aber einfach auf Verdacht die ganze Prostataloge?! Ich fragte mich auch schon, warum mir das der Urologe nicht anbot...er... das heisst, es ist eine Sie mit vieljähriger Erfahrung... LG Walter

  5. #5
    Registriert seit
    06.09.2015
    Ort
    NRW
    Beiträge
    3.292
    Viele Ärzte würden ab einem PSA Wert von 0,2 ng/ml mit der Bestrahlung anfangen. Da dies bei Dir nicht gemacht wurde, bringe ich mal die Gegenargumente.
    Der PSA Wert stabilisiert sich bei einem großen Teil der Patienten unter 0,4 ng/ml. Wenn man vorher bestrahlt, bekommt man bessere Ergebnisse, da viele Patienten bestrahlt wurden, die man gar nicht bestrahlen musste. Die Statistiken, die zu dem Wert von 0,2 ng/ml geführt haben, beruhen teilweise auf Daten, die über 20 Jahre zurückliegen. Da hatte man ganz andere Bestrahlungsgeräte und arbeitete mit niedrigeren Bestrahlungsdosen. Die neuesten Geräte erreichen daher u.U. die gleichen Ergebnisse bei 0,5 ng/ml wie die alten bei 0,2 ng/ml. Dazu gibt es aber noch keine Studien. Schließlich kann man die Bestrahlung mit 6 Monaten Hormontherapie ergänzen und damit nochmal die Ergebnisse verbessern.

    Also kein Grund zur Sorge.

  6. #6
    Registriert seit
    06.03.2017
    Beiträge
    1.204
    Das PSMA PET/CT ist häufig relevant für die Bestrahlungsplanung: https://forum.prostatakrebs-bps.de/s...186#post118186
    Die Bestrahlung der "Loge" ist häufig auf mittlere Sicht nicht wirksam. Und einen zweiten Versuch hat man nicht. Einmal ist "Loge" nach RPE interpretationsfähig. Die Begrenzungen sind Enddarm, Blase, Schwellkörper und mittendrin ist die Harnröhre. Alles Organe, die zu schonen wären. Bei Bestrahlung gilt: die Gesamtdosis bringt es. Wenn das Lokalrezidiv nicht lokalisiert ist, wird man zwangsweise alles bestrahlen und dabei einen Kompromiß wählen (onkologisch suboptimal, Nebenwirkungen minimiert). Leider reicht eine Zelle aus, die das überlebt, und die dann eventuell noch zur Strahlenresistenz mutiert ist.
    Dass der Arzt ein PET/CT von sich aus anbietet statt blind zu bestrahlen ist sehr gut.

    In der Regel gilt die Strahlentherapie als die schlechtere Ersttherapie verglichen mit Prostatektomie (sie ist kaum besser als AS). Man darf daher von ihrem Einsatz als Salvagetherapie nicht zuviel erwarten. Die Ersttherapie war eine physische Entfernung des Tumors - mehr geht lokal nicht. Logischerweise müßte eine Salvagetherapie ähnlich funktionieren oder besser.

  7. #7
    Registriert seit
    18.04.2018
    Ort
    Raum Zürich
    Beiträge
    622
    Martin,
    Gut geschrieben, habe aber doch noch ein paar Zusatzbemerkungen, eigentlich keine Kritik. Aber sachliche Kritik hast Du ja auch gerne wie ich auch.
    Zitat Zitat von MartinWK Beitrag anzeigen
    Die Bestrahlung der "Loge" ist häufig auf mittlere Sicht nicht wirksam. Und einen zweiten Versuch hat man nicht...
    Wenn nach RPE ein biochemisches Rezidiv auftritt, ist die Bestrahlung der Loge doch recht häufig wirksam, besonders bei R1. Hätte es schon Metastasen, dann ist auf mittlere oder längere Sicht jede Bestrahlung nicht kurativ.
    Zitat Zitat von MartinWK Beitrag anzeigen
    Wenn das Lokalrezidiv nicht lokalisiert ist, wird man zwangsweise alles bestrahlen und dabei einen Kompromiß wählen (onkologisch suboptimal, Nebenwirkungen minimiert). Leider reicht eine Zelle aus, die das überlebt, und die dann eventuell noch zur Strahlenresistenz mutiert ist.
    Eine einzige Zelle wird leider auch die beste Bildgebung nicht finden.
    Auf was ich hinaus will: Eine PSMA-PET Bildgebung finde ich sehr sinnvoll vor einer Salvage Bestrahlung auch schon bei PSA 0.5 ng/mL. Darin sind wir wohl einig. Aber meiner Meinung nach sollte man nicht länger warten und die Loge halt "blind" bestrahlen.
    Zitat Zitat von MartinWK Beitrag anzeigen
    In der Regel gilt die Strahlentherapie als die schlechtere Ersttherapie verglichen mit Prostatektomie (sie ist kaum besser als AS).
    Das hatten wir doch schon einmal, wird aber nicht wahrer mit Wiederholung. Es wurde doch in Studien gezeigt, dass die AS gleichwertig zur Prostatektomie ist, unter den Kriterien wo eine AS empfoheln ist (betrachten wir bitte nur die onkologischen physischen Gegebenheiten, nicht die psychologischen). Wie soll denn irgendeine Therapie besser oder schlechter sein wie die AS? Wenn man wiederum nur die physischen Nebenwirkungen betrachtet, ist AS überhaupt nicht zu schlagen. Aber hier ist ja das eigentlich gar nicht ein Thema.

    Heinrich

  8. #8
    Registriert seit
    06.03.2017
    Beiträge
    1.204
    Heinrich, so wirksam ist die Salvage RT nicht. Viele schauen auf die PSA-Progression bzw. das "rezidivfreie Überleben". Das ist ein Endpunkt, um eine Therapie zu verkaufen (an Unbedarfte), aber wenn nach 10 oder 20 Jahren das Selbe herauskommt, bedeutungslos. Eine Dosis von 65Gy ist eben nicht ausreichend:
    "Men with postoperative PSA relapse can undergo salvage treatment by prostate bed radiotherapy, but durable PSA control is maintained only in about one-third of the patients. Despite a high biochemical failure rate after SRT, prostate cancer–specific survival does not decrease rapidly." https://www.sciencedirect.com/scienc...60301611003774
    Und dabei ist noch die Frage, ob "prostate cancer–specific survival" überrhaupt ein aussagekräftiger Endpunkt ist. Aus Patientensicht sind eigentlich nur "symptomfreies Überleben" und "Gesamtüberleben" relevant, zusammen mit der Lebensqualitätminderung durch Nebenwirkungen der Therapien.

    Das vorherige PET/CT ermöglicht die gezielte Bestrahlung mit hoher Dosis oder eine andere fokale Therapie.

    Und wenn man den prospektiven "EORTC trial 22911" ansieht: "Results at median follow-up of 10·6 years show that conventional postoperative irradiation significantly improves biochemical progression-free survival and local control compared with a wait-and-see policy, supporting results at 5 year follow-up; however, improvements in clinical progression-free survival were not maintained."

    Diese neue Studie kann auch nicht liefern (man ist schon bei 66,6Gy): "SRT at a PSA < 0.2 ng/ml correlates significantly with achieving a post-SRT undetectable PSA (<0.1 ng/ml) and subsequently with improved freedom from progression. Given these overall favorable outcomes, whether additional androgen deprivation therapy is required for these men requires further study."
    Wieder sind die Endpunkte wenig hilfreich für die Beurteilung.
    https://www.nature.com/articles/s41391-018-0112-3

    Was aber sicher ist:
    (a) die Bestrahlung läßt sich nicht wiederholen
    (b) die meisten Patienten lebten noch mindestens 10 Jahre danach: Nebenwirkungen durch die RT werden irgendwann spürbar.

    Ob bei einem Gleason 4+4 pT3b R1 eine "Heilung" erreicht wird ist ohnehin zweifelhaft.

  9. #9
    Registriert seit
    16.01.2020
    Ort
    Schaffhausen
    Beiträge
    13
    hallo danke an Euch
    noch eine Ergänzung: ich bin 69 und habe sonst keine weiteren Erkrankungen..
    ich habe gerade die ORF Reportage zu Krebs Spontanheilung mir angeschaut und an einer Stelle wurde gesagt, dass die meisten Krebspatienten seit jahren kein Fieber mehr hatten...
    Das trifft auch bei mir zu...Fieber kenne ich eigentlich nicht...das heisst jetzt für mich, dass ich mein Immunsystem stärken muss...
    habe von Fiebertherapie gehört und TCM....gibt es bei Euch hierzu Infos.? Danke

  10. #10
    Registriert seit
    16.01.2020
    Ort
    Schaffhausen
    Beiträge
    13
    Hallo...noch eine Frage:
    Mein PSA ist jetzt bei 0,42.
    Kann/soll ich schon ab 0,5 das PSMA PET CT machen lassen oder evtl. besser bis 1,0 warten(da man dann vielleicht mehr erkennt)?!

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •