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Thema: Erfahrungen mit Uni-Klinik Ulm

  1. #1
    Ingo E. Gast

    Erfahrungen mit Uni-Klinik Ulm

    Hallo,

    ich war vor über 1 Jahr mal im Forum......seit 3 Wochen hat mein Vater starke Schmerzen und es wurden nach einem Knochenszintigramm Metastasen in der Wirbelsäule festgestellt. Er bekam seit Sep. 05 alle 3 Monate Zoladex und etwas später Zometa ebenfalls alle 3 Monate. Sein PSA liegt nach anfänglichen 38 nun bei 0,7 soll aber laut Uro nichts aussagen. Er meint es würde kein PSA mehr produziert. Wir haben das Vertrauen zu unseren Uro´s hier verloren da man das Gefühl hat nicht menschlich behandelt zu werden. Nun steht wohl eine Chemo an.....ist ein Wechsel nach Ulm sinnvoll und überhaupt einfach möglich. Soviel erstmal....weitere Daten werde ich noch liefern. Danke

    Ingo

  2. #2
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    Hallo Ingo,
    es ist leider nicht schön, daß Du seit über 2 Wochen keine Antwort aus dem Forum bekommen hast. Vor allem in Anbetracht der Dringlichkeit bei Deinem Vater. Aber ich habe es auch übersehen.
    Es war natürlich eine ordentliche Schlamperei von Eurem Uro, das Stadium Deines Vaters vor 1 1/2 Jahren so zu unterschätzen und eine unzureichende Therapie zu verabreichen.
    Die ADT1 mit einem Medikament zur Hormonblockade ist leider noch (trauriger) med. Standard bei uns. Beim Nachweis von Knochenmetastasen sollte aber eine ADT3 angewendet werden. D.h. 3x 50mg Casodex + Avodart oder Proscar pro Tag, zusätzlich zur Spritze.
    Was aber noch schlimmer ist, war die lasche Anwendung von Zometa. Die 3-monatliche Gabe ist gut zur Vorbeugung, bei nachgewiesen Knochenmetastasen ist aber monatlich auch bei uns schon Standard und auch Kassenleistung. Mit großer Sicherheit wäre die Krankheit bei Deinem Vater damit nicht so schnell vorangeschritten.
    Durch den Wirbelsäulenbefall ist höchste Eile geboten und es dürfte keinen Sinn haben, noch mit Hormontherapien zu expirimentieren. Wie Du schon geschrieben hast, dürfte eine Chemo unvermeidbar sein und muß vor allem schnell erfolgen.
    Der Wechsel nach Ulm sollte problemlos möglich sein. Die Überweisung vom Hausarzt reicht aus. In Ulm könnte vielleicht auch eine zusätzliche Strahlentherapie durchgeführt werden.
    Viel Erfolg
    PeterP

  3. #3
    HansiB Gast

    Knochenschmerzen

    Hallo Ingo,

    Peter hat recht mit seiner HB Erweiterung und der öfteren Gabe von Zometa. Die bisherige Therapie war nicht ausreichend, daher der nicht genügende PSA Nadir. Bezüglich der Bestrahlung ist mir nicht klar, was bestrahlt werden soll. Der Prof. der Strahlenabteilung hat bei mir abgelehnt die größte Metastase, die Schmerzen verursacht hatte, zu bestrahlen. Was geschieht mit den vielen Anderen, die evtl. nur durch eine IMRT zu behandeln wären. Ich bin auch kein Freund der Chemo, jeder Körper reagiert anders, ich persönlich habe sehr gute Erfahrungen mit alternativen "Therapien" und bescheidener Medikamenteneinnahme.
    Frühe Therapie und Medikamentenänderungen wegen Nebenwirkungen habe ich vermieden. Der häufige Wechsel von Medikamenten ist nicht so gut. Vielleicht braucht man später die früher abgesetzten Medikamente. Du hättest dich evtl. schon früher melden müssen. Die Aussage deines Uro bezügl. PSA Produktion ist nicht nachzuvollziehen.
    Gruß Hans

  4. #4
    WinfriedW Gast
    @Ingo

    Ein Skelettszintigramm alleine sagt wenig aus. Regionen vermehrter Anreicherung des Radionuklids (“Hot spots”) sprechen für beschleunigten Knochenumbau bei Arthrose, Arthritis, Osteomyelitis oder auch Metastasen. Bei einem PSA von 0,7ng/ml würde ich auch an andere Ursachen denken. Hier ist weitere Diagnostik angesagt.

    PeterP hat Recht. Nachdem bei deinem Vater bereits seit August 2005 der Verdacht auf Knochenmetastasen besteht, wäre vermutlich schon damals Zometa in monatlicher Applikation angesagt gewesen.

    Bei einzelnen nachgewiesenen schmerzhaften oder frakturgefährdeten Knochenmetastasen, um dies zu beurteilen reicht ein Skelettszintigramm nicht aus, kann eine Bestrahlung durchaus sinnvoll sein. Metastasen an Wirbelkörpern, die aufs Rückenmark drücken, können neben Schmerzen auch Ausfallerscheinungen (z.B. Lähmungen, Gefühlsstörungen oder Störungen der Blasen-, Darm, Sexualfunktion) zur Folge haben. Dies gilt es abzuwenden.

    Ob nun in dieser Situation wirklich Chemotherapie angesagt ist, weiß ich nicht. Ein Krankheitsprogress ohne PSA-Anstieg ist eher nicht die Regel aber auch nicht gänzlich auszuschließen. Vielleicht würde man durch die Hinzunahme von Taxotere, evtl. auch in niedrig dosierter Form, einen niedrigeren PSA-Nadir erreichen und könnte irgendwann zu einer intermittierenden Hormonblockade übergehen.

    Du schreibst im Profil, dein Vater sei z. Zt. in einem psychischen Tief und weine des öfteren. Eine solche Diagnose und die damit verbundene Prognose kann einen schon runter ziehen. Ihr solltet aber auch daran denken, dass eine häufige Nebenwirkung des Hormonentzugs depressive Verstimmungen sind. Vor diesem Hintergrund wär's natürlich gut, wenn es euch gelänge, die Hormonblockade zu intermittieren. Auch würde ich in dieser Situation über Antidepressiva nachdenken.

    WW

  5. #5
    Reinardo Gast
    hallo Ingo. Bei fortgeschrittenem und agressivem Krebs ist man bei Urologen nicht mehr gut aufgehoben, was allerdings nicht verallgemeinert werden kann. Mein Urologe überweist z.B. bei Hormonresistenz grundsätzlich an den ortsansässigen Onkologen. Diese sind von ihrer Ausbildung her mit dem Zellverhalten bei Krebs und den Möglichkeiten der medikamentösen Behandlung besser vertraut.
    Der Meinung in den vorangegangenen Beiträgen würde ich beipflichten. Bei PSA = 38,8 und Gleason = 8 war die Behandlung unzureichend. Und ein Abwarten bis . . .(worauf eigentlich) bringt auch nur eine Verschlechterung der Situation.
    Mit der Behandlung in Ulm werdet Ihr da hoffentlich weiterkommen. Eine monatliche Infusion von Zometa, die Bestrahlung einzelner Metastasen zur Schmerzlinderung und eine Chemotherapie erscheinen mir als der richtige Weg. Mit Absetzen der m.E. unnötigen, eher kontraproduktiven Hormontherapie werden auch die Depressionen verschwinden. Auf letzteres möchte ich aus eigener Erfahrung noch besonders hinweisen: Depressionen (Weinen bei geringsten Anlässen), dürfen nicht zu lange anhalten sonst werden sie chronisch und man wird ohne ärztliche Hilfe damit nicht mehr fertig. Man sieht eine schwarze Wand zukommen und weiss, wenn man hineingerät, kommt man ohne fremde Hilfe nicht mehr haraus.
    Alles Gute, Reinardo

  6. #6
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    Hallo Ingo,
    bin froh, daß Deine Anfrage jetzt doch doch noch einige Resonanz gefunden hat. Ich denke, daß Du jetzt mit etwas mehr Hintergrundwissen weiter vorgehen kannst.
    Winfried hat das mit der Diagnostik des Szintigramms richtig geschrieben und das möchte ich auch noch einmal herausstellen: Auch bei mir wurden im Szintigramm schon angebliche Metastasen diagnostiziert. Das waren dann aber frühere Frakturen, Entzündung des Kniegelenks und in der Lendenwirbelsäule. Im Falle Deines Vaters würde eine MRT der Wirbelsäule Aufschluss bringen, ob wirklich ein Zusammenhang mit dem PCA besteht. Das kann sehr wichtig sein für eine evtl. Strahlentherapie. Aber in Ulm wird man das näher unter die Lupe nehmen.
    Alles Gute
    PeterP

  7. #7
    Ingo E. Gast
    Hallo,

    vielen Dank für eure Antworten....in Ulm hatten wir nur ein Gespräch mit dem Professor, der letztendlich zur Samarium Therapie geraten hatte. Nun sind wir wieder beim Urologe in der Krankenhausabteilung. Es wurde nochmals ein CT gemacht, Metastasen in den Lymphknoten, in der BWS und LWS und auch noch in der Leber. Urologe schlug Chemo mit 3 wöchiger Gabe von Taxotere 75mg vor. Zuvor ist er nun in der Strahlenabteilung gelandet, und die bereiten gerade alles für eine Strahlentherapie vor. Mein Vater fühlt sich gerade so schlecht, dass er seit 2 Tagen alles erbricht....könnte mit den neuen Medikamenten zusammenhängen, vor allem nimmt er seit einer Woche ein starkes Schmerzpflaster mit Fentanyl (Opiod). Irgendwie fühle ich mich so hilflos und manchmal ist man einfach nur Durcheinander von den vielen verschiedenen Möglichkeiten und Ratschlägen. Die Strahlenbehandlung ist 25mal und ich denke im Moment wäre eine zusätzliche Chemo zuviel für ihn. Danke nochmals und ich wünsche euch von Herzen alles Gute.

    Ingo

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