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Thema: Nebenwirkungen der Hormontherapie und Maßnahmen zu ihrer Linderung

  1. #31
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    Hallo Georg,
    da mir Osteoporose durch Erkrankungen in meiner Familie bekannt ist, hat mich der Wert von – 4 für die Indikation einer medikamentösen Therapie bei Männern (60 – 70 Jahre) gewundert.


    Zitat aus „Nebenwirkungen der Hormontherapie ….,Punkt 13 – Knochenschwund"

    Bei Bestehen einer Osteoporose wird zur Behandlung auf die Leitlinie zur supportiven Therapie verwiesen. Diese Leitlinie empfiehlt jedoch ab einer Knochenmineraldichte (BMD - bone mineral density) von kleiner -1,5 mit einer anti-osteoporotischen Therapie zu beginnen. Gleichzeitig verweist sie wiederum auf die Leitlinie des DVO (Dachverband Osteologie) und stellt die darin veröffentlichte Tabelle dar, die z.B. für Patienten zwischen 60 und 70 Jahren erst ab einem BMD von -4.0 eine medikamentöse Osteoporosetherapie empfiehlt (Leitlinie Supportive Therapie Punkt 10.59). Denosumab und Biophosphonate müssen zusammen mit einer Kalzium und Vitamin D Ergänzung eingesetzt werden.“

    Die Werte - 1,5 und – 4 widersprechen sich auf den ersten Blick.
    Dazu zwei erläuternde Anmerkungen auf Grundlage der „Leitlinie Supportive Therapie -konsensbasierte Empfehlung 10.59"

    - der Wert von kleiner – 1,5 bezieht sich auf Patienten mit ADT (Tab.71. Punkt 3, Erläuterung unterhalb)

    Punkt 3 zur Glukokortikoid induzierten Therapie gilt somit analog für die antihormonelle Therapie (Siehe Indikationsstellung zur Einleitung einer anti-osteoporotischen Therapie)."


    Der Wert von – 4.0 für Patienten zwischen 60 und 70 Jahren verändert sich durch Risikofaktoren,, z. B. Diabetes um + 1, Oberschenkelbruch bei einem Elternteil um + 0.5. Damit kann aus dem Wert – 4 schnell ein Wert von -2.5 werden, bei dem eine Therapie notwendig erscheint. (Tab.73). Gilt nur für Männer ohne ADT !


    Franz



  2. #32
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    Ja Franz, da hast Du Recht. Punkt 3 und "gilt somit analog für die antihormonelle Therapie" hatte ich übersehen. Dann besteht kein Widerspruch zwischen der Prostatakrebsleitlinie und der Leitlinie Supportive Therapie. Wenn Ralf meine Arbeit als KISP-Text akzeptiert, korrigiere ich das vorher.

  3. #33
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    Zitat Zitat von Georg_ Beitrag anzeigen
    Wenn Ralf meine Arbeit als KISP-Text akzeptiert, korrigiere ich das vorher.
    Selbstverständlich akzeptiere ich sie, ich warte schon auf sie!

    Ralf

  4. #34
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    Antwort zu Zitat aus
    https://forum.prostatakrebs-bps.de/s...872#post122872

    Zitat Zitat von Georg_ Beitrag anzeigen
    Meinen Text zu den Nebenwirkungen der ADT hatte ich geschrieben in der Hoffnung, dass damit die Patienten lesen was sie gegen die Nebenwirkungen unternehmen können. Für wichtig halte ich die Östradiol-Pflaster oder Gels. Bei den meisten Nebenwirkungen hatte ich geschrieben, dass sie durch Östrogenmangel entstehen und nicht durch Testosteronmangel.Georg
    Georg,
    laut Studienlage können Östradiolgaben über die Haut einige Nebenwirkungen beim Hormonentzug lindern. Soweit die Theorie.

    Da verschreibungspflichtig, wird in der Praxis schnell klar, dass es beim Pflaster oder Gel für viele bei der Theorie bleibt. Meine Nachfragen beim Urologen und mehreren Hausärzten führte zu erstaunten bis entsetzten Blicken aber zu keinem Rezept.

    Franz

  5. #35
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    Zitat Zitat von Optimist Beitrag anzeigen
    ...
    Da verschreibungspflichtig, wird in der Praxis schnell klar, dass es beim Pflaster oder Gel für viele bei der Theorie bleibt. Meine Nachfragen beim Urologen und mehreren Hausärzten führte zu erstaunten bis entsetzten Blicken aber zu keinem Rezept.

    Franz
    Ich glaube, das probiere ich auch mal aus.
    Ich freue mich jetzt schon auf die Reaktionen
    Lutz
    Ich bei myprostate: ___ Kenndaten ___ Grafiken ___ PSA-VZ ___ Beurteilungen ___ Mein Bericht

  6. #36
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    LowRoad setzt ja diese Pflaster ein, vielleicht kann er uns einen Tipp geben wie man da "rankommt".

    Tamoxifen wollte mein Urologe mir auch nicht verschreiben, da "off-label" und wahrscheinlich hatte er es noch nicht gemacht. Ich hatte die entsprechende Seite aus der Leitlinie ausgedruckt mitgebracht und meinte, wenn es doch in der Leitlinie erwähnt wird kann man es doch einsetzen. Er war daraufhin bereit, einen Arzt an der Uniklinik anzurufen, der Mitglied in der Leitliniengruppe ist, und nachzufragen. Daraufhin hat er mir ein Rezept zugesandt.

    Östrogene werden in der Leitlinie als Mittel gegen Hitzewallungen erwähnt (Punkt 6.57). In den Erläuterungen heißt es:

    Hitzewallungen sind die häufigste Nebenwirkung der Kastration, können den Patienten z. T. extrem belasten und die Lebensqualität entsprechend mindern. Zur Behandlung von Hitzewallungen gibt es mehrere Optionen. Cyproteronacetat soll in einer Dosierung von 50 mg 2 x 1 Tbl. oder 300 mg i.m. alle zwei Wochen verabreicht werden. Weitere hormonelle Therapieoptionen sind die Gabe von Östrogenen und Progesteron.

    Östrogene werden als Tabletten, Pflaster oder Gels angeboten. Zumindest Tabletten sollte man auf Grund der Leitlinienempfehlung bekommen können. Klar, der Arzt hat das noch nie verschrieben und wird sich sehr schwer tun. Aber soll ich deswegen verschweigen, dass es hilft?

    Georg

  7. #37
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    Estradiol Pflaster betreffend könnte ich schier verzweifeln, denn die Erfahrungen, die hier geschildert werden sind keine Einzelfälle, sondern gängige Praxis. Ich habe es früher sehr intensiv beworben, und bin auf großes Interesse damit gestoßen, aber letztendlich blieben frustrierte Patienten zurück, da die Urologen nur die Augen verdreht haben. Schade, denn man könnte so viel ADT assoziiertes Leid mit dieser simplen Intervention lindern.

    Ich selbst verwende aktuell ESTRAMON 100µg/Tag Pflaster (24 Stck – 32€), d.h. es werden 100µg Estradiol pro Tag über die Haut in den Körper abgegeben. Alle 4 Tage ist das Pflaster zu wechseln, dann ist es verbraucht. Ich kleb es auf den Rücken in Höhe des Hosenbundes. Dort stört es nicht, und wird auch nicht durch Reibung der Kleidung abgerubbelt. Duschen, Sauna oder Schwimmen sind kein Problem. Auch extremes Schwitzen nicht, also kein Grund den Sport zu reduzieren! Ich selbst empfinde meine physischen Möglichkeiten besser, wenn ich die Pflaster konsequent einsetze. Manchmal schludere ich damit, und nach einer Woche merke ich das sehr deutlich, dass sich der Wirkstoff verbraucht hat.

    Nun war es nicht so, dass mein Urologe das von sich aus angeboten hat, aber wir haben nach vielen Jahren des intensiven Gedankenaustausches ein recht gutes Verhältnis, und so war das bei der Datenlage kein Problem ein (Privat) Rezept dafür zu bekommen, genauso wie für manch andere 'Ergänzungen' wie Dexamethason, Statine, Metformin, Dostinex, Epo, Rocaltrol, usw. wofür es eine gewisse Evidenz gibt, und die Risiken bekannt und besprochen sind.

    Ich könnte natürlich noch auf die Möglichkeit eines Onlinerezepts hinweisen, halte das aber für nicht sachdienlich, denn erstens wäre das extrem teuer, und zweitens sollte der Arzt bei dem man in Behandlung ist schon wissen, was man so alles macht.
    if nothing's fails, it's not real life

  8. #38
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    Östrogen gibt es auch als Gel (Gynokadin-Gel). Das kann man besser dosieren (niedriger), als ein Pflaster, welches tagelang auf einer Stelle klebt und den Wirkstoff nicht gleichmäßig abgibt.

  9. #39
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    Das ist ja der Wahnsinn, ich staune nur.
    Fantastische Arbeit, vielen vielen Dank, Georg!

  10. #40
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    Hallo Ursula,

    vielen Dank für den Hinweis auf Gynokadin Gel. Man kann dabei, wie ich gelesen habe, die Dosis erhöhen oder reduzieren. Allerdings ist das Mittel auch verschreibungspflichtig.

    Georg

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