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Thema: Wie relevant ist das Erreichen eines PSA Nadirs < 0,01 ng/ml bei iADT ?

  1. #1
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    Wie relevant ist das Erreichen eines PSA Nadirs < 0,01 ng/ml bei iADT ?

    Hallo zusammen,

    bei meiner ersten ADT mit Firmagon erreichte ich bereits nach 4 Monaten (Ausgangs-PSA 7,57) einen PSA Nadir < 0,01 (Testosteron bereits nach 1 Monat < 0,03 ng/ml). Leider hatte ich bereits nach der 6. Firmagonspritze intermittiert. Das war wohl zu früh: Denn der PSA Wert stieg bereits 8 Monate nach Beginn der der Intermittierung mit dynamischer Steigung an.

    Meine zweite ADT Monotherapie mit Firmagon (Ausgangs-PSA 8,14) lief wesentlich moderater. Ist das bei der zweiten Abfolge normal ? Zwar erreichte ich schnell - nach 2 Monaten - einen Testosteronwert von < 0,03 ng/ml. Aber mein PSA Wert fiel wesentlich langsamer und hat jetzt, nach 5 Monaten, erst einen Wert von 0,03 erreicht, immerhin. Der Strum-Ziel-/Grenzwert von < 0,05 ist zum Glück schon unterschritten. Ich hoffe natürlich, dass der PSA noch weiter fällt. Aber wenn nicht ?

    Was wäre die Alternative ?

    1. Fortführen der Mono-Therapie und abwarten/hoffen dass der PSA Wert noch ca. 6 Monate unter 0,05 ng/ml verbleibt, dann intermittieren.
    2. Bei PSA Stagnation oder leichtem Wiederanstieg Änderung der Mono hin zur ADT2 oder ADT3. Wenn der PSA dann in Richtung < 0,01 fällt und ca. 6 Monate gehalten wird, erst dann intermittieren.
    3. Bei PSA Stagnation oder leichtem Wiederanstieg Wechsel des Medikamentes. Fortführen wie unter 2.

    Bei starkem PSA Anstieg in der Therapiephase stellt sich die Frage dann sowieso ganz anders.

    Die Hinzunahme von Abirateron (wenn die Urologen mitmachen) würde ich dann erst bei der nächsten Therapieabfolge ins Auge fassen.

    Hat jemand schon Erfahrungen ? Gibt es hierzu Empfehlungen ?

    Werner

  2. #2
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    Hallo Werner,

    Die Hinzunahme von Abirateron (wenn die Urologen mitmachen) würde ich dann erst bei der nächsten Therapieabfolge ins Auge fassen.

    Hat jemand schon Erfahrungen ? Gibt es hierzu Empfehlungen ?

    will mal was antworten auf Deinen Beitrag.
    wie man aus Deinem Profil entnehmen kann hast Du ja schon einiges gemacht gegen den PK.
    warum hast Due es nicht mal mit Bicalutamid probiert ?
    warum bist Du auf Firmagon gegangen und nicht auf ein anderes 3 Monatsmedikament ?
    es wirkt alles gut bei Dir,da musst Du nicht gleich auf Zytiga wechseln.
    das ist mal nur meine Meinung jetzt.
    also Optionen hast Du noch viele.

    Gruß

    Adam

  3. #3
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    Hallo Adam,

    warum nicht Bicalutamid ? Warum sollte ich ? Bei der ersten ADT Phase erreichte ich mit der Monotherapie bereits einen PSA Wert < 0,01 und einen Testosteronwert < 0,03, was wohl heißt, unterhalb des Messmöglichkeit des Labors.

    Allerdings hatte ich bei Bicalutamid eh schon Bedenken wegen Hinweis im BPS Forum fs "Bicalutamid ist nur eine teilweiser Blocker des Androgenrezeptors". Bicalutamid unterdrückt z.B. IGF-1R and IGF-1 nur unzureichend was zu einem androgenunabhängigen Tumorwachstum führen kann."

    Warum Firmagon: Dies wurde mir von meinem Urologen empfohlen wegen schnellem Testosteron-/PSA-Abfall (kein Bounce), weniger Nebenwirkungen. Ich habe so gut wie keine relevanten Beschwerden wie Hitzewallungen etc. Die moderaten Schmerzen an der Einstichstelle sind bei guter Laborantentechnik nach einem Tag verschwunden. Nachteil allerdings ist die monatliche Behandlung.

    Gleich auf Zytiga auf-/umzusteigen will ich natürlich nicht. Mir geht es nur darum, dass (immer wieder) der (optimale) PSA-Zielwert für eine ADT < 0,01 ng/ml genannt wird. Damit könne bei einer iADT die Zeit der Intermittierung optimal gestreckt werden. Bei meiner ersten Behandlung mit Firmagon erholte sich der PSA Wert viel zu schnell nach der Intermittierung, obwohl der o.g. Zielwert erreicht wurde. Ich führe das darauf zurück, dass ich zu früh intermittiert hatte.

    In der jetzigen Phase kann ich diesen Zielwert vielleicht gar nicht erreichen. Es geht schon viel langsamer voran als beim ersten Mal. Die Frage ist: Sollte ich den Zielwert mit zusätzlichen Mitteln (vielleicht sogar Bicalutamid, obwohl sich Einiges bei mir dagegen sträubt) versuchen, weiter zu senken ? Oder macht das wenig Sinn, und ich verschiebe diesen Weg von Beginn an auf die nächste Phase, die sicher irgendwann folgen wird. Kurzum: Wie wichtig ist das Erreichen des Zielwertes von < 0,01 ? Ich gehe einmal davon aus, dass mein PSA Wert bei den nächsten Messungen nicht unbedingt weiter fallen, sondern möglicherweise leicht steigen könnte,

    LG Werner

  4. #4
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    Moin Werner,

    23.03.2020 6. Firmagonspritze 80 mg
    PSA 0,03 Testosteron 0,03
    Du bist doch gut dabei bei Deinen Werten,
    wenn du intermittieren möchtest dann mach das doch nach der nächsten Messung auch wenn der Wert bei 0,03 ng/ml bleiben sollte.
    denke mal die Resistenzen werden sich bei Dauermedikation irgendwann einstellen.
    Der Urologe ist wohl für eine Dauermedikation oder ?

    schönes Wochenende

    Gruß
    Adam

  5. #5
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    Moin Adam,

    wir haben ja eine ähnliche Voraussetzung. Bei mir begann es 2007, bei Dir 2009. Beide Gleason 7 und RPE und danach Bestrahlung. Beide nur Lymphknoten-Metastasen.

    Ich habe allerdings länger die unterschiedlichen Bestrahlungen durchgehalten, und Du hast Dich schon früh mit Bicalutamid, einem AR-Rezeptorblocker, behandeln lassen, und damit hast Du ja über Jahre Deinen PSA Wert (und die Krankheit) gut unter Kontrolle gehalten. Als die Wirkung dieser Monotherapie nachließ (übrigens warst Du m.E. mutig, bis auf einen PSA Anstieg auf 12,77 zu warten , bist Du seit etwa 2 Jahren auf die Monotherapie mit Testosteronentzug gewechselt, bis auch hier der PSA Wert in den zweistelligen Bereich wanderte und Du jetzt Abirateron hinzufügst mit wieder sehr gutem Erfolg (PSA < 1).

    Was mich wundert, Du hast über lange Zeit (2,5 Jahre) mit Bicalutamid und zwischenzeitlichen LK-Bestrahlungen Deinen PSA Wert unter 1 (!) halten können. Toll.

    Der Umstieg auf Testosteronentzug lief dann nicht mehr so optimal, nur noch knapp 2 Jahre. Du hast Deinen Testo-Wert nie unter 1 ng/ml bringen können. Zielbereich ist doch eigentlich < 0,5. Jetzt hast Du mit Abirateron wieder einen guten Lauf. Hoffentlich bleibt es dabei.

    Bei mir lief es ganz anders. Viele Bestrahlungen, die anfangs eine lange Wirkung, später aber nur kurzzeitigen Erfolg hatten, ebenso die letzte lokale Chemo. Bicalutamid habe ich ganz ausgelassen. Bisher habe ich nur den Agonisten Firmagon eingesetzt.

    Bei meiner ersten ADT Phase lief es sehr gut. Testo sehr gut im Zielbereich, PSA Abfall auch bestens in den Nullbereich. Dann aber erhöhte sich der PSA nach der Intermittierung viel schneller als bei Dir.

    Mein Krebs schein viel aggressiver als Deiner zu sein. Also muss ich höllisch aufpassen und meine Therapie entsprechend anpassen. Ich werde deshalb auch während der Intermittierung bei steigendem PSA ab etwa 5 ng/ml eine PSMA PET/CT machen lassen und wenn möglich, betroffene LK bestrahlen lassen in der Hoffnung, dass ich vielleicht die besonders aggressiven Bösewichte erledigen kann.

    Und bei meiner dritten ADT Phase werde ich wohl zumindest auf die Hinzunahme von Bicalutamid nicht verzichten können, eventuell sogar mit Abirateron (ohne Bica) wie bei Dir.

    LG Werner

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