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Thema: Alternierende Hormontherapie sinnvoll?

  1. #11
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    Zitat Zitat von Georg_ Beitrag anzeigen
    "... Übergang vom hormonnativen zum kastrationsresistenten Prostatacarzinom weiter hinauszuschieben" Alle Studien, die intermittierende ADT geprüft haben, konnten eine solche Verlängerung nicht feststellen.
    Alle ???
    Diese Studie mit 82 Patienten kommt zu einem anderen Ergebnis.
    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4990439/

    Evolution towards castrate resistant prostate cancer: 12.5% from the intermittent androgen deprivation group and 23.8% from the continues androgen deprivation group
    Entwicklung hin zu kastrationsresistentem Prostatakrebs: 12,5% aus der Gruppe mit intermittierendem Androgenentzug und 23,8% aus der Gruppe mit anhaltendem Androgenentzug.

    Auch die Sterberate war in der Gruppe mit IAD etwas kleiner als bei CAD
    ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    "Conclusions
    Qvadruple benefits were demonstrated for patients on IAD:
    Better Qol in periods without treatment due to testosterone recovery
    Less AE’s and MS related complications
    Better survival and longer time of disease control and
    Cost reduction."

    Schlussfolgerungen
    Vierfache Vorteile wurden für Patienten mit der IAD nachgewiesen:
    Bessere Lebensqualität in Perioden ohne Behandlung aufgrund von Testosteron-Erholung
    Weniger Nebenwirkungen und Met. Syndrom-bezogene Komplikationen
    Besseres Überleben und längere Zeit der Krankheitskontrolle
    Kostensenkung
    -----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Eine mögliche Verlängerung der Zeit bis zur Kastrationsresistenz war neben einer Dämpfung der Nebenwirkungen der ADT ein wichtiger Punkt für meine Entscheidung zum Intermittieren.


    Franz

    PS: Mir geht es um die möglichen Vorteile des Intermittierens ohne Medikamentenwechsel.



  2. #12
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    Hallo Franz,

    die Studie kannte ich nicht, sie überzeugt mich auch nicht richtig. Es waren 82 Patienten, die in zwei Gruppen aufgeteilt wurden, also je 41. Außerdem wird in der Studie im Abschnitt "Discussion" die größere Studie von Hussain zitiert, aber nicht deren Ergebnis. Diese Studie ermittelte eher, dass die intermittierende Gruppe eine kürzere Überlebenszeit hatte. Normalerweise würde man seine Ergebnisse mit denen anderer Studien vergleichen, vor allem wenn man diese Studie aus anderen Gründen zitiert.

    Hier ist die Studie von Hussain mit 1535 Patienten: https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1212299 Darin ein Trend zu kürzerem Überleben bei intermittierender ADT. Dann noch die Studie von Crook mit 1386 Patienten: https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1201546 - kein Unterschied im Überleben.

    Ich glaube die Studie von MURESANU war zu klein, um valide Aussagen zu machen. Offenbar handelt es sich auch um eine retrospekive Studie: "After completion of trials, 82 patients were enrolled..." Ich habe deutlich mehr Vertrauen in die Studien von Hussain und Crook.

    Georg

    P.S. Ich hatte das Konzept von Jacono nur aufgegriffen und kommentiert.

  3. #13
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    Diese Studie kann gelinde gesagt nicht überzeugen. Eine riesige Kuchengrafik zur Darstellung von 10 (kontinuierlich) vs 5 Patienten (iADT) die zur Kastrationsresistenz zuneigen, ohne weitere Infos, hilft auch nicht weiteres Vertrauen aufzubauen.
    Vielleicht Zufall oder nicht, in der kontinuierlichen Gruppe waren 9 mit Metastasen, in der intermittierenden Gruppe 5 mit Metastasen. Keine einzige Zeile darüber über ev. Einschränkungen, die der Studie zugrunde liegen.

    Franz, Du kannst wirklich nichts dafür, diese Studie mal zu erwähnen, aber ich halte diese Studie nicht nur für wertlos, sondern einfach als eine Täuschung der Tatsachen, aus welchen Gründen auch immer. Da müssten schon viel mehr Daten her, um einfach
    - längeres Überleben
    - weniger Nebenwirkungen
    - geringere Kosten
    als sozusagen gesicherte Schlussfolgerung in die Publikation zu schreiben. Zu schön, um wahr zu sein.

    Heinrich

  4. #14
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    Heinrich,

    soweit ich gesehen habe bist du nicht auf Hormonentzug und brauchst dich damit auch nicht mit diversen Nebenwirkungen, die mich zum Glück erst nach 2 Jahren voll erwischt haben und das Leben zeitweise unerträglich erscheinen lassen, herumärgern.
    Als ein von den Nebenwirkungen in die Knie Gezwungener sucht man nach Auswegen aus dieser Situation. Nebenwirkungen interessieren Urologen wenig.

    Der Patient sucht Lösungen, Intermittieren bietet sich an.

    Die Studienlage dazu ist zwiespältig, die Mehrheit der Studien sieht im Intermittieren kaum Vorteile, eher Nachteile für den Patienten. Etliche Studien, vielleicht habe ich jetzt auf die schnelle eine zu angreifbare ausgewählt, sehen Vorteile bei IAD oder eine Gleichwertigkeit zwischen IAD und CAD.

    Die Vorteile für IAD scheinen sich bei Fortgeschrittenen in einigen Studien klarer als bei weniger schwer Betroffenen abzuzeichnen.

    Das sind die Studien die Betroffenen helfen können wieder zuversichtlicher in die Zukunft zu schauen.
    Die lass ich mir nicht madig machen.

    Lebenslang ADT – eine schreckliche Vorstellung.


    Franz


  5. #15
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    Franz,

    Ja, ich bin (noch) nicht auf Hormonentzug, aber der wird sich früher oder später bei mir nicht vermeiden lassen. Deshalb verfolge ich dieses Thema auch sehr genau. Natürlich wünschte ich mir auch nur alle Vorteile einer Therapie, aber keine Nachteile. Nach alldem was ich bisher gelesen hat, hat intermittieren sicherlich Vorteile bei der Lebensqualität. Aber die muss dann wahrscheinlich mit einer geringeren Lebensdauer erkauft werden. So jedenfalls mein aktueller Wissensstand.

    Dies ist dann halt wieder sehr individuell, wie sehr man mit den NW des Hormonentzugs klarkommt. Es bleibt ein Abwägen zwischen Lebensqualität und Lebensdauer, wie ja auch an anderer Stelle diskutiert. Zumindest seriöse Studien haben leider nie nachweisen können, dass Intermittieren auch zu verlängertem Leben führt, eher das Gegenteil scheint der Fall zu sein.

    Heinrich

  6. #16
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    Franz,

    Studien, die keinen Nachteil in einer intermittierenden ADT feststellen wirst Du finden, ich hatte ja die Studie von Crook erwähnt. Aber welche, bei denen intermittieren einen Vorteil in der Tumorbekämpfung darstellte, habe ich nicht in Erinnerung. Wenn man davon ausgeht, dass es keinen Unterschied macht, ob man intermittiert oder nicht, ist intermittieren im Hinblick auf die Lebensqualität sinnvoll.

    Meinen Text zu den Nebenwirkungen der ADT hatte ich geschrieben in der Hoffnung, dass damit die Patienten lesen was sie gegen die Nebenwirkungen unternehmen können. Für wichtig halte ich die Östradiol-Pflaster oder Gels. Bei den meisten Nebenwirkungen hatte ich geschrieben, dass sie durch Östrogenmangel entstehen und nicht durch Testosteronmangel.

    Georg

  7. #17
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    Es erscheint sich beim iADT herauszuschälen, dass bei ähnlicher Lebenserwartung die Lebensqualität verbessert wird. Aber mein Ansatz war nicht ein Intermittieren, sondern ein kontinuierlich überlappender Wechsel von zwei Medikamenten (sinnvollerweise Bicalutamid und Degarelix. Leuprorelin wird wegen des flare up keinen Einsatz finden. Ich halte von letztem eh nicht so viel, schon allein wegen der vorgeschriebenen und wohl schwer einzuhaltenden Kühlkette und dem damit nicht kontrollierbaren Wirkungsverlust). Beide Medikamente haben eine lange Halbwertszeit (Bicalutamid etwa 1 Woche. Degarelix hat eine rel. konstante Wirkung nach einmaliger Gabe von etwa 40-60 Tagen).
    Sicher ist es Voraussetzung, hierbei neben PSA, Testosteron auch das Öströgen im Laborblick zu behalten. Und dies individuell während der Übergangszeit von einem zum anderen Medikament auch kurzfristiger im wöchentlichen Abstand gemessen. Schließlich möchte ich auch während der Degarelix-Tage einen normalen Östrogenspiegel behalten (also Einsatz der Estradiol-Pflaster). Und als Empfehlung darf ich noch auf die Möglichkeit der sehr leicht operativ zu entfernenden männlichen Brustdrüse aufgreifen (ambulant und minimal invasiv). Ohne dies oder eine sehr gute Radiotherapie dieser macht das Ganze keine Sinn (und das vor Beginn des Alternierens).
    Ich danke Euch für die vielen Diskussionsbemerkungen.

  8. #18
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    wie meinst du das mit der kühlkette von leuprone

  9. #19
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    Eligard (Leuprorelin) z.B. soll ständig kühl gelagert werden (etwa 2-8°C). Nach Auftauen ist es nur noch 4 Wochen gebrauchsfähig. Aber es gibt keinerlei Kontrollen oder Marker an der Packung, die eine Unterbrechung der Kühlung signalisieren könnten. Wer jemals mit Kühlketten (Lebensmittel oder Pharmazie)zu tun hatte, wird sich niemals auf Eligard einlassen oder...? Und massive Wirkungsverluste bei Eligard (Wirkungdauer bis zu 90% kürzer) sind bekannt und gemeldet; sie werden dann eher auf die Zubereitung des Depots vor der Anwendung zurückgeführt. Das erscheint mit jedoch etwas abwegig.

  10. #20
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    Da hab ich kein Problem damit. Ich hole mir das Rezept vom URO gehe in eine Apotheke im selben Haus, zurück zum URO und der spritzt es mir dann.

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