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Thema: Coronapandemie, Ansteckungsgefahr bei Krebs

  1. #181
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    Hallo Harthmut,

    für mich sind deine Corona-Ausführungen sehr interessant! Dazu hatte ich dir eine PN geschrieben. Es ging mir um den Faktor der Wachstumsrate. Wenn du Lust hast, kannst du gerne auch hier etwas dazu schreiben.

  2. #182
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    @Harald und Jens,
    danke für eure Postings
    @Jens, habe dir über PN geantwortet.
    Grüße
    Hartmut

    Meine PK-Geschichte im Überblick: http://www.myprostate.eu/?req=user&id=74

  3. #183
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    Zitat Zitat von obelix Beitrag anzeigen
    Hallo Harthmut,

    für mich sind deine Corona-Ausführungen sehr interessant! Dazu hatte ich dir eine PN geschrieben. Es ging mir um den Faktor der Wachstumsrate. Wenn du Lust hast, kannst du gerne auch hier etwas dazu schreiben.
    Absolut und nachvollziehbar. So kann man ziemlich entspannt die ganzen verschwurbelten Verschwörungstheorien entkräften. Vielen Dank dafür!
    LG Achim

  4. #184
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    Hallo Hartmut,

    auch ich lese gerne deine Gedanken!
    Dazu passend der Film, den wir gestern gesehen haben.
    Contagion von Steven Soderbergh
    https://www.youtube.com/watch?v=2hir...&index=11&t=0s

    Wenn nun alle auch noch auf ihren Spargel verzichten können, bräuchten wir die vielen Helfer aus dem Ausland nicht. Somit könnten deine Berechnungen vielleicht etwas positiver ausfallen. Mit Hartz 4 und staatlicher Unterstützung werden auch die Spargelbauer 2 Monate finanziell überleben.

    Gruss
    hartmut

  5. #185
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    @Hartmut

    Hier ein englischsprachiges Video aus „Spektrum der Wissenschaften“ (mit deutschen Untertiteln) zur R0-Zahl, also die Multiplikationsrate bei Seuchen. Sehr aufschlussreich, insbesondere im Hinblick auf ein Wiederaufflammen der Pandemie.

    https://www.spektrum.de/video/wird-s...reiten/1706218

    Lothar

    PS: Bleiben Sie gesund, alles andere wäre schlecht.

  6. #186
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    Fünf Fragen eines Immunologen an die Bundeskanzlerin:

    https://youtu.be/LsExPrHCHbw

    Lothar

  7. #187
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    Warum Sucharit Bhakdis Zahlen falsch sind

    https://www.zdf.de/nachrichten/panor...hakdi-100.html

  8. #188
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    Zitat Zitat von hartmuth Beitrag anzeigen
    Vor 10 Jahren und noch länger waren im Forum die Diskussionen mit viel mehr Beteiligten und profunder geführt worden...

    Hallo Hartmut,
    ja, das ist auch genau meine Wahrnehmung. Die Forumsteilnehmer sind in den allermeisten Fällen mit den eher Deutschsprachlichen Texten im Niveau einer Apotheken-Umschau zufrieden. Das verallgemeinert und nivelliert dann natürlich die Sichtweise und es werden teilweise wissenschaftlich kaum haltbare Theorien als kriegsentscheidend bewertet.

    Aktuell geht es hier auch um Hydroxychloroquin, welches Georg sogar zur Prophylaxe einnimmt. Die Evidenz ist, sagen wir mal, so lala. Hydroxychloroquin hat eine lange Geschichte als Antibiotikum und antivirales Medikament und scheint erfreulicherweise die Replikation von Coronaviren in vitro zu hemmen. Es verändert auch die Struktur des Rezeptors, an den das Coronavirus bindet.

    Schauen wir uns jetzt die Studie aus In Frankreich an, wo 36 Patienten mit COVID-19 untersucht wurden. Zwanzig von ihnen erhielten Hydroxychloroquin und 16 waren als Kontrollgruppe vorgesehen. Es gab aber keine Randomisierung. Die behandelten Patienten unterschieden sich dadurch von denen, die keine Behandlung erhielten.

    Die Forscher untersuchten den Virustransport im Laufe der Zeit in beiden Gruppen und fanden heraus, was Sie hier sehen:




    Dies scheint eine dramatische Verbesserung bei den mit Hydroxychloroquin behandelten Personen zu sein. Genial, oder? Sicher war es keine randosmisierte Studie, aber wenn wir schnell entscheiden müssen, wäre Perfektion der Feind des gut oder ausreichend.

    Trotzdem sollten wir vorsichtig sein. In dieser Studie befindet sich eine große Problematik, die weitgehend übersehen oder zumindest unterschätzt worden zu sein scheint. In den beiden Studienarmen gab es einen unterschiedlichen Follow-up-Verlust. Für sechs Patienten in der Behandlungsgruppe war keine virale Positivität verfügbar, in der Kontrollgruppe keine. Warum nicht verfügbar? Diese Tabelle könnte es zeigen:




    Drei Patienten wurden auf die Intensivstation gebracht, einer starb und die anderen beiden beendeten ihre Behandlung. Übrigens starb keiner der Patienten in der Kontrollgruppe oder ging auf die Intensivstation. Wären diese sechs Patienten nicht aus der Studie genommen worden, könnten man auch formulieren, dass Hydroxychloroquin die Todesrate und den Transfer auf die Intensivstation wegen COVID-19 erhöht!?

    Es gibt bereits Berichte darüber, dass diese Medikamente gehortet werden. Der Schlüssel zur evidenzbasierten Medizin während dieser Epidemie liegt in der Transparenz darüber, was wir wissen und was nicht. Wenn wir Hydroxychloroquin verwenden möchten, ist dies eine vernünftige Wahl, aber wir müssen der Öffentlichkeit die Wahrheit sagen: Wir sind uns nicht sicher, ob es funktionieren wird, und es könnte sogar schädlich sein.

    [interpretativ übersetzt aus MEDSCAPE]

    Nun gibt es natürlich auch noch andere bereits vorhandene Medikamente, die eine möglicherweise vorteilhafte Wirkung auf die Corona Viren haben.




    Ein ganz neuer gedanklicher Ansatz bezieht sich auf die Wirkung der ADT auf die TMPRSS2 Expression. Oliver Sartor hat das in etwa so formuliert:

    Einer der Rezeptoren, an die das Virus bindet, ist TMPRSS2. TMPRSS2 ist in Prostatakrebskreisen gut bekannt, da es in Prostatakrebs exprimiert wird und Teil einer Translokation, der TMPRSS2-ERG-Translokation oder der TMPRSS2-S-Familientranslokation ist, die bei etwa der Hälfte der Männer auftritt. TMPRSS2 wird auch in der Lunge exprimiert. Sie haben vielleicht gelesen, dass es bei dieser Krankheit eine Vorliebe für den Tod von Männern gibt. Die Infektionsrate scheint nicht besonders zu variieren, obwohl Männer möglicherweise eine etwas höhere Infektionsrate haben, aber die Sterblichkeitsrate und die Rate schwerer COVID-19-Erkrankungen sind bei Männern schlechter.

    TMPRSS2 in der Lunge kann durch Androgenentzugstherapie (ADT) herunterreguliert oder reduziert oder unterdrückt werden. Alexander Meisel vom Universitätsspital in Zürich brachte diese Idee zu Bayer, die ein Medikament namens Nubeqa (Darolutamid) haben. Dieses Medikament kann den Androgenrezeptor herunterregulieren und ist reversibel. Bayer wird eine klinische Studie an COVID-19-Patienten im Krankenhaus mit Nubeqa (Darolutamid) durchführen.

    Es gibt andere Medikamente, die in dieser Situationverwendet werden könnten. Einige können so einfach sein wie Casodex (Bicalutamid). Dies ist keine Empfehlung für Menschen, mit der Einnahme von Casodex (Bicalutamid) zu beginnen, aber es wird eine klinische Studie mit ADT durchgeführt. Da das TMPRSS2 ein Rezeptor für das Virus ist und im Lungengewebe exprimiert wird, könnte dies einen Teil der männlichen Nachteile erklären, was schwere COVID-19-Erkrankungen betrifft.

    Im letzten Rundbrief von Dr. Eichhorn schreibt dieser:

    Vielleicht kennen Sie Herrn Prof Dr. Drosten. Er ist Virologe an der Charitee in Berlin. Das ist zur Zeit ein viel gefragter Mann der immer wieder Interviews gibt und in Talk – shows auftritt. Ich schätze ihn sehr weil er sehr eloquent aber auch vorsichtig argumentiert. Herr Prof. Drosten und seine Kollegen haben kürzlich eine Arbeit publiziert die zeigt welche Bedeutung TMPRESS2 ( Typ 2 Transmembran Serin Protease ) bei Virusinfektionen zukommt. Es konnte z.B. gezeigt werden dass TMPRESS2 den menschlichen Metapneumovirus aktiviert. Drosten et. al. konnten ausserdem nachweisen dass TMPRESS 2 auch bei der Verbreitung des SARS-CoV ( severe acut resipratory syndrome – Coronavirus ) eine bedeutende Rolle spielt.

    Und jetzt wird es interessant: viele von Ihnen kennen Avodart – ein sogenannter 5-Alpha – Reduktasehemmer der seit vielen Jahren zu Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung aber auch bei Prosttatakrebs eingesetzt wird. Jetzt muss man nur noch wissen dass 5- Alpha-Reduktasehemmer die Genexpression von TMPRESS2 herunterregeln – siehe die Arbeit von Frau Mostaghel. Daraus folgt: Avodart könnte den Krankheitsverlauf bei einer Corona – Infektion positiv beeinflussen. Die empfohlene Dosis: 5 mg / Tag – das wären also 10 Tabletten. Da Avodart in aller Regel sehr gut vertragen wird halte ich diese Dosis für unbedenklich.

    Sie hören möglicherweise von Kollegen und Apotheketrn : „ Aber Avodart ist doch zur
    Therapie des Corona – Virus nicht zugelassen“. Bitte schliessen Sie aus der Tatsache dass ein Medikament für eine bestimmte Indikation nicht zugelassen ist nicht dass es nicht wirkt – oder gar gefährlich sein kann.


    Natürlich bedeutet das auch nicht, dass irgendeine ADT assoziierte Therapie mit einer Verbesserung von COVID-19 verbunden ist! Das sind alles reine Gedankenexperimente. Glücklicherweise laufen einige Studien mit vorhandenen Mitteln. Remdesivir hat, meiner Meinung nach die besten Chancen einen Erfolg zu generieren.

    Die Zeit arbeitet für uns, also sollten wir die Füße still halten, und geduldig abwarten, wissen wir doch, dass wir zu einer Gruppe gehören, die bei der Triage nicht unbedingt bevorzugt werden würde!
    if nothing's fails, it's not real life

  9. #189
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    Zitat Zitat von LowRoad
    Die Zeit arbeitet für uns, also sollten wir die Füße still halten, und geduldig abwarten, wissen wir doch, dass wir zu einer Gruppe gehören, die bei der Triage nicht unbedingt bevorzugt werden würde!
    Andi, großartige Zusammenfassung von Wissen. Vielen Dank. Und ja, bei der Triage kämen wir ins Hintertreffen.

    Hoffentlich kapieren das die letzten unvernünftigen oder unbelehrbaren älteren Spaziergänger, die sich vielfach, wie z.B.
    in Mannheim und Ludwigshafen von Polizeistreifen beobachtet, nicht an die geltenden Ausgangsregelungen hielten.

    Gruß Harald
    nicht nachlassen

  10. #190
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    Zitat Zitat von Lothar M Beitrag anzeigen
    Fünf Fragen eines Immunologen an die Bundeskanzlerin:

    https://youtu.be/LsExPrHCHbw

    Lothar
    Bhakdi ist längst widerlegt, schon allein seine Zahlenbasis ist verkehrt. Außerdem sind "offene Briefe an die Bundeskanzlerin" nur selten seriös. Seine Videos finden zumeist nur in den Kreisen Zuspruch, zu denen ich mich nicht zählen möchte.

    Kurz gesagt: Ein Verschwörungstheoretiker.

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