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Thema: Coronapandemie, Ansteckungsgefahr bei Krebs

  1. #101
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    Aber immerhin Hoffnungsschimmer:

    https://web.de/magazine/news/coronav...lacht-34542232

    Harald
    nicht nachlassen

  2. #102
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    Zitat Zitat von Unverwüstlicher Beitrag anzeigen
    Aber immerhin Hoffnungsschimmer:
    Nein, Harald, leider nicht. Wie der Chef aus dieser seiner Zahlenreihe der letzten 4 Tage (10999 - 13957 - 16662 - 22672) meint, irgendwie einen Hoffnungsschimmer ableiten zu müssen, bleibt sein Geheimnis. Aber einen Trend der Abmilderung darf man tatsächlich nächste Woche erwarten. Mit einer Trendwende rechne ich allerdings nicht. Nachdem die Absperrungs- und Isolationsmaßnahmen in Italien nach 10 Tagen nur wenig Abmilderung brachten, hat die Contiregierung jetzt die Schließung der Fabriken angeordnet....
    Grüße
    Hartmut

    Meine PK-Geschichte im Überblick: http://www.myprostate.eu/?req=user&id=74

  3. #103
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    Zitat Zitat von hartmuth Beitrag anzeigen
    Ich muß einfach nochmal ausholen. Hab so 'nen Hals..

    Das Robert-Koch-Institut ist so etwas wie das datentechnische Rückgrat der Gesundheitsministerien in Bund und Land. Eine zentrale Datenerfassung im Sinne intergrierter Daten mit automatisierten Abläufen von unten nach oben gibt es nicht. Die Abbildung unserer föderalen Struktur auch in der Software hat diesen Weg verbaut.
    So kommt es, dass das RKI keine zentrale und aussagefähig aufbereitete Fallzahlenentwicklung zu Corona bieten kann. Man schaue nur rein. Die täglichen Fallzahlen sind in den einzelnen Tagesberichten einzusehen, die als PTF abgelegt sind und als solche in einem Archiv abrufbar. Das Archiv endet mit den Daten vom 6. März... Da bietet das John-Hopkins-Institut mehr.
    Aber nicht nur fehlen zentrale Informationen zur Entwicklung der Fallzahlen. Dasselbe mit den Todesfallzahlen und den Genesungszahlen. Keine Auskunftsmöglichkeit über die Gesamtanzahl der Krankenhausbetten, der Intensivbetten oder der Beatmungsgeräte. Auch keine aktuellen Verweildauerinformationen. Dies sind wichtige Größen zur Berechnung der Kapazitätsgrenzen in den Krankenhäusern und bei welcher Fallzahl das System kollabiert.
    Corona offenbart ein informationstechnologisches Desaster unseres Gesundheitswesens. Wer gestern bei Anne Will z.B. Sebastian Fiedler aufmerksam zugehört hat, durfte in seinem Plädoyer für ein fachübergreifendes Expertengremium erfahren, dass er dabei auch Informatiker für notwendig hält, „um Modelle für den weiteren Verlauf der Zahlen der Infizierten zu berechnen“.
    Mich hat es fast vom Sofa gehauen, so zu erfahren, dass solche Simulationsmodelle offensichtlich gar nicht zum täglich genutzten Rüstzeug unserer Verantwortlichen gehören. Solange die Aktualität und die Vollständigkeit der Dateninformation nicht gewährleistet ist, wird es auch keine tagesaktuell operierenden Simulationsmodelle geben.
    Da kann ich gerne auch mein selbstgestricktes Excel-Modell mit über 20 Parametern zur Verfügung stellen. Das kann auf jeden Fall nachweisen, das eine statistische Abweichung von 4000 Infizierungsfällen heute in 3 Wochen eine Differenz von 50.000 Fällen und 3000 Toten ergeben kann. Es wirkt verheerend nach außen, wenn in den Nachrichten uneinheitliche Fallzahlen übermittelt werden, je nachdem ob vom RKI oder vom JHI. Das muß Verunsicherung schüren und Vertrauen untergraben. Schließlich sollen korrekte Zahlen das belegen, was draußen los ist.
    Ich denke (und hoffe inständig), dass dies auf einem grooooßen Blatt Papier aufgeschrieben wird unter der Überschrift: „Was wir nächstes mal besser machen können“.

  4. #104
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    Die VZ hat sich auf 4 Tage vergrößert. Sowohl nach den RKI-Zahlen als auch nach Johns-Hopkins kommen jeden Tag seit dem 19. etwa 3000 Infizierte hinzu (am Wochenende hat das RKI nicht korrekt aktualisiert, daher einmal knapp 2000 und heute 4000 notiert). Ich würde das schon als deutliche Abschwächung betrachten. Die Anzahl der Tests ist etwa ähnlich angestiegen wie die Anzahl der Infizierten (siehe https://www.stern.de/gesundheit/covi...t-9189186.html ), so daß dadurch kein gegenläufiger Trend konstruiert werden kann.

    Eine Dunkelziffer gibt es natürlich und es ist nicht möglich, darüber eine seriöse Aussage zu machen. Deshalb WHO: testen, testen, testen. Modellrechnungen könnten sich auf Bewegungsprofile und Verhaltensanalysen stützen: die Ergebnisse dürften wenig erhellend sein, mangels seriöser Datenbasis.

    Ein täglicher Zuwachs von 3000 oder vielleicht auch in Zukunft 6000 ist für das Gesundheitssystem kein Problem. Die beste Bekämpfung der Ausbreitung ist die Isolation - sie ist in jedem Fall wirksam und wir werden jeden Tag die Resultate sehen.

    Seit ein paar Tagen gibt es das "DIVI Inten*siv*re*gister": https://www.divi.de/aktuelle-meldung...intensivbetten
    Damit steht erstmalig eine bundesweite Datenbank für Intensivplätze zur Verfügung. Es sind demnach 4.800 Intensivplätze bereit für COVID-19-Patienten. Natürlich ist es ein Trauerspiel, dass selbst solche datenschutzmäßig harmlosen Daten bisher nicht zentral erhoben wurden, und ebenso, dass das RKI mit seinen Zahlen hinterherhinkt und sich die Forscher bzw. Johns-Hopkins die Zahlen zusammensuchen muß; statt "push" durch die Quelle erfolgt "pull" durch den Interessenten, so daß die Zahlen automatisch differieren, je nach Abrufdatum und Verfahren.

    Weil man keine belastbaren Fakten hat (bzw. Journalisten diese nicht morgens im Posteingang finden - Recherche gibt es im Tagesgeschäft schon lange nicht mehr), ist die Folge, dass Kliniker als "Experten" im Fernsehen erklären, die Intensivstationen würden bereits am Limit arbeiten. Das mag für die jeweilige Person und deren Haus zutreffen, vor allem, wenn man den Regelbetrieb als Vergleich nimmt, mit 38-Stundenwoche, Meetings hier und da, Baumaßnahmen, Ausbildung von Pflegern und Ärzten usw. usf. Den Krankenhäusern wurden schon Zusagen gemacht, um ihre Einnahmeausfälle aus verschobenen überflüssigen Knie- und Hüftgelenksoperationen, sinnlos verlängerten künstlichen Beatmungen, überflüssigen Kaiserschnitten ( https://www.swr.de/odysso/wenn-operi...4q5/index.html ) zu ersetzen, von den ausländischen Selbstzahlern ganz zu schweigen. Und da beim SWR erwähnt: auch die vielen RPEs bei Niedrigrisiko-PCa. Vielleicht kann der eine oder andere Schönheitschirurg oder Martinioperateur für eine Zeitlang die Abteilung wechseln?

    Dass dann die Politiker nach Anhörung der Experten herumeiern wundert nicht.

    Das föderale System sehe ich als großen Vorteil. Nicht so sehr, weil in Bayern alles ganz anders sein soll als anderswo, sondern weil es verschiedenen Ansichten und damit auch Handlungsweisen die Möglichkeit zur Diskussion und Bewährung gibt. Und aufgrund der Aufgabenteilung muss der Bund die Länder einbinden bzw. einen Konsens herbeiführen. Das bewahrt uns vor einem Boris Johnson, der große Töne spuckt und zentral entscheidet, und auch vor einem "Premier" Markus Söder, der den starken Mann gibt, denn er hat ja schon die Kanzlerkandidatur ab- und damit eigentlich angekündigt. Und langfristig hat es zu den Überkapazitäten an Kliniken und Betten geführt, die uns jetzt zugute kommen.

  5. #105
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    Hallo Martin,
    danke für deine Ausführungen. Gefreut hat mich vor allem dein Hinweis zu einem zentralen Intensivbettenregister, das derzeit im Aufbau ist. Die Angaben auf der von dir verlinkten Seite entsprechen auch meinem Kenntnisstand. Ich gehe grob von 28.000 Intensivbetten aus, vielleicht 25.000 davon mit Beatmungsgeräten und zu 20% frei für Coronapatienten. Nach meinen Berechnungen, soweit ein bislang noch nicht erreichter Wachstumsfaktor von 1,1 in den nächsten zwei Wochen erreicht und gehalten werden kann, sind wir bei einem Infiziertenstand von 120.000 an der Grenze der Kapazität der Krankenhäuser. Da sind dann auch m. E. tägliche Zuwächse von über 6000 verkraftbar, denn die dann auch steigende Anzahl der täglich Genesenen wie auch der Verstorbenen rechnet sich dagegen.
    Auch ich rechne damit, dass im Laufe der nächsten 2 Wochen die getroffenen Maßnahmen Wirkung zeigen werden. Vorher konnte man keine essentielle Abflachung erwarten. Bei den RKI-Daten wie auch beim JHI kann ich entgegen deinen Feststellungen für die vergangenen 15 Tage keine auffällige Abnahme des exponentiellen Wachstums erkennen. Davor waren die Verdopplungszeiten kürzer, das ist richtig. Die Differenz kann man jedoch nicht auf Kontaktreduzierungen zurückführen, denn solche gab es vor 3 Wochen noch gar nicht. In der jetzigen konstanten Anstiegsphase ist tatsächlich bei den JHI-Daten (nicht beim RKI) ein kleiner Knick am letzten Samstag zu verzeichnen. Davon hatte ich schon berichtet gehabt. Die vorangegangenen Wachstumsraten von 1,2x bis 1,3x hatten sich auf 1,1x reduziert. Das blieb auch am heutigen Montag so und so ist durchaus ein Trend zu erkennen, der auch zu erklären ist: Vor 10 Tagen hatten u.a. Schulen und Kindergärten geschlossen und das öffentliche Bewußtsein war sensibilisiert. Wenn der RKI-Chef dies meinte mit der Abschwächung, okay, aber halt nicht belegbar mit seinen eigenen Daten.
    Den Wochenend-Knick wie auch die konstanten exponentiellen Zuwächse sieht man gut im Schaubild, wenn man die logarithmische Darstellung anklickt: https://www.worldometers.info/corona...untry/germany/

    Deine Ausführungen zum Föderalismus kann ich nur unterstützen.
    Grüße
    Hartmut

    Meine PK-Geschichte im Überblick: http://www.myprostate.eu/?req=user&id=74

  6. #106
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    Genau das gibt Hoffnung...anders derzeit noch in den USA! Ich bin froh, dass ein solch emotionsgeladenes Thema hier so rational angegangen wird! Wenn man sich in den sozialen Medien umschaut, erkennt man das eigentliche Problem...in der Krise zeigt sich der wahre Charakter!
    LG
    Achim

  7. #107
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    Zur Entwicklung eines Antikörper-Test beim Coronavirus:

    https://www.spektrum.de/wissen/antik...nbaren/1714850

    Lothar

  8. #108
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    Das Video mit Prof. Bhakdi ist hier in Beitrag #85 erwähnt worden. Er meinte, alle bisher ergriffenen Maßnahmen gegen das Corona-Virus seien falsch. Hier aber ein kritischer Bericht zu seinen Aussagen. Es sei eine Falschinformation, die stark verbreitet werde:
    https://www.zdf.de/nachrichten/panor...hakdi-100.html

  9. #109
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    Guten Morgen in die Runde.
    Ich hatte ja auch schon argumentiert, die hohe Corona-Sterberate in Italien habe auch mit der hohen Luftverschmutzung zu tun. So argumentiert auch Bhakdi, der sich angesichts des Geschehens auf eigenartig abstrusem Wege befindet. Dennoch meine ich, dass der Grad an Luftverschmutzung durchaus einen Einfluß hat. Dazu dürfte man nicht gesamtnationale Statistiken anschauen und vergleichen, sondern belastete mit unbelasteten Regionen.

    Italien testet bekanntlich alle Verstorbenen auf Coronaviren und rechnet bei positivem Befund den Fall den an Corona Verstorbenen zu. Mit Sicherheit kommt es so zu einem overload in der Statistik, denn es ist wie bei uns PK-Patienten: Man kann auch an etwas Anderem sterben als an dem Krebs, auch wenn man ihn hat.
    Die Todesrate in Italien beträgt derzeit 9,5%, die in Spanien 6,5%, beides Länder, in denen die stationäre Pflege kollabiert ist. Man darf deshalb die statistische Abweichung durch das Zuordnungsverfahren in Italien auf etwa 30% beziffern.
    Grüße
    Hartmut

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  10. #110
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    Zitat Zitat von buschreiter Beitrag anzeigen
    .in der Krise zeigt sich der wahre Charakter!
    Nein, beim Klopapier raffen! ;-)

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