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Thema: Coronapandemie, Ansteckungsgefahr bei Krebs

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  1. #1
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    Coronapandemie, Ansteckungsgefahr bei Krebs

    Hier eine entsprechende Information des Krebsinformationsdienstes:

    https://www.krebsinformationsdienst....-bei-krebs.php

    Wie reagieren Krebspatienten auf das Virus? Derzeit gibt es kaum Informationen aus Fallberichten, wie Krebspatientinnen und Krebspatienten auf einen Kontakt mit dem Virus reagieren. Es ist davon auszugehen, dass Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist (Immunsuppression), schneller und möglicherweise auch schwerer erkranken als Gesunde. Krebspatienten können aus verschiedenen Gründen ein schwaches Immunsystem haben, darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO) hin: Erkrankung an einer Leukämie oder einem Lymphom, wenig weiße Blutkörperchen im Blut (Leukozytopenie), wenig Antikörper im Blut (niedrige Immunglobulinwerte), langfristige Einnahme von Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken (zum Beispiel Steroide), Transplantation körperfremder Stammzellen oder andere zelluläre Therapien (zum Beispiel eine CAR-T-Zell-Therapie).

    Krebstherapie verschieben? Das Risiko, sich mit dem Corona-Virus zu infizieren, ist zum jetzigen Zeitpunkt in Deutschland gering. Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO) empfiehlt Patienten, eine geplante Krebstherapie nicht zu verschieben. Wer ein erhöhtes Infektionsrisiko hat, zum Beispiel nach Kontakt mit einem am Coronavirus Erkrankten, sollte den Nutzen und das Risiko der geplanten Therapie zusammen mit den behandelnden Ärzten abwägen. Individuell kann dann über die Verschiebung der Therapie entschieden werden, so die DGHO.

    Hier eine allgemeine Information zur Fallsterblichkeit:
    https://www.heise.de/newsticker/meld...r-4679338.html







  2. #2
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    Danke Lothar,
    für deine aktuellen, ausführlichen Informationen.

    Krebspatienten sind anfälliger für Infektionskrankheiten, sei es durch Grippe oder durch den Corona-Virus. Da kaum Studien zu Krebspatienten mit geschwächtem Immunsystem/übertragbare Infektionskrankheiten vorhanden, verweise ich auf eine neuere Studie zur Gefährdung von Krebspatienten durch Grippe, entstanden nach der schweren Grippewelle 2014/2015.

    https://www.infectognostics.de/de/infektionsdiagnostik/aktuelles/details/news/grippe-bei-krebspatienten-lebensgefahr-durch-spaete-diagnosen.html


    Zitat:
    Die Grippesaison 2014/2015 war eine der schlimmsten der vergangenen 20 Jahre: Etwa 21.300 Todesopfer forderte die echte Grippe (Influenza) damals in Deutschland. Besonders für Krebspatienten stellen solche schweren Grippewellen eine ernste Gefahr dar: „Vielen Menschen ist nicht bekannt, dass Infektionen die häufigste Todesursache bei Krebsleiden sind“, erläutert Marie von Lilienfeld-Toal, Professorin für Infektionsforschung in der Hämatologie/Onkologie am Universitätsklinikum Jena und Wissenschaftlerin am InfectoGnostics Forschungscampus Jena.
    Der immungeschwächte Körper des Patienten ist äußerst anfällig für Infektionskrankheiten wie Grippe. Vor allem späte Diagnosen und zusätzliche Infektionen mit Bakterien und Pilzen führen zu einer höheren Sterblichkeit.“


    Franz

    PS: Texthervorhebung durch mich.


  3. #3
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    Danke Lothar, danke Franz!
    Für die fundierten Infos.
    Wir müssen weiterhin achtsam und vorsichtig sein.
    Lutz

  4. #4
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    Ich danke euch für die Resonanz. Ihr seid diejenigen, die mich weiterhin motivieren, hier zu schreiben.

    So, jetzt weiter zu Corona und Krebs.

    Die Sterblichkeitsrate bei einer Infektion steigt bei:

    - Männern,
    - Personen über 70 Jahre,
    - Personen mit einem geschwächten Immunsystem (nach einer Krebstherapie),
    - Personen mit Vorerkrankungen wie Krebs, Diabetes, Herz- und Kreislaufkrankheiten und Bluthochdruck,
    - Doppelinfektionen wie Grippe, Pneumokokken.

    Die o.a. Risiken addieren sich, sind also kumulativ.

    Also, viele von uns gehören zu einer gefährdeten Gruppe.

    Was können wir tun?

    Hier sind meine Empfehlungen:

    1. Gegen Grippe und Lungenentzündung sofort impfen lassen.

    2. Besonders in den deutschen Risikogebieten, NRW und Süddeutschland, die Ratschläge der Virologen besonders penible befolgen: Händewaschen, keine Veranstaltungen, kein ÖPNV benutzen, kein Händeschütteln und 2 Meter Abstand.

    3. Bei Fieber und Halsschmerzen auf Corona testen lassen.

    4. Immunsystem stärken (bitte googeln)

    Das ist wieder nichts für die Plauderecke.

    Lothar

  5. #5
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    Ich bin ja froh, dass nun endlich Einige hier aufgewacht sind. Ich wurde ja anfangs ziemlich belächelt. Nein ich will immernoch nicht Panik machen. Sondern einfach erreichen, dass die Sache ernst gesehen wird.
    Ich habe einige Vorerkrankunegn die mir zum Verhängnis werden könnten. (Hochdruck, Diabethes, Leberschaden, Autoimmunkrankheiten usw) Ich habe heute meinen Friseurtermin abgesagt. Wir haben in meiner Gegend seit gestren auch schon 2 Kranke.
    Man stelle sich vor beim Friseur sind 5 Stühle und da arbeiten 5-6 Mädels. Da wird geföhnt und die Vieren durch den Raum geblasen. Ich sitze auf dem Stuhl und der Friseur steht über mir und allein schon von der Atmung bekomme ich seine Atemluft ab.
    Ja klar irgendwann muss ich doch zu ihm gehen oder ich mach es wie in den 60-70ger mit Langhaarlook.

  6. #6
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    Moins,
    ich bin ja so langsam auf den Weg nach Dänemark . . .
    aber ich glaube ich fahre nur bis Niebüll und bleibe in " D "

  7. #7
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    Zitat Zitat von Optimist Beitrag anzeigen
    Krebspatienten sind anfälliger für Infektionskrankheiten, sei es durch Grippe oder durch den Corona-Virus. Da kaum Studien zu Krebspatienten mit geschwächtem Immunsystem/übertragbare Infektionskrankheiten vorhanden, verweise ich auf eine neuere Studie zur Gefährdung von Krebspatienten durch Grippe, entstanden nach der schweren Grippewelle 2014/2015.
    Während Chemo- oder Strahlentherapie ist das Immunsystem geschwächt, und auch noch einige Zeit danach; ebenso sind dauerhafte Schäden möglich. Auch andere starke Medikamente, die ein Zusammenhang mit Krebs gegeben werden (z.B. Kortison oder Hormonsuppression) können problematisch sein. Wer bei PCa "nur" operiert wurde oder eine Therapie wie HIFU oder IRE gemacht hat wird nach eine kurzen Rekonvaleszenz kein erhöhtes Risiko haben. Falls ein klinisches (nicht nur biochemisches) Rezidiv auftritt kann das den Körper belasten, vor allem, wenn Metastasen in lebenswichtigen Organen existieren. In der Regel sind es bei PCa (zunächst) Lokalrezidive oder Lymphknoten im Becken oder ossäre Metastasen, deren Einfluß auf den allgemeinen Immunstatus gering ist.
    Ein "geheilter" Lungenkrebs ist zum Beispiel ein ganz anderes Kaliber.
    Der größere Risikofaktor bei Grippe dürften ohnehin die ab dem Alter 55 weit verbreiteten Herz-/Kreislaufleiden sein (und wenn zusammen mit einer aggressiven Krebsbehandlung wird dann irgendwann bei Einigen garantiert die Belastungsschwelle überschritten).
    Zitat Zitat von Optimist Beitrag anzeigen
    Vielen Menschen ist nicht bekannt, dass Infektionen die häufigste Todesursache bei Krebsleiden sind“, erläutert Marie von Lilienfeld-Toal, Professorin für Infektionsforschung in der ...
    Oder anders gesagt: Man stirbt nicht am Krebs, sondern an der Behandlung.

  8. #8
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    Hormonsuppression oder ADT, ein Eckpfeiler der Tumortherapie beim Prostatakrebs wird allgemein nicht mit einer Schwächung des Immunsystems in Verbindung gebracht, ganz im Gegenteil.
    … However, emerging evidence suggests that ADT may also indirectly lead to the priming of tumor-specific adaptive immune responses.


    Ob diese veränderte Immunkompetenz irgendwelche Auswirkungen auf Infektionen mit Viren hat, das bleibt offen. Ein überreagierendes Immunsystem kann genauso schädlich sein, wie eine eingeschränkte Immunantwort.
    Auch sind keinerlei Daten bekannt, dass beispielsweise Ibuprofen irgendwelchen Einfluss auf die Mortalität bei Virusinfektionen hat.

    Ein pauschales Statement, dass Krebspatienten zur Hochrisikogruppe bei Corona-Infektionen zählen, basiert wahrscheinlich auf der Laienmeinung, dass diese Menschen ständig mit Chemotherapie behandelt werden, was definitiv immunsuppressiv wirkt, beim Prostatkrebs aber falsch ist. Primär metastasierte PCA Patienten sollten deshalb aktuell statt Docetaxel lieber zu Abirateron greifen, wenn dies möglich wäre.

    Ansonsten sollte man das faktenbasierte logische Denken nicht unterschätzen, und wer Angst vor Nebenwirkungen hat, darf auch sicherheitshalber früher versterben.

    -------------------------
    [1]: Prostate cancer patients on androgen deprivation therapy develop persistent changes in adaptive immune responses.
    if nothing's fails, it's not real life

  9. #9
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    ich finde den entsprechenden Beitrag nicht.

    IBU-Warnung durch die WHO.

  10. #10
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    Zitat Zitat von obelix Beitrag anzeigen
    ich finde den entsprechenden Beitrag nicht.

    IBU-Warnung durch die WHO.
    Hallo Jens,

    meintest Du das:

    https://www.welt.de/wissenschaft/article206534469/Coronavirus-WHO-raet-bei-Verdacht-von-Ibuprofen-ab.html

    Gruß Harald
    nicht nachlassen

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