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Thema: Coronapandemie, Ansteckungsgefahr bei Krebs

  1. #41
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    Zitat Zitat von Optimist Beitrag anzeigen
    Krebspatienten sind anfälliger für Infektionskrankheiten, sei es durch Grippe oder durch den Corona-Virus. Da kaum Studien zu Krebspatienten mit geschwächtem Immunsystem/übertragbare Infektionskrankheiten vorhanden, verweise ich auf eine neuere Studie zur Gefährdung von Krebspatienten durch Grippe, entstanden nach der schweren Grippewelle 2014/2015.
    Während Chemo- oder Strahlentherapie ist das Immunsystem geschwächt, und auch noch einige Zeit danach; ebenso sind dauerhafte Schäden möglich. Auch andere starke Medikamente, die ein Zusammenhang mit Krebs gegeben werden (z.B. Kortison oder Hormonsuppression) können problematisch sein. Wer bei PCa "nur" operiert wurde oder eine Therapie wie HIFU oder IRE gemacht hat wird nach eine kurzen Rekonvaleszenz kein erhöhtes Risiko haben. Falls ein klinisches (nicht nur biochemisches) Rezidiv auftritt kann das den Körper belasten, vor allem, wenn Metastasen in lebenswichtigen Organen existieren. In der Regel sind es bei PCa (zunächst) Lokalrezidive oder Lymphknoten im Becken oder ossäre Metastasen, deren Einfluß auf den allgemeinen Immunstatus gering ist.
    Ein "geheilter" Lungenkrebs ist zum Beispiel ein ganz anderes Kaliber.
    Der größere Risikofaktor bei Grippe dürften ohnehin die ab dem Alter 55 weit verbreiteten Herz-/Kreislaufleiden sein (und wenn zusammen mit einer aggressiven Krebsbehandlung wird dann irgendwann bei Einigen garantiert die Belastungsschwelle überschritten).
    Zitat Zitat von Optimist Beitrag anzeigen
    Vielen Menschen ist nicht bekannt, dass Infektionen die häufigste Todesursache bei Krebsleiden sind“, erläutert Marie von Lilienfeld-Toal, Professorin für Infektionsforschung in der ...
    Oder anders gesagt: Man stirbt nicht am Krebs, sondern an der Behandlung.

  2. #42
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    Hormonsuppression oder ADT, ein Eckpfeiler der Tumortherapie beim Prostatakrebs wird allgemein nicht mit einer Schwächung des Immunsystems in Verbindung gebracht, ganz im Gegenteil.
    … However, emerging evidence suggests that ADT may also indirectly lead to the priming of tumor-specific adaptive immune responses.


    Ob diese veränderte Immunkompetenz irgendwelche Auswirkungen auf Infektionen mit Viren hat, das bleibt offen. Ein überreagierendes Immunsystem kann genauso schädlich sein, wie eine eingeschränkte Immunantwort.
    Auch sind keinerlei Daten bekannt, dass beispielsweise Ibuprofen irgendwelchen Einfluss auf die Mortalität bei Virusinfektionen hat.

    Ein pauschales Statement, dass Krebspatienten zur Hochrisikogruppe bei Corona-Infektionen zählen, basiert wahrscheinlich auf der Laienmeinung, dass diese Menschen ständig mit Chemotherapie behandelt werden, was definitiv immunsuppressiv wirkt, beim Prostatkrebs aber falsch ist. Primär metastasierte PCA Patienten sollten deshalb aktuell statt Docetaxel lieber zu Abirateron greifen, wenn dies möglich wäre.

    Ansonsten sollte man das faktenbasierte logische Denken nicht unterschätzen, und wer Angst vor Nebenwirkungen hat, darf auch sicherheitshalber früher versterben.

    -------------------------
    [1]: Prostate cancer patients on androgen deprivation therapy develop persistent changes in adaptive immune responses.
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  3. #43
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    ich finde den entsprechenden Beitrag nicht.

    IBU-Warnung durch die WHO.

  4. #44
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    Informationsvielfalt

    Lieber Harald,

    Guten Morgen, lieber Winfried,

    es ist schon bitter diese Verunsicherung. Wer oder was ist nun besser oder richtig informiert. Ich habe an das Robert Koch Institut in Berlin eine E-Mail-Anfrage zu dem in Rede stehenden Thema abgesandt, obwohl ich selbst noch keine Schmerzmittel einnehmen muss. Auch per Telefon versuche ich ab 10.00 Uhr unter 030 187540 etwas in Erfahrung zu bringen.

    Herzliche Grüße

    Harald

    Es gibt k e i n e Warnung der WHO.

    Das RKI ist keine Forschungseinheit hinsichtlich der Auswirkungen bzw. unerwünschten Nebenwirkungen von Medikamenten. Dort wirst du kaum etwas erfahren. Die Wissenschaftler weltweit müssen Verlauf und Zusammenhänge erforschen.

    Deshalb fordere ich schon seit Urzeiten des www.Internet lasst uns bei der Geburt eines Neuankömmlings einen Chip im Oberarm implantieren. Die gespeicherten Daten sind dann verfügbar zur schnellen Erkenntnis. Leider ist diese Vision von Steven Paul Jobs noch nicht verwirklicht.

    Kurzum, beim Verlauf der Covid-19 ergeben sich Fragen:
    - warum Kinder weniger schwer betroffen
    - warum „gesunde“ Mitvierziger schwerst krank (aus meiner Umgebung, ringt mit dem Tod; jahrelanger Gebrauch von IBU und anderen Nichtsteroidalen Schmerzmittel wegen Bandscheibenschmerz)
    - warum nicht alle Senioren schwer krank

    Hierzu könnten die in #26 aufgezeigten Überlegungen weiterhelfen.

    Winfried

  5. #45
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    Das SARS-Coronavirus 2 ist zwar neu, aber andere Coronaviren und Erkältungsviren kennt man, und auch da gibt es keinen Hinweis darauf, dass eine Ibuprofen-Einnahme diese Viruserkrankungen verschlechtern würde.
    Professor Christian Drosten, Leiter der Virologie an der Berliner Charité
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  6. #46
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    Hier eine aktuelle Meldung der FAZ zu Ibufroven:

    „Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät Menschen bei Verdacht auf eine Infektion mit dem neuen Coronavirus davon ab, ohne ärztlichen Rat das Medikament Ibuprofen einzunehmen. Es gebe zwar keine neuen Studien, aus denen hervorgehe, dass Ibuprofen mit höher Sterblichkeit verbunden sei, sagte WHO-Sprecher Christian Lindmeier am Dienstag in Genf. Aber die Experten prüften die Lage zur Zeit. „Wir raten, im Verdachtsfall Paracetamol und nicht Ibuprofen einzunehmen“, sagte Lindmeier. Dies beziehe sich ausschließlich auf die Einnahme ohne ärztlichen Rat, betonte er.“

    Lothar

  7. #47
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    Zitat Zitat von obelix Beitrag anzeigen
    ich finde den entsprechenden Beitrag nicht.

    IBU-Warnung durch die WHO.
    Hallo Jens,

    meintest Du das:

    https://www.welt.de/wissenschaft/article206534469/Coronavirus-WHO-raet-bei-Verdacht-von-Ibuprofen-ab.html

    Gruß Harald
    nicht nachlassen

  8. #48
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    Zitat Zitat von Winfried
    Kurzum, beim Verlauf der Covid-19 ergeben sich Fragen:
    - warum Kinder weniger schwer betroffen
    - warum „gesunde“ Mitvierziger schwerst krank (aus meiner Umgebung, ringt mit dem Tod; jahrelanger Gebrauch von IBU und anderen Nichtsteroidalen Schmerzmittel wegen Bandscheibenschmerz)
    - warum nicht alle Senioren schwer krank

    Hierzu könnten die in #26 aufgezeigten Überlegungen weiterhelfen.
    Nochmals Dank, lieber Winfried. So sollte man es sehen.

    Gruß Harald
    nicht nachlassen

  9. #49
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    LowRoad, bezüglich ADT bezog ich mich auf diese Studie: https://thorax.bmj.com/content/72/7/...=TrendMDPhase4 :
    Current ADT use was associated with an 81% increased risk of hospitalisation for community-acquired pneumonia (12.1 vs 3.8 per 1000 person-years, respectively; HR 1.81, 95% CI 1.47 to 2.23). The association was observed within the first six months of use (HR 1.73, 95% CI 1.23 to 2.42) and remained elevated with increasing durations of use (≥25 months; HR 1.79, 95% CI 1.39 to 2.30). In contrast, past ADT use was not associated with an increased risk (HR 1.23, 95% CI 0.95 to 1.60).
    Der Grund ist vielleicht weniger die Immunantwort als das allgemeine Lebensgefühl oder mangelnde körperliche Aktivität unter ADT.
    Gerade die nach dem Diagramm induzierte Verstärkung der CD4+ T-Zellen ("Helferzellen") kann Probleme machen; darauf weist du ja hin, und ich möchte das mit aktueller Information unterstützen: ich zitiere ungern aus "Focus", aber das scheint mir gut zusammengefaßt und seriös:https://www.focus.de/gesundheit/news...1.htmlAbschnitt Das Herz versagt auch bei Infizierten ohne vorherige Herzprobleme:
    Die Erklärung suchen die Forscher in einer Überreaktion des Immunsystems, einem sogenannten Zytokinsturm durch hyperaktive T-Helferzellen: Die Entzündungswelle kann Darm, Leber, Niere – und besonders häufig das Herz schädigen, das dann zu schlagen aufhört. Eine bereits bestehende Lungenentzündung verschlimmert sich bis hin zum Atemstillstand.
    Hier bedarf es also eher mehr CD8+ T-Zellen ("regulatorische Zellen"). Auf diese Problematik hattest du ja bereits hingewiesen.

    Eine Chemotherapie jetzt anzufangen sollte man sich überlegen. Bei vielen Krebsarten gibt es vielleicht keine Option, aber bei PCa schon. Auch eine Ligandentherapie (Lu-177 o.ä.) dürfte das Immunsystem weniger und vor allem kurzzeitiger schädigen.

  10. #50
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    Hier ein Spiegel-Artikel hierzu:

    https://www.spiegel.de/wissenschaft/...3-06741bc80669

    Lothar

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