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Thema: Kritik an Frankreichs "verrücktem" Virologen

  1. #1
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    Kritik an Frankreichs "verrücktem" Virologen

    nicht nachlassen

  2. #2
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    "Our team has a very comprehensive experience in successfully treating patients with chronic diseases due to intracellular bacteria (Q fever due to Coxiella burnetii and Whipple's disease due to Tropheryma whipplei) with long-term hydroxychloroquine treatment (600 mg/day for 12 to 18 months) since more than 20 years."
    So verrückt können die nicht sein.

    Dass die Medien und wohl auch die zitierten "Ärzte" zwischen den Nebenwirkungsprofilen von Chloroquin (bei uns bisher überhaupt nicht erhältlich) und Hydroxychloroquin nicht unterscheiden können macht die Kritik nicht seriöser, ebenso wie der Hinweis auf mögliche Überdosierung. Das ist wohl das schwächste überhaupt mögliche Argument, denn jede Medizin kann überdosiert werden. Hydroxychloroquin ist überdies lang erprobt und vergleichsweise sicher.

    Im Auge behalten sollte man, dass Hydroxychloroquin keinen Patentschutz mehr hat und sehr billig ist, anders als die momentan diskutierten Alternativen oder ein vielleicht bald kommendes neu entwickeltes Medikament. Ein wirtschaftliches Interesse an den geforderten randomisierten Studien besteht daher nicht, und Experten, die politische Entscheider objektiv beraten könnten, gibt es im Pharmabereich so gut wie nicht.

  3. #3
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    Unser Top-Virologe Drosten hat die Studie von Raoult ja schon, meiner Meinung nach zu Recht, zerrissen:
    https://www.focus.de/gesundheit/news..._11791311.html
    https://forum.prostatakrebs-bps.de/s...159#post124159

    Der chinesische Expertenkonsens erwähnt: "Klinische Forschungsergebnisse zeigen, dass Chloroquin die Erfolgsrate der Behandlung von Patienten mit neuer Coronavirus-Pneumonie verbessern, die Dauer des Krankenhausaufenthalts verkürzen und die Prognose verbessern kann." Man hat sich offenbar mit den untersuchenden Ärzten unterhalten und diese sagten: "das sieht ganz gut aus". Ergebnisse liegen aber noch nicht vor.
    https://forum.prostatakrebs-bps.de/s...150#post124150

    Es ist also völlig unklar ob Chloroquin / Hydroxychloroquin wirkt. Die Tatsache, dass die Studie von Raoult schlecht gemacht ist, ist kein Beweis, dass es nicht wirkt. Wir müssen wirklich auf die Ergebnisse besserer Studien warten. Oder es in der Hoffnung nehmen, dass sich irgendwann herausstellt, dass es wirkt.

  4. #4
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    Zitat Zitat von Georg_ Beitrag anzeigen
    Es ist also völlig unklar ob Chloroquin / Hydroxychloroquin wirkt.
    Da kann ich nicht ganz zustimmen: es ist nicht "völlig unklar", sondern es gibt Indizien in vivo und Belege in vitro.
    Zitat Zitat von Georg_ Beitrag anzeigen
    Die Tatsache, dass die Studie von Raoult schlecht gemacht ist, ist kein Beweis, dass es nicht wirkt.
    So ist es. Am 04. Februar haben die Chinesen ihre Daten veröffentlicht: https://www.nature.com/articles/s414...DyxxAcPauRuf5w
    Letzte Woche Mittwoch wurde eine deutsche Studie bei der Ethikkommission eingereicht. Warum haben die Virologen 6 Wochen dazu gebraucht? Waren sie hauptsächlich mit dem Verkünden von Warnungen beschäftigt, so daß keine Zeit übrig blieb? Wenn die klinischen Experten vor Ort einen Konsens haben (und die hatten schon mit SARS und Schweinegrippe zu tun) sind solche Äußerungen einzelner Professoren - auch wenn die Kritik an der Studie sachlich begründet ist - kontraproduktiv für die Therapeuten hierzulande.
    Zitat Zitat von Georg_ Beitrag anzeigen
    Wir müssen wirklich auf die Ergebnisse besserer Studien warten. Oder es in der Hoffnung nehmen, dass sich irgendwann herausstellt, dass es wirkt.
    In Deutschland können wir uns das Warten momentan erlauben, andere Länder nicht.

  5. #5
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    Martin, Du und ich sind Patienten, die sagen einfach: der Worte sind genug gewechselt, wir nehmen das jetzt einfach mal. Aber Johns-Hopkins meldet gerade 510.000 Infizierte weltweit. Soll man all diesen Chloroquin empfehlen? Ich bin der Meinung, dazu brauchen wir bessere Daten.

    Die von Dir erwähnte Studie von Wang zeigt, dass Chloroquin im Reagenzglas Corona-Viren tötet. Aber der Artikel von Touret sagt, Chloroquin hat schon sehr viele Viren im Reagenzglas getötet, das hat aber anschließend beim Menschen nicht gewirkt. Daher möchte ich Chloroquin bei der jetzigen Datenlage nicht weiterempfehlen. An sich müssten doch bald Ergebnisse aus den chinesischen Studien vorliegen.

  6. #6
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    Der Tübinger Wissenschaftler Kremsner macht in den nächsten drei Wochen eine Doppelblind-Studie mit Chloroquin bei schwach infizierten Corona-Patienten. Er selber ist äußerst skeptisch, dass das was bringt. Er meint Chloroquin und Hydrochloroquin bringen durch falsche Dosierung und Überdosierung Menschen um. Er würde es selber nie (!) nehmen. Aber da er jetzt die Mittel und die Genehmigung für die Studie bekommen hat, macht er sie halt. (FAZ von heute)
    R.

  7. #7
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    Einen Teil des Artikels kann man online lesen:
    https://www.faz.net/aktuell/gesellsc...-16698112.html

    Hydroxychloroquin ist doch ein seit langem zugelassenes Mittel gegen Rheuma. Wenn es so gefährlich wäre, wäre es längst vom Markt. Ich glaube Herr Kremsner meint, er würde es nie gegen Covid-19 nehmen. Es wird doch sonst allgemein als sicheres Mittel beschrieben. Wahrscheinlich will er vermeiden, dass Patienten das Mittel bereits im Selbstversuch einsetzen, wie von Trump empfohlen.

  8. #8
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    Ich halte nichts davon, wenn Experten Risiken hochspielen, um die Aussagen von Laien, die Risiken ignorieren oder bagatellisieren, zu entwerten. Trump wird nicht unglaubwürdiger durch irgendeine idiotische Behauptung zu einem Gebiet, von dem jeder weiß, dass er keine Ahnung hat; der Experte aber schon.

    Die Gabe erfolgt bei Rheuma oder als Malariaprophylaxe über längere bis sehr lange Zeiträume (immer deutlich mehr als 7-14 Tage, die hier maximal zur Debatte stehen). Durch Anlagerung können dann Retinaschäden entstehen. Und mögliche Überdosierung ist kein Kriterium gegen irgendein Mittel. Ein Patient folgt entweder dem Beipackzettel, der nur die für Malaria vorgesehenen Einnahmeregeln enthält, oder sonst der Vorschrift des Arztes, der ihm das MIttel ja ohnehin verschreiben muß.

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