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Thema: Wie soll es weitergehen

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  1. #1
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    Wie soll es weitergehen

    Hallo zusammen,

    danke, das ich hier sein darf!

    Ich bin 55 Jahre alt, Sportler, ernähre mich gesund, trinke kein Alkohol, rauche nicht und eigentlich bin ganz gesund. Mein PSA Wert wird jährlich gemessen.

    Vorgeschichte:
    Als mein PSA Wert im Juni 2019 gemessen wurde, es war auf 5,4 ng/ml erhöht, ein Jahr davor war 3,5. der Ultraschall sowie rektale Untersuchung waren unauffällig. Mein Urologe meinte, wir müssen es erst beobachten.

    Maßnahmen:
    Als das Wert im Oktober 2019 auf 6,6 gestiegen ist, habe ich eine MRT gemacht, sie war ebenso unauffällig.

    Ich habe mich im Februar 2020 für eine Biopsie entschieden. Es wurde an der UniKlinikum Hamburg Eppendorf 15 Proben entnommen, 14 Proben waren normal, eine 1,2 cm Probe enthielt 1,8 mm (15%) Adenokarzinom der Prostata (Gleason 3+3=6)

    Therapie:
    Die Ärzte an der UKE sowie 2 Urologen sagen, dass ich momentan keine Therapie benötige, es müsste nur aktiv beobachtet werden. Meine Frage nach „Focal one Therapie“ wurde als Übertherapie bezeichnet.

    Meine Frage an Euch:

    1. Wie sieht Ihr es?
    2. Gibt es hier ähnliche Erfahrungen?

    Vielen lieben Dank und viele Grüße
    Toni

  2. #2
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    Bei mir mal nachlesen. Profil oder myprostate.

  3. #3
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    Toni, unauffälliges MRT, PSA im Graubereich, eine positive Stanze von 15: eine Operation wird man dir guten Gewissens nicht empfehlen wollen. Das wäre sicher Übertherapie.
    Für diesen Fall sind fokale Therapien eingeführt worden. Onkologisch und statistisch mag das "Übertherapie" sein. Manche wollen nicht abwarten - für diejenigen ist das dann keine Übertherapie, denn es gilt nicht nur die reine onkologische Bewertung bei der Beurteilung der Notwendigkeit. Und "statistisch" heißt, dass so mancher Gleason 3+3 (bei Biopsie) schon signifikante Gleason 4-Anteile enthält - die Biopsie nach unspezifischem MRT ist ja nur eine zufällige Stichprobe.

    So ziemlich das einzig gesicherte bei Krebs ist: je früher weg desto besser (vermutlich weil eine Streuung von Krebszellen schon früh stattfindet; und weil die Zellen sich weiter dedifferenzieren und damit "aggressiver" werden).

    Möglich wäre Abwarten und PSA messen und bei Verdoppelungszeit unter 3 Jahren mpMRT und eventuell erneut Biopsie. Allerdings gerät man leicht in einen Biopsiemarathon. Da kann eine fokale Therapie zu einem früheren Zeitpunkt weniger belastend sein.

  4. #4
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    Moin,
    würde dem Rat der zwei Urologen folgen. Ist alles noch im grünen Bereich. Alle 3 Monate PSA messen, damit kannst Du auf schnelle Veränderungen rechtzeitig reagieren. In einem Jahr würde ich eine Re-Biopsie machen lassen zur erneuten Absicherung, ob die Malignität unverändert eingeschätzt wird....und dann weiter entscheiden.
    Gruß
    Tom

  5. #5
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    Die Ärzte an der UKE machen die meisten Prostatakrebsoperationen in Deutschland, ich glaube sogar weltweit. Wenn die Dir von der Operation abraten ist der Drop doch gelutscht.
    Nach einer Krebsdiagnose ist es unheimlich schwer nichts zu machen. Man will in der Regel mit aller Macht gegen den Tumor vorgehen. Aber in Deinem Fall ist das völlige Übertherapie und führt nur zu Nebenwirkungen, die Du Dir wirklich ersparen kannst. Die Entscheidung ist ja nicht endgültig, Du kannst Dich ja noch in 15 Jahren operieren lassen, wenn der Tumor weiter fortgeschritten ist.

  6. #6
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    Vielen lieben Dank an Euch
    🙏

  7. #7
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    Vielen Dank Georg

  8. #8
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    Ich sehe das ganz ähnlich wie die Vorschreiber und die Spezialisten, allerdings irritiert mich ein wenig der nicht soo niedrige PSA Wert. Wurde eventuell mal auf eine Entzündung getestet oder mit einem Antibiotikum behandelt? Wurde eine solche vielleicht bei der Biopsie zusätzlich festgestellt? Wie groß ist die Prostata? Ich finde es sehr schwierig, nur anhand der vorliegenden Werte zu sagen machen oder nicht machen. Ziemlich sicher verpasst man nichts, wenn man momentan lediglich weiter beobachtet!
    LG
    Achim

  9. #9
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    Hallo Toni,
    Du bist jetzt in eine blöde Situation geraten. Du weisst jetzt: "Ich habe Krebs!". Klick!
    Das macht was mit einem.
    Weil er noch klein ist, sagen Deine Ärzte: "Abwarten!".
    Das lässt sich leicht sagen, denn Du hast ja den Krebs und die dadurch aufkommenden Ängste, nicht sie. Du musst damit klarkommen.
    Ich finde z.B. eine fokale Therapie zu einem frühen Zeitpunkt, wie MartinWK sie erwähnt, gar nicht so schlecht.
    Dann geht es dem Krebs schon mal an den Kragen.
    Abwarten und gucken können nur Menschen, die Nerven wie Drahtseile haben. Wenn Du die haben solltest, wäre es sehr schön.
    Ich habe sie leider nicht und viele andere Menschen auch nicht. Aber bei mir kam das "Abwarten" eh nicht in Frage.
    Viele Grüße
    Lutz
    Ich bei myprostate: ___ Kenndaten ___ Grafiken ___ PSA-VZ ___ Beurteilungen ___ Mein Bericht

  10. #10
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    Zitat Zitat von lutzi007 Beitrag anzeigen
    Ich finde z.B. eine fokale Therapie zu einem frühen Zeitpunkt, wie MartinWK sie erwähnt, gar nicht so schlecht.
    Dann geht es dem Krebs schon mal an den Kragen.
    Abwarten und gucken können nur Menschen, die Nerven wie Drahtseile haben.
    tja, als AS-Anwender stelle ich an mir fest, dass ich grundsätzlich, je länger ich AS betreibe, ruhiger geworden bin. Selbst mit dem Bewusstsein einen Krebs in mir zu haben. Kurz aufregend sind die quartalsweisen PSA-Tests, aber sonst fühle ich mich bestens.

    Ob ich nach einer Therapie noch "ruhiger" wäre, weiß ich nicht. Auch danach wird engmaschig weiter kontrolliert und die Unsicherheit ob der Krebs "ganz weg" ist, besteht nach wie vor.

    Keine einfache Entscheidung; auch ich bin manchmal schwankend. In der Martini-Klinik erhalte ich immer noch die gleiche Aussage wie Toni. Dass mein örtliche Urologe zu einer Therapie, möglichst OP in der Martini-Klinik drängt, habe ich in meinem Strang häufiger erwähnt.

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