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Thema: Protonenbestrahlung oder Cyberknife?

  1. #31
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    Um auf die Argumente von Harald (Flüstermann) zu kommen: Man kann sich bei myprostate.eu sehr schön die Therapiebeurteilungen nach den einzelnen Behandlungen ansehen. Eins wird klar: Hier wird keine Erkältung behandelt. Die NWs können heftig sein, müssen es aber nicht. Problem bei RPE ist zB die Inkontinenz, die auch durch eine große Prostata bedingt ist (haben üblicherweise die älteren Patienten). Die große Prostata führt zu einem relativ untrainierten Schließmuskel, der nach der OP noch übrig bleibt. Der andere (schwächere) Schließmuskel wird bei der OP entfernt, es verbleibt der, den auch eine Frau nur hat. Dieser Muskel wird dann zB in der Reha trainiert. Kann klappen, in einigen Fällen tut es das nicht.
    Potenzverlust nach RPE ist je 1/3 nicht mehr vorhanden, teilweise noch leicht da, teilweise stark vorhanden. Da sieht es bei IMRT deutlich schlechter aus (nach 12 Monaten). Ich könnte mir vorstellen, dass Menschen eher bestrahlt werden, die Komorbiditäten aufweisen und ggf. vorher bereits ein Problem mit ED hatten. Das sagt diese Aufstellung leider nicht aus (Zustand vorher/nachher).
    So kann man sich durch die verschiedenen Erstbehandlungen durcharbeiten, sollte aber die Ergebnisse immer hinterfragen und auch schauen, wie groß die Gruppe ist, die ihre Lage beurteilt haben. Leider ist eine Kombination von Erst und Folgebehandlung nicht möglich.

  2. #32
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    Von allen meinen Behandlungen hat mir die RPE, trotz "nicht nervschonend" am besten gefallen. Ich konnte mich danach relativ schnell erholen und war zufrieden.
    Leider hatte diese Behandlung nicht gereicht, weil der Krebs doch schon weiter fortgeschritten war. IMRT: na ja, nicht so toll. ADT: furchtbar, aber leider auch notwendig.
    Bin trotzdem froh, dass es mich noch gibt. Aber die RPE, wenn das gereicht hätte, ein Traum.
    Lutz

  3. #33
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    Vielen Dank für Eure Beiträge.
    Ich tendiere mehr und mehr zum Cyberknife.
    Allerdings irritiert mich, dass da nur mit insgesamt ca. 35 statt 70 Gy betrahlt wird.

    Leider habe ich öfters eine Prostatitis.
    Kann sich eine bestrahlte Prostata eigebtlich auch entzünden? Würde ja den PSA-Verlauf (und somit die Erfolgskontrolle) nicht unerheblich verfälschen.

    LG,

    Matthias
    https://de.myprostate.eu/?req=user&id=955

  4. #34
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    Zitat Zitat von Matthias71 Beitrag anzeigen
    Ich tendiere mehr und mehr zum Cyberknife.
    Allerdings irritiert mich, dass da nur mit insgesamt ca. 35 statt 70 Gy betrahlt wird.
    Hallo Matthias, nicht böse sein. Aber wenn du dich ernsthaft mit der Materie befasst hättest und deine Entscheidung auf der Grundlage deines Wissens treffen willst, dann müsste Dir eigentlich klar sein, warum das so ist.

    Einfach gesagt, bekommt du in wenigen Tagen (5 Behandlungen) ein wesentlich höhere tägliche Dosis als bei einer normalen Bestrahlung, die 35-40 Behandlungen dauert. Durch diesen kürzeren Behandlungszeitraum mit wesentlich höheren Tagesdosen wird eine wesentliche höhere Schädigung der Zellen erreicht bei gleichzeitiger geringem Zeitraum für die Regeneration der Zellen. Durch diese Hyperfraktionierung sollen bei kürzerer Behandlungsdauer die selben Ergebnisse erreicht werden. Deswegen auch die Hypostat Studie, die diese Wirksamkeit in Deutschland nachweisen soll bei gleichzeitiger Untersuchung der Spätfolgen. Das RPCT (Protonenbestrahlung) hat 21 Behandlungen mit je 3 Gy durchgeführt.

    Also Matthias, wenn du deine Entscheidung wirklich aufgrund deines eigenen Wissens treffen willst, dann lies dich ein. Sonst kann ich nur der Empfehlung von Martin zustimmen.

    VG Tom




    Zitat Zitat von MartinWK Beitrag anzeigen
    Daher: wenn schon Übertherapie, dann RPE - dann bist du das Ding los, sozusagen eine Vorsorgeoperation. Die Chance, dass vermutlich bereits gestreute Zellen irgendwo schlafen und irgendwann weiter entarten, ist bei einem insignifikanten (5% in einer Stanze!) Gleason 3+3 sehr gering.

  5. #35
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    Ich habe mich kurz vor dem 60. für eine RPE (Davinci) entschieden und würde es aus heutiger Sicht wieder tun. Der Operateur war sehr erfahren und über Nebenwirkungen kann ich bis heute nicht klagen. Leider verblieben an einer Stelle mikrofokale Schnittränder, die sich nach gut 7 Jahren zu einem ernstzunehmenden Rezidiv entwickelt haben. Dennoch möchte ich die sieben Jahre ohne Nebenwirkungen nicht missen.

    Mein aktueller PSA liegt mittlerweile bei 0,73 ng/ml. Bei einem PSMA-PET-CT wurde ein Lokalrezidiv mit einem Durchmesser von 1 cm festgestellt und vom Radiologen als einzig sinnvolle Alternative eine Bestrahlung vorgeschlagen. Aus der Sicht vor sieben Jahren war das für mich der zweite Pfeil im Köcher. Nachdem es mittlerweile noch weitere Pfeile gibt, habe ich aus Unsicherheit die Behandlung aufgeschoben. Deshalb will mich morgen der Radiologe noch einmal beraten.

    Ich wünsche Dir das Glück eine richtige Entscheidung zu treffen.
    Gruß Henry

  6. #36
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    Bei der langen Lebenserwartung bliebe für mich - auch wegen der seelischen Belastung - nur eine RPE in HH (Deine Daten und Befürchtungen eingepreist) oder woanders.
    Vor der Aktion: Beachte den "Dunning-Kruger-Effekt"
    (Man glaubt immer, alles kapiert zu haben, wenn man wirklich keine Ahnung hat!)

  7. #37
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    @Flüstermann, also ich wollte noch was zu deinem Aufruf zur Früherkennung sagen. Ich bin ja noch berufstätig und in verschiedenen Vereinen engagiert. Natürlich haben viele meine Erkrankung und die OP mitbekommen. Man hat auch so ein wenig gefragt, wenn ich aber angefangen habe Werbung dafür zu machen, sind alle möglichen Antworten gekommen, z.B. "also ich will lieber gesund bleiben, deshalb gehe ich dort nicht hin", "mein Hausarzt macht alle 2 Jahre einen Check, ich weiß aber nicht, ob er diesen PSA Test macht, ich denke er weiß was er macht", "ich mache regelmäßig einen PSA Test, was war das gleich nochmals?", "oh je du Armer", "nein, keine Ahnung, interessiert mich auch nicht". Ich habe es dann irgendwann gelassen und dann einfach gar nichts mehr erzählt. Vermutlich ändert sich die Gesinnung nur, wenn man im unmittelbaren Umfeld eine Leidensgeschichte hautnah erleben muss. Martin

  8. #38
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    Nicht nur im Theater, auch im wirklichen Leben gilt: "Merkt man die Lehre, wird sie zur Leere!" Es ist halt eine große Kunst, angstfrei zu überzeugen - und wer beherrscht die schon.
    Noch schwieriger ist es, angstfrei mit unserer Krankheit zu leben und irgendwann daran oder damit zu sterben - kann auch nicht jeder.
    Uwe
    Vor der Aktion: Beachte den "Dunning-Kruger-Effekt"
    (Man glaubt immer, alles kapiert zu haben, wenn man wirklich keine Ahnung hat!)

  9. #39
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    Zitat Zitat von flüstermann Beitrag anzeigen
    Heute mit 68 Jahren bin ich immer noch der Meinung: alles richtig gemacht!

    Trotz Rezidiv. Hm... Das nennt man wohl kognitive Dissonanz. Je mehr Energie, Geld, Aufwand oder Schmerzen man in eine Sache gesteckt hat (Dein Missionieren in Sachen Protonen war ja durchaus forsch), desto schwerer fällt es einem einzugestehen, dass man sich geirrt haben könnte. Deswegen hält man mit voller Überzeugung an Dingen fest, die von außen betrachtet nicht so erfolgreich waren wie man es sich erhofft und in die Welt gerufen hat.

    Dir Alles Gute!

  10. #40
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    @Mikael,


    hatte schon einen richtigen Roman verfasst, aber ich denke mal, das lasse ich lieber.

    Nur soviel:
    - die Protonen haben ihren Dienst getan wie sie sollten
    - menschliche Fehler kann eine solche Anlage nicht ausbügeln
    - und es seien Dr. Haidenberger und seinem Team gedankt, das sie die Ursache des Rezidives erkannten (eben diesen menschlichen Fehler)

    Somit nicht geirrt, kein Geld investiert, Schmerzen soiweso keine (waren ja Protonen!- sobiel muss sein) und ich kann an meiner Überzeugung festhalten, da ich ja keinen Fehler gemacht habe.

    Aufwand ja, Energie auch (aber da habe ich bisher mehr hier investiert).

    Kognitive Dissonanz - man lernt nie aus, habe ich nicht und meine Geschichte zeigt diese auch nicht!

    Und Geld habe ich nicht in die Sache gesteckt, sowie Schmerzen auch nicht gehabt!
    Energie und Aufwand schon eher, aber das war es werd!

    Und mein Missionieren empfinde ich als Verpflichtung den PCA-Erkrankten zuwider, genauso wie die der RPEler - nicht mehr und nicht weniger!

    Es sollte jeder wissen, was es an Möglichkeiten gibt!

    Und daraus entscheiden!

    So sehe ich dieses Forum und denke, so soll es auch sein!

    Dir auch alles Gute und hoffentlich die Einsicht, das ich nicht an kognitiver Dissonanz leide!

    lg
    Flüstermann alias Harald (nomen est omen)
    http://de.myprostate.eu/?req=user&id=733&page=graphic

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