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Thema: Frage zur Hormonresistenz

  1. #11
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    Zitat Zitat von Michi1 Beitrag anzeigen
    Aber momentan ist das für mich eine Zeit in der ich mir keine Gedanken mehr machen müsste. Was später auf mich zukommt ?
    Mensch Michi???????

  2. #12
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    Bei PSA 0.06 ng/ml und steigend (wie auch bei mir) macht man sich natürlich schon seine Gedanken. Da aber eh kein akuter Handlungsbedarf besteht, gilt es jetzt einfach ruhig weiterzumessen, den Sommer weiter zu geniessen und sich keine Sorgen zu machen. Ein "<" Zeichen vor dem PSA Wert wäre natürlich noch viel entspannender.

    Gemäss meinem Uro sind heutzutage die PSMA PETs schon weit sensitiver, als noch in älteren Studien beschrieben. Bei PSA 0.5 ng/mL werde schon in 80% etwas gesehen (mündliche Kommunikation).

    Wenn nach RPE ein Rezidiv entdeckt wird, sollte man ja behandeln (bestrahlen) unter PSA 0.5 ng/mL. Warum gilt diese Regel eigentlich nicht mehr bei einem Rezidiv nach RPE und Bestrahlung, wenn man ev. nochmals lokal behandeln kann ? Hier in der Schweiz gibt es zumindest keinen Knatsch über die Bezahlung eines PSMA PETs.

    Heinrich

  3. #13
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    Lothar,

    mein Hausarzt beauftragte immer einen PSA Test, der unter 0,1 nichts mehr angibt. Ich habe ihn jetzt aber überreden können, einen Test mit zwei Stellen hinter dem Komma zu beauftragen. Grundsätzlich bin ich aber gegen diese ultra-sensitiven PSA Tests mit drei Stellen hinter dem Komma. Die machen nur den Patienten verrückt. Eine Änderung in der dritten Stelle hinter dem Komma sagt letztlich nichts aus.

    Ich würde mit dem PSMA PET/CT bis zu einem PSA Wert von etwa 2,0 warten. Sonst sieht man nur einen Teil der Metastasen und nach der Cyberknife Bestrahlung der sichtbaren Metastasen steigt der PSA Wert in wenigen Monaten wieder. Das nächste PSMA PET/CT zeigt die bisher nicht erkennbaren Metastasen.

    Ich hatte bei zwei PSA Messungen eine Verdopplungszeit von sechs Wochen, dies auf 1,0 hochgerechnet und einen Termin für ein PSMA PET/CT gemacht. Bei dem nächsten PSA Test hatte sich die Verdopplungszeit aber drastisch verlängert und auf dem terminierten PSMA PET/CT war nichts zu erkennen.

    Beginn der Hormontherapie? Die Leitlinie sagt, ab einem PSA Wert von 10,0 wenn ein CT und Knochenszintigramm keine Metastasen zeigt. Ein PSMA PET/CT gilt da nicht! Kaum ein Urologe handelt aber so, einfach weil der besorgte Patient vor seinem Schreibtisch sitzt und erwartet, dass etwas gegen den steigenden PSA Wert unternommen wird.

    Georg

  4. #14
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    Georg,

    Wenn man doch schon von einer oligometastatischen Situation ausgeht, gehört doch jede sichtbare, genau lokaliserbare und behandelbare lokale Metastase möglichst rasch beseitigt, wenn dies praktisch ohne NW durchführbar ist. Alles andere wäre doch suboptimal.

    Heinrich

  5. #15
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    Heinrich,

    „Alles andere wäre doch suboptimal.“ Die Frage ist dann, wie oft willst Du eine Cyberknife Bestrahlung machen? Wenn Du die erste sichtbare Lymphknotenmetastase sofort bestrahlen lässt, so ist wahrscheinlich, dass nach sechs Monaten schon die nächste sichtbar wird. Und so fort! Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Metastase streut ist erheblich geringer als von einer befallenen Prostata, es ist ja viel weniger Tumorgewebe. Wenn die sichtbare Metastase einen Durchmesser von 0,6 cm hat, so kann man sie genauso gut bestrahlen, wenn sie bereits 1,2 cm Durchmesser hat. Und dann kann man sie u. U. mit zwei weiteren Metastasen bestrahlen, die inzwischen zu sichtbarer Größe gewachsen sind. Bei Knochenmetastasen würde ich aber auch eine einzelne bestrahlen, da diese Metastasen recht viel PSA Wert erzeugen.

    Ich vergleiche die Situation mit einem Blumenbeet. Wenn Unkraut wächst, so wird man dieses entfernen, auch wenn man genau weiß, dass neues Unkraut nachwachsen wird. Aber man muss nicht jeden Tag morgens kontrollieren, ob neues Unkraut sichtbar geworden ist. Man entfernt das Unkraut, wenn man meint, dass es sich lohnt und es erforderlich ist. Das schätzt natürlich jeder Gartenbesitzer anders ein.

    Georg

  6. #16
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    Georg,

    Ja, da hast Du wohl recht. Schönes Bildnis mit dem Blumenbeet. Möglichst rasche Behandlung einer Metastase nehme ich wieder zurück. Man hat Zeit.
    Insgeheim hat man halt schon die Hoffnung, dass man das Blumenbeet immer wieder von neuem vom Unkraut befreien kann.

    Heinrich

  7. #17
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    Ja, das geht wohl recht lange. Man kann dazu Cyberknife einsetzen, eine Lu177 Therapie (in München, Wiesbaden oder Bad Berka) oder auch Lymphadenektomie. Letzteres z.B. bei Frau Prof. Jilg in Freiburg, Prof. Jünemann in Kiel oder, PSMA gesteuert, bei Dr. Maurer in Hamburg oder Prof. Gschwend in München. Aber der niedergelassene Urologe hat das nicht auf dem Plan und rät erstmal davon ab. Und auch bei den genannten Kliniken muss man finster entschlossen sein, sich so behandeln zu lassen. Sonst lassen die sich auch nicht sofort darauf ein.

  8. #18
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    Georg,
    ich halte auch PSA 1 für sinnvoll, die Rezdivsituation mit einem PSMA-PET/CT abzuklären, besonders bei einer geringen Verdoppelungszeit.
    Wenn aber mein PSA von derzeit 0,06 schnell steigt und die Verdopplungszeit bis 0,5 hoch ist, könnte dann die vorgenannte Bildgebung bei 0,5 angezeigt sein?

    Lothar

  9. #19
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    Lothar, man kann es auch anders sehen. Wenn man ein kurze Verdopplungszeit hat, so erreicht man einen PSA Wert von 1,0 in wenigen Monaten. Solange kann man doch warten.

    Wie ich oben geschrieben habe, die leitliniengerechte Therapie in Deinem Falle wäre bis zu einem PSA Wert von 10,0 zu warten und dann mit ADT zu beginnen. Eine Bekämpfung von Metastasen sieht die Leitlinie erst bei Knochenschmerzen vor. Du brauchst also nicht so schnell wie möglich ein PSMA PET/CT zu machen, Du kannst einfach bis zu einem PSA Wert von 1,0 oder 2,0 warten. Dann kannst Du Dich immer noch um eine Therapie der Metastasen kümmern.
    Ich habe bei Dir eine Verdopplungszeit von 0,8 Jahren errechnet (Oktober 2018 0,015 - Mai 2020 0,06). Die 1,0 überschreitest Du also im Jahre 2024. Solange musst Du wohl noch mit dem PSMA PET/CT warten.

    Georg

  10. #20
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    Georg,

    Danke für Deine kompetente Einschätzung. Sehr beruhigend.
    2024 bin ich 69 Jahre.
    Man muß mit meinem längeren Überleben rechnen.

    Lothar

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