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Thema: Zweite Chemo - nochmal Docetaxel oder lieber gleich Cabazitaxel?

  1. #11
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    Hallo Interessierte,


    https://www.medmedia.at/congress-x-p...uuml%3Bbner%2A

    vielleicht gibt diese brandneue Studie noch ein paar Infos, wohin in Zukunft die weiterführenden Therapien gehen könnten, oder kommt die Epigenetik nun in die Gänge.

    https://www.medmedia.at/congress-x-p...uuml%3Bbner%2A

    Hier noch etwas zu Abi, Enza und BAT

    https://www.medmedia.at/congress-x-p...uuml%3Bbner%2A

    @Adam,
    das weglassen der ADT zu Abi scheint möglich?

    https://www.medmedia.at/congress-x-p...tephan+Korn%2A

    Hans-J.

  2. #12
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    Zitat Zitat von Hans-J. Beitrag anzeigen
    ...vielleicht gibt diese brandneue Studie noch ein paar Infos...
    Morgen Hans-Jürgen,
    soo neu ist diese Studie nicht, und hat diverse strategische Fehler.

    Erstens hatten die Patienten eventuell schon zuvor eine Chemotherapie, aber keine Lu177-PSMA erhalten. Das verzerrt die Ergebnisse, da eine identische Vorbehandlung die Wirkung beim rechallenging kompromitiert.

    Zweitens wurden die PSMA negativen Patienten ausgeschlossen, aber keine Chemo Testung unternommen. Auch das verfälscht die Ergebnisse.
    Wann der richtige Zeitpunkt für die PSMA Radioligandentherapie ist, das wissen wir weiterhin nicht. Was wir wissen ist aber, dass sie sehr wirksam sein kann – genauso wie eine Chemotherapie wirksam sein kann das zeigt beispielsweise eine Studie von Sternberg und Kollegen (NCT02485691):

    CONCLUSIONS
    Cabazitaxel significantly improved a number of clinical outcomes, as compared with
    the androgen-signaling–targeted inhibitor (abiraterone or enzalutamide), in patients
    with metastatic castration-resistant prostate cancer who had been previously treated
    with docetaxel and the alternative androgen-signaling–targeted agent (abiraterone or
    enzalutamide).

    if nothing's fails, it's not real life

  3. #13
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    Andi, schau noch einmal nach, hier ein Auszug zu der Kohorte.

    Studie: Es wurden insgesamt 200 Patienten mit metastasiertem, kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC) 1:1 entweder zu LuPSMA oder einer Cabazitaxel-Chemotherapie randomisiert. Alle Patienten wurden zuvor mit Docetaxel, und die meisten auch mit einem neuen hormonell wirksamen Medikament (Abirateron oder Enzalutamid) behandelt. Es wurden nur Patienten eingeschlossen, deren Tumore in einer gezielten PET-Untersuchung eine PSMA-Expression hatten. Der primäre Endpunkt war ein PSA-Abfall ≥ 50%.
    Gruss
    Hans-J.

  4. #14
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    Sandra,

    wegen der Kreuzresistenz zu Zytiga hatte ich ja Apalutamid und Nubeqa empfohlen. Diese Mittel sind so neu, da weiß man noch nichts genaues zur Kreuzresistenz. Zumindest Apalutamid ist auch bei metastasiertem Prostatakrebs zugelassen, die Zulassung in Europa wurde jedenfalls Mitte letzten Jahres beantragt. Bei Nubeqa müssen die Metastasen mit einem CT/Knochenszintigramm nicht zu sehen sein, ein PSMA PET/CT gilt da nicht. Das ist aber schwer dem Arzt und der Krankenkasse klarzumachen.

    Fast alle Therapien wirken besser, je früher man sie einsetzt, das gilt auch für Lu177. Welche Reihenfolge der Therapien bei kastrationsresistentem Prostatakrebs die richtige ist, dass ist derzeit unbekannt. Jedenfalls liest man diese Aussage immer wieder.

    Georg

  5. #15
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    Zitat Zitat von LowRoad Beitrag anzeigen
    Wann der richtige Zeitpunkt für die PSMA Radioligandentherapie ist, das wissen wir weiterhin nicht. Was wir wissen ist aber, dass sie sehr wirksam sein kann – genauso wie eine Chemotherapie wirksam sein kann das zeigt beispielsweise eine Studie von Sternberg und Kollegen (NCT02485691):
    Die mittlere Lebenszeitverlängerung von 3 Monaten wird mit 6 Zyklen Cabazitaxel alle 3 Wochen verbracht (mediane Behandlungsdauer rund 4 Monate). Wenn ich mir die obige Grafik anschaue dann stirbt der größte Teil der Männer, bevor die mediane Behandlung durchlaufen ist - anders gesagt, einige wenige profitieren deutlich von Cabazitaxel und überleben das Ende der Behandlung zumindest kurze Zeit, die meisten aber nicht. Zu QoL unter Cabazitaxel gibt es keine Untersuchungen, die Nebenwirkungen sind bekannt.
    Ich würde das nicht als "sehr wirksam" zu bezeichnen.

  6. #16
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    Zitat Zitat von MartinWK Beitrag anzeigen
    Die mittlere Lebenszeitverlängerung von 3 Monaten wird mit 6 Zyklen Cabazitaxel alle 3 Wochen verbracht (mediane Behandlungsdauer rund 4 Monate). Wenn ich mir die obige Grafik anschaue dann stirbt der größte Teil der Männer, bevor die mediane Behandlung durchlaufen ist - anders gesagt, einige wenige profitieren deutlich von Cabazitaxel und überleben das Ende der Behandlung zumindest kurze Zeit, die meisten aber nicht. Zu QoL unter Cabazitaxel gibt es keine Untersuchungen, die Nebenwirkungen sind bekannt.
    Ich würde das nicht als "sehr wirksam" zu bezeichnen.
    Martin,
    da kann ich Dir jetzt nicht folgen.
    Du schreibst, wenn ich es richtig verstanden habe, über die Grafik zum Overall Survival in #12.

    Nach 4 Monaten Cabazitaxelbehandlung leben noch ca. 90 Prozent der Männer, nach einem Jahr ca. 60 Prozent. Von der Vergleichsgruppe nach einem Jahr ca. 45 Prozent.
    Damit ist für mich Cabazitaxel der Vergleichsgruppe (Enzalutamid o. Abiraterone) deutlich überlegen.

    Bitte um Erläuterung
    Franz

  7. #17
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    Zitat Zitat von MartinWK Beitrag anzeigen
    Zu QoL unter Cabazitaxel gibt es keine Untersuchungen, die Nebenwirkungen sind bekannt...
    Etwa sowas?



    OK, "sehr wirksam" ist doch etwas hoch gegriffen - "wirksam" entsprich mehr unserem Verständnis.
    if nothing's fails, it's not real life

  8. #18
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    Zitat Zitat von Georg_ Beitrag anzeigen
    ...wegen der Kreuzresistenz zu Zytiga hatte ich ja Apalutamid und Nubeqa empfohlen. Diese Mittel sind so neu, da weiß man noch nichts genaues zur Kreuzresistenz.
    Dann ist es nicht nachvollziehbar, das gegenüber bewiesen wirksamen Option zu empfehlen, denn aus der Erfahrung mit Abi/Enza wissen wir von massiver Kreuzresistenz. Warum das bei Apa/Nubeqa (nach Abi/Enza) anders sein soll, dafür fehlen mir klare Hinweise.
    if nothing's fails, it's not real life

  9. #19
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    Kreuzresistenz würde bedeuten, dass Apalutamid nur etwa knapp ein halbes Jahr wirkt. Dann kann man immer noch eine Chemo oder Lu177 Therapie machen.

  10. #20
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    Zitat Zitat von Georg_ Beitrag anzeigen
    ... wegen der Kreuzresistenz zu Zytiga hatte ich ja Apalutamid und Nubeqa empfohlen....
    Zur Kreuzresistenz von Apalutamid und Darolutamid

    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32430485/?from_single_result=cross-resistance+darolutamide

    In conclusion, our results suggest that apalutamide and darolutamide share similar resistant mechanisms with enzalutamide and abiraterone. The AKR1C3/AR-V7 complex confers cross-resistance to second generation AR-targeted therapies in advanced prostate cancer"

    Franz


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