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Thema: Relugolix vs Leuprorelin

  1. #11
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    Hallo Franz,

    Relugolix zeigt sich Leuprorelin bei fortgeschrittenem Prostatakrebs überlegen.
    könnte man die ADT dann umstellen auf Relugolix ?
    glaube das Medikament ist noch nicht freigegeben oder ?
    über die Kosten habe ich auch noch nix gefunden.

    Gruß
    Adam

  2. #12
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    Hallo Adam,

    die Zulassung in den USA soll im 2. Quartal 2020 beantragt werden. Zulassungsanträge für Europa sind geplant, wird noch ein paar Monate dauern.

    Zu den Kosten ist mir bisher nichts bekannt. Als neues Medikament wird Relugolix erstmal wesentlich teurer angeboten werden als das seit Jahren bei uns zur Anwendung kommende Degarelix.

    Und es fehlt bisher der direkte Vergleich von Relugolix mit Degarelix.

    Schönes Wochenende
    Franz


  3. #13
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    Die Äußerungen der Ärzte im Internet waren, nach einer Spritze ist man sicher, dass die Hormontherapie über drei Monate wirkt. Bei Tabletten hat man immer viele Patienten, die sie dann doch nicht nehmen oder einfach vergessen. Dass diese Patienten auch durch die im Beipackzettel erwähnten Nebenwirkungen beeinflusst sind, ist meine persönliche Erfahrung.

    Ich hatte aus der Diskussion den Eindruck gewonnen, dass man von den Relugolix Tabletten viel geringere Nebenwirkungen erwartete als von Leuprorelin oder Degarelix. Davon gehe ich nicht aus. Ob ein Wirkstoff injiziert oder als Tablette genommen wird, seine Wirkung und seine Nebenwirkungen sind sehr vergleichbar.

    Hier ist eine Liste der Nebenwirkungen aus der Zulassungsstudie von Relugolix, die Zahlen in Klammern sind die Prozentzahlen, die meiner Meinung nach relevant sind:



    Danach sind die Nebenwirkungen von Relugolix vergleichbar mit denen von Leuprorelin. Nur hinsichtlich kardiovaskulärer Ereignisse (in der Tabelle als MACE bezeichnet) ist es deutlich besser und dies wird jetzt in den Berichten über das neue Medikament natürlich hervorgehoben.

    Allerdings konnte auch Degarelix im Vergleich zu Leuprorelin deutlich geringere kardiovaskuläre Ereignisse zeigen: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31188734/ Man untersuchte hier Patienten mit kardiovaskulären Ereignissen in ihrer Vorgeschichte. Auch die von Frau Prof. von Amsberg angegebene Tabelle zu Relugolix zeigt nur dann einen deutlichen Vorteil hinsichtlich kardiovaskulärer Ereignisse, wenn die Patienten vor der Hormontherapie schon kardiovaskuläre Ereignisse hatten. Also sind beide Medikamente hier besser als Leuprorelin.

    Wie ich schon erwähnte, gehören Relugolix und Degarelix in die gleiche Wirkstoffgruppe, es sind GnRH Antagonisten. Zum Vergleich kann man die von Dr. Wulff erwähnte Studie nutzen: https://www.sciencedirect.com/scienc...02283820301421 Hier die etwas gekürzte Tabelle der Nebenwirkungen daraus:



    Da zeigen sich bei Relugolix hinsichtlich der Nebenwirkungen kaum Unterschiede zu Degarelix. Allerdings fällt mir auf, dass bei Relugolix häufiger Fatigue aufgetreten ist. Bei der Tabelle wird auch erwähnt, dass sehr viele Patienten ergänzende Mittel gegen Nebenwirkungen eingenommen haben. Das mindert natürlich die Aussage der Tabelle insgesamt.

    Ein großer Vorteil für Relugolix ist, dass sich nach dem Ende der Therapie das Testosteron offenbar deutlich schneller wieder erholt als bei Degarelix. Soweit jedenfalls das Ergebnis dieser Studie. Beim Einsatz von ADT in Kombination mit einer Strahlentherapie oder bei intermittierender ADT ist dies von Relevanz.
    Außerdem bedeutet Degarelix eine monatliche Spritze, was nach langer Dauer zu einer Verhärtung am Bauch führt. Dies würde bei Relugolix nicht auftreten. Ich würde daher erwarten, dass in Zukunft Relugolix deutlich häufiger eingesetzt wird als Degarelix. Auch da hier die übliche Bicalutamid Therapie vor Leuprorelin entfällt und das Testosteron sofort stark reduziert wird.

  4. #14
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    Zitat Zitat von Georg_ Beitrag anzeigen
    Bei Tabletten hat man immer viele Patienten, die sie dann doch nicht nehmen oder einfach vergessen. Dass diese Patienten auch durch die im Beipackzettel erwähnten Nebenwirkungen beeinflusst sind, ist meine persönliche Erfahrung.
    Georg,
    Relugolix ist ja nur eines von vielen Medikamenten, die oral verabreicht werden.
    Zytiga z. B. wird als Tablette täglich nach bestimmten Vorgaben eingenommen, die Betroffenen die ich kenne nehmen die Eingabe sehr genau.

    Sicher, es gibt sehr vergessliche oder demente Männer die bei der oralen Einnahme von Medikamenten nachlässig sind. Hier wäre es sinnvoll wenn sich Hinweise auf häufiges "Vergessen" der Einnahme ergeben, die Familie mit einzubeziehen.


    Franz

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