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Thema: Neuling - Fragen,Fragen.......

  1. #1
    condin Gast

    Neuling - Fragen,Fragen.......

    Hallo zusammen,
    mein Name ist Josef - bin 49 Jahre alt - und mein Problem: jung für ein
    P-Carcinom in Bezug auf Informationen, da im Internet meist über 60-jährige und älter geschrieben wird. Hier nun ein paar Fragen, bei denen
    ich hoffe daß ein paar mir antworten können:
    1. Mein Befund: Prostatastanzmaterial rechts mit Anteilen eines glandulären Prostatacarcinoms. Malignitätsgrad 2b. Gleason-Grad 4 + 3 (7)
    Tumoranteil etwa 80 %. Stanzmaterial links tumorfrei anscheinend.
    Ist es bei diesen Werten sinnvoll ein zweites Labor einzuschalten.
    2. Wie sieht es mit Zweitmeinungen aus (hatte schon 3!). Plädiert jemand
    für meinen Alterszustand was anderes als eine Total-OP?
    3.Welche Untersuchungen sind notwendig nach der Biopsie für die OP?
    (Knochenszinti ok. - Lunge/Bronchen ok. - Bauch/Leber-Sono ok.)
    4. Kennt jemand jemanden der wiederrum in Sigmaringen, Heilbronn oder
    Heidelberg war oder kann jemand eine Klinik empfehlen die schonend
    operiert (möchte doch noch ein wenig Sex haben in dem Alter).
    5. Kann mir ein Betroffener oder dessen Angehöriger etwas über die
    Schmerzen nach der OP erzählen oder hat Wissen ob es Schmerztherapie
    nach der OP bei verschiedenen oder den oben geannten Kliniken gibt,
    oder tut´s einfach sauweh oder ist es nur unangenehm?
    6.Ist die Bestimmung von Testosteronspiegel und das Prostatavolumen
    sinnvoll wegen der OP?

    Sonst fällt mir nichts ein, aber wenn einer von Euch noch wichtige
    Punkte aufführen kann, dann bitte nur los. Für alle Antworten bedanke
    ich mir im Voraus. Möge es allen besser gehen, gut gehen und
    ein schönes Leben haben.

    Grüsse von
    Josef

  2. #2
    Horst 1 Gast
    Hallo Josef,
    das Beste ist, wennDu in den " Ersten Rat " siehst. Da bekommst Du schon einige Fragen beantwortet. Eine Zweitmeinung des Pathologen würde ich einholen. ( Prof. Bonkhoff, Berlin ) Ausserdem eine Knochendichtemessung, wegen der evtl.auftretenden Osteoporose. Ansonsten werden Dir wohl noch mehr Betroffene schreiben. Bis dahin alles Gute
    Horst 1

  3. #3
    Registriert seit
    01.05.2006
    Ort
    Münsterland
    Beiträge
    506
    Hallo Josef !

    Du bist nicht der Jüngste Betroffene. Im März meldete sich hier jemand mit genau einem Alter von 40 Jahren.
    Mein PK wurde im vorigem Jahr mit 52 entdeckt, ebenfalls mit Gleason 4+3.
    Welchen PSA-Wert hattest Du vor der Biopsie ?
    Mit unserem gleichen Gleason-Wert gehören wir in den Anfangsbereich der höchsten Risikogruppe !
    Ich hatte bei meiner Therapie-Entscheidung ähnliche Gedanken wie Du.
    Trotzdem muß die Sicherheit absolut im Fordergrund stehen.
    Hier die Gründe für meine Th.-Entscheidung:
    Für PK war ich mit 52 J. bei der Krankheitsfeststellung auch noch ein sehr junger Patient.
    Somit gabes für meine Frau und mich nur eine baldige kurative Behandlung .
    Als Grundbehandlungen kamen deshalb nur OP oder Bestrahlung in Frage.
    Bei Gleason 4+3 ist der PK in der Regel dabei, die Prostatakapsel zu durchbrechen. Das heißt, dass bei einer OP die Gefahr von positiven Schnitträndern sehr hoch ist. Als Konsequenz musste somit auch für die OP eine Äußere Bestrahlung eingeplant werden. Habe mich deshalb auch in einer Bestrahlungsklinik umgehört. Dort wurde mir eine Behandlung aus einer Hand angeboten. Die Ärzte haben sich in dieser Klinik auf die Brachytherapien spezialisiert. Die leichtere Seed´s-Th. kam für mich nicht mehr in Frage. Als Grundbehandlung schlug man mir die HDR-Brachy (Afterloading) vor. Vorweg sollte die Äußere Bestrahlung kommen. Eine mind. 6-monatige Hormonblockade sollte die Behandlung begleiten.
    Afterloading und OP scheinen isoliert gesehen, zwei gleichwertige Behandlungen zu sein.
    Nach langem Lesen auf den Forumsseiten habe ich mich für den Bestrahlungsweg entschieden. Dies Kombination aus drei Behandlungen(Äuß.Bestrah.+Afterloading+HB) scheint nach meinen Kenntnisstand die höchsten Chancen auf eine Heilung zu versprechen. Aber auch die Aussicht auf geringere Nebenwirkungen haben mich beeinflusst.
    Trotz der höchstmöglichen Bestrahlungintensität waren die Nebenwirkungen insgesamt sehr gering.
    In meinem Profil kannst Du lesen, dass die derzeitigen PSA-Werte super sind. Ich war nicht einen Tag inkontinent. Auch von anderen Patienten dieses Behandlungsweges habe ich nur Gutes in Erfahrung bringen können. Auch die Potenz kam bei Ihnen wieder.
    Nach neueren Berichten scheint es auf jeden fall sinnvoll zu sein, mit einer der 3 Hormonblockade-Behandlungenarten sofort anzufangen. Zu der vorgenannten Therapieergänzung kannst Du auf diese Weise, mit dem zur Zeit sichersten Aussagewert, feststellen, ob es sich bei Dir noch um einen lokal begrenzten PK handelt. Nachlesen kannst Du das zum Thema „Ermittlung des PSA-Nadirs“.
    Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.
    Ich wünsche Dir eine gute Th.-Entscheidung.

    Gruß
    Bernhard A.

  4. #4
    condin Gast
    Hallo Bernhard,

    danke für die sehr schnelle Antwort. Mein PSA vor der Stanze war
    5,09 - der FPSA 0,4 ng/ml - der PSAQ 0,08. Der PSA Wert als Grund der Untersuchung war drei Wochen vorher mit 5,38.

  5. #5
    WinfriedW Gast
    Hallo Bernhard,

    ich bin mir nicht sicher, ob man den Erfolg deiner Strahlentherapie schon abschließend beurteilen kann. Resultiert dein niedriges PSA nicht womöglich aus der antiandrogenen Therapie? Zumindest teilweise?

    WW

  6. #6
    WinfriedW Gast
    Zitat Zitat von condin
    3.Welche Untersuchungen sind notwendig nach der Biopsie für die OP?
    (Knochenszinti ok. - Lunge/Bronchen ok. - Bauch/Leber-Sono ok.)
    Keine weiteren. In der Klinik natürlich die Untersuchungen im Rahmen der OP-Vorbereitung. Evtl. CT od. NMR.


    Zitat Zitat von condin
    5. Kann mir ein Betroffener oder dessen Angehöriger etwas über die
    Schmerzen nach der OP erzählen oder hat Wissen ob es Schmerztherapie
    nach der OP bei verschiedenen oder den oben geannten Kliniken gibt,
    oder tut´s einfach sauweh oder ist es nur unangenehm?
    Die Angst kann ich dir nehmen. Ich wurde am 13. März 06 prostatektomiert. Vergnügungssteuerpflichtig ist die Behandlung nicht aber ich war dank innovativer Schmerztherapie mittels Periduralkatheter während der gesamten Behandlung immer rundum schmerzfrei. Das unangenehmste an der gesamten Behandlung waren die heftigen Durchfälle, die ich in Folge der verabreichten Antibiotika bekam. Schmerztherapie mittels Periduralkatheter ist heute vermutlich Standart. Du kannst ja danach fragen.


    Zitat Zitat von condin
    6.Ist die Bestimmung von Testosteronspiegel und das Prostatavolumen
    sinnvoll wegen der OP?
    Nein!


    Hierzu auch dieses: http://www.uke.uni-hamburg.de/kliniken/urologie/index_15221.php
    Leider ist dieser Artikel nicht ganz neu und gibt deshalb vermutlich auch nicht den letzten Stand wieder.

    Grüsse WW

  7. #7
    WinfriedW Gast
    Zitat Zitat von Horst 1
    ... Eine Zweitmeinung des Pathologen würde ich einholen. ( Prof. Bonkhoff, Berlin )
    Ich habe persönlich erhebliche Zweifel, dass Josef von Herrn Prof. Bonkhoff wirklich etwas Wesentliches erfahren wird, das seine Therapieempfehlung beeinflussen könnte. Ich würde dann und nur dann ein pathologisches Zweitgutachten einholen, wenn ich begründete Zweifel am Erstgutachten hätte. Ansonsten würde ich dem Rat meines Urologen folgen.


    Zitat Zitat von Horst 1
    Ausserdem eine Knochendichtemessung, wegen der evtl.auftretenden Osteoporose.
    Knochendichtemessung ist gut für die persönliche Statistik. Sinn macht sie, wenn überhaupt, nur dann, wenn Josef einer antiandrogenen Therapie zugeführt wird.

    Gruß WW
    Geändert von WinfriedW (19.05.2006 um 15:55 Uhr)

  8. #8
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    Münsterland
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    506
    Hallo Winfried !

    Zitat:
    Hallo Bernhard,

    ich bin mir nicht sicher, ob man den Erfolg deiner Strahlentherapie schon abschließend beurteilen kann. Resultiert dein niedriges PSA nicht womöglich aus der antiandrogenen Therapie? Zumindest teilweise?

    WW


    Ich habe hier im Forum bei einer "einfachen HB" noch nicht von einem PSA-Wert von 0,02 gelesen.
    Weiterhin habe ich mit einem unserer Mitstreiter Kontakt der ganz genau die gleiche Behandlung wie ich hatte.
    Seine HB ist vor über einem Jahr ausgelaufen.
    Er hat trotz vorhandener Prostata z.Z. Werte von ca. 0,15 (PSA)
    Er schrieb mir, daß Er seine Potenz ca. 11 Monate nach der HB wiedererlangt hätte.
    Probleme hatte Er allerdings mit Reizungen des Darmschließmuskels.

    Gruß
    Bernhard A.

  9. #9
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    590
    Hallo Condin,

    da sich unsere Situationen ähneln, möchte ich gerne meine Erfahrungen mitteilen.
    Im Februar wurde PSA 6 bei Routine-Untersuchung fetsgestellt. Durch Zweitmessung bestätigt. Zwei Urologen konnten nichts ertasten. Ultraschall zeigte leichte Vergrößerung. Nach Biopsie Gleason 6,
    3 pos. Stanzen.
    Einhellige Diagnose von 2 Urologen und 2 Allgemeinmedizinern: CA im Anfangsstadium.

    Nach Abwägung von Alternativen (auch Leibowitz) entschloss ich mich, nicht zuletzt wegen des Alters (50), zur nervschonenden Radikalen.
    OP bei Spezialisten bestens verlaufen (keinerlei Inkontinenz, gute Potenzerhaltung, keine Schmerzen, AHB überflüssig, 6 Wochen nach Entlassung wieder voll arbeitsfähig und fit).
    Aber nun zum "Schönheitsfehler": Histologisches postoperatives Gutachten:
    Gleason 3+4, T3a und ein positiver Schnittrand (R1), der vom Operateur jedoch als artifizieller eringestuft wird, d.h. ohne zurückgebliebene Tumorreste. das bedeutet eine eher ungünstige Prognose. Aber was wäre die Alternative zur OP gewesen? Hätte Bestrahlung etc etwas an der Prognose geändert?
    4 Wochen nach OP PSA 0,07 (niedrigster vom verwendeten Messverfahren festzustellender Wert).
    Fühle mich bestens, aber sehr verunsichert, was jetzt zu tun sei. Zwei Urologen raten von sofortiger Bestrahlung ab, um OP-Erfolg nicht zu gefährden und da es beim jetzigen PSA-Wert eine Übertherapie darstellen würde. Es genüge, dann zu handeln, wenn der PSA signifikant steigt.
    Hierzu gibt es auch andere Meinungen.
    Ich neige dazu, jetzt erst einmal wieder das Leben zu genießen und abzuwarten, wäre aber meinerseits für Tipps und Hinweise dankbar.
    Alen alles Gute, Codin eine gute Entscheidung!

  10. #10
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    02.05.2006
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    Berlin
    Beiträge
    70
    Hallo Condin,

    wie Du an den Reaktionen der Forumsteilnehmer sehen kannst, gibt es zunehmend jüngere Betroffene (unter 60ig-Jährige), die mit einer PCa-Diagnose fertig werden müssen ...


    Ich erhielt meine Diagnose Ende November vorigen Jahres im Alter von 54 Jahren (PSA 2,9, fPSA 0,28, Gleason = 3+3) und habe in den ersten Tagen viele Stunden und Nächte vor dem PC verbracht, Meinungen eingeholt, sortiert und beurteilt ... aufgrund meines Alters und der durchschnittlichen Lebenserwartung kam ein Abwarten bzw. Zögern für mich nicht in Frage …

    So habe ich mich dann sehr schnell für eine Radikale Prostatektomie entschieden und mich bereits am 11. Tag nach der Diagnose im UKE Hamburg zur stationären Aufnahme angemeldet ... mit dem Einholen einer Zweitmeinung habe mich nicht aufgehalten, da ich keinen wesentlichen Zweifel am Befund des Pathologen hatte und keine wertvolle Zeit verlieren wollte …

    Da Dein Ausgangs-Gleason noch etwas schlechter ist, würde ich an Deiner Stelle auch nicht mehr viel Zeit mit Diagnostik verbringen, sondern zielstrebig eine Therapie ansteuern … Ich selbst hatte die Erfahrung gemacht, dass es viele auseinander strebende Meinungen darüber gibt, welche Therapie die beste ist und war zunächst recht verunsichert, bis mir einer meiner Gesprächspartner sagte, was am besten wäre könne niemand mit Sicherheit sagen, man müsse sich letztlich auf sein Bauchgefühl verlassen …

    Ich habe mich dann spontan für die OP entschieden, weil ich alle Chancen einer kurativen Therapie für mich nutzen wollte und hier die längsten Erfahrungen bestehen … eine Bestrahlung wäre auch möglich gewesen, aber mir persönlich war dies unsympathisch (in der Regel keine OP mehr möglich, 2. Bestrahlung nicht möglich) …

    Schmerzen musste ich eigentlich nicht erleiden (die Wurzelspitzenresektion war unangenehmer) … der Katheder ist nicht angenehm, aber real doch besser zu ertragen, als in der Vorstellung …

    Ich kenne einen sehr netten Forumsteilnehmer, der sich in Heilbronn operieren ließ und Dir sicher Auskunft geben würde; sein Forumsname ist „Jürgen“ …

    Die wesentlichen Untersuchungen werden vor der OP im Krankenhaus durchgeführt, dazu gehört dann auch die Bestimmung des Prostata-Volumens …

    Ich wünsche Dir, dass Du eine für Dich richtige Entscheidung treffen kannst und alles bald gut überstanden hast ...


    Gruß von Oliver aus Berlin
    Geändert von OliverB (20.05.2006 um 00:03 Uhr)

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