Hallo Josef,

Du kannst mit gutem Grund die Richtigkeit Deiner Biopsieergebnisse anzweifeln. Nur etwa die Hälfte aller Biopsieergebnisse stimmen überein mit dem Ergebnis des Befundes nach Op. Die gleiche Situation ist gegeben beim Vergleich zwischen Erst- und Zweitmeinung zu einer PCa Biopsie. Tendenziell sind Zweitmeinungen zu einer Biopsie und Analysen der ernfernten Prostatae mit höheren Gleason Werten versehen als in der Erstmeinung festgestellt wurde.

In Deinem Fall wäre die Frage, was sagt die Partin Tabelle aus über Organbegrenzung bzw. Lymphknotenbefall, wenn der Gleason Wert 4 + 3 ist (Erstergebnis) und was würde sich ändern, wenn Deine Stanzen mit z. Bsp. 4 + 4 bewertet würden, in einer Zweitüberprüfung?

Bei Gleason 4 + 3 ist die Chance auf Organbegrenzung 18 - 32 %
ist die Chance auf Lympknotenbefall 5 - 18 %

Bei Gleason 4 +4 ist die Chance auf Organbegrenzung 14 - 29 %
ist die Chance auf Lymphknotenbefall 4 - 21 %


Somit würde sich möglicherweise in Deiner pro/kontra Op. Entscheidung durch eine andere Gleason Wertung in der Zweitbeprobung nichts ändern, wenn sie so ausfällt wie von mir angenommen. Damit konzidiere ich jedoch, daß Du auf gar keinen Fall einen Gleason 2 + 3 haben könntest.

Solltest Du Dir jedoch andere Verfahren als die Op. vorstellen wollen, wäre eine Zweitmeinung besonders angebracht, um das wahrscheinliche Verhalten des Tumors bei Hormon- oder z. Bsp Strahlentherapie abschätzen zu können.


Zur Knochendichtemessung, wie von Horst empfohlen, möchte ich Dir auch raten. Bei Gleason 4 + 3 oder größer, besteht die Möglichkeit einer Knochenumbauaktivität durch PCa Zellen. Hier könnte man sodann nach Erkenntnisgewinn mit einem Bisphosphonat entgegenwirken.


Dir alles Gute


Günter Feick