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Thema: Hallo, kann mir jemand weiterhelfen?

  1. #1
    Papa3kd Gast

    Hallo, kann mir jemand weiterhelfen?

    Guten Tag....
    Ich hoffe hier kann mir jemand weiterhelfen.....Letztes Jahr wurde bei mir durch Zufall nach einer Bandscheiben-OP...ein erhöhten PSA-Wert (17,5)festgestellt(ich bin 60 und leide schon seit längerem unter einer chronischen prostatitis)...es folgten 8Stanzbiopsien...davon 2mit dem Befund 7(3+4) G3...man sagte mir, es sei sehr früh erkannt worden und alles halb so schlimm...man wolle operativ Lymphknoten entfernen, um zusehen, ob diese befallen sind...es wurden mir 19entnommen..alle o.b....ich bekam enorme Wundheilungstörungen und lag 8Wochen im Kh.....ich bekam Casodex und Deblocin und es wurde eine Strahlentherapie durchgeführt...nach der Therapie hatte ich enorme Beschwerden den Stuhl zuhalten u. hatte Schmerzen...nach langem nixtun stellte man eine Bestrahlungsgeschwulst fest....diese wurde auch operativ entfernt...nun soll mein Schliessmuskel dadurch geschädigt worden sein und ich bekam einen künstlichen Darmausgang....erst jetzt habe ich mich etwas schlauer gemacht und fühle mich buchstäblich verarscht....bin ich übertherapiert worden? Kann mir hier jemand aus Erfahrung berichten, ob dieses Verfahren so üblich ist??
    Mit freundlichen Grüßen
    KD

  2. #2
    WinfriedW Gast
    Du bist nicht übertherapiert, du bist falsch therapiert!
    Nimm dir einen Anwalt!

    WW

  3. #3
    Registriert seit
    15.04.2006
    Ort
    Landschaft Angeln
    Beiträge
    2.841
    Zitat Zitat von WinfriedW
    Nimm dir einen Anwalt!
    WW
    Hallo KD,

    ich kann mich Winfrieds Meinung nur anschließen; einen objektiven Gutachter und einen langen Atem brauchst Du natürlich auch. Deine Geschichte liest sich, als hätten ärztliche Lehrlinge an Dir geübt. Könntest Du uns noch wissen lassen, in welchem KH dies alles passiert ist?

    Ralf

  4. #4
    KlausUwe Gast
    Hallo KD,

    Also, was man mit Dir gemacht hat ist kriminell, es ist meiner Meinung nach Koerperverletzung. Lass Dir das blos nicht gefallen!!!!
    Alles Gute.
    Uwe

  5. #5
    Registriert seit
    03.05.2006
    Ort
    Hessischer Odenwald
    Beiträge
    17
    Hallo KD,

    schließe mich den Meinungen der Anderen voll an. Wünsche Dir die Kraft das jetzt anzugehen und durchzustehen. Laß das nicht auf sich beruhen, wehr dich, schaff dir einen Überblick und nimm Hilfe in Anspruch.

    Alles Gute und viel Glück

    Martin

  6. #6
    shg-pca-husum Gast
    Hallo KD,

    nur, damit Du nicht falsch verstehst, warum alle (ich auch) so entsetzt sind: Deine Therapie ist bereits im Beginn falsch!
    Zitat Zitat von Papa3kd
    ein erhöhten PSA-Wert (17,5)festgestellt(ich bin 60 und leide schon seit längerem unter einer chronischen prostatitis)...es folgten 8Stanzbiopsien...davon 2mit dem Befund 7(3+4) G3...man sagte mir, es sei sehr früh erkannt worden und alles halb so schlimm...
    Das ist keinesfalls eine Früherkennung und Biopsiebefund Gleason 7 schon sehr bedenklich für kurative Maßnahmen an der Prostata!

    Warum sich die Ärzte auf die Lymphknoten und nicht auf die Prostata konzentriert haben (Zitat: ...um zu sehen, ob diese befallen sind), kann möglicherweise triftige Gründe haben, welche Du möglicherweise noch nicht weißt oder nicht geschildert hast. Die Wundheilungsprobleme mit 8 Wochen Krankenhaus nach der OP wegen der Lymphknoten sind wohl der Beginn und vielleicht Anlaß für die Fortsetzung Deiner bedauerlichen Krankengeschichte.

    Das Abenteuer Klage gegen die Ärzte empfiehlt sich leicht mal so im Forum, aber es ist ein schwerer und zermürbender Weg. Vielleicht sagt RA Mielke was dazu.

    Alles Gute!
    Dieter
    Geändert von shg-pca-husum (24.05.2006 um 12:43 Uhr)

  7. #7
    Registriert seit
    01.05.2006
    Beiträge
    47
    Hallo KD,

    da Dieter mich mit Blick auf etwaige arzthaftungsrechtliche Aspekte Deiner (Leidens-) Geschichte in’s Spiel gebracht hat, will ich gerne etwas - auch Grunsdsätzliches - dazu sagen:

    Die Inanspruchnahme eines Arztes oder Krankenhauses auf Schadensersatz und/oder Schmerzensgeld wegen einer vermeintlich fehlerhaften Behandlung setzt voraus, dass bei der Behandlung die „im Verkehr erforderliche Sorgfalt“ außer Acht gelassen wurde. Das Maß der erforderlichen Sorgfalt ist dabei nach dem medizinischen Standard des jeweiligen Fachgebiets, d.h. nach dem gesicherten Stand der medizinischen Wissenschaften, der ärztlichen Erfahrung und der anerkannten medizinischen Praxis im Zeitpunkt der Behandlung zu bemessen. Anders formuliert: Der Arzt muss diejenigen Maßnahmen ergreifen, die aus berufsfachlicher Sicht von einem gewissenhaften und aufmerksamen Arzt seines Fachbereichs erwartet werden. Andernfalls begeht er einen Behandlungsfehler.


    Ob dieser haftungsrechtlich relevante sog. „Facharztstandard“ in Deinem Fall gewahrt wurde oder nicht, kann ich als Jurist - zumal als nicht von Prostatakrebs Betroffener - nicht beurteilen. Dies könnte nur ein Facharzt, und auch dieser wohl nur dann, wenn ihm die möglichst lückenlose Krankheitsgeschichte und Behandlungsdokumentation in Deinem Fall vorläge. Nicht nur in Deinem, sondern auch in jedem anderen Arzthaftungsrechtsfall lautet die Gretchenfrage daher zunächst: Wie komme ich an meine Krankheitsunterlagen und - auf deren Grundlage - sodann auch an eine unabhängige fachliche Expertise heran?


    1. Antwort: Krankenunterlagen selber anfordern bzw. kopieren (jedermann hat ein Recht auf Einsicht in seine Krankenunterlagen!) und sodann privat einen ärztlichen Gutachter beauftragen, der feststellen soll, ob ein Behandlungsfehler begangen wurde oder nicht. Dieses Vorgehen ist in der Praxis allerdings eher ungewöhnlich, weil teuer (Gutachterkosten!). Hinzu kommt, dass die Expertise - selbst wenn der Privatgutachter einen Behandlungsfehler feststellt und man daraufhin vor Gericht zieht - immer den Hauch eines Gefälligkeitsgutachtens hat („Wes Brot ich ess’, …“). Aufgrund dessen wird ein Gericht sich die gutachterlichen Feststellungen möglicherweise auch nicht ohne weiteres zu eigen machen, sondern evt. ein weiteres - unabhängiges - Gutachten in Auftrag geben. Und je nach Beweislastverteilung wird man auch dieses eventuell noch bevorschussen müssen …


    2. Antwort: Man betreibt ein sogenanntes „selbständiges Beweisverfahren“. Dies ist ein besonderes gerichtliches Verfahren, in dem es (noch) nicht um Forderungen und Ansprüche geht, sondern - als eine Art vorgeschaltetes Verfahren - „nur“ um die (gutachterliche) Erhebung von Beweisen. Vorteil: Die gutachterlichen Feststellungen sind gerichtlich verwertbar. Nachteil: Der Antragsteller muss die Gerichts- und Gutachterkosten bevorschussen.


    3. Antwort: Man trägt seinen Fall so lückenlos wie möglich der zuständigen ärztlichen Schlichtungsstelle vor (hierbei besteht kein Anwaltszwang!). Die Schlichtungsstelle setzt ebenfalls einen Gutachter - und im Falle des Widerspruchs gegen dessen Feststellungen - sodann auch eine Gutachterkommission - auf den Fall an. Vorteil: Das Ganze kostet den Patienten nichts. Nachteil: Manche sagen, die Schlichtungsstellen verfahren nach dem Motto „Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus“ (eine Befürchtung, die ich aufgrund meiner eigenen Erfahrung nicht uneingeschränkt teilen kann). Fällt der Bescheid der Schlichtungsstelle zugunsten des Patienten aus, kann dieser sich mit guten Erfolgsaussichten entweder direkt an die Haftpflichtversicherung des Arztes oder - wenn diese sich uneinsichtig oder zahlungsunwillig zeigt - an das zuständige Gericht wenden. Fällt der Bescheid negativ aus, kann man sich auf Grundlage der hierfür gegebenen Begründung immer noch überlegen, ob eine gerichtliche Auseinandersetzung (auch kostenmäßig) Sinn macht.


    Der langen Rede kurzer Sinn: Jeder Arzthaftungsrechtsfall steht und fällt mit der Expertise eines unabhängigen Sachverständigen. Wie diese ausfällt, kann man in besonders krassen und gut dokumentierten Fällen mitunter zwar antizipieren; die Faustregel lautet jedoch: Ohne die sachverständige Meinung eines Arztes im Hintergrund sollte man sich grundsätzlich nicht auf gerichtliche Abenteuer einlassen.


    Gruß,

    RA K. Mielke


  8. #8
    Horst 1 Gast
    Hallo KD,
    wenn Du gegen einen Arzt oder Krankenhaus angehen willst, musst Du viel Zeit und gute Nerven haben. Ich selbst hatte ein Verfahren gegen einen Orthopäden, der meine Tochter fast zum Krüppel operiert hatte. Es waren über 2 Jahre Nervenkrieg mit den Versicherungen und den Gutachtern. Kosten sind mir zum Glück nicht entstanden. Es waren aber auch über 100 Patienten, die gegen den Arzt geklagt hatten. Das ist etwas Anderes, als ein Einzelfall. Ich würde mir den Rat von RA Mielke zu Herzen nehmen.
    Alles Gute
    Horst 1

  9. #9
    Papa3kd Gast
    Hallo zusammen.....
    Entschuldigung, dass ich mich solange nicht mehr gemeldet haben....ich danke allen für ihre Antworten...Es hat mich sehr geschockt und ich muss zur Zeit ersteinmal meine Fassung wieder erlangen....es sind noch weitere Unklarheiten aufgetreten....ich habe nun mehr Unterlagen zusammmen und es ist nicht ersichtlich, was mit mir gemacht wurde....im 1.Op-Bericht wird nur von einer Entfernung von 19 Lymphk. gesprochen...in den folgenden Berichten steht..."Zustand n.radk.Prostektomie"....jetzt ist die Frage hab ich die Prostata noch od. nicht....ich bin Fassungslos......selbst mein Hausarzt hat mir von einem Prozess nicht abgeraten...er hat mir Mut gemacht u. gemeint er würde sich jetzt dahinterklemmen und ersteinmal sämtliche Unterlagen anfordern...er hätte nämlich auch noch nix bekommen.....das ist der WAhnsinn........
    ich hoffe hier weiterhin so guten Rat und Hilfe zubekommen und bedanke mich nochmals.....
    Herzliche Grüße
    KD

  10. #10
    Papa3kd Gast
    Hallo nochmal.....ich hab da noch ne Frage
    Ich möchte mir eine zweite Meinung einholen und vielleicht weiss jemand hier einen guten Arzt im Raum Münster/Osnabrück???
    Um die Frage zubeantworte, in welchem KH ich war und auch noch bin....in der Paracelsus-Klinik Osnabrück.......hat da jemand auch schlimme Erfahrung gemacht.....ich war wohl zu vertrauensvoll
    LG
    KD

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