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Thema: therapievorschlag

  1. #1
    hmmm85 Gast

    therapievorschlag

    im februar diese jahres ist bei meinem vater ein prostatakarzinom diagnostiziert worden (1 von 16 stanzbiopsien positiv mit gleason 3 + 3), nun stellt sich für ihn die frage ob brachytherapie oder rpe bzw. andere alternative therapiemöglichkeiten. ich hätte gerne ein paar meinungen bzw. erfahrungen gelesen, welche therapie für seinen fall am sinnvollsten wäre (er ist 54). soweit ich mich bis jetzt informiert und erkundigt habe ist nur mit rpe wirklich eine heilung gewährleistet. wie seht ihr das?? soll man bei seinem fall die rpe mit all den möglichen lebensqualitätseinschränkungen in kauf nehmen oder auf alternativen setzen? falls ihr für einschätzungen weiter angaben benötigt bitte postet diese und ich werde sie bekanntgeben.

    hier noch einige befunde um seinen verlauf zu schildern (alle befunde von vor der biopsie):
    eins
    zwei
    drei

    vielen dank im voraus,
    ein verzweifelter sohn

  2. #2
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    15.04.2006
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    Landschaft Angeln
    Beiträge
    2.849
    Zitat Zitat von hmmm85
    soweit ich mich bis jetzt informiert und erkundigt habe ist nur mit rpe wirklich eine heilung gewährleistet.
    Hallo (es wäre ganz nett, einen Namen zu haben),

    gewährleistet ist bei keiner Therapie etwas, es ist immer ein Lotteriespiel. Es ist verständlich, dass Ihr jetzt alle geschockt seid nach dieser Diagnose, aber bei den Werten Deines Vaters besteht kein Grund zur Panik oder zu einer überstürzten Therapieentscheidung.
    Lies bitte meinen "Ersten Rat" bei www.prostatakrebse.de => "Erster Rat". Mehr als ich dort zusammengetragen habe (und das sind zwölf Seiten), könnte ich Dir hier auch nicht schreiben. Erfahrungsberichte zu unterschiedlichen Therapiemöglichkeiten findest Du unter der o. g. URL im "Forumextrakt" => "Th-Erfahrungen". Mit jeder Therapieart sind gute und schlechte Erfahrungen gemacht worden.

    Ralf
    Geändert von RalfDm (29.05.2006 um 20:30 Uhr)

  3. #3
    hmmm85 Gast
    Hallo!

    Vielen Dank für die Antwort. Ja mit dem pdf Dok. habe ich mich schon auseinandergesetzt (großes Lob an den Verfasser, sehr gut und ausführlich) und auch ausgiebig recherchiert, wirklich herauszufinden ob die Entscheidung auch die Richtige ist, ist nach wie vor sehr schwer bzw. unmöglich.

    Mein Vater hat sich zwar bereits für die RPE entschieden (welche im Juni durchgeführt werden soll), doch bin ich mir nicht sicher ob er diese Entscheidung nicht zu bald getroffen hat (Erstdiagnose im Feb.) bzw. ob sie in seinem Fall die Richtige ist.

    Was ich wollte, war einfach noch ein letztes Mal für den geschilderten Fall Meinungen einzuholen (zu erfahren, wie es andere machen würden/gemacht haben), bevor der endgültige Schritt getätigt ist.

    Grüße

    Edi

  4. #4
    ruggero1 Gast

    Therapievorschlag

    Hallo Edi,
    das ist schon ein entscheidender Schritt, den dein Vater da machen will, und er ist ja auch relativ jung. Trotzdem würde ich noch ganz schnell eine DNA-Zytometrie an den Biopsie-Stanzen vornehmen lassen, um festzustellen, wie gefährlich die PCa-Zellen sind. Eine Therapie-Entscheidung lässt sich danach sicherlich auch besser begründen.
    Alles Gute!
    Ruggero

  5. #5
    hmmm85 Gast
    Hi Ruggero,

    Danke, daran habe ich noch nicht gedacht... Heißt das, man kann mit dem ermittelten Ergebnis eine zuverlässigere Prognose für den zukünftigen Verlauf stellen und dann darauf entscheiden ob PE oder nicht?
    Was erhält man hier konkret als Ergebnis? - Das Ausmaß der Aneuploidie der Zellen?

    Gruß

    Edi

  6. #6
    Registriert seit
    22.05.2006
    Beiträge
    18
    @Alternativen: ich sehe keine. Vor Quacks sei gewarnt.
    @Alter: gerade wegen des relativ geringen Lebensalters sollte nicht zu lange zugewartet werden. Der Tumor scheint sich umso schneller zu entwickeln, je jünger der Patient ist. Je früher operiert wird, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Nervenplexus erhalten werden kann.
    @Lebensqualität: Inkontinenz dürfte wegen des Alters Deines Vaters kein dauerhaftes Problem sein. Ist es ein Problem, dass die Zeugungsfähigkeit verloren geht? Wird nerverhaltend operiert, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Erektionsfähigkeit (evtl. medikamentell unterstützt) wieder einstellt relativ groß. Aber auch ohne Erektion bleiben Libido und Orgasmusfähigkeit erhalten. Klar, der (trockene) Orgasmus hat eine andere Qualität als vorher, aber er ist möglich. Ein erfülltes Sexualleben ist möglich! Hier ist das Verständnis und die Liebe der Partnerin von größter Bedeutung. Körperliche Leistungsfähigkeit: ich war bei der OP im Sept. 05 57 Jahre alt. Nach drei Monaten war ich wieder voll belastbar. Ich lasse vierteljährlich meinen Zustand kontrollieren und weiß, dass ich mein Möglichstes gemacht habe, den Krebs zu bekämpfen und das (Rest-)risiko zu minimieren. Die emotionelle Belastung mit einer tickenden Zeitbombe zu leben, wollte ich mir nicht antun.
    @OP: wichtig ist, möglichst rasch einen OP-Termin in einem erfahrenen Zentrum (>200 RP/Jahr) zu bekommen. Ob per Bauchschnitt oder laperaskopisch operiert wird, spielt keine große Rolle. Ich habe die zweite Möglichkeit genutzt und war sehr zufrieden.

    Alles Gute, Otto

  7. #7
    ruggero1 Gast

    DNA-Zytometrie

    Zitat Zitat von hmmm85
    Hi Ruggero,

    Danke, daran habe ich noch nicht gedacht... Heißt das, man kann mit dem ermittelten Ergebnis eine zuverlässigere Prognose für den zukünftigen Verlauf stellen und dann darauf entscheiden ob PE oder nicht?
    Was erhält man hier konkret als Ergebnis? - Das Ausmaß der Aneuploidie der Zellen?

    Gruß

    Edi
    Hallo Edi,
    was die DNA-Zytometrie leisten kann, wird in der Broschüre der GEK dargestellt, die du unter folgendem Link einsehen und herunterladen kannst: http://media.gek.de/downloads/broschueren/GEK-Broschuere_Prostatakrebs.pdf
    Man erhält auf jeden Fall eine Darstellung der Ploidie der Zellkerne und kann dann abschätzen, was auf den Kranken zukommt. Allerdings ist auch ein Risikofaktor dabei, der ebenfalls in der Broschüre genannt wird: die Möglichkeit, dass sich z.B. diploide Tumorzellen in aneuploide umwandeln, was eventuell ganz schnell gehen kann. Wie beim PCa leider in jeder Hinsicht festzustellen ist, gibt es keine konkrete Therapie, die für alle Bereiche passend wäre, sondern es bleibt der Entscheidung des Patienten überlassen, das auszuwählen, was er für richtig hält. Hoffentlich ist deine/eure Entscheidung die richtige!
    Ruggero1

  8. #8
    hmmm85 Gast

    Entscheidung

    Hallo allerseits,

    Tja habe mich nun schon mehrmals eingehend mit allen möglichen Therapieansätzen auseinandergesetzt und mir erscheint im Fall meines Vaters wohl doch die RPE am sinnvollsten. Mit etwas Glück dürfte er damit hoffentlich sogar Heilungschancen haben.

    @Otto: Du bringst es mit der "tickenden Zeitbombe" auf den Punkt, ich denke auch man sollte wohl die Chance, so lange sie noch da ist wahrnehmen und die Nebenwirkungen in Kauf nehmen.
    Ich werde ihn also in seiner Entscheidung bekräftigen.

    Eine letzte Frage noch:
    Weiß jemand welche Kliniken in Österreich zu empfehlen sind? Der Arzt hat ihm schon eine Überweisung an die Uniklinik Innsbruck geschrieben (180 PE/Jahr meine ich vor kurzem gelesen zu haben, doch finde ich die Angabe leider nicht mehr)

    Grüße

    Edi

  9. #9
    Registriert seit
    01.05.2006
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    70
    Hallo, ich muss mich den Ausführungen von Kalloc (Otto) vorbehaltlos anschließen und kann aus eigener Erfahrung folgendes dazu berichten:

    Auch ich war bei der Diagnose im November vorigen Jahres ebenfalls 54 und stand vor dem gleichen Problem, mich für eine Therapie entscheiden zu müssen … aufgrund meines Alters und der damit verbundenen statistischen Lebenserwartung habe ich mich dann recht schnell für eine kurative Therapie entschieden und zwar für eine RP …

    Ich bin dann Anfang Januar am UKE Hamburg operiert worden (Bauchschnitt) und bin sowohl mit dem OP-Verlauf als auch der Rekonvaleszenz außerordentlich zufrieden … Ende Januar habe ich noch eine dreiwöchige Anschlussheilbehandlung in Bad Wildungen durchlaufen und war danach fast 100-prozentig kontinent …

    Nach ca. 3 Monaten bin ich dann wieder voll in das Berufsleben eingestiegen und hoffe, wie alle Betroffenen mit vergleichbarem Verlauf, dass ich die Sache endgültig überstanden habe …

    Wenn sich Dein Vater auch zu einer RP durchringen kann, dann ist vor allem wichtig, dass er von einem erfahrenen Operateur operiert wird … Empfehlungen für Österreich kann ich aber leider nicht geben …

    Herzliche Grüße von Oliver aus Berlin, auch an Deinen Vater, und für ihn viel Glück bei der Therapie ...
    Geändert von OliverB (30.05.2006 um 22:46 Uhr)

  10. #10
    Reinardo Gast
    Hallo Oliver, kalloc, hmmm85. Euer Ansicht bin ich nicht. Gute Operations-Bestrahlungsergebnisse lassen sich nicht verallgemeinern. Jedem guten Ergebnis kann man eine negativ ausgegangene Therapie gegenüberstellen. Da spielen so viele Faktoren mit, dass nichts wirklich voraussagbar ist.
    Die Gedankengänge, die hier als "richtig" suggeriert werden, spielen sich in abertausend Fällen bei 97% der landein, landauf Betroffenen ab. Die restlichen 3% haben Zugang zum Internet und recherchieren die Möglichkeiten der Therapie etwas gründlicher.

    Die 'tickende Zeitbombe', von der kalloc spricht, befindet sich nur im Kopf, nicht in der Prostata.

    Prostatakrebs ist in der Regel ein recht langsam wachsender Krebs, der hinreichend Zeit lässt zum Recherchieren und Überlegen. Mir scheint, Ihr habt die im KISP Forum unter Erster Rat angebotenen Optionen gar nicht studiert und entscheidet Euch 'aus dem Bauch heraus' für die radikalste aber auch risikoreichste Therapie, die Gefahr des Verlustes oder der dauernden Beeinträchtigung der Lebensqualität völlig ausser acht lassend.

    Alles Gute. Gruss Reinardo

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