Ergebnis 1 bis 2 von 2

Thema: Cytologische Erfolgskontrolle bei Androgen-Entzug

  1. #1
    Reinardo Gast

    Cytologische Erfolgskontrolle bei Androgen-Entzug

    Hallo

    In meinem Beitrag 'Die Thesen des B.Tribukait' hatte ich auf die durch die DNA-Bildzytometrie mögliche Klassifizierung des Prostatakarzinoms und Prognosen hingewiesen. Die von von B.Tribukait durchgeführte Studie hat zwei wesentliche Erkenntnisse gebracht:

    1) Bei diploider DNA-Struktur "haben 14 Jahre Beobachtung nicht ausgereicht zu entscheiden, ob mit Androgen-Entzug behandelte Patienten gegenüber nichtbehandeltem wirklich einen Vorteil haben".
    Diese grob gefasste Aussage muss allerdings im Hinblick auf mögliche Progression und Mutation qualifiziert werden.
    2) Bei tetraploider und aneuploider DNA-Struktur hingegen führt Androgen-Entzug zunächst auch zu einer scheinbaren Besserung des Krankheitsbildes (PSA-Abfall) infolge Vernichtung der hormonabhängigen Komponente des Krebses, führt danach jedoch zu einem Wachstumsschub der nicht hormonabhängigen Komponente.

    Hiergegen ist mehrfach eingewendet worden, es handele sich um eine zeitlich zurückliegende Studie, so dass die Ergebnisse "veraltet" seien.
    Dies ist unrichtig. Die Forschunghsergebnisse der Pathologen sind zeitlos gültig, werden von der behandelnden Urologie aber nicht zur Kenntnis genommen.

    In einer von Hussein Al-Abadi und Reinhard Nagel an der Urologischen Klinik der Freien Universität Berlin durchgeführten Studie wurde untersucht, welche Möglichkeiten die DNA-Bildzytometrie bietet, den Erfolg einer Androgen-Entzugstherapie und Chemotherapie zu kontrollieren.

    Von Januar 1980 bis Dezember 1989 wurden 271 Patienten mit lokal fortgeschrittenem Tumor hinsichtlich des klinischen Verlaufs ihrer Krankheit beobachtet und die Ergenisse der Therapie wurden dokumentiert. Die Autoren der Studie analysierten in angemessen erscheinenden Abständen mittels Feinnadelbiopsie gewonnenes Zellmaterial und kamen zu dem Ergebnis, dass Veränderungen im klinischen Krankheitsbild mit Veränderungen in der DNA-Zellstruktur konform gehen.
    Anhand von DNA-Bild-Diagrammen wird dies bei mehreren Patienten exemplarisch vorgeführt:

    Patient K.H. Grade I Karzinom, 63 Jahre, T3 NxMO, nach 2,5 Jahren Andogen-Entzug Verminderung von Anzahl und Grösse der Krebszellen, guter therapeutischer Effekt, Regressionsstufe II.

    Patient F.Sch. Grade III Karzinom, 51 Jahre, T3NxMO. Nach 6 Monaten Androgen-Entzug gleiches DNA_bild, Regressionsstufe X. Umstellung der Therapie auf Estracyt. Nach 1,5 JahrenReduzierung Anzahl und Grösse, Regressionsstufe VI.

    Patient F.H. Grade III Karzinom. Vor der Therapie DNA-Häufigkeitsspitzen zwischen 5c und 7c sowie bei 9c. Nach 6 Monaten Androgen-Entzug DNA-Spitzen bis zu 19c, also Verschlechterung. Umstellung auf Estracyt. Nach 6 Monaten Estracyt NNA-Spitzen sogar über 19c hinaus. Aneuploidie. Dieses Ergebnis fand seine Bestätigung im klinischen Verlauf: Krebsbefall der Blase, obgleich zu diesem Zeitpunkt noch keine Knochenmetasrtasen frststellbar waren. Die Therapie wurde nochmals umgestellt auf Cyclophosphamide. Trotz dieser Umstellung entwickelten sich weitverteilte Metastasen, und der Patient verstarb nach 8 Monaten.

    Die Uropathologische Arbeitsgruppe Deutschland hat zum Zwecke der Therapiekontrolle 6 Rgressionsstufen entwickelt, die durch jeweils charakteristische Merkmale bestimmt sind: Von Regressionsgrad 0 = sehr gut (kein Krebs mehr), über II = gut (deutlicher Regress), IV =befriedigend (Restkrebs), VI = ausreichend (Rückgänge) hin zu VIII = schwach (wenig Rückgang) und X = kein Rückgang.

    Hinsichtlich der prognostischen Relevanz der DNA-Analyse über bis zu 9 Jahren hat sich gezeigt, dass die 67 Patienten mit einer DNA_Spitze von 2c (=diploid) keine Metastasen und keinen Progress entwickelten, wodurch die auch von Tribukait festgestellte gute Prognose für diese Patientengruppe bestätigt wurde.

    Wie Tribukait weisen auch Al-Abadi und Reinhard Nagel in ihrer Studie auf die Heterogenität der Krebszellen hin, was sich auch im Titel ihrer Studie audrückt: Nuclear DNA Analysis: DNA Heterogeneity in the Monitoring of Patients with Locally Advanced Prostatic Carcinoma.
    Eine Kopie der in englischer Sprache verfassten Studie ist erhältlich vom Institut für Cytopathologie des Universitätsklinikums Düsseldorf, Chefsekretariat, Moorenstr. 5 40225 Düsseldorf gegen Voreinzahlung einer Spende von 5 EUR für Papier- und Portokosten auf das Konto Universitätsklinikum Düsseldorf bei der Stadtsparkasse Düsseldorf Nr. 10 001 550 BLZ 300 501 30, Verwendungszweck Vorhaben Nr. 701 300 646.

    Gruss, Reinardo

  2. #2
    Registriert seit
    01.05.2006
    Ort
    München
    Beiträge
    59
    Hallo Reinardo,
    würde gerne mit Dir zu dem Thema telefonieren - bitte laß mir Deine Telefonnummer zukommen!!
    MichaelF
    meine Mailadresse: mi.fritzmann@web.de
    mein Profil und Geschichte zusätzlich auf: www.myProstate.eu

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •