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Thema: Universitätsklinikum Mannheim "Kampf gegen den Krebs"

  1. #1
    Harro Gast

    Universitätsklinikum Mannheim "Kampf gegen den Krebs"

    Text gelöscht
    Geändert von Harro (14.02.2008 um 07:09 Uhr)

  2. #2
    Harro Gast
    Stark besuchte Veranstaltung

    Hallo, Forumsfreunde, das Interesse für diese seit 2005 jährlich wiederkehrende Veranstaltung war riesig. Der große Hörsaal war nahezu voll besetzt. Auch die hiesige SHG Rhein-Neckar war mit einem repräsentativen Stand unter der Führung von Hansjörg Burger vertreten. Professor Wenz, als Mitinitiator des Interdisziplinären Tumorzentrums Mannheim (ITM) begrüßte die aus nah und fern angereisten Gäste. Es gab viele Fragen am Ende der Vorträge, die von den fachkundigen Experten oder von Prof. Wenz selbst beantwortet wurden. Das Thema molekulare Medizin als Unterstützung der Chemotherapie war ein zukunftsweisendes Modell, das leider für PCa noch nicht viel zu bieten hat, denn Avastin und Glivec sind bislang zumindest nach dem Vortrag des Mediziners des Klinikums noch eher für andere Tumoren prädestiniert. Die palliative Medizin war ein beherrschendes Thema, das insbesondere durch die Ausweitung der Bettenanzahl in den früher Hospize genannten Kliniken immer mehr Bedeutung bekommt. Akzeptanz gehört dazu, zu erkennen, daß nämlich Sterben oder der Tod zum Leben gehört. Die anschließende Besichtigung der Radio-Onkologie mit den neuesten Bestrahlungsgeräten war für viele Besucher nach einer ausreichenden kostenlosen Verköstigung mit diversen Leckereien und zahlreichen Getränken der Höhepunkt der gelungenen Veranstaltung.

    "Wer bekommt, was er mag, ist erfolgreich. Wer mag, was er bekommt, ist glücklich.
    (Martin Luther)

    Gruß Hutschi
    Geändert von Harro (17.02.2008 um 05:57 Uhr) Grund: doppeltes Wort

  3. #3
    Harro Gast
    Stammzellenforschung

    Hallo, gerade heute hat Wolfgang Clement in der "WAMS" erneut vehement ein Plädoyer für die Forschung an Stammzellen kund getan. Mein heutiger Besuch im DKFZ hat mich nachhaltig beeindruckt. Was dort an geballtem Wissen durch die anwesenden hochkarätigen Wissenschaftler und Ärzte inhaliert werden konnte, war den Ausflug nach Heidelberg mehr als wert.
    Allein das Tumorstammzellkonzept, das der hochmotivierte Prof. Dr. Wolfgang Wick temperamentvoll und ohne Konzeptblatt flüssig versuchte, den zahlreichen Gästen zu verdeutlichen, erforderte ein hohes Maß an Aufmerksamkeit. Die primäre Forschung beschäftigt sich jetzt überwiegend noch mit den Hirntumoren, wobei Tumorstammzellen in der ersten Phase bei Gliomen nachgewiesen werden konnten. Der äußerste spannende Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Schlegel über die Ionenstrahltherapie gab einen ersten Einblick in die gewaltige Dimension dieses weltweit größten in einer Klinik in Betrieb gehenden Bestrahlungszentrum mit Schwerionen. Wenn man sich vorstellt, daß die Strahlen mit einer Geschwindigkeit von 200 000 Stundenkilometer pro Sekunde auf die Tumorareale aufprallen, wird einem schwindelig. Man hofft, jährlich bis 1000 Patienten behandeln zu können. Die Anlage soll im Herbst in Betrieb gehen. Nachdem Prof. Schlegel in einem Halbsatz andeutete, daß man sogar Rezidive aus schon bestrahlten Arealen mit den Schwerion nachbestrahlen könnte, erkundigte ich mich nach dem möglichen Zeitpunkt wegen der schon langen Warteliste. Prof. Schlegel meinte aber, daß man in erster Linie jüngere und schwerstbetroffene Patienten behandeln wolle. Es war ein langer Tag mit vielen hoffnungsvollen neuen Ausblicken auch für unseren PCa.

    Info auch hier:http://www.ionentherapie-info.de/

    "Die Hauptaufgabe des Lehrers ist nicht, Bedeutungen zu erklären, sondern an die Tür des Geistes zu klopfen"
    (Rabindranath Tagore)

    Gruß Hutschi
    Geändert von Harro (17.02.2008 um 21:18 Uhr)

  4. #4
    Registriert seit
    15.04.2006
    Ort
    Landschaft Angeln
    Beiträge
    3.195
    Zitat Zitat von Hutschi Beitrag anzeigen
    Wenn man sich vorstellt, daß die Strahlen mit einer Geschwindigkeit von 200 000 Stundenkilometer pro Sekunde auf die Tumorareale aufprallen, wird einem schwindelig.
    Harald, Harald!

    Ralf

  5. #5
    Harro Gast
    Ralf - der Zweifler

    Hallo, lieber Ralf, wenn Prof. Schlegel nicht noch erläuternd hinzugefügt hätte, daß diese Geschwindigkeit fast 70% der Lichtgeschwindigkeit entsprechen würde, hätte auch ich wohl ungläubig reagiert. Nun werde ich mich aber schon wegen Deiner Zweifel noch mehr mit dem ganzen Ablauf beschäftigen und Weiteres verkünden.

    Hier schon eine Einblendung:

    Wie werden die Teilchen beschleunigt?
    Dazu ist eine große und komplizierte Anlage notwendig. Die Ionen werden zunächst auf einer fünf Meter langen Geraden in Hochfrequenzstrukturen beschleunigt. Dann münden sie in einen Kreisverkehr, dem sogenannten Synchrotron. Dort erreichen die Teilchen bis zu drei Viertel der Lichtgeschwindigkeit.

    "Wo du sicher bist, setze Fragezeichen"
    (Wieslaw Brudzinski)

    Gruß Hutschi
    Geändert von Harro (18.02.2008 um 06:12 Uhr)

  6. #6
    Reinardo Gast
    Hallo, lieber Hutschi. Deine Begeisterung als Ingenieur für die neue grosse Technik, vorgetragen wieder einmal auf einem jener Mammut-Kongresse in Ehren, aber ich muss Dir als Nicht-Ingenieur leider antworten, dass die dort zum Vortrag gekommene Gigantomanie mich mit Grausen und bösen Ahnungen erfüllt. Es werden so viel finanzielle Resourcen in diese Maschinerie investiert, dass diese eine Dynamik entwickelt, sich zu rentieren. Wie in einen Wasserstrudel werden mehr und mehr vermeintlich Therapie-Bedürftige benötigt und genötigt werden, sich in dieses System hinein zu begeben, und einmal drin, kommen sie nicht mehr heraus. Deshalb besuche ich Kongresse nur sehr selektiv, und würde nie in eines der im Aufbau befindlichen Prostatakrebs-Zentren gehen, die scheinbar eine bessere Therapie, in Wirklichkeit aber auf jeden Fall eine Therapie durchführen wollen, und zwar eine radikale, mittels der kapitalintensiven Apparate-Medizin. Sanfte Diagnostik, nicht invasive Therapien, aktives Überwachen bleiben da auf der Strecke. Da ständen ja alle Maschinen still.

    Ich selber bin ein Beispiel dafür, dass man mit Prostatakrebs alt werden kann. Das verdanke ich aber nicht den Professoren, die da auf Kongressen referieren (= sich selbst und ihre "Therapien" anpreisen) sondern weil ich richtige Diagnostik und Therapie in Nischen gesucht und gefunden habe. Und ich bin sicher, dass es noch andere gibt, die gleicher Ansicht sind.

    Gruss, Reinardo

  7. #7
    Registriert seit
    01.05.2006
    Beiträge
    63
    .....STUNDENkilometer pro SEKUNDE... ?????????????

  8. #8
    Harro Gast
    Skeptische Einstellung zu modernen Bestrahlungsgeräten

    Hallo, lieber Reinardo, Deine Zurückhaltung kann ich durchaus verstehen. Wenn aber nun schon jetzt feststeht, daß bislang unheilbare Tumoren mit dieser neuen Schwerionentechnik zu 70% kurativ behandelt werden konnten, dann sollte das doch aufhorchen lassen. Leider gibt es noch nicht viel Gedrucktes. Auch gestern in Heidelberg fehlten noch umfangreiche Erläuterungsbroschüren. Von mir nun das noch:

    Im Kampf gegen Krebs spielen Strahlen eine wichtige Rolle. Mediziner setzen sie seit langem ein, um Tumoren abzutöten. Meist arbeiten sie mit Röntgen- oder Gammastrahlen, die aus energiereichen Lichtteilchen bestehen. Die Teilchen durchdringen das Gewebe und zerstören dort Moleküle, sodass sogenannte freie Radikale entstehen. Die Radikale schädigen die Krebszellen so sehr, dass diese absterben und nicht mehr wuchern können. Der Nachteil der Röntgen- und Gammastrahlen ist aber, dass sie entlang ihrer gesamten Wegstrecke freie Radikale erzeugen. Um einen Tumor im Körperinnern zu behandeln, müssen die Strahlen auch durch gesundes Gewebe hindurch, das sie dabei zwangsläufig in Mitleidenschaft ziehen. Gesunde Zellen können sich dabei so verändern, dass sie später zu Krebszellen werden. Die Bestrahlung die heilen soll, provoziert also mitunter eine neue Krebserkrankung, die allerdings meist erst Jahrzehnte später ausbricht.
    Moderne Techniken helfen, diese Schwierigkeiten der Strahlentherapie zu umgehen. Sie setzen nicht auf Röntgen- oder Gammastrahlen, sondern auf Ionenstrahlen. Ionen sind kleine, elektrisch geladene Teilchen. Ihr wichtigster Vorteil liegt darin, dass sie ihre zerstörende Wirkung erst tief im Gewebe entfalten und auf dem Weg dahin nur wenig Schaden anrichten.
    Wenn sie ins Körpergewebe eindringen, durchfliegen sie die ersten Schichten fast ungebremst und werden dann langsamer. Erst am Ende ihrer Bahn, in einem Bereich, der Forscher "Bragg-Peak" nennen, geben sie den größten Teil ihrer Energie ab und schädigen die Zellen. Der Bragg Peak liegt umso tiefer, je höher die Geschwindigkeit der Ionen ist. Gelingt es, die Teilchen auf ein definiertes Tempo zu bringen, dann kann man Tumoren im Körperinnern millimetergenau abtöten, das umliegende gesunde Gewebe aber weitgehend schonen. Genau das ist das Ziel der Therapien mit Ionenstrahlen. Wenn ich mehr weiß, melde ich mich wieder.

    "Wenn ihr mehr an das Leben glaubtet, würdet ihr weniger nach dem Augenblick hinwerfen"
    (Friedrich Nietzsche)

    Gruß Hutschi
    Geändert von Harro (18.02.2008 um 09:10 Uhr) Grund: 2 Buchstaben zu viel

  9. #9
    Registriert seit
    04.05.2006
    Beiträge
    1.485
    Zitat Zitat von Winni.da Beitrag anzeigen
    .....STUNDENkilometer pro SEKUNDE... ?????????????
    Es dürften 200.000 km pro Sekunde sein, was ungefähr 2/3 der Lichtgeschwindigkeit entspricht. Hutschi hat sich einfach verschrieben mit seinen Stundenkilometern.

    Gruß

    Schorschel

  10. #10
    Harro Gast
    Noch ein ungläubiger Thomas

    Hallo, Winni da, mal wieder:

    Zitat: ..Stundenkilometer pro Sekunde ...?????????

    Ich habe den Beschleuniger nicht konstruiert, ihn mir aber angeschaut. Eine Meisterleistung der Technik, und der Linearbeschleuniger mit einer Länge von 20 Meter bringt die Ionen tatsächlich auf dieses Tempo!!!!

    In leichter Abwandlung von Ludwigs Leitspruch: "Wer es nicht besser weiß, sollte es zunächst mal glauben"

    Gruß Hutschi

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