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Thema: Dreifache HB_Erfahrungsbericht

  1. #1
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    Dreifache HB_Erfahrungsbericht

    Hallo,
    als ich im Oktober 2007 anfing die Dreifache' durchzuführen, versprach ich Zwischenergebnisse abzugeben.

    Nach intensiven Begleiterscheinungen am Anfang der Therapie, wie erhöhte Lebenslust (s. älteren Artikel, "Ritt auf der Rasiermesserkante") hat sich nach 4 Monaten, im Januar 2008 mein Lebensgefühl bzgl. meines körperlichen Befindens um 180° verändert. Die muskuläre Leistungsfähigkeit hat intensiv nachgelassen, zumal ich vier Wochen mit meinem Fitnesstraining wegen berufl. Erfordnernissen aussetzen musste. Kurzatmigkeit ist eingetreten. Seit einer Woche trainiere ich wieder. Es geht dbzgl. bergauf. Psychisch habe ich mich intensiv auf die Blockade vorbereiten können. Soll heißen: Depressive Anwandlungen, Selbstmitleid begegne ich mit einem positiven in die Zukunft-denken. Ich konditioniere mich bei der leisesten depressiven Anwandlung mit einem positiven Denken. Über dieses Thema ist viel geschrieben worden und es gibt viele "Heiler". Was ich festgestellt habe ist, dass mein Unterbewusstsein ein sensibles ist. Mit dem ich liebevoll umgehen muss. Dazu gehört auch, mich selber zu trösten _ mir selber ein erwachsener Therapeut zu sein. Damit komme ich gut klar.

    Vorlauf zu meiner DHB s. Profil

    Mein Urologe empfahl mir die suspekten Lymphknoten und die Prostata aufsättigend bestrahlen zu lassen. Nach Beratungen in Mannheim bei Prof. Wenz (kontra) und Klinikum Offenbach Prof. Zambouglu (pro), habe ich erst einmal davon Abstand genommen.

    Hier meinen PSA Verlauf:
    Ausgangswert 200807

    PSA 33
    Beginn DHB mit 3 x tgl. Casodex 50 mg

    Wert 200907
    PSA 12,5 ng/ml, PSAf ng/ml 0,78, PSA-Quotient kA 0,06
    Testosteron 11,94
    Testosteron 11,94
    Alk. Phosphatase 44
    Saure Phosphatase 6,0
    Creatinin 0,95
    GPT 23
    GOT 32
    Gamma GT 18
    Gesamteiweiss 7,4
    Kalium 4,5
    Leukozyten 6,10
    Erythrozyten 4,64
    Thrombozyten 219
    Haematokrit 42,5
    MCV 91,7

    Weiterbehandlung
    3-M'Spritze m. LHRH-Agonist,
    3 x tgl. Casodex 50 mg, 1 x tgl. Avodart

    Wert 141107
    PSA 0,41 ng/ml
    Testosteron 0,24
    Creatinin 1,0
    GPT 19
    GOT 30
    Gamma GT 16
    Gesamteiweiss 7,3
    Kalium 4,1
    Leukozyten 5,30
    Erythrozyten 4,12
    Thrombozyten 204
    Haematokrit 37,3
    MCV 90,5
    MCH 32,5
    MCHC 35,9

    Wert 28.01.2008
    PSA 0,14 ng/ml
    HSRE 4,5

    Creatinin i. U. konz. 0,92 g/l
    Creatinin i. U. gesamt 1,56 g/ 24 Stunden

    Selen i. S. 119 ug/l
    Testosteron 0,16 ng/ml
    CEA 0,2 ng/ml

    Neuron. spez. Enolase 16,4 ug/l

    Cromogranin A (CGA) 62 ug/l
    AP 52
    GGT 29
    LEU ,80
    Ery 4,39
    HB 13,9
    HK 40,4
    MCV 92,0
    MCH 31,7
    MCHC 34,4
    THR 241
    NEUT 44,0
    LYMPH 41,9
    MONO 4,0
    EOS 7,3
    BASO 1,4
    LUC 1,2

    Alkalisch Phosphatase 52 U/l
    GOT/ASAT 21
    GPT/ALAT 19

    Gamma GL 18
    Calcium 2,36


    Untersuchung in Urinmenge 1700 ml

    Wert 20.02.2008
    PSA 0,09

    Dies scheinen doch gute Werte und ein guter Verlauf zu sein – oder?

    Für eine Beurteilung meiner bisherigen DHB anhand der Daten würde ich mich sehr freuen.

    Vielen Dank im voraus.

    HerriS
    HS

  2. #2
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    Hallo HerriS!

    Zu Deinen Werten kann ich mangels Fachkenntnissen nichts sagen, aber ich finde Deinen geschilderten Umgang mit Dir selbst sehr beeindruckend.

    Ich wünsche Dir von Herzen, dass die Therapie Deine Erwartungen voll erfüllt!

    Viele Grüße

    Schorschel

  3. #3
    Harro Gast
    Guter Verlauf

    Hallo, HerriS, als nach fast 2 Jahren Warten und Beobachten und dann zunächst nur Casodex 150 mg täglich 3 Monate lang und nach einer Pause von weiteren 3 Monaten dann die Hormonblockade mit Zoladex, Casodex und Proscar begonnener Forumsbenutzer kann ich Dir nur zu Deinem bisherigen Ablauf gratulieren, denn er ähnelt meinem damaligen Verlauf doch sehr. Jetzt heißt es ganz ruhig abwarten, wie sich das Ganze dann weiter entwickelt, wenn Du dann nach ca. 13-15 Monaten intermittierst. Ich wünsche Dir, daß Du sehr lange auf einem gleichbleibenden Plateau mit Deinem PSA-Wert stehen bleibst und daß das Testosteron auch rasch wieder ansteigt, damit Du die Manneskraft wieder zurück bekommst, deren Fehlen Dir wohl jetzt etwas Probleme bereiten dürfte.

    "Alle Menschen lernen reden, aber niemand lernt zuzuhören"

    Gruß Hutschi

  4. #4
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    DHB Erfahrungen

    Lieber Schorchel, lieber Hutschi,
    vielen Dank für Eure unterstützenden Kommentare zu meinem Beitrag. Ich habe durch die temporäre chemische Entmannung festgestellt, dass es eine Welt außerhalb von Dominanz, Kraft, Stärke und Siegen gibt. Sensitiver aber intensiver, zurückhaltender aber klüger, nachdenklicher aber wirkungsvoller. So gesehen, ist der derzeitige Umstand eine Bereicherung, die mich bewusster Leben lässt. Erfahrungen, die für mein künftiges Leben wesentlich sind. So gesehen doch gut so.

    Gruß HerriS

    Versuch einer Weisheit:
    In der Situation der körperlichen Spiegelung erkenne ich mich quasi von außen neu und objektiver.
    HS

  5. #5
    HansiB Gast
    Hallo Herri,

    auch ich kann dir zu deinen Werten nur gratulieren. Aber den aPSA von 33 nicht aus den Augen verlieren.

    Der PSA sollte noch weiter runter gehen. Wenn dieser steigt !! Antrogen, daß "drehen" kann, wie bei mir nach schon 8 Monaten evtl. absetzen.

    Überlege ob nicht eine DNA-Z und damit eine genauere Feststellung der Bösartigkeit des PK sinnvoll ist und nach einer gewissen Zeit eine FNAB / DNA Kontrolle, wie wir es gerade gemacht haben.

    Man muss aufpassen, nicht zu lange DHB zu machen, ohne zu wissen, ob der PK auch wirklich sensibel dafür ist. Meiner war es nicht ausreichend. ich habe aber auch nie einen schönen Nadir erreicht.

    Gruß Konrad

  6. #6
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    DNA-Zytometrie (Ploidie) und Krankheitsverlauf

    Hallo Herri,

    ich möchte mich meinem Vorredner anschließen. Du bist doch der ideale Kandidat, mal eine DNA-Zytometrie machen zu lassen, das natürlich aus allen bisher vorhandenen Biopsiepräparaten. Jetzt nach einiger Zeit mit der Hormonblockade ist eine neue Biopsie mit neuen DNA-Werten geradezu "Pflicht". Die Biopsie reicht als FNAB, ist aber auch aus Stanzen o.k. Du würdest dann aus neuen und alten Werten sehen, wie stark, oder gar nicht, du dich in Richtung hormonrefrationär entwickelst.
    Nach meiner derzeitigen Überzeugung (unser Arbeitskreis beschäftigt sich u.a. damit) ist die chromosomale Einschätzung von Zellen in der Lage, sichere Erkenntnisse über den Fortschritt eines Karzinoms zu liefern. Die ausschließliche Begutachtung und Ermittlung des Gleason-Scores, ist nicht ausreichend.
    Die DNA-Analyse ist Kassenleistung, die FNAB wird wahrscheinlich nur gegen Privatzahlung gemacht. Das liegt je nach Arzt (vom "Landarzt" bis zum Chefarzt) bei 50,- bis 300,- €, kann aber jedes Jahr locker wiederholt werden.

    Alles Gute und berichte darüber.

    Wolfgang

    P.S.:

    Wenn Du alle DNA-Analysen bei Prof. Böcking machen lässt, und diverse Daten dazu lieferst (PSA, Gleason) kann er sicher eine (Verlaufs- und Zukunfts-)Analyse abgeben. Vielleicht erteilst du ihm ja die Genehmigung, darüber mal einen Beitrag für den BPS erstellen zu lassen.
    Geändert von Wolfgang aus Berlin (10.03.2008 um 13:10 Uhr)

  7. #7
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    Lieber HansiB und Wolfgang aus Berlin,
    eine wiederholte Biopsie und auch eine sogenannte Feinnadelbiopsie habe ich bereits aufgrund der ungeklärten Situation hinsichtlich eines Lokalrezidivs machen lassen. Leider ohne nachweisbare Befund in suspekten Bereichen der Prostata (s. Profil). Wovon kann ich eine DNA' machen lassen? bzw. wo sollte ich erneut biopsieren?
    Allein in der ersten Befundung im Frühjahr 2003 zeigte sich in drei Stanzzylindern der rechten Seite ein mäßig differenziertes glanduläres Adenocarcinom der Prostata mit Perineuralscheideninvasion - G2 nach WHO: kombinierter Gleason 7 (4+3).

    Gruß Herri
    HS

  8. #8
    Harro Gast
    DNA-Zytometrie

    Hallo, HerriS, Du hast ja schon eine ziemlich umfangreiche Ansammlung an Untersuchungen über Dich ergehen lassen. Natürlich ist nach all dem Gelesenen in Deiner PKH zur Zeit keine erneute FNAB erforderlich. Du solltest aber Deine Primär-Stanzen noch einmal zur Überprüfung der Ploidie an Prof. Böcking senden, um endlich Klarheit zu bekommen. E-Mail: boecking@uni-duesseldorf.de Der Gleason 4 + 3, also nicht 3 + 4 erstaunt mich. Ich wünsche Dir weiterhin gute Nerven.

    "Die Zeit ist eine großere Lehrerin. Schade nur, dass sie ihre Schüler umbringt"
    (Curt Goetz, deutscher Schauspieler und Schriftsteller)

    Gruß Hutschi

  9. #9
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    Hormonblockade - Verlauf der Ploidie - Rechts- bzw. Linksverschiebung

    Hallo Herri,

    um einen Verlauf von Anfang an zu bekommen, würde ich von allen Biopsien DNA-Analysen machen lassen. Woher wissen wir, ob eine mit dem Auge als irgendwie gut befundene Gewebeprobe nicht doch Abweichungen in den Chromosomensätzen enthält? Das ist ja erst nach Umfärbung der Zellen und Computeranalyse nachweisbar. Es ist natürlich wichtig, für die korrekte Beurteilung, dass alles ordentlich, dem Datum nach bezeichnet ist. Nach deinem Profil ergibt sich.

    1. Stanzbiopsie 02.2003 Gleason 4+3
    2. Stanzbiopsie 01.2007
    3. Stanzbiopsie 04.2007

    Das sind schon 3 Proben. Wenn man die erst einmal einschickt, ist man schon schlauer. Prof. Böcking könnte dann ja eine Meinung abgeben, ob er eine weitere Biopsie empfiehlt. Dann würde ich aber mit der "Stanzerei" aufhören und zum Vergleich für die DNA "nur" eine FNAB machen lassen.

    Ist dir das alles "ins Blaue hinein" zu aufwändig, dann sende doch Prof. Böcking, unser Arbeitskreis hält mit ihm ständig Kontakt, eine E-Mail mit deinem Profil und der Frage, ob er eine DNA, wie hier im Forum empfohlen, für sinnvoll hält. Hauptaspekt dabei, und unbedingt zu erwähnen, ist die Einschätzung der weiteren Vorgehensweise bei der Hormonblockade.

    In diesem Thread unter #19 findest du die Anschrift, Telefon, E-Mail und weitere Tipps.

    http://forum.prostatakrebs-bps.de/sh...king#post23268

    Hier ein Thread, wo ich auf ein Schreiben von Prof. Böcking hinweise, welches vom BPS veröffentlicht ist.

    http://forum.prostatakrebs-bps.de/sh...3235#post23235

    Gruß
    Wolfgang
    Geändert von Wolfgang aus Berlin (10.03.2008 um 16:02 Uhr) Grund: Ergänzung

  10. #10
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    Hallo HerriS,

    Du hattest 2003 mit PSA 56,2 und Gleason 4+3 eine HB2 begonnen und Dich nach einem halben Jahr bestrahlen lassen. Hier kombiniert vorzugehen war richtig, denn die HB2 war offensichtlich nicht ausreichend. Deine zunächst gute PSA-Absenkung nach 3 Monaten auf 0,15 kam ins Stocken und erhöhte sich 2 Monate später wieder auf 0,3. Nach der RT hattest Du nach ca. 7 Monaten bei weiterer adjuvanter HB2 einen PSA-Wert von 0,01 erreicht und im Herbst 2004 war Deine Kombi-Therapie beendet, eigentlich mit einem Wunschergebnis.
    Mit fiel auf, daß während Deiner HB2 das Testosteron nie unter 0,32 fiel, ein Wert der eindeutig zu hoch war. 0,2 sollten unterschritten werden. Es ist schwierig zu beurteilen, ob Dein nach 3 Jahren rasch angestiegener PSA-Wert damit etwas zu tun hat. Jedenfalls wäre damals aus meiner Sicht ein Medikamentenwechsel angesagt gewesen mit dem Ziel, das Testo effektiver zu unterdrücken. Die 3 Jahre sind auf jeden Fall vom Ergebnis her relativ wenig. Es war richtig ein PET/CT zu machen, um den erneut gewachsenen Tumor zu lokalisieren. Leider haben die beiden Biopsien trotz PET/CT-Hilfe den Tumor offensichtlich nicht treffen können. Bis August 2007 stieg der PSA auf 33 und das erneute PET/CT könnte jetzt deutliche Nachweise finden, auch suspekten Lymphknoten.
    Ich denke du warst richtig, beraten nicht sofort die Lymphknoten zu bestrahlen. Es wäre vielleicht auch eine operative Entnahme (laparoskopisch) und Prüfung möglich gewesen.
    Der Status war nachweislich eine systemische Erkrankung und damit stand auch eine erneute Hormonblockade auf der Tagesordnung.
    Mit der DHB hast Du die effektivste Variante gewählt und ich denke, Dein erreichter Wert von 0,09 ist ein gutes Ergebnis, der nach der Vorgeschichte nicht unbedingt zu erwarten war. Du mußt davon ausgehen, dass die jetzt zu bekämpfenden Zellen zum Teil ziemlich hartnäckig sind, denn sie haben schon eine HB2 überlebt und sind auch irgendwie der Bestrahlung entronnen. Von daher ist es nicht verwunderlich, wenn es 6 Monate dauerte, um auf PSA 0,09 zu kommen. Diese Zeit ist eigentlich ungewöhnlich lang, zumal als Untergrenze 0,05 anzustreben ist. Aber das Ergebnis ist gut für eine zweite HB-Runde.
    Du hast Dich sicherlich über die Eckpunkte eine DHB informiert und weißt auch, dass eine HB nicht beliebig wiederholbar ist. Irgendwann wird man hormonrefraktär. Der Vorschlag meiner Vorredner, aus den alten Biopsien die Ploidie bestimmen zu lassen, ermöglicht eine Einschätzung der bisherigen Malignitätentwicklung, auch wenn die letzten Stanzen möglicherweise auch bei der DNA-Prüfung zu keinem Ergebnis kommen. Über FNAB am Ende der DHB oder später die Plodie- bzw. Malignitätsentwicklung zu prüfen würde Dir u.U. verbliebene aggressive Zellen nachweisen und zeigen, dass Du irgendwann mit einem erneuten PSA-Anstieg rechnen musst. Du könntest dann rechtzeitig die weiteren Schritte überlegen. Im Moment sieht es jedenfalls gut aus und ich wünsche Dir dass es so bleibt.

    Grüße aus Rudersberg
    Hartmut

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